Manfred Haferburg / 11.03.2019 / 06:05 / Foto: Pixabay / 77 / Seite ausdrucken

Fukushima. Acht Jahre danach. Weltuntergang? Eine Bilanz

Heute vor acht Jahren erlebte ich meine größte berufliche Katastrophe. Am 11. März 2011 arbeitete ich für die World Association of Nuclear Operators WANO in Paris. Die WANO ist eine Sicherheitsorganisation, deren Motto lautet: „Nie wieder Tschernobyl“. Unter deren Flagge bereiste ich die Kernkraftwerke der Welt, um Führungskräften zu helfen, die Sicherheitskultur in ihren Kraftwerken besser zu gestalten. Fast 100 Kernkraftwerke auf der ganzen Welt hatte ich schon gesehen. Ich war auch in Japan – allerdings war Fukushima noch nicht dabei. Meine Organisation hatte sich als zahnloser Tiger entpuppt und auf der ganzen Linie versagt. Ich wäre am liebsten vor Scham in den Boden versunken. Noch am selben Abend meldete ich mich freiwillig, um in Fukushima den Kollegen zu helfen. Ich war nicht der Einzige – hunderte Ingenieure der Nuklearindustrie taten das. 

Die Erdachse wurde verschoben

Am 11. März 2011 um 14:46 Uhr Ortszeit traf Japan ein schweres Erdbeben. Die Pazifische Platte schob sich ruckartig fünf Meter auf die Nordamerikanische Platte. Die Erdkruste riss auf einer Länge von 400 km bis in eine Tiefe von 60 km auf. Das Tohoku-Erdbeben vor der Küste von Fukushima wurde mit 9,1 auf der Richterskala bewertet. Die freigesetzte Energie des Bebens war äquivalent der Energie von 780 Millionen Hiroshima-Bomben. Das Erdbeben war so schwer, dass sich die Erdachse um 16 cm verschob – seither dreht sich die Erde etwas schneller, die Tageslänge verkürzte sich um 1,8 Mikrosekunden. 400.000 Gebäude stürzten ein. Alle Kernkraftwerke Japans schalteten sich bei dem Beben automatisch ab und gingen in den Notkühlbetrieb über. Das Stromnetz in großen Landesteilen wurde erheblich beschädigt. 

Als Folge des Bebens verwüstete ein gigantischer Tsunami die Küstenregion von Fukushima. 22.000 Opfer waren zu beklagen. Das Kernkraftwerk Fukushima mit seinen sechs Reaktorblöcken wurde von einer Wasserwelle von 14 Metern Höhe getroffen, und vier tiefer gelegene Reaktorblöcke wurden überschwemmt und völlig verwüstet. Mit dem kleinen Finger ihrer linken Hand drückte die Flutwelle die eisernen Maschinenhaustore der Reaktorblöcke auf und verwandelte die Turbinengebäude in U-Boote, in denen das Wasser fünf Meter hoch stand. Dort befanden sich aber auch die Notstromdiesel, deren Funktion für diese Anlagen jetzt überlebenswichtig war. Die umfangreichen Sicherheitseinrichtungen des Kraftwerkes mussten ohne Notstromversorgung versagen, und die Reaktorkerne überhitzten sich bis zur Teilschmelze. Das nennt der Fachmann GAU – Größter Anzunehmender Unfall. Durch eine Hitzereaktion des Zirkoniums der Brennelemente mit dem Wasserdampf entstanden große Mengen an Wasserstoff, der in Verbindung mit Luftsauerstoff als Knallgas gerne explodiert. 

Japans Sicherheitskultur versagte

Zweifelsfrei hatte hier die Unfallvorsorge des Energieversorgers TEPCO (Tokyo Electric Power Company) versagt. Die Welt verstand Japan stets als ein Hochtechnologie-Land und lernte nun: „Hochtechnologieland“ bedeutet nicht unbedingt „Hochsicherheitsland“. Es war Japans Sicherheitskultur, die versagt hatte.

