Heute Morgen traten die vier Vorsitzenden der drei Koalitionsparteien, Friedrich Merz, Bärbel Bas, Lars Klingbeil und Markus Söder, im Garten des Kanzleramts vor die Presse, um den Erfolg ihres Koalitionsgipfels zu verkünden. Friedrich Merz hatte bekanntlich den „großen Sprung nach vorn“ angekündigt, den diese Runde schaffen würde. Bild schrieb heute vorab schon am ganz frühen Morgen vom „Reform-Hammer“, der da kommen würde. Von der Steuerreform bis zur Wahlrechtsreform hätte die Koalitionsrunde Einigungen erzielt, hieß es. Also wirklich ein großer Sprung?
Ich fragte hier auf Achgut am frühen Morgen:
„Für spätestens Donnerstagmorgen hatten die Regierungsparteien auch wieder einen Auftritt des Merz-Klingbeil-Bas-Söder-Quartetts versprochen. Das Publikum darf sich bestimmt auf viele gute Worte und schöne Formulierungen freuen, mit ein paar netten Details als Fakten-Ersatz garniert. Aber welchen Teil vom „großen Sprung nach vorn“ wollen sie damit beschreiben? Den Absprung oder die Landung?“
Nach dem Auftritt dieses Quartetts muss man sagen, dass sie es noch nicht bis zum Absprung geschafft haben. Sie sind eher in der Hüpfburg geblieben. Ob die Hüpfburg vielleicht ein wenig besser ist als die Wagenburg, soll hier kein Thema sein. Hier soll es nur darum gehen, was die vier Koalitions-Matadoren über ihre Verhandlungsergebnisse verraten haben. Das lässt recht klar erkennen, der „Reform-Hammer“ ist es nicht.
Obwohl jeder Zuschauer des Auftritts vom Koalitions-Quartett zugestehen muss, dass alle vier so tief in ihren Textbausteinkasten gegriffen haben, als hätten sie einen „Reform-Hammer“ geschwungen. Obwohl manchem Superlativ schon auch eine realsatirische Komponente anhaftete. Die 33 beschlossenen Maßnahmen, von denen die Parteivorsitzenden sprachen, erklärte Markus Söder beispielsweise zum „größten Paket, dass wir in einem Koalitionsausschuss auf den Weg gebracht haben“. Im Gegensatz zum „großen Sprung“ hat der bayerische Ministerpräsident die Latte damit erstaunlich niedrig gehängt.
Schritt statt Sprung?
Friedrich Merz wurde von einem Journalisten gefragt, ob das, was die Viererrunde verkündete, nun der angekündigte „große Sprung nach vorn“ sei und der Kanzler antwortete – ganz ohne Mao-Zitat: „Es gibt keinen großen Big Bang, der alles löst“, aber der Koalition sei „ein großer Schritt nach vorn in allen Bereichen“ gelungen.
Dann schauen wir doch mal, was das genau heißt. Der größte „Reform-Hammer“, um noch einmal Bild zu zitieren, wäre eine Steuerreform gewesen. Darüber waren sich im Vorfeld nahezu alle Beobachter einig, viel weniger allerdings trauten das den Koalitionären zu. Und heute Morgen stehen sie nun im Kanzler-Garten und erklären, dass sie sich auf eine geeinigt hätten.
Kleine und mittlere Einkommen würden spürbar entlastet. Der Staat leiste sich dafür einen Verzicht von zehn Milliarden Euro bei der Einkommensteuer. Spätestens 2028 könnte das für viele eine jährliche Steuerersparnis von 600 Euro bringen. Ist das kein „großer Schritt“? Natürlich sind 600 Euro nicht zu verachten, aber dennoch fragt sich der Beobachter aus dem Medienprekariat, welche Leistung man für ein Honorar von 600 Euro von einem früheren Regierungspolitiker bekäme. Wahrscheinlich nicht einmal ein zehnminütiges Grußwort.
Aber wir wollen die Erfolge nicht einfach klein reden. Es ist sicher ganz hilfreich, sich einfach mal die Zahlen anzuschauen, beispielsweise die, ab welcher Einkommenshöhe denn welche Freibeträge künftig den kleineren Einkommensbeziehern nützen würden. Eine Kollegin fragte Lars Klingbeil danach, wie hoch denn die Entlastungen für welche Bürger konkret wären. Erwartete sie ernsthaft, dieser Bundesfinanzminister würde genaue Zahlen liefern?
