Famoser Text eines Palästina-Experten. Wer die Anzahl der rein faktischen Fehler rauskriegt und sie uns mitteilt (plus/minus zwei), nimmt an einer Verlosung teil. Erster Preis: Ein Wochende in Gaza, all inclusive; zweiter Preis: ein Besuch bei Arafts Witwe in Paris; dritter Preis: ein Abendessen Alfred Grosser in der “Coupole”. Auf gehts:
= Seit der Entstehung des Staates Israel im Jahre 1948 leiden die Palästinenser innerhalb Palästinas und in den umliegenden Flüchtlingslagern. Seit mehr als 60 Jahren warten die Palästinenser auf Gerechtigkeit, auf die Durchsetzung der UN-Resolutionen. Obwohl diese Resolutionen ihnen weniger als das Minimum ihrer Rechte zugestehen, haben die Palästinenser alle UN-Resolutionen akzeptiert und anerkannt. Aber Israel verschließt die Augen, wenn es um die Rechte des palästinensischen Volk geht.
Seit mehr als vierzig Jahren leben rund 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen unter der brutalen israelischen Militärbesatzung. Mehr als die Hälfte der Bewohner des Gazastreifens sind Flüchtlinge und leben seit 60 Jahren in Flüchtlingslagern. Etwa 80 Prozent der Palästinenser im Gazastreifen leiden unter Armut und sind von der Hilfe der UNO abhängig. 32 Prozent von ihnen leben mit weniger als zwei Dollar am Tag.
In den letzten sieben Monaten verstärkte Israel nach und nach die Belagerung des Gazastreifens mit der Begründung, dass militante Palästinenser mit dem Abschuss von Bastelraketen aufhören sollen. Sie verlangen das in einem Ton, als besäßen die Palästinenser Vernichtungswaffen oder mindestens 1,5 Millionen Kassamraketen und hätten nichts anders zu tun, als sich mit diesen fliegenden Rohren zu beschäftigen. So hat Israel den Grund für gezielten Mord und die Belagerung des Gazastreifens gefunden. Die Beobachter stellen die Frage: warum morden die Besatzungssoldaten auch in der Westbank, wo keine Raketen abgeschossen werden? Warum werden trotz aller Vereinbarungen in Anapolis weiterhin Siedlungen gebaut?
Man versucht die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Israel vor zweieinhalb Jahren den Gazastreifen verlassen hat. Aber Israel kontrolliert nach wie vor alle Grenzübergänge. Niemand darf ohne die Genehmigung der israelischen Besatzungsarmee ein- oder ausreisen. Patienten, die wegen notwendiger Behandlungen ins Ausland reisen müssen, haben nur den Übergang von Rafah und müssen dort warten oder sterben. Die Bewohner des Gazastreifens dürfen nur dann essen, wenn Israel die UN-Lieferung der Lebensmittel zulässt.
Wie israelische Zeitschriften schrieben, hat am 20.01. der Verteidigungsminister Barak in der Sitzung der israelischen Regierung stolz erklärt, dass die israelische Armee im Libanonkrieg 119 Soldaten verloren hat, aber er könnte innerhalb von zwei Monaten 150 Palästinenser ermorden lassen.
Mitte Januar berichtete der Shabak-Chef Yuval Diskin seiner Regierung, dass innerhalb von zwei Jahren fast 1000 Palästinenser getötet wurden. Der Kommandeur der israelischen Besatzungsarmee im Norden des Gazastreifens nennt die Ermordung von 19 Palästinensern an einem Tag, am 15.01.2008, als sehr erfolgreich.
Dazu kommen noch die aktuellen Meldungen über die Blockade des Gazastreifens. Der Alltag gezielter Morde, von Verhaftungen; des Aushungerns eines ganzen Volkes, der Behinderung der Bewegungsfreiheit und vieles mehr gelten international als reine Verbrechen. Oder sind Kollektivstrafen kein Verbrechen gegen die Menschheit? Die offizielle Politik der israelischen Besatzung ist unmoralisch und eine Schande für die zivilisierte Welt. Alles geschieht unter den Augen zahlreicher Journalisten, die in der Region tätig sind, wie beispielsweise die Israelis Gideon Levy und Amira Hass.
Manche Staaten, z. B. wie Kuwait, Irak oder der Sudan, erlebten grausame Kriege und Konflikte. Dies hat heftige internationale Reaktionen der USA und der EU im UN-Sicherheitsrat hervorgerufen. Kriege wurden im Namen der UNO gegen den Irak geführt. Sanktionen wurden im Namen der UNO gegen den Sudan verhängt. Aber wenn es um die Palästinenser geht, hören die Muslime bzw. die Araber nur folgenlose internationale Forderungen an Israel.
Die Forderungen nach der Aufhebung der Blockade des Gazastreifens bleiben ohne internationale praktische Maßnahmen wertlos. Die verurteilenden Erklärungen der EU-Staaten, darunter Deutschlands, die sowieso selten sind, haben keine Bedeutung ohne eine klare und strenge begleitende internationale Haltung. Sonst schaffen die Ereignisse in Palästina und das Nichtstun gegen die israelische Besatzungsmacht eine günstige Atmosphäre für das Wachstum des Terrors nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in der gesamten Welt. Oder ergeben sich aus den Resolutionen des Sicherheitsrates etwa nur Pflichten für die Araber? Sind die Sanktionen nur für die Araber und die Muslime gedacht? =
Maher Fakhoury, Vorsitzender der Vereinigung der Freunde Palästinas