Die Bilder der Wasserstoffexplosionen in Fukushima wurden weltweit als explodierende Reaktoren wahrgenommen. Als wäre eine solche Katastrophe nicht genug, wurde der GAU in Fukushima mittels dieser Bilder von den deutschen Medien im Einklang mit der Politik regelrecht orchestriert und in einen Super-GAU erhöht. Einen Super-GAU gibt es sprachlich gar nicht, da GAU schon „Größter Anzunehmender Unfall“ heißt. Eine ungeheuerliche Medienkampagne brach in Deutschland los und spülte ganz nebenbei in Baden-Württemberg einen grünen Ministerpräsidenten an die Macht. Der ARD-Korrespondent Robert Hetkämper relotierte damals darüber, dass in Fukushima Obdachlose und Jugendliche in einem Kamikaze-Einsatz verheizt würden. Eine heute amtierende Bundestagsvizepräsidentin widmete kurzerhand die Tsunamiopfer zu Strahlenopfern um. Nichts davon stimmte. Es gab keine Strahlenopfer in Fukushima. Die sieben Todesopfer im Werk fielen dem Erdbeben – ein Kranführer stürzte von seinem Kran ab – oder dem Tsunami zum Opfer – sie ertranken in den Fluten. 

Die Angst der deutschen Politik vor dem Zeitgeist

Was ist aus den Weltuntergangs-Szenarien geworden, die von den Medien angeheizt, Panik über den Erdball verbreiteten? Nichts, rein gar nichts – außer, dass der Tsunami in Fukushima in Deutschland mehr Kernreaktoren zerstört hat als im fernen Japan. Ließ doch die deutsche Kanzlerin, auf der Tsunamiwelle reitend, für ein paar Wählerstimmen einen ganzen Industriezweig gesetzwidrig enteignen, indem die gültigen Betriebsgenehmigungen deutscher Kernkraftwerke eingezogen wurden. Acht Blöcke wurden sofort abgeschaltet, die restlichen werden bis 2022 außer Betrieb genommen – aus Angst vor einem Tsunami in der deutschen Tiefebene? 

Nein, aus Angst vor dem Zeitgeist. Genützt hat es der CDU nichts. Die Wahl in Baden-Württemberg hat sie damals trotzdem nicht gewonnen. Und den deutschen Steuerzahler hat die Kanzlerinnenpanik viele Milliarden gekostet, Milliarden, die anderswo dringend gebraucht wurden. Deutschland hat sich durch den Abschied von der Kernenergie meilenweit vom Erreichen seiner selbstgesetzten Klimaziele entfernt. Lernen aus Fehlern? Das muss in Deutschland nicht sein. Jetzt wird – genau mit der gleichen Panikmache – ein weiterer Ast abgesägt, auf dem der deutsche Wohlstand sitzt. Die Gretaisierung der deutschen Politik schreitet auch heute noch unaufhaltsam und majestätisch wie eine Tsunamiwelle voran. Und genauso verheerend wie ein Tsunami wird auch die Wirkung sein. Aber ach, das sagend, fühle ich mich wie Kassandra, die der Legende nach begabt war, die Zukunft vorherzusagen und dazu verdammt war, dass ihr niemand Glauben schenkte.

Was wurde aus der Zone der Evakuierung?

