Nicht die Besatzung Gazas ist der Grund für den Hamas-Terror, sondern im Gegenteil ihre Beendigung im Jahr 2005. Erst seitdem sie nach Belieben schalten und walten können, stellen die Nationalislamisten eine wirkliche Gefahr dar.
Seit die Hamas am 7. Oktober den Krieg begann, der hoffentlich der letzte in Gaza sein wird, ist allenthalben wieder jede Menge Mist zu hören. Dazu zählt unter anderem die abenteuerliche Behauptung, die Hamas sei „von Israel gegründet worden“, um die Fatah Yassir Arafats zu schwächen. Was natürlich veritabler Bullshit ist: Die Hamas ist ein Ableger der Muslimbruderschaft, die wiederum bereits 1928 (!) in Ägypten gegründet wurde, eine radikalislamische und judenfeindliche Bewegung, die die Herrschaft des Islam auch im Westen anstrebt und Ableger in mehreren arabischen Staaten hat. Ihr Motto laut ihres Gründers Hassan Al-Banna: „Gott ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unsere Verfassung. Der Dschihad ist unser Weg. Der Tod für Gott ist unser nobelster Wunsch.“
Und das gilt 1:1 auch für die Hamas, bis auf den heutigen Tag, man lese nur ihre Charta. Merke: Um zu verstehen, was diese Brüder treiben, muss man ihnen nur selbst zuhören statt orientverliebten Erklärbären wie Michael Lüders oder Udo Steinbach.
Noch verbreiteter als der „Israel-hat-die-Hamas-gegründet“-Mythos ist der von der „Besatzung“ als Grund des palästinensischen Konflikts. In aller Kürze: Das, was heute Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien ausmacht, war nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches britisches Mandatsgebiet. Von diesem schnitten die Briten 1923 gut 70 Prozent ab und gaben es dem Stamm der Hashimiten, so entstand das Königreich Transjordanien. Der Rest, das Land westlich des Jordans, sollte später aufgeteilt werden in einen israelischen und einen weiteren arabischen (heute würde man sagen: palästinensischen) Staat. Die Araber lehnten den Plan von November 1947 ab und begannen den Krieg.
Den jedoch Israel gewann. Allerdings besetzte Ägypten den Gazastreifen und Jordanien die Westbank. Hier hätte in den fast 20 folgenden Jahren nun ein „Palästinenserstaat“ entstehen können, aber das war nie beabsichtigt. Die PLO wurde 1964 gegründet, also drei Jahre vor (!) dem Sechstagekrieg. Von wem wollte sie Palästina wohl „befreien“ und was war mit Palästina gemeint?
Die Besatzung ist beendet, der Terror eskaliert
Im Juni 1967 eroberte Israel in einem ihm aufgezwungenen Präventivkrieg das Westjordanland und den Gazastreifen. In der siebenseitigen Titelgeschichte des Nachrichtenmagazins Der Spiegel unmittelbar nach dem Sechstagekrieg kamen die „Palästinenser“ und die „Palästinensergebiete“ nicht ein einziges Mal vor, da war selbstverständlich von Arabern und Jordanien die Rede. Die „Besatzung“ hielt bis 1994 („Gaza-Jericho-Abkommen“) an, dann wurden der Gazastreifen und der Löwenanteil aller bewohnten Palästinensergebiete in der Westbank Arafats Autonomiebehörde übergeben. 2005 zog sich Israel vollständig aus dem Gazastreifen zurück und riss auch sämtliche Siedlungen ab. Von da an wurden permanent Raketen auf Sderot und andere israelische Ortschaften in Grenznähe abgefeuert.
