Die „Gesellschaft für deutsche Sprache e.V.“ wählt regelmäßig „Das Wort des Jahres“, wobei es nicht nur um ein, sondern um gegenbenenfalls um mehrere Wörter, also einen Begriff geht. Das Wort des Jahres 2023 ist „Krisenmodus“. Auf Platz 2 landete „Antisemitismus“. Den dritten Platz belegte „... das Adjektiv leseunfähig ...“, was nach Einschätzung des Vereins “... ein Verweis auf eine grundlegende Bildungsmisere in Deutschland ...“ ist.
Zur Wiederholung: es heißt im Begründungstext „Adjektiv“. Verfolgen wir die Berichterstattung der ARD, hier ab Minute 14. Dort spricht der Sprecher von „Leseunfähigkeit“ – nö, dies ist kein Adjektiv. Shit happens.
Man merke: die „Sprachsexperten“ (14:15) haben Recht: die Unterscheidung, was ein Hauptwort und was ein Attribut ist, fällt nicht nur Schülern schwer. Trotz der ausdrücklichen Einordnung als Adjektiv vergeigt; da kann man nicht nur von leseunfähig sprechen, sondern auch von Leseunfähigkeit. So geht volksnah.
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