Unmittelbar nach dem GAU wurde eine 20-km-Zone um das havarierte Kraftwerk von der japanischen Regierung evakuiert. Ob dies notwendig und besser für die Betroffenen war, darüber lässt sich unter Strahlenschutzgesichtspunkten trefflich streiten. Ich glaube, es war eher kontraproduktiv. In den letzten Jahren wurde die Evakuierungszone aufwändig dekontaminiert, ein Vorgang, den man sich in Deutschland nicht vorstellen mag. 15,2 Millionen Kubikmeter „kontaminiertes Erdreich“ wurden in der Präfektur Fukushima abgetragen und in 150.000 speziellen Lagerstätten verstaut. Die Strahlenbelastung in Fukushima-Stadt ging von 2,74 Mikrosievert nach dem Unfall auf heute normale Werte von 0,14 Mikrosievert zurück. (Die durch die terrestrische Strahlung verursachte jährliche effektive Dosis der deutschen Bevölkerung beträgt im Mittel etwa 0,4 Millisievert, davon entfallen auf den Aufenthalt im Freien circa 0,1 Millisievert und auf den Aufenthalt in Gebäuden etwa 0,3 MillisievertQuelle: Bundesamt für Strahlenschutz). 

Mehr als die Hälfte der Evakuierungszone von 371 Quadratkilometer wurde inzwischen für die Bevölkerung zum Wiederbezug freigegeben. Insgesamt kehrten etwa 50.000 Einwohner (2,6% der Bevölkerung der Präfektur) nicht in ihre angestammte Heimat zurück. Selbst in die Dörfer nahe des Kraftwerkes Fukushima kehrt das Leben langsam zurück. Es wird aber noch Jahre dauern, bis die Narben des Unglücks verheilt sind. Zum Beispiel sind in Odaka Town, etwa 15 km vom Kraftwerk entfernt, erst ein Drittel (2.832 von einst 8.313) der Einwohner zurückgekehrt. Oder in Nami-Town – das erst 2017 freigegeben wurde – sind von den einst 20.000 Einwohnern erst 500 zurück. 

Viele der hastig Evakuierten haben in den letzten sieben Jahren eine neue Heimat gefunden und wollen gar nicht zurückkehren. Einige haben auch Angst vor Strahlung und bleiben lieber woanders. Es kommen aber auch Menschen von anderswo nach Fukushima, um sich mit den Unterstützungsprogrammen der Regierung hier eine Existenz aufzubauen. Die „Todeszone“ ist längst wieder zum Leben erwacht.

Das Soma Nomaoi Samurai-Festival zog jedenfalls im Jahr 2018 über 40.000 Besucher nach Fukushima. Und landwirtschaftliche Produkte wie die berühmten Fukushima Pfirsiche sind wieder gefragt. Doch das ist hierzulande keine Nachrichten wert, da schüttelt sich der deutsche Haltungsjournalist vor Abscheu. 

Wie sieht es heute auf dem Kraftwerksgelände aus?

Eines vorab: Das Kraftwerk Fukushima ist heute eine Touristen-Attraktion. Tausende Nuklearexperten besuchen jährlich das Gelände. Welcher Nuklearexperte möchte sich nicht adeln, indem er sagt: „Ich war in Fukushima“. Es bestehen lange Wartelisten für den Fukushima-Entgruselungsbesuch. Aber es gibt auch genügend normale „23.000 Yen-Sensationstouristen“, die das Kraftwerksgelände wenigstens von weitem sehen wollen. Ich kann mir schönere Orte für meinen Japanbesuch vorstellen. 

Die Aufräumarbeiten haben – von den hiesigen Medien völlig ignoriert – gute Fortschritte gemacht. TEPCO veröffentlicht in regelmäßigen Abständen ein Vorher-Nachher-Video mit der gegenwärtigen Situation auf dem Gelände des havarierten Kraftwerkes – sehenswerte acht Minuten. 

Mehr als 6.000 Menschen arbeiten an dem Rückbau des havarierten Kraftwerks und vollbringen Leistungen, die den hiesigen Medien höchstens negative Erwähnung wert sind. Was die linken Journalisten am meisten ärgern dürfte und nicht ins Weltbild passt: Auf dem riesigen Gelände des havarierten Kraftwerks verkehrt ein fahrerloses vollelektrisches Bussystem. Gäbe es das woanders, wären die Jubelmeldungen endlos. Aber – das Kraftwerksgelände ist dekontaminiert und neue Sozialgebäude sowie eine komplett neue Infrastruktur für den Rückbau wurden errichtet. 

