Wolfgang Röhl / 12.06.2008 / 16:39 / 0 / Seite ausdrucken

Guten Morgenthau, Hamburg! Ein Tempolimitmärchen

Da Hamburgs Grüne (GAL) leidlich mit Messer und Gabel umgehen können, zumindest die meisten, hat sich ein paar Monate, nachdem Bürgermeister Ole von Beust sie in die Regierung geholt hat, in weiten bürgerlichen Kreisen der Hansestadt eine Art von gemütlichem Fatalismus breit gemacht. Soo schlimm sei die Mesalliance denn auch nicht. Hamburgs Grüne seien hanseatisch, also pragmatisch. Ganz anders als die Spinner in Berlin. Und wenn sie, die GAL, erst einmal wieder in der Verantwortung…

Der übliche Selbstbetrug eben. Wenn man merkt, dass der Mann, den man gewählt hat, einem die Laus in den Pelz gesetzt hat.

In Wahrheit sind die Hamburger Grünen nicht bloß Organisatoren von harmlosem Multikulti-Straßen-Mumpitz oder nur Schutzpatron von Fledermauszählern, radelnden Chaoten und jungen Intensivtätern. Autofahrer schikanieren, den Verkehrskollaps provozieren, damit die Leute gezwungen sind, in Busse und Bahnen zu steigen, die Wirtschaft (besonders die Energiewirtschaft) sabotieren, das alles war immer ein heißes Anliegen der GALier, so lange sie gemeinsam mit der SPD an der Regierung waren. Das wird sich im Duo mit der CDU nicht ändern. Um neue, schön lange Staus zu erzeugen, hatten sie sich im Koalitionsvertrag bereits allgemeines Tempo-50-Limit in der Stadt ausbedungen. Bisher gilt auf einigen vierspurigen Ausfallstraßen Tempo 60. Das macht den Verkehr flüssiger und reduziert Staus. Das Letzte, was Grüne wollen. Außerdem war Tempo 60 ein Kind des verhassten Ronald Schill. Schon deshalb soll es gekippt werden.

Da kamen Zahlen ganz Recht, die zu beweisen schienen, dass auf Tempo-60-Straßen die Unfallzahlen stark gestiegen seien. Nur kam leider ebenso heraus: der Verkehr seit der letzten Messung auch. “Auf der B73 hat der auf den Hafen bezogene Verkehr in den vergangenen Jahren stark zugenommen, also gibt es dort auch mehr Unfälle”, erklärte ein Polizeisprecher exemplarisch den Zusammenhang. Nützt aber nix bei Leuten, die vor saurem Regenwald die Bäume nicht sehen. “Unser Ziel ist eine Stadt ohne Verkehrstote und Schwerverletzte”, sagte eine GAL-Sprecherin trotzig. Nur fürs Hinterköpfchen, werte Dame: Hamburg hatte schon 2006 nicht weniger als 1.754.317 Einwohner. Gar nicht eingerechnet die vielen Illegalen, die eure Beratungsstellen belagern. Eine City ohne Verkehrsunfälle? Guten Morgenthau!

Dass die Unfälle auf der B73 gestiegen sind - auch die tödlichen und schweren - liegt übrigens daran, dass Umweltapostel seit Jahrzehnten den Bau der A26 nach Stade, die die B73 stark entlasten würde, unter allerhand Vorwänden (Wachtelkönig!) torpedieren. An vorderster Verhinderungsfront von Anfang an dabei: Hamburger Grüne.

 

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