Gastautor / 26.05.2016 / 06:10 / Foto: Policia Nacional / 5 / Seite ausdrucken

Europameisterschaft: Willkommenskultur für gegnerische Tore!

Von Marei Bestek

Dieses Jahr blicke ich mit besonderer Vorfreude auf die Fußball-Europameisterschaft. Wie ich letzten Sommer am eigenen Leib erfahren durfte, offenbart man mit Aussagen wie „Ich liebe mein Land und lebe gerne hier“ einen tiefsitzenden Rassismus und marschiert ab sofort als Rechtspopulist, wenn nicht sogar als Rechtsextremist durch das Leben. Getreu dem Motto: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert!“ habe ich im Juni also keinerlei Probleme damit, die deutsche Nationalmannschaft anzufeuern.

Nun frage ich mich aber seit längerem, wie Grün-Linke und Politisch-Korrekte eigentlich mit diesem Gewissenskonflikt umgehen? Laufen sie dann urplötzlich auch wieder mit Deutschland-Fahnen herum, was sonst nur Björn Höcke und dem deutschen „Pack“ vorbehalten war? Sind wir dann wieder alle Deutschland und das Land ist „schwarz, rot, gold“? Wer hat sich sowas wie eine Fußball-Europameisterschaft überhaupt ausgedacht? Schließlich sind doch alle Menschen gleich, unterschiedliche Völker und Kulturen gibt es nicht. Ganz schön verrückt, dass wir sie trotzdem gegeneinander antreten lassen.

Wettbewerb - echt krass!

Pünktlich zum ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft am zwölften Juni können also alle Grünen und Linken einen vierwöchigen Urlaub von ihrer politischen Gesinnung nehmen und ihren gut versteckten Nationalstolz hervorkramen, um ihn grölend in Kneipen, Biergärten und Fanmeilen zur Schau zu stellen. Diese ganze Farce beginnt ja eigentlich schon vor dem Spiel, wenn die deutsche Nationalhymne erklingt und sich urplötzlich alle verschränkt in den Armen liegen und etwas von „Einigkeit und Recht und Freiheit“ singen, genau den Dingen also, mit denen wir es im Moment ja nicht allzu genau nehmen. Und irgendwo mittendrin im Stadion wird wahrscheinlich auch Ehren-Fan und Fußball-Mutti Merkel sitzen und bei jedem Tor vor Entzückung in die Luft springen.

Die Frage ist natürlich, ob dieses Jahr überhaupt deutsche Tore fallen werden. Denn dürfen wir besser sein als andere? Ist es nicht total ungerecht, wenn es Mannschaften gibt, die schlechter sind als wir? Daher schlage ich vor, dass nach jedem Tor, das die deutsche Nationalmannschaft schießt, eine 5-minütige Spielunterbrechung erfolgt und sich die deutschen Spieler bei den Spielern der gegnerischen Mannschaft entschuldigen. Die deutschen Fans sollten derweil die Hymne des Gegners anstimmen, um diesen zu motivieren. Überhaupt sollten wir immer mit Flagge und Trikot unseres Konkurrenten auflaufen und den Schwächeren unterstützen. Schließlich ist es ganz schön rassistisch, wenn man nur für eine Mannschaft ist. Und dann auch noch die des eigenen Landes!

Fußball ist wie Pegida – nur schlimmer!

Fußball ist wie Pegida – nur mit Bier! Es ist schon extrem seltsam, dass wir seit Jahren eifrig vom grün-linken Zeitgeist unterrichtet werden, dass Leistungsprinzip und hartes Konkurrieren unmenschlich, ausbeuterisch und den Menschen zum Objekt erniedrigend sind. Stattdessen gilt „Multikulti“, die Liebe ohne Grenzen und bunte Vielfalt. Nur bis zum Sport dringt diese grün-linke Indoktrinierung wohl nicht durch, gilt hier doch das gnadenlose Leistungs- und Konkurrenzprinzip und unbedingtes Nationalbewusstsein. Und alle Grünen mischen munter mit! Ich finde das nicht richtig. Denn Multikulturalismus kennt keine Grenzen! Auch nicht im Sport!