Im Block 1 wird das zerstörte Gebäude repariert und der Kernbrennstoff aus den Abklingbecken entfernt. Auch das Gebäude des Blockes 2 wurde abgedichtet und die Entfernung des Brennstoffes aus den Becken wird vorbereitet. Am Block 3 wurde ein neues Dach installiert und der Abtransport des Brennstoffes aus den Becken wird vorbereitet. Block 4 ist vollkommen brennstofffrei. In den Reaktoren eins bis drei untersuchen Roboter den Zustand der teilweise geschmolzenen Reaktorkerne, um auch hier den Brennstoff zu entfernen. Dies wird aber noch ein paar Jahre dauern. 

Um das Grundwasser am Eindringen und Ausfließen zu hindern, wurde um das gesamte Kraftwerk eine 1.500 Meter lange und 30 Meter tiefe Eis-Mauer in den Boden gefroren. Sie funktioniert wie ein Kühlschrank. Durch tausende von in die Erde getriebene Rohre fließt Kühlflüssigkeit, die das Erdreich wie eine Mauer gefrieren lässt – eine technische Meisterleistung, von der Sie, lieber Leser wohl kaum je etwas gehört haben. Der verlinkte Artikel ist in Englisch, da ich keinen deutschsprachigen Beitrag finden konnte. Daher gilt hier ironisch der erste Haferburgsche Medien-Lehrsatz: „Die deutschen Medien informieren mich umfassend und wahrheitsgemäß – außer auf dem Gebiet, von dem ich etwas verstehe“.

Nach dem Unfall mussten die Aufräumarbeiter anfangs unter Vollschutzkleidung und Atemmasken arbeiten. Heute, dank Dekontamination, können sich die Arbeiter auf 96% des gesamten Geländes in normaler Kleidung ohne Masken bewegen. Mehrere neue Wasseraufbereitungsfabriken dekontaminieren das in den Tanklagern aufgefangene radioaktive Wasser. Diese Wässer werden noch in großen neuen Tanklagern zwischengelagert, in denen die provisorischen Tanks durch neue, geschweißte Tanks ersetzt wurden. Die Küstenmauer des Kraftwerkes wurde komplett neu wasserdicht erbaut. Große Lager für niedrigradioaktiven Bauschutt wurden eingerichtet. 

Japan wird Vorreiter

Wer sehen will, was am 11. März 2011 wirklich in den Reaktoren von Fukushima passierte, sehe sich dieses Video an. Roboter dringen in das Innerste der kaputten Reaktoren ein und zeigen die teilweise geschmolzenen Reaktor-Bauteile. So schlimm der GAU auch war – Japan erarbeitet sich gerade eine echte Vorreiterrolle im Bauen von Robotern, die schier Unmögliches vollbringen. Und man sieht den Ingenieuren den Stolz auf ihre Geräte an, auch wenn man kein Japanisch kann. 

Bis 2011 erzeugte Japan ein Drittel seines Stroms aus Kernenergie. Da Japan kaum über eigene Energieressourcen verfügt, belastet der Import von Energieträgern die Japanische Industrie sehr hoch und gefährdet ihre Wettbewerbsfähigkeit. Anders als in Deutschland neigen die Japaner nicht zur Klima- und Atomhysterie. Deshalb wurde ein Atomausstieg nach Fukushima nicht in Betracht gezogen. Im Gegenteil, die Japaner lernen aus ihren Fehlern. Japan rüstet seine 37 Reaktoren sicherheitstechnisch nach und nimmt sie sukzessive wieder in Betrieb. Die ersten zwei Einheiten wurden bereits 2015 wieder angefahren. Sieben weitere Reaktoren laufen heute wieder. 17 weitere Reaktoren befinden sich gegenwärtig im Prozess der Wiedererteilung der Betriebsgenehmigung.

