Katrin Göring-Eckardt entschuldigt sich für einen getwitterten Satz. Warum? Bietet ihr Handeln keine besseren Gründe für Entschuldigungen? Ausgerechnet wegen ihres Blickes auf Hautfarben im Fußball wäre das nicht nötig gewesen.
Einer der verbreitetsten Heuchelsätze lautet: „Ich sehe keine Farbe.“ Ist immer gelogen, es sei denn, der Sprecher ist medizinisch farbenblind. Wer aber nur so tut, als sähe er keine Hautfarbe, um die es in diesem Text geht, der lügt. Farbe gehört ins Leben. Auch die diversen menschlichen Farben. Ich freue mich immer, wenn ich sehe, dass unsere Nationalmannschaft so viele Schattierungen aufweist. Ein Jubelbild ohne weiße, blonde und blauäugige Mehrheit macht mich stolz, weil es zeigt, dass wir doch ein vielfältiges Land sind. Wer verbieten will, dass man Hautfarbe sieht oder erwähnt, ist ein Heuchler und leistet indirekt dem Rassismus Vorschub. Nicht umgekehrt. Wer wie Katrin Göring-Eckardt sich über unseren bunten Fußball freut, ist das Gegenteil einer Rassistin.
„Diese Mannschaft ist wirklich großartig. Stellt euch kurz vor, da wären nur weiße deutsche Spieler.“ Diesen hochanständigen Satz soll die grüne, des Rassismus völlig unverdächtige Vizepräsidentin des Bundestags nicht sagen dürfen? Nicht einmal als Antwort auf eine Befragung, bei der sich viele mehr weiße Fußballer gewünscht haben? Und damit hat sie einen Shitstorm im Netz ausgelöst? Ja, wo sind wir denn.
Ich fürchte, wir sind in einer Welt der Shitstorm-Deppen. Erst draufhauen, ehe man Gefahr läuft, etwas genauer nachzudenken. Und ich fürchte, wir sind in einer Welt des neuen, aber eigentlich archaischen Tabuisierens. Nach dem John-Cleese-Motto: „Don't mention the war.“ In heutiger Version: „Don't mention the colour.“ Oder, wie es in angelsächsischen Heuchlerkreisen meist heißt: „I don't see colour“.
Die Schnaps-Idee ist, dass man durch Tabuisierung eine Tatsache des Lebens hinwegzaubern kann. Dabei gilt für das Thema der Hautfarbe das Gleiche, das Klaus Wowereit, der ehemalige Bürgermeister von Berlin, für sich in Anspruch nahm: „Ich bin schwul, und das ist auch gut so.“ Fußballdeutschland hat Farbe, und das ist auch gut so.
Entschuldigt, wofür?
Leider haben sich auch einige Promis dem Shitstorm angeschlossen, mit dem Katrin Göring-Eckardt gemobbt worden ist. Die vorgeblich „Farbenblinden“ oder Farbstummen, um nicht zu sagen Farbdummen, die auf ihr herumhacken, sind atavistische Tabuisierer. Wer das Thema Hautfarbe zum Sprachtabu erklärt, neigt selber unbewusst und unterschwellig zum Rassismus. Denn die Tabuisierung signalisiert, dass Farbe irgendwie schlecht ist, oder peinlich oder sonst was nicht ganz Astreines, weshalb man besser nicht darüber spricht. Ein klassischer Denk-Kurzschluss, der unter politisch Überkorrekten heutzutage weit verbreitet ist.
Es kommt nicht darauf an, gegen jede optische Realität „keine Farbe zu sehen“, sondern wie man zu unserem farbenfreudigen Fußballdeutschland steht. Die Vizepräsidentin hat es klar gesagt: „Unsere Mannschaft ist großartig.“ Umso trauriger ist es, dass sie vor dem Shitstorm-Mob, bei dem ich relativ wenige Tassen im Schrank vermute, in die Knie gegangen ist. Sie hat ihren schönen Spruch gelöscht und sich entschuldigt. Entschuldigt, wofür?
Aber so ist es heutzutage. Man muss sich für Sachen entschuldigen, für die sich eigentlich kein vernünftiger Mensch entschuldigen müsste. Und sollte. Und das sogar oder gerade deshalb in herausragender politischer Position.
Rainer Bonhorst, geboren 1942 in Nürnberg, arbeitete als Korrespondent der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in London und Washington. Von 1994 bis 2009 war er Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung

„Ein Jubelbild ohne weiße, blonde und blauäugige Mehrheit macht mich stolz, weil es zeigt, dass wir doch ein vielfältiges Land sind.“ So ein Jubelbild (abwarten – ich wünsche den Jungs alles Gute, egal ob blond, ob braun, ob schwarz – sowieso) mach mich nicht stolz. Warum auch? Ich bin kein Wokist. Ich will keine Ideologie über den Sport transportieren. Sie aber scheinbar schon, Herr Bonhorst. Nebenbei: Jeden Tag hätte ich kotzen können, als ich noch täglich meinte, eine gewisse Tageszeitung konsumieren zu müssen, weil ich mich ja „informieren“ sollte – als braver Bürger.
Was gefehlt hat: „…wären nur weiße deutsche Spieler“ auf dem Platz, so müssten sie sich gefälligst für jedes Tor, jeden Sieg entschuldigen. Die ehem. Küchenhilfe brabbelt wie immer nur peinlichen, woke-idologischen Unsinn. Aber Einfalt ist ja mittlerweile Einstellungsbedingung für unsere Parteischranzen in „herausragender politischer Position“.
Neulich erklärten Sie – wie ich mich erinnere – es gäbe „reichlich Nazis“ bei der AfD und jetzt finden Sie es nicht problematisch, wenn eine Bundestagspräsidentin sich offenbar rassistisch über die eigene Bevölkerung äußert. Es ist recht offensichtlich, dass Sie uns auch nicht mögen, Herr Bonhorst, was immer auch Ihre Gründe dafür sein mögen. Die Frage ist aber hier für mich, warum sollte jemand wiederum Sie schätzen und noch irgendeinen Ihrer Beiträge? Die größten Deutschenhasser finden Sie übrigens bei der TAZ und beim SPIEGEL, aber die Achse liest man eigentlich, weil man hier normalerweise eben nicht offen gehasst wird als Herkunftsdeutscher.
Frau Eckardt hat sich als Rassistin gegen Weiße geoutet. KGE hatte schon immer oft einen latenten Rassismus gegen Weiße und gegen die Weiße Erfolgskultur in ihrem öffentlichen Sprech. Und die zahllosen internationalen Erfolge der deutschen Nationalelf wurden fast ausschließlich von Weißen Deutschen errungen. Schon aus dieser sportlichen Sicht, ist die Anspielung von KGE, das Multikulti ein Erfolgsgeschichte sei, falsch. Gilt eigentlich für alle Bereiche in unserem Land…
Mir sind lauter Weiße lieber als lauter Lila-Pinke!
Ich sehe nur noch rosarote Windelträger über den Bildschirm flimmern, während meine Küchenhilfe „Thor, Thor“ schreit. Wir werden Waldmeister.
da habe ich ja wirklich sehr viel Glück. Ich schau kein einziges Spiel. Meinetwegen können da auch Marsmenschen über den Acker laufen. Das schert mich nicht.