Die NATO fördert in auffälliger Weise Innovationen im Gesundheitsbereich. Was steckt dahinter?
Am 4. September gab die NATO auf ihrer Webseite bekannt, dass sie über ihren „Verteidigungsinnovationsbeschleuniger“ (Defence Innovation Accelerator for the North Atlantic, kurz: DIANA) 15 innovative Unternehmen ausgewählt hat, die sie mit jeweils 300.000 Euro und weiteren Vergünstigungen wie etwa den Zugang zu NATO-Testzentren unterstützen wird. Diese 15 Unternehmen haben ihren Sitz in 10 verschiedenen NATO-Ländern und sind im Rahmen eines Wettbewerbs mit über 2.600 Einsendungen als Sieger hervorgegangen.
DIANA-Geschäftsführer James Appathurai gratulierte den Unternehmen und betonte: „DIANA ist der Innovationsmotor der NATO. Wir suchen die innovativsten Technologien auf dem Markt, helfen diesen talentierten Innovatoren bei der Feinabstimmung ihrer Technologien und dem Ausbau ihrer Geschäfte und bringen die Unternehmen mit Endnutzern in Kontakt, damit die Verteidigungsministerien der NATO neue Technologien zeitnah einführen können.“
Auffällig ist, dass sich unter den Gewinnern gleich drei Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich befinden: Die NATO fördert gezielt sogenannte "Dual-Use-Technologien" aus dem Gesundheitssektor, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke verwendet werden können. Nun ist es nichts Neues, dass Erfindungen, die mittlerweile aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, militärischen Ursprungs sind – wie etwa das Internet, das Ortungssystem GPS, die Mikrowelle und das Klebeband.
Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI betrugen die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2023 insgesamt 2.240 Milliarden Dollar, und große Rüstungsunternehmen wie BAE Systems, Lockheed Martin Corporation und Raytheon Company sind auch in zivile Geschäftsfelder involviert. Als besonderes zukunftsträchtig und damit lukrativ gelten im Moment offenbar Flugdrohnen und Roboteranzüge (Exoskelette), die die Bewegungen und die Körperkraft des Trägers verstärken.
Innovationswellen durch Kriege
Kriege haben schon in der Vergangenheit regelrechte Innovationswellen ausgelöst. So trug der Erste Weltkrieg wegen der notwendigen Behandlungen von Mund-Kiefer-Gesichtsverletzungen unmittelbar zu Fortschritten in der Kieferchirurgie bei. Auch Robert Kochs Entdeckung des Tuberkulose-Erregers steht im Zusammenhang mit dem Deutsch-Französischen Krieg, da Koch in verschiedenen Feldlazaretten erste Erfahrungen mit der Behandlung von Kriegsseuchen sammelte.
Es ist also durchaus naheliegend, dass Investitionen in vielversprechende Militär-Technologien prinzipiell auch in Hinblick auf deren zivile Einsatzmöglichkeiten getätigt werden. Dabei gilt allerdings: Die Investitionen müssen sich irgendwann rentieren. Nur so ist zu erklären, warum durch die Coronakrise die hochriskante mRNA-Impfstofftechnologie mit aller Gewalt zur Marktzulassung gebracht wurde, wobei man buchstäblich über Leichen gegangen ist.
In seinem Buch „Das Staatsverbrechen“ legt Gunter Frank genau dar, wie die „Pandemie“ dazu diente, der Weltbevölkerung diesen Ladenhüter aus der Biowaffenforschung aufzuzwingen. Und es war auch kein Zufall, dass Generalstabsarzt Hans-Ulrich Holtherm im März 2020 zum Leiter der neu eingerichteten Abteilung „Gesundheitsschutz, Gesundheitssicherheit, Nachhaltigkeit“ im Bundesministerium für Gesundheit ernannt wurde und dem Corona-Krisenstab vorstand.
Die von November 2021 bis Mai 2024 geltende Corona-Impfpflicht für die Bundeswehr hatte dabei einen Vorläufer in der Pockenzwangsimpfung von Soldaten, die das Preußische Militär 1820 einführte. Was im Fall der Pocken funktioniert, war jedoch bei Corona ausgeschlossen: Eine vollständige und dauerhafte Immunisierung gegen Atemwegserkrankungen ist aufgrund der Vielfalt an Erregern, ihrer ständigen Veränderung und der Besonderheiten der Schleimhautabwehr generell nicht möglich.
