Wolfgang Röhl / 17.03.2020 / 17:00 / 0 / Seite ausdrucken

Reinhard Mey als Fascho entlarvt

Ist Reinhard Mey nur ein Chansonnier der leisen Töne („Gute Nacht, Freunde“) und sanfter Veräppler deutscher Verhältnisse („Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars“)? Irrtum. Mey, der seine größten Erfolge in den 1960ern und 1970ern feierte, war mit seinen Liedtexten ein früher Wegbereiter jener Hetze, die sich von jeher gegen kluge Frauen („Annabelle“), demokratische Politiker („Vielleicht wird‘ ich doch langsam alt“), Perlen des Regietheaters („Zwei Hühner auf dem Weg nach vorgestern“) und haltungsstarke Journos („Was in der Zeitung steht“) richtet. Das Antifa-Hausblatt „Zeit“ hat mit dem „bashenden Barden“, der die Grenzen des Sagbaren nach rechts verschob, jetzt schonungslos abgerechnet. Denn, so der Autor des Zeit-Stücks (auch Ghostwriter eines Bekenntnisbuchs von Heiko Maas): „Was seine Chansons an wohlfeilen Aversionen transportieren, kommt tatsächlich aus der ‚Mitte der Gesellschaft‘“.



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