Ich möchte diese EM von all ihrem Rassismus befreien. Daher hat es mich auch schwer getroffen, dass die Niederlande von der EM ausgeschlossen wurde („Ohne Holland fahr'n wir zur EM.“). Meine Güte, hatten die halt in der Qualifikation mal einen schlechten Tag! Aber nur weil jemand Schwäche zeigt, kann man ihn doch nicht gleich zurücklassen. Auch eine Idee aus einem Hörspiel meiner Kindertage würde ich gerne wieder aufgreifen, um die grün-linke Gesinnung bis in den Sport zu tragen: „Warum gibt man nicht einfach jedem Spieler einen Ball?“ Ja, warum eigentlich nicht? Dann hätte man auch gleich etwas für die soziale Gerechtigkeit getan und könnte ein paar mehr Tore schießen, um die Bevölkerung noch glücklicher zu machen und die grenzenlose Liebe und Freude weiter zu steigern.

Hurra, Amerika kann nicht gewinnen!

Diese Fußball-Europameisterschaft bringt übrigens drei gute Dinge mit sich. Erstens: Europa wird auf jeden Fall Europameister! Zweitens: Amerika kann nicht gewinnen! Drittens: Egal, wer am Ende gewinnt, wir gewinnen immer! Sollten die Spanier den Titel verteidigen oder die Engländer ihre Titelmisere beenden – wir sind doch alle gleich und damit am Ende genauso gut „Spanien“ oder eben „England“. Eigentlich können wir schon jetzt den Autokorso starten, der Sieg ist uns sicher! So sicher, dass es fast schon langweilig ist. Und sollte am Ende Deutschland wirklich gewinnen und sich die Fanmeile in Berlin erneut in ein populistisches „schwarz, rot, goldenes“ Fahnenmeer verwandeln, dann gilt der Nationalstolz natürlich nur so lange, bis irgendwelche Spieler der Nationalmannschaft im Freudentaumel eine Art „Gaucho-Tanz“ aufführen. Das hat dann natürlich nichts mehr mit Nationalstolz zu tun. Das ist purer Rassismus!

Marei Bestek (25) wohnt in Köln und hat Medienkommunikation & Journalismus studiert.

Foto: Policía Nacional Flickr CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

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Leserpost

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Lorenz Schweizer / 27.05.2016

“Herrlich”, das Wort wollte ich auch benutzen. KGE hat sich ja schon letzte Woche auf Facebook im Deutschland Trikot gezeigt und dann schon “das Bier kalt gestellt”. Nicht vergessen: Claudia Roth hatte seinerzeit 2006 zum ” Multikultifest ” im eigenen Lande bei sich Zuhause im Garten die Regenbogenfahne gehisst!

Manfred Hirschkorn / 26.05.2016

Ja, genau! Wie kann denn Leistung ein Kriterium der Auswahl oder gar des Sieges sein?! Schwächere, oder Menschen, die von ihrem guten Recht, keine Leistung bringen zu wollen, Gebrauch machen, darf man doch nicht einfach ausgrenzen! Den Sieg, die Auswahl, den Olymp hat jeder verdient. Mir kommt angesichts dieser Verkehrung eine Begebenheit meines Grundstudiums (Soziologie 1985 - ja, es gibt auch hier andere) ins Gedächtnis: Zwei Kommilitoninnen beklagten sich über ihr ungenügendes Abschneiden in einer Seminararbeit mit den Worten: “Wenn man etwas nicht verstanden hat, kann man doch nicht deshalb mit einer schlechten Note bestraft werden!” Mmmhh, nein, natürlich nicht - das wäre ja Rassismus! Ich bete seit dem aber darum, daß beide Kommilitoninnen nicht irgendwann auf einen Herzchirurgen angewiesen sein werden, der dieses Recht erfolgreich für sich durchsetzen konnte.

Ernst-Fr. Siebert / 26.05.2016

Sie, die Autorin, ist jung UND weiblich, das macht mir Hoffnung! Ernst

Timo Rust / 26.05.2016

Sehr geehrte_*r Frau Bestek, ich finde es unverantwortlich, dass Sie/Er vergessen, zu er/sie_wähnen, dass die Fußball-EM leider von sogenannten Männern dominiert ist; von Menschen, die duch unsere Gesellschaft dazu siezogen wurden, sich diesem Wettkampfgehabe hinzugeben. Sowas darf in Zukunft nicht wieder passieren! Ich fordere daher/dahsie eine 50-prozentige Frauenquote für alle Teams, sowie die Umbenennung der Nationalmannschaft in Nationalmensch_*schaftIn. Abgesehen davon ein sehr schöner/schönsie Artikel.

Andreas Horn / 25.05.2016

Herrlich, selten so gelacht in dieser Zeit! Sie haben noch die Schiedsrichter vergessen. Wenn alles nicht so traurig wäre, eine göttliche Komödie.

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