Oder nun Daniel Cohn-Bendit. Der Bürgerschreck von einst, im Mai 68 eine der zentralen Figuren der Pariser Unruhen, sitzt seit bald zwanzig Jahren im Europäischen Parlament. «Dany le Rouge» will nicht mehr die französische Trikolore durch die rote Fahne ersetzen, und statt der Internationalen singt er das Hohelied der europäischen Einigung. Letztes Wochenende erhielt er den Theodor-Heuss-Preis, der nach dem ersten Bundespräsidenten der Bonner Republik benannt ist. Die Begründung der Heuss-Stiftung lautete: «Er erhält die Auszeichnung angesichts seines langjährigen ausserordentlichen Engagements, als Ideengeber und Politiker immer wieder auf Veränderung einzugehen, Lösungen zu suchen und dadurch stets neue Wege in der Demokratie zu beschreiten.» Klingt ein bisschen wolkig, lässt aber nichts ahnen vom Aufruhr, den die Preisverleihung verursachte.
Gleich seinem Weggefährten Fischer wird Cohn-Bendit von alten Geschichten verfolgt. 1975 hatte er in dem Buch «Der grosse Basar» die sexuelle Befreiung von Kindern und Jugendlichen zur Basis politischer Mündigkeit erklärt. Wie er dann im Detail seine erotischen Erfahrungen in einem Kinderladen beschrieb, war von einer Legitimation der Pädophilie nicht zu unterscheiden.
http://www.nzz.ch/meinung/uebersicht/die-gespenster-von-68-1.18069782#disqus_thread
Siehe auch:
Glücklich ist, wer vergisst
http://www.youtube.com/watch?v=QEoWZ5gfXW8