Ein Jahr später wählten die Palästinenser mehrheitlich Hamas statt Fatah, und Erstere warf Letztere im folgenden Jahr mit brutaler Gewalt aus dem Gazastreifen. Unter anderem wurden gezielt Zivilisten getötet, politische Gegner und Geiseln hingerichtet und Gefangene von Hochhäusern geworfen. Nun bauten die Nationalislamisten ihre Terrorinfrastruktur auf, ohne jede Rücksicht auf die Bewohner. Dass sie das konnten, ist also keine Folge der Besatzung, sondern eben der Beendigung der Besatzung, denn unter israelischer Herrschaft hätten keine 40.000 Terroristen freie Hand gehabt, Tunnel zu graben, die zusammengenommen länger sind als das Londoner U-Bahn-Netz, Berge an Munition zu horten, tausende Raketen zu bauen oder ins Gebiet zu schmuggeln, schwerbewaffnet durch die Straßen zu paradieren und antijüdische Hetze in Schulen, in den Moscheen und im Fernsehen zu betreiben.
Der Autor kann sich erinnern, dass Ende der 1990er Jahre ein alter israelischer Freund berichtete, Ashraf, ein Mann aus Gaza, der hin und wieder bei ihm arbeitete, habe ihm erzählt, wie beschissen es ihm und seiner Familie ging. Da war der Gazastreifen noch nicht ganz geräumt, aber längst Autonomiegebiet. Die Fatah-Terroristen bestellten junge Frauen auf ihre Polizeistationen, ein Vater, der sich deswegen beschwerte, wurde halbtot geprügelt. Ashraf sagte damals: „Ich wünschte, Sharon würde seine Panzer kommen lassen und Gaza wiederbesetzen.“ Die Wahrheit ist: Als Gaza noch besetzt war, ging es den Leuten dort besser. Der größte Fehler war, die Palästinenser in die Selbstverwaltung zu entlassen, ohne dass eine Zivilgesellschaft vorhanden gewesen wäre oder irgendwelche demokratischen Parteien. Stattdessen übernahmen Fatah und Hamas die Macht, zwei grausame Terrororganisationen, durch und durch korrupt und vom Krieg gegen Israel besessen. Ihnen haben die Palästinenser ihr Debakel zu verdanken, niemandem sonst.
Claudio Casula arbeitet als Autor, Redakteur und Lektor bei der Achse des Guten.
Beitragsbild: Hoheit Ervaude CC BY-SA 2.0 de via Wikimedia Commons

Vielleicht sollte 2005 endlich einmal die Unfähigkeit zur Bildung eines eigenen Staates aufgezeigt werden, sowohl den palästinensischen Arabern sich selbst als auch den träumenden Völkern überall sonstwo. Außerdem ist es gut möglich, daß jeder Millimeter jedes Tunnels zeitnah den Geheimdiensten bekannt ist, womit nur die darin festgehaltenen Geiseln den Zugriff behindern würden.
Super-Artikel, funktioniert als Serie. Fakten auf’s Tableau gebracht. Punkt. Danke Herr Casula.
Israel war 1948 viel zu anständig, die Araber nicht umzusiedeln. Sie hätte das vorletzte Kapitel des Buches Joshua beherzigen müssen… Für mich war der Rest an Sympathie für die Palestiner 1972 erledigt. Nur die denkfaulen und geschichtsvergessenen Gefolgsleute der Kanzler Willy, Gerhard und Angela hechelten den Mördern in ihrer falsch verstandenen christichen Nächstenliebe nach, gaben denen zur Belohnung für das zahllose Morden 1999 die deutsche Staatsbürgerschaft und unermeßlich viel Geld bis heute und weiter. Ihr Angedenken sei ausgelöscht. Shabat Shalom
