Gefährliches nicht wissen wollen

Von Susanne Baumstark.

Ein weiteres Zeichen des gegenwärtigen Verfalls eines souveränen Staates hin zu einem failed state ist die Unmöglichkeit, einstmaligen zivilisierten Ansprüchen gerecht zu werden. Max Frisch stellte seinerzeit fest: „Man sollte die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten, dass er hineinschlüpfen kann - nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen.“ Er hat ganz sicher nicht damit gerechnet, dass in der westlichen Moderne Umstände eintreten, die man bis dato arglosen Bürgern nur durch Letztgenanntes begreiflich machen kann – und muss, damit sie gewarnt sind und sich nicht, wo vermeidbar, in Gefahr begeben. Folgende aktuelle Vorkommnisse sind schon längst keine Einzelfälle mehr:

Massenschlägerei am Bahnhof in Twistringen mit Schwerverletzten, Vergewaltigung einer 41-Jährigen am S-Bahnhof Hamburg-Stellingen durch zwei 23-jährige Albaner, versuchte Vergewaltigung eines Mädchens in Balingen durch einen Somalier, Umzingelung und gewalttätige Misshandlung einer 21-jährigen Joggerin in Bottrop durch sechs bis sieben Männer, Schießerei nahe einer Disco in Hamburg-Dammtor, schwere Körperverletzung eines Flaschensammlers am Kölner Ebertplatz durch nordafrikanische Drogendealer, die mit bis zu 40 Straftaten „quer durch das Gesetzbuch“ einschlägig polizeibekannt sind.

Den Verantwortlichen ist diese Entwicklung offenbar schnuppe, wie sich einmal mehr daran zeigt, dass von den 705 islamistischen Gefährdern hierzulande, denen ein Anschlag zugetraut wird, kein Einziger eine elektronische Fußfessel trägt. Man hat diese Maßnahme halt nicht beantragt.

Die Verwerfungen werden so lange nicht gestoppt, wie die Bürger ihre Idealisierung der Obrigkeit pflegen und nicht bereit sind, zu glauben, was Alexander Meschnig bereits im Januar 2016 voraussah: „Sehenden Auges steuert Deutschland seit dem September 2015 auf eine nicht mehr beherrschbare Lage zu…es bleibt ein Rest an Unglauben, ein Staunen, ein Kopfschütteln, dass ein souveräner Staat wie Deutschland sich gewissermaßen vor unser aller Augen langsam auflöst.“ Man kennt das ja: „Törichter ist kein anderes Volk auf Erden...“ Die Folgen dieser sturen Ignoranz werden, nicht zum ersten, aber diesmal vielleicht zum letzten Mal, nie wieder gut zu machen sein.

Nachtrag: Die Süddeutsche berichtet, dass zwei der 705 Gefährder Fußfesseln tragen.

Susanne Baumstark ist freie Redakteurin und Diplom-Sozialpädagogin. Ihren Blog finden Sie hier.

 

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Leserpost (3)
Anna Schmidt / 27.10.2017

„Sehenden Auges steuert Deutschland seit dem September 2015 auf eine nicht mehr beherrschbare Lage zu…” Das Drama ist, dass die Masse leider gar nichts sieht und die Verantwortlichen es sehr wohl sehen, aber genau das beabsichtigen. Hier läuft ein geplanter Genozid ab und DAS wird verheimlicht und falls es von jemandem thematisiert wird, als blödsinnige Verschwörungstheorie hingestellt. Thomas Barnett darf sich ins Fäustchen lachen.

Elmar Knoll / 26.10.2017

@ B. Rilling Ich habe kein Problem damit, jedem der mich als Nazi beschimpft, zu sagen, das ich ihn für einen Armleuchter halte. In dieser Sache gehe ich keinem Streit aus dem Weg.

B. Rilling / 26.10.2017

Es ist zum Weinen. Man will es nicht hören, man will es nicht sehen. Solange niemand über dieses Problem sprechen darf, ohne dass man gleich als Nazi abgestempelt wird, wird sich nix ändern. Herr Wendt wollte darüber vor Studenten an der Frankfurter Uni sprechen. Er wurde wieder ausgeladen. Das lässt mich nichts Gutes für die Zukunft ahnen.

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