Es muss noch gerechnet werden
Der Genosse Klingbeil jedenfalls bat um Verständnis, dass dies alles im Finanzministerium erst noch berechnet werden müsse. Gab es denn keine Berechnungen im Vorfeld der Verhandlungen? Klingbeil führte dazu weiter aus, dass man erst auf den Existenzminimumsbericht warten müsse, um die richtigen Freibeträge ermitteln zu können.
Das mag so sein, aber das Publikum beschleicht hier dann doch den Eindruck, dass das Reformvorhaben bislang eher eine Ideenskizze als ein konkreter Plan ist. Immerhin weiß Klingbeil zu erklären, dass „der Entlastungsrahmen spürbar“ sein werde. „Spürbar“ ist natürlich ein recht dehnbarer Begriff und wir wissen bekanntlich von Friedrich Merz, dass der Genosse Klingbeil äußerst sensibel sein soll.
Aber vielleicht gibt es mehr dazu zu sagen, wie denn die Koalition die Einkommensteuerentlastung um die Summe von zehn Milliarden Euro gegenfinanzieren möchte. Die Unionsparteien hatten einst Steuererhöhungen ausgeschlossen.
Markus Söder erklärte dazu, die Refinanzierung wäre seriös, ohne Belastungen „in größerem Umfang“. Die Reichensteuer werde erhöht, aber das trifft nur die Reichen, also nicht so viele potenzielle Wähler, oder? Der bayerische Ministerpräsident erwähnt noch, dass der Handwerkerbonus gekürzt und die Steuern bei den Minijobs „ein bisschen“ erhöht würden. Das wird aber nicht so oft erwähnt wie die Reichensteuer.
Finanzminister Klingbeil spricht lieber ganz allgemein davon, „Steuersubventionen“ zu senken, was für die Betroffenen nichts weiter ist als eine Steuererhöhung. Wie viele „Steuersubventionen“ das betrifft, sagt Klingbeil nicht. Letztlich entscheidet ohnehin, was konkret in die entsprechenden Steuergesetze geschrieben wird. Erst dann lässt sich seriös sagen, wer wie be- oder entlastet wird. Aber die Wähler sollen bitte an die Erzählung von der Entlastung glauben.
Leichtere Sonntagsöffnung für Bäcker
Was haben denn die Koalitionäre noch reformiert? Es gibt ein Paket für Bürokratieabbau; Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken sollen jetzt leichter auch sonntags öffnen dürfen; der Datenschutz soll auf das „europäische Mindestmaß“ heruntergefahren werden; für Unternehmen sollen Berichtspflichten und die Betriebsbeauftragtenpflicht, soweit wie nach EU-Recht möglich, gestrichen werden.
Die eine oder andere dieser Maßnahmen ist sicher sinnvoll und begrüßenswert, andere vielleicht nicht – das müsste man sich konkret im Einzelfall genauer anschauen. Aber auch wenn es darunter manches Sinnvolles gibt – ein „Reform-Hammer“ ist das nicht und auch kein großer Schritt oder Sprung, höchstens ein kleiner Hüpfer.
Unter all dem ist auch die Pflicht für Arbeitnehmer, bereits am ersten Krankheitstag einen Krankenschein vorzulegen, wobei gleichzeitig die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung entfällt. Das soll helfen, die Zahl der Krankentage zu senken. Diese Zahl mag ein Problem sein, doch wohl wahrlich nicht eines der drängendsten, mit denen sich in diesen Krisenzeiten die Parteivorsitzenden zu beschäftigen hätten. Zumal sich der Laie fragt, wie denn die Arztpraxen einen dadurch steigenden Patientenzulauf noch bewältigen sollen.
Keine Angst vor der Berliner Linken?
Friedrich Merz antwortete auf die Frage, welche Botschaft die Regierung den Regierten mit der neuen Krankenschein-Regel senden will, mit dem Hinweis darauf, dass es Unternehmen ja frei stünde, selbst Karenztags-Regeln mit den Beschäftigten zu vereinbaren oder im Tarifvertrag festzuschreiben.
Bemerkenswert war allerdings noch das Enteignungsverbot von Wohnungsbaugesellschaften, das die Regierung per Bundesgesetz verhängen will. Bekanntlich fordern das die Linken in Berlin und ist auch bei SPD und Grünen nicht ganz unpopulär. Die Nachfrage, ob diese Maßnahme etwas damit zu tun hat, dass nach Umfragen in Berlin eine rot-grün-rote Mehrheit unter Führung der SED-Erben gewählt werden könnte, beantworteten Merz und Söder mit einem so treuherzigen „Nein“, dass sich Außenstehende an dieser Stelle bestimmt fragen würden, ob es sich bei dieser Veranstaltung nicht doch um einen Satire-Auftritt gehandelt hat.
