Felix Schnoor, Gastautor / 22.02.2014 / 10:49 / 2 / Seite ausdrucken

Gerechtgkeit im Sport: Alle oder keiner!

Felix Schnoor

Die US-amerikanische Philosophin Ayn Rand sagte einmal: “Die einzige Macht, die eine Regierung besitzt, besteht darin, hart gegen Kriminelle durchzugreifen.” Folglich hätten Regierungen das Ziel, möglichst viele Menschen zu kriminalisieren.

Okay, vergessen Sie das am besten gleich wieder. Die neue Bundesregierung möchte schließlich nur, dass es uns gut geht. Dafür hat sie analysiert, woran es in diesem so reichen Land mangelt: Nämlich an überflüssigen Gesetzen.

Politiker – egal aus welcher Richtung – vereint die Überzeugung, dass Missstände am besten mit Gesetzen und Regulierungen bekämpft werden sollten. Gegen zu niedrige Löhne wird ein Mindestlohn beschlossen, gegen zu hohe Mieten eine Mietpreisbremse. Dass es noch kein Gesetz gegen von der Allgemeinheit als schlecht empfundenes Wetter gibt, kann nur am Einfluss der Agrarlobby liegen.

Nun möchte der neue Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) im Sport hart durchgreifen: Dopingsündern soll künftig eine Gefängnisstrafe drohen, denn: “Wir sind es der Mehrheit der ehrlichen Sportler schuldig, endlich zu handeln.” Der Mehrheit der ehrlichen Sportler… Was ist mit der Minderheit der ehrlichen Sportler? Und was ist mit den ehrlichen Dopern?

Diese Fragen beantwortet der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU) nicht. Er sieht das Ganze ähnlich wie sein Amtskollege in Berlin: “(...)Der Sport alleine kriegt das Thema Doping nicht in den Griff.”

Damit hat der Mann absolut recht: Am saubersten ist/war der Sport dort, wo der Staat möglichst viel Einfluss auf selbigen ausübt/ausgeübt hat. Die ehemaligen Ostblockstaaten sind dafür schließlich Paradebeispiele.

So richtig erschließt sich mir das Problem aber in der Tat nicht. Warum sollte sich der Staat in den Sport (noch mehr) einmischen? Eine wirkliche Lösung sähe beispielsweise so aus: Der Veranstalter eines Sport-Events verpflichtet die Teilnehmer dazu, einen Vertrag zu unterschreiben, in dem diese versichern, auf leistungssteigernde Mittel verzichtet zu haben. Wird ein Sportler, der einen solchen Vertrag unterschrieben hat, im Nachhinein positiv getestet, kann der Veranstalter diesen verklagen.

Alternativ kann der Veranstalter auch auf entsprechende Verträge verzichten. Dann ist Doping quasi freigegeben und jede/r kann selbst entscheiden, ob, und wenn ja, mit welchen Mitteln er/sie an den Start geht.

Wer diesen Vorschlag ablehnt, sollte wenigstens so konsequent sein und fordern, Doping in allen Lebenslagen unter Strafe zu stellen. Gut, Viagra zu verbieten, wird auf Grund der alternden Bevölkerung politisch nicht umsetzbar sein, aber sicherlich könnte man so relativ elegenat den einen oder anderen Ritalin konsumierenden Investmentbanker loswerden (sind die nicht sowieso für die Finanzkrise verantwortlich und bisher viel zu gut weggekommen?).

Und das wichtigste: Schätzungsweise die Hälfte meiner Kommilitonen würde ins Gefängnis wandern und überfüllte Hörsäle wären in einigen Fächern Geschichte. So ginge Nachhaltigkeit.

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Herbert Blaha / 23.02.2014

Sehr geehrter Herr Schnoor, das mit dem Doping ist schon ein Problem. Viel wichtiger wäre m.E. aber die gesetzliche Durchsetzung einer Frauenquote in der Formel 1. Wo bleibt die Politik? Mit freundlichen Grüßen H. Blaha

Karl Schnoor / 22.02.2014

Lieber Herr Schnoor, das Intro zu Ayn Rand ist dann doch etwas kurz. Sie ist als (atheistische) Jüdin in St. Petersburg geboren worden und ist dann in die USA ausgewandert, wo sie US-Staatsbürgerin wurde. Ob man das Zitat ohne Hintergrund so verstehen kann würde ich bezweifeln. Es ging ihr darum, daß der Staat auf dem Weg in den Totalitarismus am besten die Bürger dadurch einschüchtern kann, indem moralisch einwandfreie Handlungen schlichtweg als Verbrechen definiert werden. Bspw. könnten ein Staat das Privateigentum an Produktionsmitteln und das schließen privater Dienstleistungsverträge ohne Genehmigung durch eine Behörde. Oder er könnte Glühbirnen verbieten oder das Fahren alter Autos in Städten oder das Fahren von Autos mit einem nichtentflammbaren Frostschutzmittel oder Sportwagen, die eine für Sportwagen übliche Leistung haben oder das Aufhängen einer israelischen Flagge aus dem Fenster (alles Beispiele der jüngeren (!) Vergangenheit aus der EU und D, teilweise noch nicht in Gesetz gegossen sondern im Gesetzgebungsverfahren bzw. eine polizeiliche Anweisung bei einer antijüd…ähm…antiisraelischen Demonstration im Falle der Flagge). Durch diese austobende Gesetzgebungen werden dann eigentlich gesetzestreue Bürger und Unternehmen erpressbar, was von den Bürokraten - unseren neuen Herrschern - auch so gewollt ist.

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