Zehntausende Marokkaner stürmten die Grenze von Ceuta, einer Enklave, die Spanien seit Jahrhunderten besetzt hält. Fast augenblicklich machten spanische Kommentatoren und Medien Juden dafür verantwortlich. Sie behaupteten, es gebe eine Verschwörung, die auf eine Reihe von Artikeln zurückgehe, die ich im März 2026 geschrieben hatte und in denen ich Marokko dazu aufrief, einen „Grünen Marsch“ zur Rückgewinnung von Ceuta und Melilla zu veranstalten. Ein Tweet vom 30. Juli mit der Bemerkung: „Wenn Spanien die besetzten Gebiete Ceuta und Melilla ihrer rechtmäßigen marokkanischen Souveränität zurückgeben würde, befände sich Madrid jetzt nicht in diesem Schlamassel“ löste in Spanien Empörung aus – obwohl diese Aussage auf den ersten Blick zutrifft. Ceuta und Melilla sind Schwachstellen der europäischen Sicherheit, ungeachtet nachgelagerter Identitätskontrollen.
Die spanische Reaktion zeigt, dass nicht nur die spanische Regierung, sondern auch ein großer Teil der spanischen Gesellschaft weder Ironie noch die Heuchelei Spaniens versteht. Gleichzeitig besteht ihre reflexhafte Reaktion darin, eine antisemitische Verschwörungstheorie zu übernehmen, wonach Juden angeblich einen Plan ausgeheckt hätten, um Marokkaner zu manipulieren – denen man offenbar keine eigene Handlungsfähigkeit zutraut. Dabei kann kein Spanier auch nur den geringsten Beleg dafür vorlegen, dass Juden, Israelis oder Denkfabriken Kontakt zu einem einzigen Marokkaner aufgenommen hätten. Denn einen solchen Beleg gibt es nicht. Die Spanier wissen es einfach – so wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan einfach weiß, dass Juden Telekinese gegen ihn einsetzen und die frühere Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene einfach wusste, dass jüdische Weltraumlaser für die Waldbrände in Kalifornien verantwortlich seien.
In der allgemeinen Empörung geht die Tatsache unter, dass die Politik von Ministerpräsident Pedro Sánchez die Krise antreibt. Seine Massenamnestie für Migranten fördert zweifellos weitere Migration, weil sie die Erwartung weckt, dass es auch künftig Amnestien geben werde. Ebenso könnte seine Annäherung an Algerien dazu geführt haben, dass ein sich missachtet fühlendes Marokko einfach untätig blieb. Auch Europa könnte eine gewisse Verantwortung tragen. Schließlich setzt die Türkei Migrationsströme regelmäßig als Druckmittel ein, um politische Zugeständnisse zu erzwingen. Warum sollte Marokko also nicht ebenso handeln? In diesem Fall gibt es allerdings keinen Hinweis auf ein derart zynisches Kalkül.
Von Eurozentrismus verblendet
Die spanische Darstellung war in ihrer Oberflächlichkeit beschämend. Viele Spanier bestehen darauf, Marokko sei ein neuer Staat, der erst 1956 seine Unabhängigkeit erlangt habe, während Spanien seit Jahrhunderten existiert. Das ist in zweierlei Hinsicht falsch. Erstens: Wenn Marokko erst nach seiner Befreiung von der französischen Besatzung zu einem Staat wurde, müsste dann nicht auch die Besetzung Spaniens durch das napoleonische Frankreich dessen gesamte frühere Geschichte auslöschen?
Die gegenwärtige Dynastie Marokkos führt ihre Existenz auf das Jahr 1631 zurück. Das Standardwerk über islamische Dynastien ist Charles Bosworths „The New Islamic Dynasties“. Darin werden mehrere frühere Dynastien aufgeführt: angefangen bei den Idrisiden im 8. Jahrhundert über die Almoraviden des 11. und 12. Jahrhunderts bis zu den Almohaden, die ihnen folgten und mehr als ein Jahrhundert herrschten. Spanien drängte schließlich die Wattasiden zurück, die Marokko und den zentralen Maghreb bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts beherrschten.
Die spanische Behauptung, Ceuta und Melilla seien bei ihrer Einnahme terra nullius, also Niemandsland, gewesen, deutet darauf hin, dass das spanische Bildungswesen von Eurozentrismus verblendet oder vielleicht sogar rassistisch geprägt ist. Ceuta und Melilla anschließend als „integralen“ Bestandteil Spaniens zu bezeichnen, ist im Übrigen irrelevant. Schließlich war auch Algerien einst ein integraler Bestandteil Frankreichs, und Irland gehörte zum Vereinigten Königreich.