Der Islam toleriert keinen anderen Glauben in seiner Nähe, denn dies ist im Koran für alle Ewigkeit niedergeschrieben. So lange die Tötungsbefehle nicht aus dem Koran verschwinden (und das dürfen sie nicht, weil es Allahs Wille ist) werden alle Fremd- und Ungläubigen niemals gemeinsam mit Muslimen sicher leben können. So lange Adolf Hitler in der muslimischen Welt als Held und nicht als Massenmörder wahrgenommen wird ändert sich nichts. So lange Kompromißbereitschaft von Muslimen als Schwäche wahrgenommen wird ändert sich nichts. Mit diesem Islam kann es keine Verständigung geben, denn er wurde von Mohammed (dem Allah die Satanischen Verse in die Feder diktierte) für alle Ewigkeit geschrieben – nichts daran darf verändert werden! Die großen wissenschaftlichen Entdeckungen der Araber, von denen die Europäer angeblich immer noch partizipieren, endeten (laut Wikipedia) im 12 Jahrhundert. Seitdem herrscht irgendwie Stillstand und der Erfindungsreichtum beschränkt sich scheinbar darauf, den Islam mit Feuer und Schwert in jeden Winkel der Welt zu tragen. Man muß dafür nur die Liste der Nobelpreisträger ansehen – kein Preis, keine bedeutende Erfindung kommt aus der muslimischen Welt. Säße sie nicht auf den begehrten Bodenschätzen, dann wäre die muslimische Welt heute völlig bedeutungslos. Und diesen Minderwertigkeitskomplex kompensieren sie, indem sie den Ungläubigen zeigen, daß sie stärker sind, daß sie ihnen das Leben und alles andere wegnehmen können. Ist das eine Grundlage für ein friedliches Zusammenleben? Nationalsozialisten und Nationalislamisten haben insofern viel gemeinsam.
@Ilona Grimm: Ich habe mir mehrere Interviews mit dem „Son of Hamas“ bei amerikanischen Nachrichtensendern angeschaut. Vor allem seine Idee, die Israelischen Streitkräfte sollten die Hamas in ihren unterirdischen Tunneln, die sich schwerpunktmäßig im Norden Gazas befinden, mit Gas ausräuchern [sic!] finde ich nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Symbolik extrem irritierend. Meine (sehr intuitiv gewonnene) These: Die Hamas (und diejenigen, die im Hintergrund die Fäden ziehen) hat möglicherweise geplant, sich selbst und möglichst viele „Zivilisten“ im Gazastreifen für die große Lüge zu opfern, Muslime seien die neuen Juden. Und wehe, wenn diese Sichtweise nicht akzeptiert wird, dann kommt der Islam in seiner brutalsten und dunkelsten Form zum Vorschein. Leider bin ich in iranischer Geschichte nicht bewandert genug: Aber war es nicht sogar Khomeini selbst, der diese Strategie eines zynischen Opferspiels entwickelt hat?
Ich bin aufgewachsen mit der Ringparabel, habe mich stets begeistert für das Projekt „Weltethos“ des Theologen Hans Küng, aber diese sehr dominante menschenverachtende, nihilistische Seite des Islam lässt mich frösteln und ich weiß nicht, wie eine auf Verletzlichkeit gegründete Kultur den Vertretern einer Religion entgegentreten kann, für die Kultur nur Politur ist, um es mit Moses Mendelssohn zu sagen.
@Lutz Herrmann : „Flächenbombardements gibt’s nicht. Sind ja keine Russen, die Israelis“ . Ich erlag einer optischen Täuschung . Natürlich handelt es sich um einzelne wenige Präzisionsschläge . Aus größerer Entfernung sah das Ergebnis zunächst allerdings sehr ähnlich aus …
Nun, einfache Lösungen sind nicht falsch, nur weil sie einfach sind – auch die Wahrheit ist nicht nur einfach; sie muß es sogar sein, weil ansonsten die Mehrheit an ihr nicht teilhaben könnte. – Einfach nur duie Grenzen schließen; keiner rein, keiner raus, nichts rein, nichts raus, der Vollständigkeit halber eine Luft- und Seeblockade. Das läßt sich mit einer funktionierenden Wehrmacht (also nicht mit der Bundeswehr) innert 24 Stunden organisieren und durchführen (die Ägypter tun dies mW. bereits). Natürlich muß man Blockadebrecher auf See und in der Luft abhalten. Dann gebe ich Gaza und der Hamas gerade einmal sechs,, vielleicht acht Wochen.