Robert von Loewenstern / 18.12.2018 / 10:00 / 45 / Seite ausdrucken

„Green Cruising“: Statt eines Schiffs sind nun zwei unterwegs

Passend zum Welt-Klimagipfel in Katowice übergab die Meyer Werft letzte Woche das neue Aida-Flaggschiff an die Reederei – eine „Kreuzfahrt-Revolution“, wie der „Stern“ jubelt. 

Die Aida Nova ist nicht nur das größte Kreuzfahrtschiff Europas, sondern auch das erste mit Flüssiggasantrieb. Damit stößt die schwimmende Kleinstadt deutlich weniger Schadstoffe aus als andere Luxusdampfer. Die ersten Passagiere dürfen auf einer Weihnachtsreise mit gutem Gewissen „Green Cruising“ genießen.

So viel Umweltbewusstsein hat seinen Preis. Damit der gasgetriebene Vergnügungspark nicht in Treibstoffnot gerät, fährt ein Tanker voraus, „weil es in den meisten Häfen keine gesicherte Gasversorgung für solche Schiffe gibt“ (hier ab 11:50). Mit welchem Antrieb der Aida-Versorgungstanker unterwegs ist, bleibt unerwähnt. 

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Michael Scheffler / 18.12.2018

Lieber Herr Koporndtrath, egal, womit der Tanker fährt, es ist Energieverschwendung, zwei Schiffe statt einem fahren zu lassen. Es ist irre. Es erinnert an die grüne Ministerin, die mit einem richtigen Auto zum Wahlkampf fuhr, um dann den letzten Meter im E-Auto zurückzulegen. Bei den Grimms findet sich da ein Märchen: „Des Kaisers neue Kleider“.

herbert binder / 18.12.2018

Warum wird das Begleitschiff, statt voraus zu fahren, nicht einfach in Schlepptau genommen? An den Angelhaken, und fertig. Was ich allerdings nicht beurteilen kann, ist, ob dadurch evtl. der steigende Energieverbrauch des Schlepptau.Nehmers den eingesparten Energie- verbrauch des Schlepptau.Gebers überkompensiert.  Fragen über Fragen. Letztlich aber alles nur ein Bilanzproblem. Grübel, Grübel.  

Anders Dairie / 18.12.2018

Die MAYER-Werft baut,  was die Reederei bestellt.  So ein Ding kostet jenseits der 700 Millionen Dollar.  Mit LNG-Befeuerung dürfte der Umsatz noch ein Stück höher ausgefallen sein.  Also, ich finds gut!  Wobei mir als eingefleischtem Kreuzfahrer seit 1992 der Schornsteingestank nicht mal aufgefallen ist, wenn ich ganz oben neben dessen Verkleidung stand.  Man hat den permanenten Neid der Nichtfahrer geschickt mit einem Umweltproblem befeuert.  Das führt dann, wie bei der Energiewende,  zu bleibend höheren Preisen.  Eine sichere Methode,  um Nichtfahrer weiterhin von Bord fern zu halten.  Es sei wiederholt,  ich finds gut!

Gottfried Meier / 18.12.2018

Ich habe vor 2 Jahren das Buch “Das ist ja irre” von Henryk M. Broder gelesen. Ich würde heute sagen: “Die sind doch alle irre!”

B.Klingemann / 18.12.2018

Im Winter kühlen Chinesen ihre durch Kraftwerk-Fernwärme überhitzte Wohnung mit durch Braunkohlestrom betriebenen Klimaanlagen herunter. Die Chinesen überholen uns mittlerweile schon in der Klimarettung.

H. Störk / 18.12.2018

... wenn der Tanker wenigstens Atomgetrieben wäre…

Andreas Rochow / 18.12.2018

Wie man hört, geht das Geschäft der Kreuzfahrtreedereien bestens. Es boomt! Kann es vielleicht sein, dass diese Unternehmen von der Furcht ihrer Kunden vor dem Klimawandel profitieren? Die Aida Nova wäre dann eine moderne Version der alt-testamentarischen Arche Noah. Sie ist auf das Luxuriöseste und Komfortabelste eingerichtet für eine angenehme Seefahrt bei steigenden Temperaturen und steigenden Meeresspiegeln. Ob und auf welchem Planeten die Reise dereinst CO2-frei weitergehen wird, dazu hat sich Hans Joachim “Selbstverbrennung” Schellnhuber, pensionierter Direktor des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, bisher nicht konkret geäußert. Wann endlich schickt die UN die gesamte Menschheit auf Kreuzfahrt, um sie vor der Selbstverbrennung oder dem Ertrinken zu bewahren?

Timm Koppentrath / 18.12.2018

Um die Gegner alternativer Antriebsarten emotional zu befeuern und dem “attention bias” freien Lauf lassen zu können, wurde auf so manche Information verzichtet. Es spekuliert sich, wie man an den Kommentaren sieht, auch viel schöner, wenn man sich vorstellen darf, dass das Tankerschiff selbst mit quasi einem der Sondermüllprodukte der Erdölindustrie gefahren wird. Noch dazu würde man am liebsten das Gedankenbild konstruieren, dass das Tankschiff 3 x so groß ist, stattdessen ist es 1/3 vom Kreuzfahrtschiff und wird logischerweise selbst mit LNG betrieben, was in der Verbrennung, nachzulesen und erwiesenermaßen, um ein vielfaches sauberer ist.  Das ändert sich auch nicht, wenn ein kleineres zweites Boot vorausfährt, insbesondere wenn auch noch unbeantwortet bleibt, ob die Ladung nicht noch anderweitig für andere Boote eingesetzt wird. Wenn man wollte, würde man Details zur Cardissa unter TGE Marine finden.

Sabine Drewes / 18.12.2018

@Constanze Rüttger: Liebe Frau Rüttger, exakt! Schwacher Trost, wenn man merkt: man ist damit nicht allein,

Lars Klausnitzer / 18.12.2018

Ich habe heute zufällig mal in eine ÖR-Doku-Soap reingeschaut. Da wurde ein Kreuzfahrtschiff in Sydney mit Proviant versorgt. Da sagte doch der Proviantweister tatsächlich, sämtliche Leensmittel würden per Frachtkontainer dem Kreuzfahrtschiff vorausgeschickt. Auch sehr ökologisch (von ökonomisch ganz zu schweigen).

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