Das war auch so, als Friedrich Merz auf eine Frage bezüglich der miserablen Zustimmungswerte für Kanzler und Regierung antwortete: „Wo erkennbar wird, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wird auch die Zustimmung steigen“. Und Markus Söder bekannte sich an anderer Stelle zur Zukunft der Koalition. Mal schauen, wie das in einem Vierteljahr aussieht, wenn die Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gelaufen sind.
Beitragsbild: US National Oceanic and Atmospheric Administration (from the GIMP site) - http://gimp-savvy.com/, Public Domain, via Wikimedia Commons

Wie lange müssen wir uns eigentlich diese Vera****erei mit ihrer Politsimulation noch ansehen und anhören?
Gekaufte Wissenschaftler reden von faschistischer Gefahr, wer probt denn den Genozid am eigenen Volk, wer will denn unbedingt den Krieg gegen Russland, die Bürger nicht, die wollen einfach in Frieden leben. Ich wähle aus Überzeugung nicht die Linke, obwohl es da auch ehrliche Menschen geben mag, die nicht wissen, was sie in ihren blinden Gehorsam tun und den Bullshit, müssen die Wissenschaftler erst mal nachweisen, das Migranten die integriert sind und ihre Pflichten erfüllen, hier in Gefahr sind, sie sind es nicht, auch wenn eine AFD regieren würde. Sie beschönigen das Blutbad durch nicht integrirerbare Migranten gegen ihre Gastgeber! Wir brauchen keinen innerdeutsche Krieg! Die Altparteien die mal ehrbar waren, lang, lang ist es her, wähle ich auch nicht , denn sie verraten das Volk, von dem sie jeden Schaden abwenden sollten. .
Ist dann das Merz-Klingbeil-Bas-Söder-Quartett die neue Viererbande? Und darf man sich Hoffnung machen, daß die Bande so endet, wie ihr historisches Vorbild?
Selenskjis Wohlergehen, Hochrüstung, Massenmigration, Stärkung von UNO und EU, „Energiewende“ und „Kampf gegen Rechts“ sind unverhandelbare Staatsziele, für die unbegrenzt Geld dazusein hat.
Und deshalb wird so ein Reformgipfel im Koalitionsausschuss zu ähnlichen Ergebnissen kommen, wie ein schwer spielsüchtiger Familienvater, der über dem Haushaltsbuch sitzt und über den lebensnotwendigen Bedarf, die Be- und Entlastung und mögliche neue Einnahmequellen von Frau und Kindern nachgrübelt.
300 Millionen für KGE ihren Erfurter Bürgerkrieg sind drin, gelle? Dann noch mit friedlicher Demo umschrieben, das was man weiß, klingt nicht danach, aber die linkischen Pfaffen bekommen in ihrem Hass gegen das Christentum mehr Geld. Auch Reichinneck und Konsorten dürfen gefördert Krawall machen, die nach Schwerdtner den Genozid anstreben. Spätestens wenn Erfurt brennt, wissen wir was wir von dem Mogelpäckchen zu halten haben, egal wer was wie wählt. Ein offizieller Parteitag ist keine Kriegserklärung, sondern legitim, wo für die Sicherheit der Verfassungsschutz verpflichtet ist. Käme jemand von uns auf die Idee, der die verlogenen Grünen nicht mag, deren Parteitag zu stürmen? Nein!!!
Die Frage ist eigentlich wen er mit diesen verheissungsvollen Worten erreichen möchte. Konnte er vor der letzten Bundestagswahl schon nicht ausreichend Wähler für die Union mit seinen Versprechen und Ankündigungen erreichen, sieht das jetzt nach dem „Beweisantritt“ als Kanzler vermutlich noch schlechter aus. Mag er pfeifen im Walde soviel er möchte, wenn es wenigstens ihm hilft.
Unser verehrter Bundeskanzler hat vor zwei Stunden diesen Tweet abgesetzt: „Wir wollen Deutschland flottkriegen. Es ist klar: Die Zukunft beginnt jetzt.“
Ich hatte irrtümlich zunächst gelesen „Wir wollen Deutschland totkriegen.“
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