Wer sind eigentlich die jungen Menschen, die sich Woche für Woche den Protesten der Klimabewegung #FridaysforFuture anschließen? Zumindest für Deutschland gibt es schon ein paar empirische Antworten. Wie das Onlinemagazin „Telepolis“ berichtet, konnte das Institut für Protest- und Bewegungsforschung auf den Demos in Berlin und Bremen 339 Personen für eine Internetbefragung gewinnen. In etwa die gleiche Anzahl an Personen wurde vor Ort interviewt.
Heraus kam folgendes: Die Befragten strebten größtenteils das Abitur an oder hatten dies bereits. 97 Prozent waren in Deutschland geboren. Die Demonstranten hatten zu 17 Prozent einen Migrationshintergrund (in der Gesamtbevölkerung sind es knapp 24 Prozent). Die große Mehrzahl der Teilnehmer verortet sich in der oberen (44 Prozent) und unteren (27 Prozent) Mittelschicht, knapp fünf Prozent in der Arbeiterschicht. 23 Prozent wollten sich nicht einsortieren. 53 Prozent der Befragten waren zwischen 14 und 19 Jahre alt, 18 Prozent zwischen 20 und 22 und weitere elf Prozent zwischen 26 und 35. Mit knapp 58 Prozent überwogen die Frauen und Mädchen.
Politisch schätzten knapp 25 Prozent der Demonstranten sich selbst als „ganz links“ ein. Weitere 53 Prozent bezeichneten sich als „links“. Knapp 21 Prozent ordneten sich selbst der politischen Mitte zu. 40 Prozent gaben an, keine Parteipräferenz zu haben. 36 Prozent bevorzugten die Grünen, 12 Prozent die Linkspartei. Dass die Regierung etwas zum Klimaschutz beiträgt, glaubte kaum einer der Befragten. Noch niedriger was das Vertrauen in die Wirtschaft. Für viele der Demonstranten spielt jedoch die Veränderung der eigenen Konsummuster eine wichtige Rolle.
Bei einer Rücklaufquote von 15,4 Prozent kann die Internetbefragung natürlich nicht als repräsentativ betrachtet werden. Die Autoren der Studie weisen jedoch auf die hohe Übereinstimmung zwischen der Online-Befragung und den vor Ort durchgeführten Interviews hin.
