Bundeskanzler Olaf Scholz stapft in Gummistiefeln durch das vom Hochwasser geplagte Saarland. Das erinnert an Gerhard Schröders legendären Wahlkampf als Anpack-Kanzler. Doch bei Scholz will der Zündfunke nicht überspringen.
Mit Gummistiefeln und ernster Miene steht der Kanzler im hohen Wasser und versucht dabei, Hoffnung zu verbreiten. In Wahrheit wirkt Scholz' Mimik, als hätte er gerade einen beherzten Schluck Kaffee mit längst vergorener Milch getrunken. Wie bei den meisten Bildern des SPD-Politikers bekommt man den Eindruck, Olaf wäre lediglich Beiwerk des Fotos, als sei er nur zufällig in das Bild gehuscht. Nicht so hier: Hier versuchte der Fotograf, die Szenerie eines beherzt zupackenden Regierungsschefs zu kreieren, der besorgt zuhört und anschließend handelt. Beides ist natürlich gelogen.
Es ist der 18. Mai, und im Saarland herrscht Ausnahmezustand. Es ist die größte Flut seit Jahrzehnten in dem kleinen Bundesland. Und natürlich hat der Klimawandel, also wir alle, Schuld. Wie das in diesen Zeiten stets der Fall ist: Der März und April waren die heißesten Monate seit 7 Milliarden Jahren. Gleichzeitig erleben wir den trockensten und feuchtesten Frühling seit 8 Milliarden Jahren. Und Scholz ist mittendrin und rettet mit Gummistiefeln das Klima.
Scholz wird auch dadurch die Wahl nicht gewinnen
Das Bild des Kanzlers soll frappierend an seinen sozialdemokratischen Vorgänger erinnern, was jedoch auf vielerlei Ebenen scheitert. Im Jahre 2002 stapfte Gerd Schröder, der wahrscheinlich beste Wahlkämpfer, den Deutschland je hatte, durch Sachsen. Die Elbe flutete ganze Landstriche und zerstörte ganze Dörfer. Schröder wirkte staatsmännisch, fokussiert. Nahe am Menschen und im besten Sinne wie ein Patriarch.
Scholz dagegen kommt aus der Optik des Volksbankdirektors von Gummersbach nicht hinaus. Er will wie jemand wirken, der alles im Griff hat. Tatsächlich ist seine Ausstrahlung nicht kanzleresk, sondern erinnert an einen Sozialversicherungsfachangestellten aus Barmen.
Während Schröder mit seinem Gummistiefel-Auftritt die Wahl gegen einen zugegebenermaßen blassen Edmund Stoiber gewinnen konnte, wird Olaf Scholz mit seinem Auftritt an der Saar noch nicht einmal den viel zitierten Blumentopf gewinnen. Im Jahr 2025 wird, so Gott will, die Ampelkoalition und allen voran der SPD-Kanzler abgewickelt.
Scholz heißt die Abwesenheit von Format
Gerd Schröder blieb noch weitere Jahre an der Macht, bis er die Machtfrage, in dem Fall die Vertrauensfrage, stellte. Und viel hätte nicht gefehlt, dann hätte der Mann aus Niedersachsen auch diese Wahl gewonnen, die Experten für die Sozialdemokratie im Vorfeld als aussichtslos abgeschrieben hatten. Und auch wenn man seine Haltung zu Putin nicht gut finden muss und auch wenn man die Agenda 2010 nicht gut finden muss, auch wenn man die erste rot-grüne Regierung mit der Beteiligung an zwei Angriffskriegen nicht gut finden muss: Schröder hat alles, was Scholz fehlt.
Scholz hängt an der Macht. Sein Programm ist Machterhalt, seine Strategie ist Machterhalt und seine Haltung ist Machterhalt. Scholz heißt die Abwesenheit von Format. Bei aller Kritik hatte Schröder noch den Anspruch, Risikobereitschaft mit Machtbewusstsein, Ideen mit Machbarkeiten zu vereinen. Nicht alles gelang ihm, und manches hat sich als Fehler herausgestellt. Doch mangelnde Courage kann man Schröder nicht vorwerfen.
Ganz anders sieht es bei Scholz aus. Er mimt dieser Tage seinen Vorgänger. Doch er ist nur ein Gerd Schröder für Arme. Zeit, dass dieser Mann seine politische Karriere beendet.
Julian Marius Plutz ist 1987 geboren und betreibt seinen eigenen Blog neomarius.blog. Hauptberuflich arbeitet Plutz im Personalbereich.
Beitragsbild: Pixabay

Scholz wird mE als der unfähigste Regierungschef aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Ausser Arroganz, Überheblichkeit und Unfähigkeit wird mE von ihm nichts bleiben.
@ Franz Klar: „43,5 % für die SPD im Saarland 2022 sprechen für sich !“ Das ist es eben, 80% in diesem Land haben immer noch nix begriffen! Da müssen noch viele Hochwasser über die Nation hereinbrechen!
Es gab da noch ‚nen anderen Sozen, dem die Glatze aus HH es nachmachen wollte, nämlich dem Platzek aus Brandenburg. Beim Oder-Hochwasser ist der auch volksnah mitten durch die Landschaft gestiefelt und ist prompt wiedergewählt worden. Später zeigte sich, dass sein Nervenkostüm nicht widerstandsfähig genug war und hat sich klammheimlich aus der Politik verdünnisiert. --- Habe heute ein Foto gesehen, wo der mit Feuerwehrleuten, alle in voller Montur, zu sehen ist, und alle lächeln sich an. Wo haben die Katastrophenretter einen Grund zur Freude? Weil die Glatze zu Besuch kommt? Wenn die im Notfalleinsatz von Nichtintegrierbaren angegriffen werden, haben die doch nichts mehr zu lachen! Und von der Glatze ist auch nichts zu sehen und moralische Unterstützung von dem bleibt auch aus.
Eine Witzfigur in Gummistiefeln. Mehr ist zu diesem Doppel- oder Triple-Wummmmmser nicht zu sagen. Woher nimmt der nur die Chuzpe, sich irgendwo noch öffentlich zu zeigen?????
Zeit mal wieder das schöne Lied „You’ll Never Swim Alone“ anzustimmen, auf dem Weg zum nächsten Hitzeschutzraum.
„In Kalkutta dürfte es längst sicherer sein als in Buntland.“ würde jetzt ein Rechtsradikaler behaupten. Ich Natürlich niemals…
Den Vergleich Schröder mit Scholz ist nichts hinzuzufügen. Schröder war noch ein Kanzler ,der dafür einstand, was er für richtig empfand. Im Gegensatz zu denen die Nachfolgten.