Von Thomas Maul.
„Ein Kind ist das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann. Jedes nicht in die Welt gesetzte Kind bedeutet eine CO2-Einsparung von rund 50 Tonnen im Jahr,“ sagt Verena Brunschweiger, Autorin, Feministin und SPD-Mitglied.
Bereits zu Beginn der 1980er Jahre charakterisierte Wolfgang Pohrt die Grünen als „einzige politische Kraft in der Bundesrepublik […], der es fortan gelingen wird, Massen zu mobilisieren und von den Einzelnen erfolgreich Opfer und die Inkaufnahme beträchtlicher Risiken zu verlangen.“
Damals wiesen Kritiker nicht nur auf die offenkundigen Ähnlichkeiten in den Argumentationen grüner und brauner Natur- oder Friedensfreunde hin. Sie registrierten an den alternativen Rändern der Gesellschaft das Heraufziehen einer autoritären Ökobewegung, der es nicht um die menschenfreundliche Gestaltung der Umwelt, sondern um den Schutz der fetischisierten Natur vor dem Menschen geht.
Wie kein anderer hob Pohrt auf das regressive Potenzial in den ideologischen und politischen Vorstößen einer noch vergleichsweise kleinen Gruppe von Aktivisten ab:
Zwar sind die Grünen und die Friedensbewegten in der Bundesrepublik prozentual eine Minderheit, die großen Parteien, die Kirchen, die Gewerkschaften und die Krankenkassen bieten weit mehr eingeschriebene Mitglieder auf. Doch keine der etablierten Institutionen darf bei ihren Anhängern auf jene Begeisterungsfähigkeit, auf jene Opfer-, Einsatz-, Verzicht- und Risikobereitschaft rechnen, die beispielsweise 50.000 auf eigene Kosten angereiste AKW-Gegner in Brokdorf bei eisigem Nordost einer gefährlichen Konfrontation mit der Polizei gefasst ins Auge schauen ließ. Und keine etablierte Institution hat es in den letzten Jahren vermocht, die Sorgen und Ängste, die Hoffnungen und Wünsche, selbst die Lebensumstände der ganzen Bevölkerung bis hin zu den täglichen Essgewohnheiten so entscheidend zu prägen, wie dies den Grünen und den Friedensbewegten gelungen ist. Keine andere Gruppierung schließlich hat in den letzten Jahren ein Echo in den Medien gefunden, welches dem der Grünen und Friedensbewegten auch nur vergleichbar wäre. Das heißt nichts anderes, als dass die Grünen tatsächlich, wie sie von sich behaupten, eine Bewegung sind, also eine politische Kraft, deren wahre Bedeutung in einer schwer berechenbaren Dynamik steckt, und deren Größe durch die üblichen Indikatoren – Mitgliederzahl, Macht- und Einflusspositionen in Wirtschaft, Verwaltung, Medien – nur höchst unzureichend umschrieben ist.
Neogrüner Machbarkeitsfetischismus
Rund 40 Jahre später wäre es offensichtlich überholt, von einem „Echo“ der Grünen in den etablierten Medien, in Massenbewusstsein und Politik zu sprechen. Längst sind sämtliche Lebensbereiche nahezu vollständig grünifiziert. So wird etwa die primär klimapolitisch begründete „Energiewende“ in einem gesamtgesellschaftlichen „Kraftakt“ vorangetrieben, den die Bevölkerung laut aktueller Umfrage mit absoluter Mehrheit schichtenübergreifend begrüßt; der Ausstieg aus Kernkraft und Kohleenergie ist ausgemachte Sache – völlig unabhängig davon, ob die Partei der Grünen an der Regierung beteiligt ist oder wieviel Prozent der Wählerstimmen das jeweils aktuelle politische Klima für sie abwirft.
Heute glauben eben sehr viele Menschen, darunter gerade auch solche, die nicht die Grünen wählen, dass es nicht nur einen menschengemachten Klimawandel, den man aufhalten müsse, um eine drohende Apokalypse abzuwenden, und so etwas wie zum Beispiel „ökologischen Strom“ tatsächlich gibt oder überhaupt nur geben könnte, sondern auch, dass Leute, die dies nicht glauben, allein deshalb schon bestenfalls sonderbar, schlimmstenfalls Reichsbürger, AfDler oder Nazis seien.
