Peter Grimm / 17.07.2019 / 13:00 / 0 / Seite ausdrucken

Sozialräumliche Spaltung der Gesellschaft

Was erwarten verantwortliche Politiker wohl von einer Studie über die Integration von Zuwanderern? Wahrscheinlich, dass sie die Erfüllung all der vollmundigen Versprechungen aus dem Jahr 2015 irgendwie bestätigen. Da hieß es, auch in so großer Zahl würden die Migranten die deutsche Gesellschaft nicht überfordern und sich in ihrer sozialen Schichtung dieser Gesellschaft bald angleichen. Eine detaillierte Studie von Marcel Helbig und Stefanie Jähnen vom Berliner Wissenschaftszentrum (WZB), über die FAZ berichtet, zeichnet ein ganz anderes Bild, wobei sie darauf hinweisen, dass es nicht nur um Asylbewerber geht, sondern auch die EU-Binnenmigration eine entscheidende Rolle spielt:

„So kamen 2016 zwar rund 722.000 Asylbewerber nach Deutschland, aber ebenfalls fast 800.000 EU-Bürger. Dabei handelte es sich häufig um Arbeitskräfte etwa aus Bulgarien und Rumänien, die in Deutschland nur einfache Hilfstätigkeiten übernehmen können.

Die Zuwanderung nach Deutschland ist auch deshalb im Wesentlichen eine Armutszuwanderung, und das schlägt sich in den Zahlen der Studie nieder: Der Anstieg der Ausländeranteile in sozial sehr ungünstigen Vierteln der untersuchten Städte war dreimal so hoch wie in den deutlich bessergestellten. Auch zeigt sich, dass dieser Effekt in Ostdeutschland stärker ausgeprägt ist als in westdeutschen Städten. Hier wie dort lasse sich außerdem ein „positiver linearer Zusammenhang“ zwischen der SGB-II-Quote und Ausländeranteilen feststellen: Je mehr Hartz-IV-Empfänger, desto mehr Migranten. In der Gesamtschau, so die beiden WZB-Forscher, entwickelt sich die deutsche Gesellschaft dadurch sozialräumlich weiter auseinander.“



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