Manfred Haferburg / 11.03.2019 / 06:05 / Foto: Pixabay / 77 / Seite ausdrucken

Fukushima. Acht Jahre danach. Weltuntergang? Eine Bilanz

Heute vor acht Jahren erlebte ich meine größte berufliche Katastrophe. Am 11. März 2011 arbeitete ich für die World Association of Nuclear Operators WANO in Paris. Die WANO ist eine Sicherheitsorganisation, deren Motto lautet: „Nie wieder Tschernobyl“. Unter deren Flagge bereiste ich die Kernkraftwerke der Welt, um Führungskräften zu helfen, die Sicherheitskultur in ihren Kraftwerken besser zu gestalten. Fast 100 Kernkraftwerke auf der ganzen Welt hatte ich schon gesehen. Ich war auch in Japan – allerdings war Fukushima noch nicht dabei. Meine Organisation hatte sich als zahnloser Tiger entpuppt und auf der ganzen Linie versagt. Ich wäre am liebsten vor Scham in den Boden versunken. Noch am selben Abend meldete ich mich freiwillig, um in Fukushima den Kollegen zu helfen. Ich war nicht der Einzige – hunderte Ingenieure der Nuklearindustrie taten das. 

Die Erdachse wurde verschoben

Am 11. März 2011 um 14:46 Uhr Ortszeit traf Japan ein schweres Erdbeben. Die Pazifische Platte schob sich ruckartig fünf Meter auf die Nordamerikanische Platte. Die Erdkruste riss auf einer Länge von 400 km bis in eine Tiefe von 60 km auf. Das Tohoku-Erdbeben vor der Küste von Fukushima wurde mit 9,1 auf der Richterskala bewertet. Die freigesetzte Energie des Bebens war äquivalent der Energie von 780 Millionen Hiroshima-Bomben. Das Erdbeben war so schwer, dass sich die Erdachse um 16 cm verschob – seither dreht sich die Erde etwas schneller, die Tageslänge verkürzte sich um 1,8 Mikrosekunden. 400.000 Gebäude stürzten ein. Alle Kernkraftwerke Japans schalteten sich bei dem Beben automatisch ab und gingen in den Notkühlbetrieb über. Das Stromnetz in großen Landesteilen wurde erheblich beschädigt. 

Als Folge des Bebens verwüstete ein gigantischer Tsunami die Küstenregion von Fukushima. 22.000 Opfer waren zu beklagen. Das Kernkraftwerk Fukushima mit seinen sechs Reaktorblöcken wurde von einer Wasserwelle von 14 Metern Höhe getroffen, und vier tiefer gelegene Reaktorblöcke wurden überschwemmt und völlig verwüstet. Mit dem kleinen Finger ihrer linken Hand drückte die Flutwelle die eisernen Maschinenhaustore der Reaktorblöcke auf und verwandelte die Turbinengebäude in U-Boote, in denen das Wasser fünf Meter hoch stand. Dort befanden sich aber auch die Notstromdiesel, deren Funktion für diese Anlagen jetzt überlebenswichtig war. Die umfangreichen Sicherheitseinrichtungen des Kraftwerkes mussten ohne Notstromversorgung versagen, und die Reaktorkerne überhitzten sich bis zur Teilschmelze. Das nennt der Fachmann GAU – Größter Anzunehmender Unfall. Durch eine Hitzereaktion des Zirkoniums der Brennelemente mit dem Wasserdampf entstanden große Mengen an Wasserstoff, der in Verbindung mit Luftsauerstoff als Knallgas gerne explodiert. 

Japans Sicherheitskultur versagte

Zweifelsfrei hatte hier die Unfallvorsorge des Energieversorgers TEPCO (Tokyo Electric Power Company) versagt. Die Welt verstand Japan stets als ein Hochtechnologie-Land und lernte nun: „Hochtechnologieland“ bedeutet nicht unbedingt „Hochsicherheitsland“. Es war Japans Sicherheitskultur, die versagt hatte.

