Peter Grimm / 05.03.2017 / 12:12 / 1 / Seite ausdrucken

Traditionen mit der Hauptmännin von Köpenick

Das Rathaus von Berlin-Köpenick ist nicht nur dafür bekannt, dass es der Schuster Wilhelm Voigt dort 1906 durch das Anziehen einer Hauptmanns-Uniform geschafft hat, die Stadtkasse zu plündern und den Bürgermeister festzusetzen. Auch bei Fotoausstellungen im Gebäude wird darauf geachtet, dass nicht zu viel nackte Haut zu sehen ist, denn sonst können sich Muslime beschweren. (siehe hier) Um Nacktbilder scheint es nun einen regelmäßigen Streit zu geben:

„Einmal im Jahr stellt die „Gesellschaft für Fotografie“ Hunderte Fotos im Rathaus Köpenick aus. Doch in diesem Jahr nicht, das Tischtuch zwischen Bezirksamt und Künstlern ist zerschnitten. Aus ein paar nackten Frauen hat das Rathaus wieder einen so umständlichen Akt gemacht, dass die peinliche Posse inzwischen jeden in Berlin interessiert. Und amüsiert.

Wie jedes Mal hatte die Ausstellung im Vorfeld für Wirbel gesorgt, weil unter den zahlreichen Fotos ein paar Nackedeis hängen. Im vergangenen Jahr wurden die betroffenen Bilder schon abgehängt. Muslimische Mitbürger hätten sich beschwert, hieß es als Begründung. Dann kam heraus: Die Begründung war erfunden.“

Nun gibt es zwar eine neue zuständige Stadträtin, doch das gleiche Problem. Zu viel nackte Haut im Bezirksamt ist nicht gut. Man muss ja auch nicht erst warten, bis sich Muslime beschweren. Man kann doch auf ihre speziellen Befindlichkeiten schon vorauseilend Rücksicht nehmen.



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Leserpost

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Uta Espenhain / 05.03.2017

Ich finde es lächerlich so ein Spektakel im Rathaus zu veranstalten.Und die Ausrede wegen der Muslime Nackte Haut zu verbieten.Muss ich jetzt ein Kopftuch tragen weil ich eine Frau bin und emanzipiert , mit Nacktheit umgehen kann? Dann hätte man es nie zu lassen sollen bevor wir Muslime hier haben.Es ist ein Schlag ins Gesicht für Fotografen und der freien Fotografie.Das ist der Skandal

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