Vor gar nicht langer Zeit sorgten elektrische Geräte und deren krebserregender „Elektro-Smog“ noch für quälende Nervosität unter den besonders schreckhaften Gesundheitsbewussten. Dieselben Leute erblicken heute in der ausgreifenden Elektrifizierung samt Akkus (früher Sondermüll) und dem dazu erforderlichen exorbitanten Lithium-Raubbau für künftige Energiewirtschaft und Elektroautos das Heil schlechthin, das Deutschland und seine Hilfsvölker in die Welt zu tragen gedenken.
Man merkt: Die Grünen und ihre Anhänger haben sich während der Machtergreifung des öffentlichen Raumes in einem Sinne radikal verändert, der den Erfolg der Bewegung außerordentlich begünstigt. Waren die alten Naturfreunde eher fortschritts- und technikfeindlich eingestellt, in dieser Hinsicht Opponenten des Zeitgeistes, des Kapitals, so sind sie heute – zumindest was „die Erneuerbaren“ betrifft – auf eine Weise fortschrittsoptimistisch und damit lobby- bzw. kapitalkompatibel, die als vorauseilende Überanpassung auftritt und darin zugleich jeden Realitätsbezug verloren hat. So scheint es für die Fans alternativer Energien überhaupt keine Grenzen des Machbaren mehr zu geben.
Opferbereitschaft und Weltenrettung
Sofern Wille und Geld ausreichend vorhanden sind, soll technologisch schlichtweg alles möglich sein. Und sollte das Machbare mit den frommen Wünschen einmal doch nicht Schritt halten können, die angemaßte Hybris mit der Realität kollidieren, kommt die ja keineswegs verabschiedete Ideologie von Opferbereitschaft und Verzicht im Dienste des Höheren – gerne der Weltenrettung – nur umso unerbittlicher zum Einsatz.
Das heißt zum Beispiel ganz konkret: Entweder gelingt in naher Zukunft, was in den letzten vierzig Jahren nicht gelungen ist, nämlich (analog der Entwicklung in der Aufbewahrung elektronischer Daten und Dateien) immer größere Mengen an Strom in immer kleineren und leichteren Medien effizient zu speichern, was nötig wäre, um angesichts schwankender Sonnen- und Windverhältnisse eine konstante Stromversorgung von nicht grundlastfähiger Fotovoltaik und Windkraft abhängig zu machen. Oder es wird nur noch zu verkonsumieren sein, was im jeweiligen Moment an Strom vorhanden ist, also in Abhängigkeit vom Wetter erzeugt werden kann, während man für unverzichtbar verlässliche Wärmeenergie und zwecks Stahlverarbeitung statt – wie bisher – „heimische“ Kohle künftig importiertes Erdgas zu verbrennen plant, was freilich weder „sauberer“ noch „preiswerter“ ist − von den Umbaukosten ganz zu schweigen.
Mit Anton, dem Kettenhund, in die Gesellschaftshölle
Personell sind die Grünen für ihr widersinniges und grundgut menschenfeindliches Projekt schon mal bestens aufgestellt: Infantiles Wünschen, rosa Luftschlösser und die großen Emotionen besorgen schräg-durchgeknallte und auf niedlich-naiv machende Berufsjugendliche wie „Jan, Ska und Terry“, Katharina Schulze und Annalena Baerbock, in die von grüner Politik heraufbeschworenen Krisen und sozialen Verwerfungen wird Robert Habeck die Menschen mit besonnen-unaufgeregter Pseudointellektualität mitnehmen, und auf Zweifler beziehungsweise Kritiker der anvisierten Gesellschaftshölle lassen sie den Kettenhund Anton Hofreiter los, dessen Empörung darstellende Selbstinszenierungen zuweilen an Roland Freisler erinnern.
