Fundstück / 01.09.2012 / 18:40 / 0 / Seite ausdrucken

Grüne Gentechnik: Wo ist das Problem?

Zitiert aus http://www.science-skeptical.de :

…Das Schweizer Nationale Forschungsprogramms “Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen” (NFP 59) nahm im Dezember 2005 seine Arbeit auf und untersuchte in 30 Freilandversuchen die Auswirkung von verschiedenen transgenen Pflanzen auf Tiere, Pflanzen und die Bodenfruchtbarkeit.

Ende 2009 legte das NFP 59 dem Schweizer Parlament einen Zwischenbericht vor und kündigte an, dass die Arbeiten an dem Projekt im Jahr 2011 abgeschlossen sein würden. Daraufhin entschied das Parlament, das bestehende Moratorium noch bis 2013 zu verlängern, um vor weiteren Entscheidungen die Schlussresultate des NFP 59 abzuwarten.

So wie es aussieht, hat das Warten sich gelohnt. Wenngleich sich auch herausgestellt hat, dass das Aussetzen der Gentechnik in der Landwirtschaft gar nicht erforderlich gewesen ist. Die jetzt vorgestellten Ergebnisse im Abschlussbericht des Forschungsprogramms sind nämlich eindeutig. Professor Dirk Dobbelaere, Leiter des Programms sagte in einem Interview der Schweizer Tagesschau: “Alle Pflanzen, die zur Zeit auf dem Markt zur Verfügung stehen, da können wir sagen dass man die ohne Gefährdung der Umwelt oder Gesundheit einsetzen kann.”

Besonders die Auswirkungen von genmodifizierten Pflanzen auf die Umwelt, also auf auf symbiotisch lebende Wurzelpilze, Wildgräser, Insekten, Bodenmikroorganismen und Nachbarpflanzen, wurden in zahlreichen Versuchen von den Schweizer Forschern untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt der Versuche im Labor, in Gewächshäusern und im Freiland war der Einfluss der untersuchten Pflanzen auf die Bodenfruchtbarkeit.

Keines dieser Forschungsprojekte konnte Umweltrisiken finden, die von der Grünen Gentechnik als solcher ausgehen. Ein Ergebnis, das im Einklang mit über 1000 Studien steht, die weltweit durchgeführt und im Rahmen des NFP 59 ebenfalls ausgewertet wurden.

Die Forscher gingen dabei ebenfalls Hinweisen aus Laborversuchen nach, die auf schädliche Effekte von GVP auf Nichtzielorganismen hindeuten (zum Beispiel auf Marienkäfer). Solche Effekte ließen sich aber in Freilandversuchen unter realistischen Bedingungen nicht nachweisen.

Die Auswirkungen von GVP auf die menschliche und tierische Gesundheit wurden im Rahmen der NFP 59 Studie nicht mit eigenen Arbeiten untersucht. Das lag zum einen daran, dass in dem relativ kurzen Zeitraum von 5 Jahren keine aussagekräftigen Langzeitstudien möglich waren, und zum anderen, dass weltweit bereits sehr viele Studien zu eben diesem Thema durchgeführt wurden. Und es besteht nach Ansicht der Schweizer Forscher kein Grund zur Annahme, dass der menschliche oder der tierische Organismus in der Schweiz anders auf GVP reagiert als im Ausland.

Deshalb hat das NFP 59 eine breit angelegte Analyse der weltweit verfügbaren Fachliteratur vorgenommen. Diese Analyse widerlegt die immer wieder geäußerte Befürchtung, dass GVP ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier darstellen könnten.

Es konnten also nach äußerst umfangreichen Untersuchungen keine Gefahren für Mensch und Umwelt ausgemacht werden, die speziell auf den Einsatz von genveränderten Pflanzen zurückzuführen wären. Wo im Anbau von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen unerwünschte Effekte auftreten, seien diese nicht eine Folge der Gentechnik selbst. Vielmehr wären sie auf mangelhafte landwirtschaftliche Praktiken (wie etwa Monokulturen) zurückzuführen.

Auf der anderen Seite ist nach Ansicht der Forscher der Nutzen von GVP in der Schweiz bislang relativ gering. Dies könne sich jedoch ändern, “wenn der Schädlingsdruck steigt – zum Beispiel aufgrund klimatischer Veränderungen – oder wenn gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, die mehrere neue Merkmale aufweisen und denen zum Beispiel weder Herbizide oder Pflanzenschutzmittel noch gewisse Krankheitserreger etwas anhaben können.”…

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