Felix Schnoor, Gastautor / 19.05.2012 / 11:30 / 0 / Seite ausdrucken

Grüne Katholiken fordern Kultursteuer

Felix Schnoor

Wenn es um das Erfinden einer neuen Steuer geht, werden selbst mittelmäßige Politiker zu innovativen Vordenkern. So auch anlässlich des diesjährigen Katholikentages in Mannheim. Weil den Kirchen die Mitglieder in Scharen davonlaufen (die Katholische Kirche verlor in den letzten 20 Jahren knapp fünf Millionen Mitglieder, um die protestantische Kirche steht es noch schlechter), kamen nun katholische Grünen-Politiker auf die Idee, eine allgemeine Kultursteuer zu fordern, die diejenigen zu zahlen hätten, die nicht Mitglied einer Kirche sind.
Damit soll den vielen Kirchenaustritten entgegengewirkt werden. Denn “ist es sinnvoll zuzuschauen, dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten?”

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106337641/Gruene-wollen-Kirchen-Austritte-per-Steuer-bremsen.html

Die vernünftige Antwort auf diese Frage, die die entsprechenden Politiker auf einem Diskussionspapier stellten, lautet schlichtweg „Ja.“

Warum sollte es auch nur im entferntesten die Aufgabe des Staates sein, den Kirchen bei der Mitgliedergewinnung zu helfen?
Warum soll ausgerechnet die Kirchensteuer für den Mitgliederschwund verantwortlich sein und nicht etwa die Beliebigkeit der Kirchen?
Und vor allem, warum fordern die besorgten Politiker dann nicht von ihrer Kirche die Abschaffung der Kirchensteuer? Immerhin sitzt die Katholische Kirche auf einem Milliardenvermögen, welches u.a. auch durch zweifelhafte Geschäfte in der Erotikbranche angehäuft wurde.

Aber genau hier ist das Problem: Linke Politiker (also fast alle deutschen Politiker) würden sich lieber beide Hände abhacken als Steuersenkungen oder gar die Abschaffung einer Steuer zu fordern. Ein weiteres Beispiel für diese These ist der Vorschlag der EU-Kommission, die Dieselsteuer zu erhöhen, da diese geringer sei als die Steuer auf andere Kraftstoffe. Und das mitten in einer Zeit, in der die hohen Spritpreise den Autofahrern ohnehin zu schaffen machten. Natürlich kam keiner der Herren und Damen Politiker auf die Idee, die Steuer der übrigen Kraftstoffe zu senken. Wenn überhaupt wurde darüber nachgedacht, die ordnungspolitisch völlig hanebüchene Pendlerpauschale anzuheben.

Wenn unsere antiliberalen Politiker nur halb so kreativ beim Kürzen von staatlichen Ausgaben wären, wie bei der Erfindung neuer Steuerarten, wäre dieses Land längst schuldenfrei! Da diese aber davon überzeugt sind, schlauer als der Markt und erst recht schlauer als der einzelne Bürger zu sein, möchten sie eben in keynesianischer Manier über so viel Geld wie möglich bestimmen.

Es bewahrheitet sich einmal mehr Präsident Reagans Satz: “Government is like a baby. An alimentary canal with a big appetite at one end and no sense of responsibility at the other.“

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