Dennoch mussten die „Ungeimpften“ als Sündenböcke für die verfehlte Corona-Politik herhalten. Und Pfizer wird immer noch nicht müde zu behaupten, dass die Covid-Impfung ein großer Erfolg gewesen sei. Auf der Webseite des Unternehmens wird die mRNA-Technologie sogar in einem Atemzug mit den echten medizinischen Durchbrüchen der Geschichte wie etwa die Entdeckung des Penicillins genannt.
Mit keinem Wort werden hingegen die schweren Impfschäden und Todesfälle durch die neue hochriskante Technologie erwähnt. Dafür wird betont, dass die Zukunft eine neue Form der Medizin mit sich bringe, die personalisiert, prädiktiv, präventiv und hochtechnisch sein werde. Der Fokus werde künftig auf der Vermeidung von Krankheiten liegen statt auf deren Behandlung. Allerdings passe das heutige Gesundheitssystem noch nicht zu dem, was in der Zukunft möglich sein werde, sodass viele Anpassungen notwendig seien.
Schlichtweg die gesamte Menschheit als Patienten oder Kunden
Dahinter steht ein ausgeprägter Geschäftssinn, denn Prävention etwa durch Impfungen oder Gesundheitstracker stellt eine nie versiegende Einnahmequelle dar, da durch sie schlichtweg die gesamte Menschheit zu Patienten oder Kunden wird. In diesem Zusammenhang ist der Plan der US-Regierung bezeichnend, jeden US-Bürger mit sogenannten Wearables wie Smartwatches auszustatten, die unentwegt Gesundheitsdaten erfassen. Die drei künftig von der NATO über DIANA geförderten Gesundheitstechnologie-Unternehmen sind das französische Start-up MANITTY, das US-Biotechunternehmen Swaza sowie der britische Healthtech-Anbieter 52 North Health.
Dabei geht es vor allem um Kontrolle. MANITTY hat zum Beispiel DeepMo entwickelt, das erste KI-gestützte tragbare Gerät für die klinische Schlaf- und Fernüberwachung von Patienten. Mit DeepMo können Ärzte nun Schlaf- und neurologische Störungen jederzeit und überall verfolgen. 52 North Health wurde wegen eines Produkts ausgewählt, das die Fernbeurteilung und Behandlungsüberwachung von Personen mit Strahlenkrankheit etwa nach einer radioaktiven Kontamination ermöglicht. Und Swaza arbeitet an einer Nanofluid-Technologie, die ganz ohne invasive Beatmung einen dynamischen Gasaustausch in geschädigten Lungen gewährleistet. Das Unternehmen verfügt laut eigenen Angaben bereits über ein Marktpotenzial von 56 Milliarden US-Dollar.
Darüber hinaus fördert der NATO-Verteidigungsinnovationsbeschleuniger, dessen Name sicher nicht ganz zufällig auf die Jagdgöttin Diana anspielt, noch weitere Start-ups wie etwa „Flosonics“ in Kanada, das ein drahtloses tragbares Ultraschallgeräts zur Überwachung des Herzens anbietet, mit dem frühe Anzeichen von Instabilität erkannt werden können, bevor traditionelle Vitalparameter wie Blutdruck oder Herzfrequenz unregelmäßig werden. Dadurch sollen medizinische Teams im zivilen und militärischen Bereich in die Lage versetzt werden, individualisierte, datengestützte Wiederbelebungsstrategien anzuwenden. Auch künstliche E-Nasen zur Früherkennung und genauen Diagnose von Krankheiten gehören zu den Innovationen mit doppeltem Verwendungszweck, die DIANA in seinem Herausforderungsbereich „menschliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit“ voranbringen will. Die elektronischen Nasen ahmen die Art und Weise nach, wie Hunde ihren Geruchssinn nutzen, um Krankheiten anhand von Geruchssignaturen zu identifizieren.
