Für Diskussionsstoff sorgt der ungleiche Umgang der grün-roten Landesregierung mit den Chefs der vier Regierungspräsidien. Zur Kabinettssitzung am gestrigen Montagabend, bei der die Regierung unter anderem die künftige Struktur der Großbehörden beraten hat, waren nach Informationen der SÜDWEST PRESSE nur zwei der vier Spitzenbeamten eingeladen: Die von Grün-Rot eingesetzten Regierungspräsidentinnen von Freiburg, Bärbel Schäfer (parteilos), und Karlsruhe, Nicolette Kressl (SPD), durften im Kabinett vorsprechen. Dagegen war die Meinung ihrer noch von der schwarz-gelben Vorgängerregierung eingesetzten Amtskollegen von Stuttgart und Tübingen, Johannes Schmalzl (FDP) und Hermann Strampfer (CDU), offenbar nicht gefragt.
Grün-Rot hatte nach der Regierungsübernahme zunächst alle vier Regierungspräsidenten in den Vorruhestand schicken und durch eigene Leute ersetzen wollen. Nach einer öffentlichen Protestwelle, die auch von grünen und roten Kommunalpolitikern gestützt worden war, hatte die Regierung von diesem Vorhaben aber Abstand genommen und nur zwei der vier Spitzenjobs neu besetzt. “Das sind alles integre Behördenchefs, die auf das Wohl des Landes verpflichtet sind. Die Ungleichbehandlung nach Parteibuch ist eine Riesensauerei”, heißt es selbst in wichtigen Schaltenzentralen der grün-roten Landesverwaltung.
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Kabinett-hoert-nur-zwei-von-vier-Behoerdenchefs-an;art4319,2003310