Thilo Schneider / 23.09.2022 / 16:00 / Foto: Pixabay / 37 / Seite ausdrucken

Gedanken beim Anblick der Heizung

Wir auf dem Land haben Glück! Wenn die Pumpwerke ausfallen, dann wird wenigstens der kleine Bachlauf auf dem Grundstück uns etwas Wasser liefern, und wir haben auch noch ein wenig Holz in der Garage sitzen, das wir verfeuern, bevor wir den Möbeln zu Leibe rücken.

Die Zeiten sind, nun ja, nicht schlecht, weil es immer schlimmer kommen könnte, aber sie sind nicht mehr so gut wie unter, sagen wir… Gerhard Schröder. Ich habe ja gedacht, das geht immer so weiter: Wir erhöhen unseren Lebensstandard, verdienen unser Geld, wo möglich, aus dem Home-Office, schön behaglich, obenrum bei der Videokonferenz Hemd, unterhalb der Kameralinie die speckige Unterhose, all das in einer hübsch geheizten Wohnung, das Essen kochen wir in der schicken neuen Küche oder lassen uns das liefern, zupp, von der Kreditkarte weg und bereiten uns auf das Weihnachtsfest vor. Ja Pustekuchen! Ja am Hintern die Waldfee! Nix gibt’s!

Wo sich Merkel schon zu einem finanziellen und moralischen Raubzug quer durch die Gesellschaft aufgemacht hat, ist die Ampelkoalition augenscheinlich angetreten, das Land derart in den Abgrund zu regieren, dass einer potenziellen Nachfolgeregierung nur noch der Job des Konkursverwalters bleiben wird. Ja herzlichen Dank auch für nichts. Es war aber auch nicht abzusehen, dass nach Corona Putin kommt. Und so schleichen der Schatz und ich um die gute alte Viessmann-Ölheizung aus den fröhlichen Nineties und wetten intern, ob wir es mit dem Aufdrehen der Heizung noch bis 1. November durchhalten werden. Der Glutsommer der Hölle, der angeblich der kälteste unseres weiteren Lebens gewesen sein soll, ist vorüber, es regnet in Strömen, es ist so kalt, nass und eklig wie meine Achselhöhlen nach einem Schwimmbadbesuch. Selbst die Katzen haben keine Lust, nach draußen zu gehen und uns das kleine Viehzeug vom Hals zu halten, dem es ebenfalls zu kalt ist und das sich ein lauschiges Plätzchen zum Überwintern in unserem Keller suchen will.  

Wärme. Welch wunderbares Wort. Wärme. Kuschlig. So warm, dass man in besagter Unterhose ohne Kälteschock vom Schlafzimmer unter die Dusche kommt. Aber nein. Wir müssen uns alle den Gegebenheiten der im öffentlich-redlichen Fernsehen verkündeten Wohltaten unserer bunten und schwer diversen und vielfältigen Regierung beugen und dem finsteren Herrscher von Mordor den ausgestreckten Solidaritätsmittelfinger zitternd mit klammen Haaren zeigen. Unser Symbol des Widerstands sei der Waschlappen und die ungeheizte Wohnung. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass Menschen, die doch dem „Wohl des deutschen Volkes“ verpflichtet sind, dieses ohne Sprengmittel zurück in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts bomben. 

Frieren für die Rettung des Regenwaldes und der Ukraine

Wir auf dem Land haben Glück! Wenn die Pumpwerke ausfallen, dann wird wenigstens der kleine Bachlauf auf dem Grundstück uns etwas Wasser liefern, und wir haben auch noch ein wenig Holz in der Garage sitzen, das wir verfeuern, bevor wir den Möbeln zu Leibe rücken. Bei den Städtern, die ungefähr 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ausmachen, sieht es dagegen mau aus. Da wird es dann öffentliche Speisungen und Wärmestuben geben – und das ganz ohne dass die Engländer eine Seeblockade gegen uns verhängt haben. Wir haben einen Garten, der wenigstens einen kleinen Grundstock an Nahrungsmitteln liefern kann, und irgendwo werde ich im schlimmsten Fall ein Notstromaggregat und ein paar Hühner auftreiben können, wenngleich damit immer noch die Frage des Diesels für jenes Hilfsgerät offenbleibt. Ich sehe mich schon mit einem Schlauch im Mund an den Tanks irgendwelcher osteuropäischen LKW hängen, um mir meinen Anteil der von jenen nicht gezahlten KFZ-Steuer zu sichern. 