Was ist nun mit dem Argument, Ceuta und Melilla seien heute – unabhängig davon, wie Spanien sie erworben hat – vollständig spanisch und dies bereits seit Jahrhunderten? Wer dieses Argument akzeptiert, erklärt damit ethnische Säuberungen für hinnehmbar, solange sie nur vollständig durchgeführt werden. Glücklicherweise stützen nur wenige Staaten ihre Politik auf derartige Überzeugungen – abgesehen von Aserbaidschan im Hinblick auf Bergkarabach und China im Hinblick auf Ostturkestan und Tibet.
2017 forderte der Ministerpräsident die Rückgabe Gibraltars an Spanien
Obwohl ich seit fast einem Jahrzehnt weder Israel noch Marokko besucht und beinahe ebenso lange keinen nennenswerten Kontakt zu einer der beiden Botschaften gehabt habe, war ich in diesem Zeitraum mindestens fünfmal in Spanien, meistens in Rota und dessen Umgebung. Aber wer bin ich schon, dass ich solche Tatsachen einer schönen Verschwörungstheorie in die Quere kommen ließe, wonach Israel die Analysten von Denkfabriken kontrolliert?
Warum haben dann sowohl Mitarbeiter von Denkfabriken als auch israelische Regierungsvertreter auf Spaniens Heuchelei hingewiesen? Vielleicht einfach deshalb, weil sie so offensichtlich ist: Spanien delegitimiert Israel zugunsten eines Staates, der zuvor niemals existiert hat, bezeichnet Jerusalem als besetzt und unterhält gleichzeitig afrikanische Außenposten, die nur deshalb bestehen, weil Spanien im wörtlichen Sinne ein „siedlerkolonialer“ Staat war und noch immer ist.
Die Heuchelei reicht noch weiter: Spanien beklagt sich darüber, dass Migranten die Grenze von Ceuta stürmen, während die spanische Marine gleichzeitig eine Flottille eskortierte, deren erklärtes Ziel es war, illegal in den Gazastreifen einzudringen. Zugleich fordert Spanien den Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest wegen eines angeblich begangenen Völkermords. Dabei scheint man sich nicht bewusst zu sein, dass angesichts der Streitigkeiten um Ceuta und Melilla derselbe Präzedenzfall auch auf die spanische Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft angewandt werden könnte.
Internationale Beziehungen sind kompliziert. Sánchez war nicht der einzige spanische Regierungschef, der Madrid dem Vorwurf doppelter Standards aussetzte. Im Jahr 2017 forderte der konservative Ministerpräsident Mariano Rajoy vor dem Hintergrund des Brexits die Rückgabe Gibraltars an Spanien. Dabei schien er nicht zu bedenken, dass derselbe Präzedenzfall auch auf Ceuta und Melilla angewandt werden könnte. Dass Analysten bereits sechs Jahre vor der Gaza-Krise auf diese Heuchelei hingewiesen hatten, wirft die Frage auf, weshalb so viele Menschen unterstellen, Israel oder das Weltjudentum seien daran schuld.
Während spanische Regierungsvertreter auf jede Diskussion über eine „Befreiung“ Ceutas und Melillas empört reagieren, könnte sich das spanische Außenministerium auch fragen: Warum hat Spanien Washington verloren? Liegt es nur daran, dass Sánchez und Präsident Donald Trump einander verachten? Oder könnte es auch daran liegen, dass Spaniens diplomatische Vertretung zu den untätigsten in Washington gehört?
Wenn die Kritik an Spanien und seiner Haltung zu Ceuta und Melilla Madrid überraschte, dann nicht deshalb, weil solche Argumente plötzlich neu aufgekommen wären. Der Grund liegt vielmehr darin, dass die spanischen Diplomaten in Washington offenbar eine permanente Siesta halten und sich ganz offensichtlich niemals mit intellektuellen Strömungen auseinandersetzen, die europäischen Regierungsvertretern nicht gefallen.
Wenn die Spanier darüber frustriert sind, dass die Welt die Dinge nicht aus ihrer Perspektive betrachtet, liegt das eher an ihrer eigenen Blindheit und Heuchelei als an irgendeiner großen jüdischen Verschwörung. Dass so viele spanische Intellektuelle nicht in der Lage sind, dies zu erkennen, ist allerdings bezeichnend.