Das allgegenwärtige Thema „Desinformation“
Ein anderer aktueller Herausforderungsbereich von DIANA stellt „Sensing and Surveillance” (Sensorik und Überwachung) dar. Hiermit sind zum Beispiel Drohnen und Weltraumsatelliten gemeint, die verdächtige Aktivitäten überwachen oder Bedrohungen vorhersagen können, wobei sie auch Infrarotaufnahmen machen können. Herkömmlichen Kameras, die im Infrarotbereich funktionieren, sind ungefähr so groß wie eine Mikrowelle, was bedeutet, dass sie nicht von Drohnen oder kleinen Satelliten mitgeführt werden können. Nun sollen die Kameras jedoch um den Faktor 10 verkleinert werden. Die von diesen ultradünnen und recycelbaren Bildsensoren erhobenen Daten können gleichzeitig für zivile Zwecke wie etwa zur Optimierung der Städteplanung genutzt werden. Auch wasserstoffbetriebene Luftschiffe, die mit Spektralkameras und Sensoren ausgestattet sind und Luftdaten sammeln, sollen dazu dienen, genaue und detaillierte digitale 3D-Modelle – sogenannte digitale Zwillinge – großer Gebiete zu erstellen.
DIANA greift sogar das allgegenwärtige Thema „Desinformation“ auf und kümmert sich um „Datensicherheit und -zuverlässigkeit im Zeitalter von Falschinformationen und Cyberangriffen“. Im Kriegsfall könne die Kommunikation zu Land, in der Luft oder auf See nämlich über Leben und Tod entscheiden. Die Bekämpfung von Fehlinformationen könne daher über den Erfolg oder Misserfolg einer Mission entscheiden. DIANA fördert folglich Unternehmen, die Technologien entwickeln, mit denen Videos, Audiodateien und Nachrichten in Echtzeit analysiert sowie schädliche Narrative und Fehlinformationen erkannt werden können.
Auch innovative Speichermöglichkeiten für die immer gigantischeren Datenberge werden mit Hilfe von DIANA erforscht wie beispielsweise synthetische DNA, die vergleichbar der DNA in lebendigen Organismen riesige Datenmengen auf kleinstem Raum speichern kann. Dadurch könnte man ein ganzes Rechenzentrum in die Größe eines Zuckerwürfels packen, heißt es auf der DIANA-Webseite. Für den Verteidigungsbereich, in dem eine sichere, dauerhafte und verdeckte Datenspeicherung und -übertragung von entscheidender Bedeutung ist, wäre dies eine ideale Lösung, weil auf diese Weise physische Daten „in aller Öffentlichkeit“ gespeichert und transportiert werden könnten, ohne dass Gegner sie erkennen, darauf zugreifen oder sie entschlüsseln könnten.
Insgesamt setzt DIANA massiv auf Datenzugriff – insbesondere auf die Erhebung und (Fern-) Analyse von Gesundheitsdaten mittels Gesundheitstrackern. Gut denkbar, dass das Tragen sogenannter Wearables in den nächsten Jahren vehement propagiert wird – nicht nur zum Wohle der eigenen Gesundheit, sondern auch für die Datenauswertung zum Allgemeinwohl. Die neuen „Ungeimpften“ werden bald möglicherweise diejenigen sein, die ihre Gesundheitsdaten nicht rund um die Uhr zur Verfügung stellen wollen.
Martina Binnig lebt in Köln und arbeitet u.a. als Musikwissenschaftlerin (Historische Musikwissenschaft). Außerdem ist sie als freie Journalistin tätig.

„Die von November 2021 bis Mai 2024 geltende Corona-Impfpflicht für die Bundeswehr“ – In einem „regelbasierten“ Staat wäre das „fliegende Personal“ sodann
arbeitslos, denn es galt und gilt meines Wissens immer, daß Piloten n i c h t mit „experimentellen“ Medikamenten behandelt weerden dürfen, sie ansonsten automatisch die Fluglizenz verlieren. Gilt natürlich genauso für Zivilpiloten, die von den Fluggesellschaften „an die Nadel“ gezwungen wurden. Wird natürlich auch voll ausgeblendet, erst recht die Tatsache, daß der sodann massenhaft verspritzte Stoff wegen des zu erfüllenden Massenverbrauchs anders hergestellt wurde, als der steril im Labor hergestellte, der die „Vorläufige Zulassung“ erhielt.
