Henryk M. Broder / 28.09.2017 / 09:46 / 2 / Seite ausdrucken

Straße frei für die Antifa!

Von Henryk M. Broder. Eine Sprecherin der Schlägertruppe Interventionistische Linke in einem Interview mit der FAZ:

FAZ: Vor der Wahlparty der AfD in Berlin haben am Sonntag Hunderte Menschen stundenlang demonstriert. Viele AfDler empfanden die Stimmung als sehr bedrohlich, sie wussten nicht, wie sie nach Hause kommen sollen und erzählten davon, dass ihnen bereits im Wahlkampf die Reifen aufgeschlitzt wurden oder Kot in ihre Briefkästen geschmiert wurde. Es gab auch Brandanschläge auf die Autos von Politikern. Muss man als AfDler Angst haben?

Ja, Nazis sollten Angst haben. Wir, die außerparlamentarische Linke, werden die AfD jagen. Jetzt noch entschlossener. Aber um das klar zu stellen: Wir von der Interventionistischen Linken wollen breite Bündnisse, unsere Art von Protest sind große Demos und entschlossene Blockaden. Wir organisieren keine brennenden Autos vor dem Parteitag.

FAZ: Aber die wird es geben?

Weiß ich nicht. Sie haben von brennenden Autos geredet. Ich habe zwar kein Mitleid, wenn jemand die Karre eines AfDlers beschädigt, aber wir rufen auch nicht dazu auf.

Dazu schnell zwei historische Anmerkungen:

Aus Buback – Ein Nachruf: "Meine unmittelbare Reaktion, meine ‚Betroffenheit‘ nach dem Abschuß von Buback ist schnell geschildert: Ich konnte und wollte (und will) eine klammheimliche Freude nicht verhehlen. Ich habe diesen Typ oft hetzen hören. Ich weiß, daß er bei der Verfolgung, Kriminalisierung, Folterung von Linken eine herausragende Rolle spielte".

Ignazio Silone zitiert von François Bondy: Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: 'Ich bin der Faschismus'. Nein, er wird sagen: 'Ich bin der Antifaschismus'.



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Leserpost (2)
Vasco Gonçalves / 28.09.2017

Liebe Achse, Ich erachte Frau Laquers (nehme an, dass sie die IL-Sprecherin ist) Haltung zu gewaltsamer Militanz sowie die weiter Teile der radikalen Linken für sehr problematisch. Als Antifaschist und als Teil der Zivilgesellschaft halte ich jedoch auch die Kriminalisierung von Antifaschismus für sehr gefährlich. Warum wird der Faschismus behaupten, er sei der Antifaschismus? Ungeklärt, wird axiomatisch angenommen.  Gibt es eindeutige historische Parallelen zwischen Antifas und den Schwarzhemden der SA? Nein! Die einen eine polymorphe Szene aus ganz unterschiedlichen Individuen (darunter natürlich nicht nur Heilige), die andere eine zentral gleichgeschaltete antisemitische, rassistische, homophobe Mördertruppe, die die politischen Gegner und Abweichler ihres menschlichen Idealbildes gnadenlos verfolgt haben. Antifaschismus gleichzusetzen mit den Morden der RAF ist darüber hinaus mehr als unangemessen: Der Mord an Porto, Buback und anderen ist qualitativ grundverschieden von Nazi-Blockaden. Etwas mehr zu differenzieren, anstelle von naivem scapegoating, wäre mehr als angemessen. Liebe Grüße

Ralf Pöhling / 28.09.2017

Für das linksextreme Spektrum haben die Worte Kapitalist und Nazi seit jeher die selbe Bedeutung. Dass die Linken nach dem Einzug der AFD in den Bundestag erst richtig aufdrehen werden, war deswegen klar. Seien wir bereit für eine RAF 2.0.

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