Ich habe mir die neuen Sicherheitsmaßnahmen vor Ort in Kashiwazaki Kariwa persönlich angesehen, sie sind durchaus beeindruckend. Gigantische Flutwälle, zusätzliche flutsichere Notstromaggregate, unabhängige Notkühlaggregate, erdbebensichere Notfallgebäude, Vorräte für autarke Langzeitversorgung der Mannschaft, strukturunabhängige Notfallkommunikationsmittel… Getan wird, was menschenmöglich ist, um ein zweites Fukushima zu verhindern. Getan wird alles, damit die Kernkraftwerke wieder angefahren werden können. Weil sie, so seltsam das klingt, von der Regierung für eine sichere Energieversorgung als notwendig erachtet und von der Bevölkerung akzeptiert werden. 

Die deutsche Energiewende scheitert am Atomausstieg

Trotz der gigantischen Geldausgaben von über 500 Milliarden Euro wird Deutschland seine selbstgesteckten Ziele der CO2-Einsparung für das Jahr 2020 völlig verfehlen. Die Energiewende ist gescheitert. Die Hauptursache für dieses Totalversagen ist der überstürzte Atomausstieg. Kernkraftwerke sind nun mal die einzige CO2-freie wetterunabhängige Grundlastquelle. Gerichtet werden soll es jetzt mit einem genauso überstürzten Kohleausstieg. „Aussteigen ohne Einzusteigen“ ist das Motto, oder „Mehr vom Selben“. Wahnsinn ist, wenn man versucht, mit mehr von denselben Mitteln, die vorher schon nichts brachten, ein besseres Ergebnis zu erzielen. 

Um das eigene Komplettversagen in der Energiepolitik zu vernebeln, verweist die Politik jetzt auf Zeiträume weit außerhalb ihrer Legislaturperioden-Kompetenz. So werden halt andere Politiker für das Nichterreichen der nächsten Ziele und die damit verbundene Geldverschwendung verantwortlich sein. Beim Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 rangiert Deutschland derzeit mit ca. 9 Tonnen pro Jahr auf Platz 24. Die Sieger der „Dekarbonisierung“ auf Platz 1 bis 5 heißen Kongo, Niger, Äthiopien, Südsudan und Eritrea mit je weniger als 0,5 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr. 

Liebe deutsche Landsleute, sollten Gretas Forderungen und die der Grünen nach „der Änderung von Allem“ umgesetzt werden, dann wisst Ihr jetzt, wo es hingeht. Und vielleicht meinte ja Angela Merkel genau das, als sie davon sprach, dass die deutsche Politik „Fluchtursachen beseitigen“ muss. Nämlich dann, wenn Deutschland es schaffen würde, einen CO2-Ausstoß von kleiner als einer Tonne pro Kopf zu erreichen. Dann bestünden absolut keine Fluchtursachen nach Deutschland mehr. Die Politik ist auf einem guten Weg dazu. 

 

Manfred Haferburg ist Autor des Romans „Wohn-Haft“. Der Roman beschreibt auf spannende Weise den aussichtslosen Kampf eines Einzelnen gegen ein übermächtiges System. Ein Kampf, der in den Schreckensgefängnissen des sozialistischen Lagers endet. Ein Kampf, in dem am Ende die Liebe siegt. Wolf Biermann schrieb dazu ein ergreifendes Vorwort. Der 524 Seiten Roman ist als Hardcover zum Verschenken für 32 €, als E-Book für 23,99 € und als Taschenbuch für 20 Euro erhältlich. (Amazon 36 Kundenbewertung 4,5 von 5 Sternen)

Foto: Pixabay

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Richard Loewe / 11.03.2019

Ich gebs zu: die Botschaft lese ich gerne, aber die harte, Stakkato-Prosa macht das Lesen dieses Beitrags zum Genuss. Das Gehirn wird von Informationen massiert, bis man am Ende entspannt auf die Idiotie der Dummgutmenschen herabblickt. Ich habe heute in einer Wirtschaftsethik-Vorlesung mit meinen Studenten ueber den Klimawandel gesprochen. Die bestinformierten Studenten meinten, dass CO2 Ozonloecher verursacht… Niemandem war aufgefallen, dass aus Global Warming Global Climate Change wurde. Aber im Gegensatz zu deutschen Studenten scheinen amerikanische Studenten interessiert. Vielleicht sind sie aber einfach nur hoeflicher.