Geändert hat sich im Verlauf der skizzierten Entwicklung selbstverständlich auch, dass der heutige Naturfreund nicht mehr die „gefährliche Konfrontation mit der Polizei“ sucht. Im Gegenteil: Während Schüler sich von Lehrern, Eltern und der Kanzlerin zum Schule schwänzenden Demonstrieren für das Klima ermutigen lassen, möchte der zeitgenössische Ökofanatiker höheren Semesters Justiz und Polizei am liebsten auf alle hetzen, die sich gegenüber der Mehrheitsmeinung renitent zeigen, weil ihnen ein einigermaßen gutes und komfortables Leben wichtiger ist als permanente Opferbereitschaft im Zeichen des schlechten Weltgewissens – erst recht, wenn die geforderten Verzichtsleistungen in keinem vertretbaren Verhältnis zu dem stehen, was mit ihnen vorgeblich oder tatsächlich erreicht werden soll.
Im zweiten Teil lesen Sie morgen: Grenz(wert)debile Isolations- und Diffamierungsversuche.
Dieser Text erschien zuerst in BAHAMAS Nr. 81. Auf Achgut.com wird er als Serie in vier Teilen veröffentlicht.
Thomas Maul ist Autor mehrerer Bücher, unter Anderem zum Islam und zu Kritischer Theorie, und publiziert regelmäßig in der Zeitschrift BAHAMAS, zuletzt zu „Metoo“. Einen Überblick über seine Publikationen verschafft seine Website, auf der weitere Texte abrufbar sind: www.thomasmaul.de.
Beitragsbild: Jody Lee Smith U.S. Marine Corps via Wikimedia

Je schneller sie an die Macht kommen, umso schneller ist der Spuk vorbei. Und das wird keine 13 Jahre brauchen. Also nicht einmal ein Vogelschiss.
Mit der Opferbereitschaft der GrünInnen ist es nicht weit her. Die besteht nur in der Theorie. Wenn dann tatsächlich Opfer gebracht werden müssen, dann war das alles nicht so gemeint. Bestes Beispiel sind zur Zeit die Bürgschaften für Flüchtlinge: Erst sich super fühlen, wenn man eine Bürgschaft übernimmt. Wird dann die Bürgschaft fällig - das haben Bürgschaften oft so an sich - dann ist man entsetzt. So etwas hat man natürlich nie und nimmer gewollt. Da muss doch der Staat helfen. Der hilft auf Kosten der Allgemeinheit. Hauptsache man/frau fühlt sich wohl und Verantwortung nein danke!
Stellen Sie sich vor, sie haben ein Unternehmen, dass seit Jahren mit vielen Produkten Weltmarkführer ist. Dort sitzen zuverlässige Mitarbeiter, die Ihren Job machen und alle Beteiligten kommen damit zu Wohlstand. Leider müssen die Mitarbeiter, da Ihr Unternehmen abgelegen liegt, mit dem Auto zur Arbeit kommen, was die Umwelt belastet. Nun kommt der Gemeinderat, der gerne Fahrrad fährt und zwingt sie, all die Mitarbeiter, die mit dem Auto zur Arbeit kommen, zu entlassen. Als Ersatz bekommen Sie Mitarbeiter, die keine Arbeitszeiten akzeptieren, teurer sind, Mal mehr, mal weniger arbeitswillig sind, Urlaub machen, wenn ihnen danach ist und Sie dadurch Ihre Kunden verlieren und Ihr Unternehmen bald schließen müssen. Außerdem sich Ihre Kunden nicht gut auf sie zu sprechen, da Sie die teureren Mitarbeiter auf den Preis aufgeschlagen haben. Da die unzuverlässigen Mitarbeiter damit den Betrieb gefährden, zahlen Sie auch zusätzlich die alten Mitarbeiter, damit sie zeitweise die Arbeit machen und ständig abrufbereit sind. Auch das schlägt sich auf den Preis Ihrer Produkte nieder. Als die Gemeinde nach einiger Zeit ihren Irrtum erkennt, sind die zuverlässigen Mitarbeiter tot oder ins Ausland abgewandert. Da sie und Ihre Mitarbeiter jetzt keine Steuern mehr zahlen und am Konsumleben nicht teilnehmen können, ist die Gemeinde in großen Schwierigkeiten und in der Folge nicht mehr in der Lage, die unzuverlässigen Mitarbeiter in den verbliebenen Betrieben mit Steuermitteln zu subventionieren. Ihr Mitbewerber in der Nachbargemeinde kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus, dass sie sich selbst aus dem Markt geschossen haben. Er ist sogar bereit, Ihr alten zuverlässigen Mitarbeiter teilweise einzustellen, wenn sie an seinen Standort umziehen. Infolge dessen fällt die gesamte Gemeinde in eine tiefe Depression. PS. Ihre Gemeinde trägt den Namen „Neu Grünland“ und zeichnet sich besonders dadurch aus, dass alle Kinder in der Schule Physik abgewählt haben und Ökonomie für vernachlässigbar
Ich bin eigentlich trotzdem recht froh, dass die Grünen einerseits eine sehr lokal deutsche und andererseits vor allem regional westdeutsche Zeiterscheinung sind. Wenn wir mal optimistisch davon ausgehen, dass selbst die Menschen in den gebrauchten Bundesländern diesbezüglich lernfähig sind, läßt das hoffen. Gespannt bin, wie lange es dauert bis die Menschen erkennen, wie sie von der Grünen Kamarilla über den Nuckel gezogen werden.