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Isar II könnte noch etwas länger am Netz bleiben, um die Hähnchen in den Tiefkühltruhen mit minus 20 Grad statt mit minus 22 Grad einzufrieren, wenngleich der TÜV da jetzt doch einige Bedenken hat und die Gasspeicher sind wie von Zauberhand zu 90 Prozent gefüllt. Dem im Weg steht allerdings die grüne Basis, für die nach biologischen Gesetzen auch keine physikalischen Gesetze gelten und die sich in der Ignoranz üben, so ein bisschen vor sich hinfrieren in Deutschland wird die komplette Welt einschließlich Regenwald und Tigern und der Ukraine retten. Ich will mich nicht beschweren, den Leuten in Bhutan oder besagter Ukraine oder Somalia geht es schlechter, die bekommen nicht einmal Raketenwerfer für lau, es ist nur so, dass ich dieses Land ganz anders kennengelernt habe und auf meine alten Tage wenig Lust verspüre, mich in die Schlange an der Tafel einzureihen, obwohl sich mein Land nicht im Krieg befindet – also, außer mit sich selbst. 

Aber bitte: Die laute Minderheit hat die Pappnasen von SPD über die Grünen bis hin zur FDP in die Regierungsverantwortung gehoben, weil die Union sich den falschen Mann zur falschen Zeit als Kandidaten herausgesucht hat. Wobei ein Merz auch noch keine Union macht und so tut, als seien die letzten beiden Jahrzehnte keine Unionsjahrzehnte gewesen. Das Misstrauen gegen die immer noch vermerkelte Union sitzt so extrem tief, dass es schon bürgerliche Notwehr ist, die AfD zu wählen, die an Geistesgigantismus und Dilettantismus durchaus in einer Liga mit den Grünenden und der Linken spielt. Und alle sechs mal mehr, mal weniger im Bundestag vertretenen Parteien scheinen sich zum Ziel gesetzt zu haben, den Wohlstand Deutschlands zugrunde zu richten – nur über den richtig falschen Weg besteht Uneinigkeit.  

Ich streichle zärtlich meinen Viessmann-Brenner. Der Kaminkehrer hat ihn abgenommen. Er ist mit den Werten unseres Ölmonsters zufrieden. Sie tut ihren Job. Wie die letzten dreißig Jahre und wie ich. Gute alte deutsche Wertarbeit. Mehr wollten wir doch eigentlich nicht. Wir kommen da durch, die Viessmann und der Schatz und die Katzen und ich. Vielleicht heizen wir das Bad und setzen uns ansonsten mit dicken Wollpullis in Übergrößen, einem leckeren Heißgetränk und Wurstbroten in der saukalten Wohnung vor den Fernseher und sehen damit aus wie die Werbung für einen Teeproduzenten. Nur, dass kein PoC-Kind dabeihockt. Danke, Ampelregierende. Ihr lasst uns wieder fühlen, wie schön unser Wohlstand einst war. 

Foto: Pixabay

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Wolf Hagen / 23.09.2022

Währenddessen demonstrieren wieder die dummen degenerierten Mittelstandsblagen von FFF für irgendeinen unsäglichen Bullshit, den dann unsere, ebenfalls ziemlich ungebildete und lebensunerfahrene Bundesregierung, begeistert aufnehmen und in absurde Realität verwandeln kann. Übrigens so ziemlich rassisch rein, das heißt, so gut wie ohne die zwar ebenfalls ziemlich dummen, aber dafür viel gewaltbereiteren Blagen mit Migrationshintergrund. Die bereiten sich auf ihre ihnen kulturell vertrautere Weise auf das was kommen mag vor, nämlich mit dem Schleifen von Messern, der Vorratshaltung von Potenzmitteln, Jogginghosen und Haargel, sowie dem Auswendiglernen des Koran. Ich fürchte, unsere äußerlich weiße und innerlich rot-grüne Jugend wird dann bald schnell lernen müssen, was Wehrlosigkeit in der Realität bedeutet. Nur werden sie das Gelernte dann nicht mehr umsetzen können… Diesbezüglich musste ich wirklich lachen, als Innenministerin Nancy Faeser neulich davon faselte, Zustände auf den Straßen, wie in einigen Nachbarländern z.B. Schweden, verhindern und vermeiden zu wollen. Das zeigt wie realitätsfern die Dame ist, ungefähr genauso fern, wie von den NOGO-Areas deutscher Großstädte, die sie offensichtlich noch nie betreten hat, bzw. wenn dann nur mit eigener Hundertschaft, den Personenschützern vom BKA und einem SEK.