Dieser Beitrag erschien zuerst im Middle East Forum hier.
Michael Rubin ist auf den Iran, die Türkei und das Horn von Afrika spezialisiert. Zu seiner beruflichen Laufbahn gehört eine Tätigkeit als Mitarbeiter des Pentagon. Außerdem sammelte er Erfahrungen vor Ort im Iran, im Jemen und im Irak und hatte bereits vor den Terroranschlägen vom 11. September Kontakte zu den Taliban. Rubin war darüber hinaus in der militärischen Ausbildung tätig und unterrichtete Einheiten der US Navy und des US Marine Corps über regionale Konflikte und Terrorismus. Zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten gehören mehrere bedeutende Veröffentlichungen, darunter „Dancing with the Devil“ und „Eternal Iran“. Rubin erwarb an der Yale University einen Doktortitel und einen Masterabschluss in Geschichte sowie einen Bachelorabschluss in Biologie.
Die Wattasidenherrschaft in Fés konnte aus der Luxusgüterherstellung durch die Granada-Flüchtlinge nicht mehr profitieren. Es zeigte sich der Widerspruch zwischen Luxusgütern bei gleichzeitigem Hunger und Staatszerfall. Sie leißen nicht von der Steuer ab, weil die seit Jahrhunderten im Islam so festgeschrieben war. Das nahm den Staatstreuen die letzten Möglichkeiten zur Erhaltungsinvestition, die Nahrungsproduktion erodierte weiter. Der Handel mit Europa war blockiert, wurde speziell durch die rachsüchtigen Freibeuter / Corsaren unmöglich gemacht. Der Transsaharahandel brachte Salz, Gold, Elfenbein und Sklaven über Sklaven, neue Esser … Das Wattasidenreich verlor dann schrittweise die Fähigkeit Steuern einzutreiben. Aber da die Steuern im Islam festgeschrieben waren, mussten sie jetzt von Anderen kassiert werden. Es begann das Reich der Saadier.
Weder die Wattasiden, noch die Saadie hatten die Herrschaft über Ceuta. Ceuta war ein starker militärischer Vorposten der Portugiesen und später der Spanier.
Ceuta WAR ZU KEINER ZEIT marokkanisch!
Die Umayyadenherrschaft über Nordafrika ist die Blaupause für den Niedergang der „Eurozone“. Steuern und Abgaben wurden nach Gutdünken festgelegt und gnadenlos eingetrieben. Das zwand die Steuerpflichtigen zum Raubbau. Ihnen wurde die Basis für Reinvestitionen genommen indem es gnadenlos abgeschöpft wurde. Das Islamische Steuerrecht war eine überregionale Festlegung, die sich überhaupt nicht darum kümmerte, wie die Werte geschaffen wurden. Die Regeln aus der Levante wurden 1 zu 1 auf Nordafrika mit seinen völlig anderen Wind und Niederschlagsverhältnissen übertragen und ZERSTÖRTE dort die Landwirtschaft. Was die Römer mit systematischer Wasserhaltung, Zisternen und Kanälen aufgebaut haben, haben die Umayyaden bei ihrer Eroberung zum Teil zerstört, den Rest haben sie weiter genutzt, bis es nach jahrhunderten dann völlig zerfallen waren. Das Wasser im Palast hatte VORRANG vor dem Bewässern von Pflanzungen. Die Steuerpflichtigen, wenn sie auch mit RAUBBAU dem Lande nicht mehr genügend abringen konnten, verließen das Gebiet. Die ständigen Kämpfe gegen die Christen in Al-Andaluz dünnte die männliche Bevölkerung der Tributpflichtigen in Nordafrika aus. Das wurde in den Palästen aber est spät erkannt.
Ansonsten brachte der Niedergang des Nasriden-Reiches im Zuge der Reconquista immer wieder technologische Fähigkeiten in das Reich von Fés, in Form geflohener muslimischer Handwerker und Landbauern aus Al-Andalus. Mit dem Fall von Granada 1492 endete auch dieser Technologie-Zustrom. Es blieben nur noch die marodierenden Barbareske-Korsaren, die auf dem Meer die nun christlichen Städte an der spanischen Küste überfielen. Die Wertschöpfung im Reich Fés änderte ab 1492 vollständig den Charakter. Die vielen Flüchtlinge aus Andalusien führten zur „Andalusischen Wissensexplosion“, Seide und Textilien, Metallurgie und Waffenbau, Gartenbau und künstliche Bewässerung setzten wieder ein. Aber es gibg um Sonderfrüchte, Oliven, Citrus, Granatäpfel, Mandeln, Weinbau. Kurze Phase.
