
Werner Schneyder und Henning Venske: Zwei lupenreine Schmieranten.
Um im Hildebrand`schen Jargon zu bleiben, müsste man den beiden zurufen: “Schämt euch!” Anstatt Solidarität haben sie nur Häme für Dieter Nuhr (dem einzig mir bekannten Kabarettisten der den Islam thematisiert). Der Zug der Zeit ist wohl an beiden vorbeigegangen.
Den Venskes, Schneyders, Hildebrandts und Rethers gelingt bzw. gelang das Kunststück, als Großverdiener der Selbstbedienungsläden des öffentlich-rechtlichen Bezahldudelfunks, Fettaugen gleich, immer oben zu schwimmen und gleichzeitig ihren Bewunderern einzureden, wie subversiv und nachgerade gefährlich dieses Tun sei. “Kritisches” Kabarett, das heißt seit Jahrzehnten, ganz vorne im rotrotgrünen, antiamerikanischen, wirtschaftsfeindlichen und inzwischen auch immer unverhohlener antisemitischen Mainstream mitzuschwimmen und so die Erwartungshaltung von Leuten zu bedienen, die in den Siebzigern mal an einem Joint gezogen haben und heute noch der Auffassung sind, damit einen entscheidenden Schritt zur Revolution bei vollen Beamtenbezügen getan zu haben.
Den zwei Gruseligen ihr Programm war, von der guten alten Zeit zu erzählen. Ah ha ! In dem wunderbaren Buch “Schöner Denken” erklärte Michael Mirsch die Entstehung der guten alten Zeit so: Ensteht, wenn man den persönlichen Hormonhaushalt mit der Weltgeschichte verwechselt. Ok, da hat Herr Miersch den Nagel auf dem Kopf getoffen !
Wenn die zwei mal zu den lustigsten Kabarettisten Deutschlands gehörten, habe ich wohl was verpasst oder das deutsche Kabarett war noch schlimmer, als ich es in Erinnerung habe. Zu Venske und seinem Buch hat Frau Cora Stephan gerade das Passende geschrieben.
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