Peter Wachter / 23.09.2022

Liebe Mitbürgende, habt ihr´s diese Woche mitgekriegt, da ist ein “Schneeflöckchen” in die Alpen gegangen, wollt´ den Klimawandel fotografieren und dokumentieren, hat sich aber verlaufen, wie Hänsel und Gretel, nur in einer Person, dann hat er um Hilfe gerufen, komischerweise hatte er Empfang, er wäre verletzt, aber nicht körperlich, nur seelisch, wann man ihn endlich rettet, er möchte heim zu Mutti, dann rieß die Verbindung ab und er ward nicht mehr erreichbar. Riesenrettungsaktion, u.a. mit Hubschrauber, nach vier Tagen, nachts bei minus 15 Grad, würde die Überlebenschance proportional zu den Außentemperaturen tentieren. Kein Mitleid von mir. Aber vielleicht wird er berühmt, wenn man ihn in tausend Jahren findet, mit dem Smartphone in der Hand.

Nico Schmidt / 23.09.2022

Sehr geehrter Herr Schneider, erst wollte ich Sie hoch leben lassen, wegen kultureller Aneignung und so. Dann habe ich festgestellt, dass ich auch schon sei 40 Jahren das Joch ziehe, allerdings nicht klaglos. Gemeckert habe ich genug und wurde stets belächelt. Also, das Belächeln ist mir vergangen und ich schau mal, was der Weinkeller noch inflationsbereinigt hergibt. Prost, Sie alter FDP-Mann Nico Schmidt

Emmanuel Precht / 23.09.2022

@M.Berke Genau so! Wenn der Mohammed aus der Stadt auf der Suche nach Beute ist, um all die kleinen Aisches und Machmuts zu versorgen, ist das weit hörbare Tuckern des Aggregates in der Nacht ein verlockendes Angebot. Die Anschaffung eines Pumpgewehres aus dem Dunkelnetz mit ausreichend Munition ist da sicherlich ein guter Gedanke. Noch kann man das via DHL oder anderen Lieferdiensten bekommen. Weiter ist während der Nacht Verdunklung des Hauses anzuraten. Wohlan…

Martin Schumann / 23.09.2022

Sehr geehrter Herr Schneider. Es begann bereits mit Gerhard Schröder und Joschka Fischer. Mit deren Windradwende hat eine unglaubliche Vernichtung von Volksvermögen begonnen, für die D früher Zweifrontenkriege hat führen müssen. Seither führt jede deutsche Regierung Krieg gegen ihr eigenes Volk, welches die Typen immer und immer wieder wählt. Bei Ihren Aussagen zur AfD kann ich mir nicht vorstellen, dass Sie je eine Rede von bspw. Alice Weidel gehört haben. Die Politiker der AfD sind doch die einzigen, die den Schwachsinn beim Namen nennen, dagegen ankämpfen, und das mit persönlichen Anfeindungen bezahlen. Die einzige Chance, die D noch hat, ist 50% AfD.

RMPetersen / 23.09.2022

Mein Viessmann-Kessel ist von 1987, der Schornsteinfeger ist immer noch zufrieden. Dem freundlichen Druck von freundlichen Nachbarn, auf Erdgas umzustellen (- “Den Heizölraum kann man doch besser nutzen.”) habe ich widerstanden und halte die 4.000-Liter-Tank möglichst voll. Eine Handpunmpe habe ich mir auch besorgt für den Fall, dass die Tankstellen ausfallen. (Nein, war nur Scherz, mit Heizöl Auto fahren wäre illegal, kommt also überhaupt nicht in Frage. Würde ich auch nie machen, Schlappie.) Einen Diesel-Geerator habe ich schon vor drei Jahren gekauft und lasse ihn gelegentlich laufen; für den Strom für Heizanlage und den Kühlschrank reichts, auf für eine Kochplatte. Für die Nutzung mehrer Kochplatten plus Backofen müssten Heizung und Kühlung mal zurück gestellt werden. Längere Zeit den Diesel-Generator laufen zu lassen in der Stromkrise würde ich nicht empfehlen, es sei denn die Anlage ist akustisch supergedämmt. Habeck wird möglicherweise ein Verbot erlassen und zur Denunziation aufrufen. Wenn nicht,, könnten böse Buben sich selbstbedienen wollen. Das beste: Weit weg von Deutschland.

Heike Olmes / 23.09.2022

Nicht jammern! Genießt einfach, was ihr gewählt habt! Das gilt insbesondere für diejenigen, die Schiss hatten die AfD zu wählen und auf die Restvernunft der FDP hofften.

Peter Wagner / 23.09.2022

Nun, lieber Herr Schneider, Man(n) und kleine Frau könnten auch auf die Straße gehen, um zu protestieren und den Idioten die Stinkefinger zu zeigen - oder sämtliche C-Maßnahmen und sonstige Schikanen ständig unterlaufen und aktiv boykottieren. Fleisch grillen, schön heizen und täglich baden. Es gibt soviel Gutes zu tun - wohlan.

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