Andreas Rochow / 11.03.2019

@ Reiner Lorber - Die wissenschaftlich-technische Entwicklung bei einer so effektiven, zudem CO2-neutralen Energiegewinnung aufzugeben, ist Ausdruck von Fortschritts- und Technikfeindlichkeit. Sie ist trügerisch und populistisch, weil sie selbsterzeugte Ängste bedient. Abgesehen davon, dass technischer Fortschritt und Sicherheit immer Hand in Hand gehen, steht der Durchbruch des Fusionsreaktors bevor. Dieser wird vergleichsweise geringe Mengen radioaktiven Abfalls hinterlassen, zudem mit einer Halbwertszeit von unter 13 Jahren! Man darf sich nur nicht einreden lassen, Wissenschaftler und Techniker, Forscher und Entwickler, die sich auf diesem Gebiet betätigen, seien verantwortungs- und gewissenlose Menschen, denen ein GAU gleichgültig wäre. Die sichere Versorgung mit Elektroenergie setzt immer ein Ringen mit der Natur voraus, wie auch die Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser. Weder Verbote noch verordnete Angstwenden helfen, den besten Weg zur Lösung zu finden. Auch e-Autos, e-Lufttaxis und “künstliche Intelligenz” verbrauchen jede Menge Strom und seltene Ressourcen und generieren neue Stoffkreisläufe, deren soziale und biologische Ungefährlichkeit noch nicht gesichert ist.

beat schaller / 11.03.2019

Herr Haferburg, es ist interessant wenn man googelt und eingibt: youtube fukushima vorher und nachher dann findet man drei Videos, eines von Tagesschau 1. vom 7.11.18. da wird doch genau das gegenteil behauptet und es werden eigene Messungen gemacht.  Sieht nach Sensationsjournalismus aus. allerdings ist der “Erklärer” auch nicht alleine.  b.schaller

Michael Scheffler / 11.03.2019

Lieber Herr Haferburg, welche japanische Sicherheitskultur versagte? Ich war erstaunt, wie wenig Redundanzen - egal bei welchem Ausrüstungsteil - zu finden sind. Warum hat man die Notsromgeneratoren und die zugehörige Technik auf Höhe der Wassserlinie untergebracht etc. etc. Es stimmt einfach nicht (wie damals gern von interessierten Kreisen kolportiert wurde), dass Japan in diesem Bereich High Tech ist, es sind alte GM-Reaktoren gewesen, die deutschen waren schon weiter. Es scheint eher wie Obervolta, um mal einen berühmten Spruch zu zitieren…

Sanne Weisner / 11.03.2019

Ich kann es kaum in einen Text zusammenfassen wie ich mich 2011 für unsere Politik und vor allem für unsere Medien geschämt habe, nicht zufassen welche Missachtung und Geringschätzung für die vielen Tausenden Toter aus den damaligen Mediengeschmiere und Getexte raustriefte. Man möchte sich selbst heute noch bei dem japanischen Volk dafür entschuldigen. Bezüglich der Fakten hat der Autor natürlich völlig recht, man hat in Japan aus dem Unglück noch das beste gemacht was eben möglich war. Dafür sollte man Respekt zollen. Was aus Deutschland medial aber kommt ist bis auf wenige Ausnahmen, siehe hier z.B., nur noch mehr Fremdschäm-Mist.

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