Ich wartete auf den Bus und las dabei einen Artikel über die ‘Satanischen Verse’ von Salman Rushdie, da setzt sich ein Mann neben mich und fragt nach der Uhrzeit. Sein Blick fällt auf den Artikel. „Allah wird ihn bestrafen!“, bemerkt er, nicht aggressiv, eher wie eine Feststellung. Mein Gegenüber ist freundlich, er kommt aus Tunesien, lässt er mich wissen (auch dass er arbeitslos sei und verheiratet). Ich überlege, ob ich eine Diskussion über Meinungs-, und Kunstfreiheit führen will und entscheide mich dagegen. „Ich glaube eigentlich, dass Allah Rushdie ziemlich mag, immerhin lässt er ihn mit Models schlafen, während die iranischen Mullahs Frauen gewaltsam dazu zwingen müssen, mit ihnen das Bett zu teilen. Es ist doch eindeutig, auf wessen Seite Allah da steht.“ Der Tunesier lacht und verabschiedet sich wieder. Ich werde ihn nicht überzeugt haben, aber fand es erstaunlich, dass die Satanischen Verse sogar Weddinger Hartz IV Empfänger beschäftigen. http://debatte.welt.de/weblogs/4881/boess+in+berlin/133081/was+man+in+berlinwedding+von+salman+rushdi+haelt