In der NATO haben die USA immer das letzte Wort. Und das ist ein gigantisches Problem. Was nützt einem die edelste Gitarre mit dem besten Gitarrenverstärker, wenn man sich weigert, die für den Welterfolg nötigen lokal vorherrschenden Harmonien zu lernen? Die USA greifen den Fahrern der verschiedenen Natomitgliedstaaten wie auch den Zielstaaten ihrer „Strategien“ permanent ins Lenkrad, haben aber selbst keinen Führerschein. Die Amerikaner sind genau deshalb wohl derart „equipment-minded“. Was einerseits dazu führt, dass die das eigentliche Handwerk immer mehr verlernen und andererseits dazu, dass nicht mal mehr die eigentlichen strategischen Ziele erreicht werden, sondern zuvorderst das „Sharehoolder Value“ befriedigt wird. Direkt ausgedrückt: Die NATO ist für den Verteidigungsapparat in etwa das, was die EU für den Verwaltungsapparat ist: Eine Geld-Vernichtungs-Maschine, die sich selbst befriedigt, aber die eigentlichen Probleme kaum noch löst, sondern anfacht. Das ist nicht als Beleidigung gemeint, sondern ganz trockene Analyse. Die USA tun bisweilen so, als wäre deren internationales Auftreten als „Bully“ (also als Klassenproll), eine gezielte Strategie. Das ist aber nicht der Fall. Das US System spült tendenziell nicht die Besten nach oben (Ausnahmen bestätigen die Regel), sondern die Rücksichtslosesten. Wobei sich Rücksichtslosigkeit und Intelligenz üblicherweise ausschließen, denn wer intelligent genug ist mit seinen eigenen Leuten und mit seinen Verbündeten gezielt strategisch vorzugehen, der muss ja sie nicht hin- und herschubsen. Aber genau das passiert. Und jetzt kommt’s: Dass man als Kalter Krieger mit dem Handwerk von vorgestern deren gesamten sauteuren Überwachungsapparat an der Nase herumführen und in die Falle locken kann, habe ich denen bewiesen. Die hat das wohl etliche Millionen gekostet. Mich hat das gar nichts gekostet, Außer mein Vertrauen in deren Verteidigungsfähigkeit. Also sollte man die Verteidigung Europas besser selbst in die Hand nehmen.
@Michael Hinz / Das müssen sie nicht. Das erledigt längst eine App.
Stimmung machen für den nächsten Piix
Danke für den interessanten Artikel. Ich hatte mich schon 2020 gewundert, wieso plötzlich ein Natogeneral als Weisungsbefugter im RKI erschien. Bin aber überzeugt, daß ähnliche Überlegungen und Forschungen überall stattfinden, zuvörderst in China, wo man bestimmt schon viel weiter ist.
„Russische Drohnen haben in Polen den Sender Gleiwitz angegriffen.“
Den ganzen kalten Krieg über haben sich die Supermächte gegenseitig gepiesackt, um die Reaktionen zu testen.
Das machen sie noch heute.
Dass die Putin-Liebchen so geschichtsvergessen und geschmacklos sind, war ja irgendwie klar.
Naja, wenigstens der Kreml hat sich für das „Versehen“ entschuldigt.
Diese Nato tut gut daran, sich um „gesunde Kost“/letzlich Schonkost zu kümmern, schon aus Eigennutz und eben als ihr Altenteil zumal, schließlich ist sie durch jene Hybris, dass „wir“/ nämlich sie allein doch die letzthinnig-Guten seien, an allen ihren Häuptern und Gliedern rundherum mehr Nahtod als Nato. Großmäulig („Verteidigungs“-)kriegslüstern aber tollwütig-alterslahm. Und ja. Mehr letzter Abkläricht alterstarrsinniger Kriegstreiberei, als Vorkämpfer für eine Freie Ukraine. Mehr Essen – um nicht zu sagen – Tafeln auf Rädern – nämlich für eine willfährig-umnachtete Parteienstaats-Nomenklatura auf Selbstausrottungs-Kommando, als wirkliche Verteidigungsbereitschaft unserer Völker und Rechtsstaaten.