Ich verstehe den ganzen Mumpitz nur soweit als das PM Meloni , Anna Schneider , Julia Ruhs und auch Fürstin Gloria von Thurn und Taxis , Alice Weidel und ein paar andere Girls mehr Eier haben als die ganzen EU und nationalen Regierungs -Flachzangen. Meine Stimme habt ihr
Ich bin gegen die Rückgabe von Ceuta und Melilla, aber entschieden für die Räumung mit Übernahme der spanischen Bevölkerung durch Spanien. Und zugleich für Abschiebung illegal nach Europa eingewanderter Marokkaner nach Ceuta und Mellilla. Die beiden Exklaven könnten zu Gefängnisfestungen der EU ausgebaut und massenweise illegale Einwanderer aus Europa dorthin abgeschoben werden. Offen nach Afrika aber geschlossen nach Europa. Auch aus Gibraltar ließe sich was machen. Von mir aus auch mit Monaco. Mögliches Vorbild für weitere solche Festungen an der afrikanischen Mittelmeerküste, in Libyen könnte da was gehen. Ferner gibt es noch zahlreiche Inseln in den Weltmeeren im Besitz europäischer Kolonialmächte, zum Beispiel die Falkland-Malvinas-Inseln. Auch diese könnten geräumt und in Gefängnisfestungen für illegale Einwanderer nach Europa umgebaut werden. Es bräuchte dann keine Asylzentren in Drittländern. Migration nach Europa nur mit Arbeitsvisa für Arbeitskräfte zum Nutzen Europas und das bei Muslimen nur nach offenem Austritt aus dem Islam. Was Israel betrifft, so freue ich mich jedes Mal, wenn judenhassende Muslime dort was auf die Mütze bekommen, auch zum Ausgleich für die unerfreulichen Strafvereitelungen auf unserem degenerierenden Kontinent. Auf dem die sich vermehren, die die Juden für an allem schuld halten, also auch an allem, was in Spanien schief läuft. Weitere Beweise dafür, dass allzuviele Europäer aus der Shoa nichts gelernt haben, sondern so weitermachen wie in den Zeiten vorher, jetzt gemeinsam mit Muslimen.
@A. Ostrovsky
„Ich wundere mich bei der KI immer, mit welchem Brustton der Überzeugung sie absoluten Unsinn erzählt. Weil sie die Probe vergisst. Oder die Probe wird ihr vergessen? Aber normalerweise ist es jedes Mal ein anderer Blödsinn. In sich plausibel, aber mit der Realität komplett auf Krawall bebürstet. Wenn es immer wieder die falsche Behauptung ist, ist es nicht Halluzination der KI, sondern die Bandage des Framings.(…)“ --- Wer mit der KI „redet“, hat die Kontrolle über sein Gehirn verloren.
Nein, Nordafrika war damals, als die Ummayyaden es übernahmen, keine Sandwüste wie die Sahara heute. Es war die Kornkammer des Römischen Reiches. Die Umayyaden brachten kein Wasser in die Wüste, sondern sie veränderten die Art und Weise, wie das vorhandene Wasser genutzt wurde. Am Ende der arabisch-islamischen Herrschaft, also 700 Jahre später, WAR Nordafrika geprägt durch Wüste.
Was wollt Ihr noch? Die Marokkaner sind die rechtmäßigen Eigentümer.
Fragt mal die Wikipedia oder die KI, welche revolutionären Erfindungen die Araber brachten. Es ist eine endlose Aufzählung von Bürokratie und Umverteilung. Aber ihr werdet auch mit Nachfrage nicht herausfinden, WAS die angebaut haben, WO überhaupt, WER überhaupt. Ihr werdet nicht erfahren, welche Art von Nutztieren sie gehalten haben. Das ganze Leben spielte sich im Palst ab und war finanziert durch Steuern. Es ist war scheinbar wie heute in der EU.
Nein, aber wirklich nicht. Wem das Land gehört entscheiden die Menschen die dort leben. Wollen die Spanier in Ceuta Teil von Marokko sein? Nein. Ende der Diskussion.
Gleiches für Gibraltar. Die wollen nicht zu Spanien. Ende. Falkland. Ebenso.
Mir erzählt bitte auch keiner dass ich am falschen Ort lebe. Klar?