Robert von Loewenstern / 29.06.2019 / 16:30 / 0 / Seite ausdrucken

Ansichten eines Öko-Clowns

Der Grüne Florian Schmidt ist Baustadtrat von Berlin-Kreuzberg, träumt von Enteignungen und drückt „Begegnungszonen“ durch, die keiner will außer ihm. Nun hat er sich in einem bemerkenswerten Interview zur Verkehrspolitik geäußert. Schmidt geht es dabei längst nicht nur um die Umstellung auf Elektromobilität. Sein Ziel ist die möglichst komplette Verdrängung des Individualverkehrs aus Ballungsgebieten:

„Es bleibt am Ende auf jeden Fall eine Spur übrig, auf der Autos fahren, die sich nicht ersetzen lassen: Krankenwagen, Feuerwehr, Lieferwagen, Polizei, Busse, Autos für körperlich beeinträchtigte Menschen. Es gibt auch Berufe, die aufs Auto angewiesen sind. Und einige Carsharing-Autos sollte es natürlich auch geben. Diese notwendigen Autoverkehre sollten natürlich alle möglichst bald mit erneuerbaren Energien fahren. Und wer sein eigenes Auto, auch nicht mehr mit Verbrennungsmotor angetrieben, behalten will für einen Familienausflug oder größere Besorgungen, der stellt es eben ein Stück vor der Stadt ab und pendelt dorthin mit Bus oder Bahn.“

Um seine Vision verkehrsbefreiter Zonen zu erreichen, bekennt sich Volkserzieher Schmidt ausdrücklich dazu, den Untertanen das Autofahren so effizient wie möglich zu verleiden – nicht nur durch Verteuerung:

„Geld ist aber nur ein Hebel. Der wirklich Wirksamste ist es, das individuelle Autofahren unbequem zu machen, so hart das klingt.“

Der tiefere Grund für Schmidts strikte Ansichten liegt in traumatischen persönlichen Erfahrungen mit dem Individualverkehr, wie der grüne Zausel freimütig erklärt:

„Ich brauchte mal ein Auto für einen Umzug und habe eins gemietet. Ich bin dann zufällig auch mit dem Auto von zu Hause ins Büro gefahren. Plötzlich war ich doppelt so schnell im Büro wie sonst mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und das kann ja wohl nicht wahr sein, was ist denn das für eine Verkehrsplanung, wo ich innerhalb der Stadt, um neun Uhr morgens, doppelt so schnell mit dem Auto bin? Da läuft was falsch.“

Deshalb muss Autofahren dringend teurer, unbequemer und langsamer werden. Und wenn nichts mehr läuft, läuft alles richtig.



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