Fundstück / 27.10.2013 / 17:16 / 1 / Seite ausdrucken

Guantanamo light

Zu zehnt schlafen sie in dem Container auf dreckigen, abgewetzten Betten. Dazwischen bleibt nur ein schmaler Durchgang. Ihre wenigen Wertsachen verstecken sie unter den Matratzen. In Zeiten, in denen besonders viele Flüchtlinge ankommen, wird es noch enger. “Viele müssen dann draußen im Freien auf dem Boden schlafen”, sagt ein anderer. Das Lager wurde ursprünglich für 1.450 Menschen gebaut. Teilweise drängen sich aber mehr als 2000 Flüchtlinge auf engstem Raum.

Auf den Betten liegen dünne Wolldecken. Im Winter wird es in den Containern so kalt, dass Wasser an der Decke kondensiert und runter tropft. Im Sommer ist es so heiß, dass man drinnen nicht atmen kann. Bäume und Schatten sind im Camp kaum zu finden. Die Männer essen auf dem Boden. In dickem Filzstift haben andere vor ihnen auf den Wänden Nachrichten und Hilferufe hinterlassen – auf Kurdisch, auf Urdu, auf Somali. Mohammed ist vor acht Monaten angekommen. Nach seinen Fluchtgründen hat ihn bis jetzt keiner befragt. Nicht länger als sechs Monate würde er hier sein, wurde ihm bei seiner Ankunft gesagt. “Ich weiß nicht, warum es so lange dauert.”
http://www.welt.de/politik/ausland/article121247054/Undercover-in-Europas-groesstem-Fluechtlingscamp.html

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Leserpost

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Eberhard Schulz / 28.10.2013

Physikalisch irgendwie bedenklich: “Im Winter wird es in den Containern so kalt, dass Wasser an der Decke kondensiert und runter tropft.” Geht das so? Ist es nicht vielmehr so, daß es in den Containern warm ist und die Luft mit Wasser (Ausdünstungen der Containerbewohner) gesättigt. Und draußen ist es kühler und die fehlende oder wenige Isolierung der Containerwände erzwingen an den Innenwänden Taupunktunterschreitungen die zum Kondensieren der Feuchtigkeit führen. Oder muß ich jetzt schon an Alzheimer denken?

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