Michael Miersch / 08.10.2014 / 23:11 / 27 / Seite ausdrucken

Gut, dass sich eine Staatsanwältin um antischwule Gewalt kümmert

Im Gegensatz zu Henryk M. Broder finde ich Witze über Namen nicht lustig, und noch weniger lustig finde ich, sich über eine staatsanwaltliche Anlaufstelle für schwule Gewaltopfer zu mokieren. 422 Fälle von Gewalt gegen Homosexuelle wurden innerhalb eines Jahres Berlin angezeigt. Es sind vermutlich deutlich mehr, weil viele Opfer gar nicht erst zur Polizei gehen, wenn ihre Knochen heil geblieben sind. Wer, wie Broder, der Meinung ist, man solle sich lieber vermehrt um Eigentumsdelikte oder um Hütchenspieler kümmern, statt um zusammengeschlagene Schwule, hat ein ziemlich perverses Gerechtigkeitsempfinden. 

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Albert Schubert / 09.10.2014

Gehen Sie ernsthaft davon aus, dass diese Staatsanwältin sich darum kümmern wird, dass diese Straftaten überwiegend von sog. Migranten aus isl. Ländern erfolgt, so wie, nebenbei, auch die die meisten antisemitischen Straftaten, oder, nach der Polizeistatistik 2005, die Mehrheit der Vergewaltigungen in Berlin? Herr Broder wird davon ausgehen, dass dieser Posten eine Pfründe mehr im Sozialsystem ist, und der Kampf gegen “Homophobie” nur Versatzstück im dazu notwendigen ideologischen Überbau ist, ebenso wie der Kampf gegen “Rechts” oder “Islamophobie”,  Sie sollten ihn doch langsam kennen. Ihm zu unterstellen, er wolle Gewalt gegen Schwule bagatellisieren, ist eine Zumutung - eher vermute ich, das es intern anderen Ärger gibt. Das Problem mit Herrn Broder: Gewalt gegen Schwule wertet er, ich hoffe, ich irre als langjähriger Leser nicht, nicht als weniger schlimm, aber eben auch nicht als schlimmer als Gewalt gegen beliebige andere Menschen, und zwar auch dann, wenn sie keiner der derzeit bevorzugt und profitabel instrumentalisierten Opfergruppen angehören. > Es sind vermutlich deutlich mehr, weil viele Opfer gar > nicht erst zur Polizei gehen, wenn ihre Knochen heil > geblieben sind. Kann gut sein, wer möchte sich schon als Fremdenfeind outen oder sich mit migrantischen Täterfamilien anlegen. Dazu ein Beispiel: Ein Bekannter von mir war Sozialarbeiter im Kreuzberger Wrangelkiez, Mieterberatung. Das Budget für Büro, drei Sozialarbeiter und die Sekretärin türkischer Herkunft wurde vom Träger jeweils drei Jahre im voraus bewilligt und aufs Konto gezahlt. Eines Tages wurde dieses Budget erheblich gemindert. Der leitende Sozialarbeiter war der Meinung, die Sekretärin sei ersetzbar, ihre Arbeit könnten auch die Sozialarbeiter übernehmen, nicht aber umgekehrt, desw. wurde ihr betriebsbedingt mit Abfindung gekündigt. Sie forderte aber mit Blick auf den aktuellen Kontostand eine höhere Abfindung. Den Hinweis, das Geld lange dazu nicht aus, ließ sie nicht gelten. Der leitende Sozialarbeiter kündigte ihr dennoch und bekam bald daraufhin tel. Drohungen, die er ignorierte. Eines Tages wurde er morgens vor dem Büro vom Fahrrad gezerrt und von mehren jungen Männern zusammengeschlagen. Eine Woche später, nach Entlassung aus dem Krankenhaus, ging er zur Polizei um zu fragen, wie er sich in Zukunft schützen könne. Auskunft: Wir können sie nicht schützen, zahlen sie lieber. Das hat er dann getan - nach dem das Budget aufgebraucht war, wurde das Büro geschlossen. Glauben Sie, Herr Miersch, ein Schwuler, der von einer arabischen Gang in Schöneberg zusammengeschlagen wird, (im Abgang die üblichen Drohungen - ich bring dich um wenn du was sagst) traut sich, den Jungs, denen er im Kiez nur durch Umzug entkommen kann, ernsthaft Ärger zu machen? (wenn er denn könnte!) Wie sie wissen werden, treten die Gangs sogar in Gerichten ungeniert gewalttätig auf, Wachleute, Richte und Staatsanwälte(!) schauen weg, Spiegel-TV berichtete darüber. Es sollte Ihnen klar sein, das dieser neuer Posten bei der Staatsanwaltschaft lediglich korrupte Augenwischerei ist, und der Sarkasmus in Broders Artikel lässt diese Ansicht auch erkennen. Er mokiert sich zudem nicht nur über “Eigentumsdelikte oder [...] Hütchenspieler”, wie sie selektiv und unfein zitieren, sondern auch über “Intensivtäter” und “Täter[] mit Migrationshintergrund”, deren “Herkunft bewusst verschleiert” werde. Und zwar, wie ich anmerke, nicht nur von der Presse sondern auch von Politik, Polizei und Justiz, mithin von Berliner Staatsanwälten. Entschuldigung, StaatsanwältInnen.

Thomas Schlosser / 08.10.2014

Herr Miersch, Ihren gutmenschlichen Reflex gegen Broder in allen Ehren, aber könnten Sie bitte auch mal die Anzahl der Gewalttaten aufzählen, die von eingewanderten ‘Fachkräften’ gegen autochthone Deutsche verübt wurden, im Laufe allein diesen Jahres und nur in Berlin…? Und wenn Sie dann schon einmal dabei sind: Recherchieren Sie doch bitte mal, ob es für diese Opfergruppe ebenfalls eine staatsanwaltliche Anlaufstelle gibt, die sich mit ähnlicher Hingabe ihrer Aufgabe widmet, wie die von Broder genannte Dame…. Sollten Sie nicht fündig werden, wovon ich ausgehe, dann werden Sie vielleicht verstehen, was Broder mit seinem, von Ihnen kritisierten, Beitrag sagen wollte.

Frances Johnson / 08.10.2014

Ach kommen Sie,  Sie wissen wie alle, die Broder länger lesen oder kennen, dass der Mann Gewalt hasst. Aber was er auch verabscheut, ist eine links-nachlässige Einstellung gegenüber dem, was Andere erarbeitet haben, und das in einer Stadt, die von den Bayern unterhalten wird und die immer nur hochfliegende Pläne hat, ohne diese umsetzen zu können (BER).  Einer Hauptstadt, die man vermarkten könnte: Als Werbung für linkes Versagen. Deswegen sind die Immobilienpreise dort circa 20 Prozent niedriger als in München bzw. zehn Prozent niedriger als in Hamburg. Die Mietpreisdeckelung hilft auch weiter.

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