Das Menschenrecht auf unkontrollierte Vermehrung, welches vornehmlich in Afrika und den Islmischen Ländern ausgeübt wird, scheint keinerlei effekt auf irgendwelche globalen Problemen zu haben, wenn es nach den Grünen geht. Welch ein Fantasiegebilde deren Vorstellung von einem Ökosystem sein muss!
Was irritiert, ist der hohe Anteil von Akademikern unter den Wählern der Grünen. Früher, in meiner Kindheit, hatte ich vor meinen studierenden jüngeren Onkels großen Respekt. Während meiner Studentenzeit (70er Jahre), kamen mir aber vielfach große Zweifel an der Intelligenz meiner Mitstudenten. Bei den meisten Studienfächern ist ein gutes Gedächtnis wichtigste Voraussetzung, um Prüfungen zu bestehen. Die eigentliche Intelligenz, also die Fähigkeit, Denkleistungen (und nicht in erster Linie Gedächtnisleistungen) zu erbringen, ist beispielsweise bei den Ingenieurswissenschaften, dem Maschinenbau, der Mathematik vonnöten. Daher vermute ich dort eine eher geringe Zustimmung zum grünen Weltbild. Ist jedoch auch bei den Absolventen dieser Fächer eine große Grünen-Affinität festzustellen, wäre meine Theorie von den denkschwachen, lediglich mit einem ordentlichen Gedächtnis gesegneten Akademikern allerdings hinfällig. Gibt es dazu Untersuchungen?
@Richard Rosenhain: Bin ganz Ihrer Ansicht. Grüne haben nichts mit Umweltschutz am Hut, das wird nur zur Verschleierung ihrer eigentlichen Interessen vorgetäuscht. Schon unter Schröders Rot-Grüner Herrschaft, als die Grünen das Umweltministerium, unter Fr. Kühnast, inne hatten, haben sie damals erfolgreich den Einsatz einer Industrieanlage vereitelt. Diese Anlage hätte den Müll viel gründlicher und effektiver trennen können als die Menschen. Aber, sie hätte den "Grünen Punkt" überflussig gemacht und das wollten die Grünen nicht. Schließlich geht es um Geld, was dann nicht mehr eingenommen werden könnte. Kam damals sogar noch im Fernsehen!! Eine Stellungnahme vom Umweltministerium wurde selbstverständlich verweigert. Heute sind es die unzähligen "Vogel- und Insekten-Schredderanlagen" (Windräder), auch in Naturschutzgebieten, welche erneut belegen, was Grüne von Umweltschutz halten. Es geht nur um grüne Ideologie, grüne Selbstverwirklichungs-Phantasien, grüne Machtansprüche, finanzielle Ausplünderung der Bevölkerung, Bevormundung und viel Geld in "Grüne Taschen". Aus Sicht des wahren Umweltschutzes sind die Grünen die überflüssigste Partei von allen. Keine gute Wahl!