Die Bilder der Wasserstoffexplosionen in Fukushima wurden weltweit als explodierende Reaktoren wahrgenommen. Als wäre eine solche Katastrophe nicht genug, wurde der GAU in Fukushima mittels dieser Bilder von den deutschen Medien im Einklang mit der Politik regelrecht orchestriert und in einen Super-GAU erhöht. Einen Super-GAU gibt es sprachlich gar nicht, da GAU schon „Größter Anzunehmender Unfall“ heißt. Eine ungeheuerliche Medienkampagne brach in Deutschland los und spülte ganz nebenbei in Baden-Württemberg einen grünen Ministerpräsidenten an die Macht. Der ARD-Korrespondent Robert Hetkämper relotierte damals darüber, dass in Fukushima Obdachlose und Jugendliche in einem Kamikaze-Einsatz verheizt würden. Eine heute amtierende Bundestagsvizepräsidentin widmete kurzerhand die Tsunamiopfer zu Strahlenopfern um. Nichts davon stimmte. Es gab keine Strahlenopfer in Fukushima. Die sieben Todesopfer im Werk fielen dem Erdbeben – ein Kranführer stürzte von seinem Kran ab – oder dem Tsunami zum Opfer – sie ertranken in den Fluten. 

Die Angst der deutschen Politik vor dem Zeitgeist

Was ist aus den Weltuntergangs-Szenarien geworden, die von den Medien angeheizt, Panik über den Erdball verbreiteten? Nichts, rein gar nichts – außer, dass der Tsunami in Fukushima in Deutschland mehr Kernreaktoren zerstört hat als im fernen Japan. Ließ doch die deutsche Kanzlerin, auf der Tsunamiwelle reitend, für ein paar Wählerstimmen einen ganzen Industriezweig gesetzwidrig enteignen, indem die gültigen Betriebsgenehmigungen deutscher Kernkraftwerke eingezogen wurden. Acht Blöcke wurden sofort abgeschaltet, die restlichen werden bis 2022 außer Betrieb genommen – aus Angst vor einem Tsunami in der deutschen Tiefebene? 

Nein, aus Angst vor dem Zeitgeist. Genützt hat es der CDU nichts. Die Wahl in Baden-Württemberg hat sie damals trotzdem nicht gewonnen. Und den deutschen Steuerzahler hat die Kanzlerinnenpanik viele Milliarden gekostet, Milliarden, die anderswo dringend gebraucht wurden. Deutschland hat sich durch den Abschied von der Kernenergie meilenweit vom Erreichen seiner selbstgesetzten Klimaziele entfernt. Lernen aus Fehlern? Das muss in Deutschland nicht sein. Jetzt wird – genau mit der gleichen Panikmache – ein weiterer Ast abgesägt, auf dem der deutsche Wohlstand sitzt. Die Gretaisierung der deutschen Politik schreitet auch heute noch unaufhaltsam und majestätisch wie eine Tsunamiwelle voran. Und genauso verheerend wie ein Tsunami wird auch die Wirkung sein. Aber ach, das sagend, fühle ich mich wie Kassandra, die der Legende nach begabt war, die Zukunft vorherzusagen und dazu verdammt war, dass ihr niemand Glauben schenkte.

Was wurde aus der Zone der Evakuierung?

Unmittelbar nach dem GAU wurde eine 20-km-Zone um das havarierte Kraftwerk von der japanischen Regierung evakuiert. Ob dies notwendig und besser für die Betroffenen war, darüber lässt sich unter Strahlenschutzgesichtspunkten trefflich streiten. Ich glaube, es war eher kontraproduktiv. In den letzten Jahren wurde die Evakuierungszone aufwändig dekontaminiert, ein Vorgang, den man sich in Deutschland nicht vorstellen mag. 15,2 Millionen Kubikmeter „kontaminiertes Erdreich“ wurden in der Präfektur Fukushima abgetragen und in 150.000 speziellen Lagerstätten verstaut. Die Strahlenbelastung in Fukushima-Stadt ging von 2,74 Mikrosievert nach dem Unfall auf heute normale Werte von 0,14 Mikrosievert zurück. (Die durch die terrestrische Strahlung verursachte jährliche effektive Dosis der deutschen Bevölkerung beträgt im Mittel etwa 0,4 Millisievert, davon entfallen auf den Aufenthalt im Freien circa 0,1 Millisievert und auf den Aufenthalt in Gebäuden etwa 0,3 MillisievertQuelle: Bundesamt für Strahlenschutz). 

Mehr als die Hälfte der Evakuierungszone von 371 Quadratkilometer wurde inzwischen für die Bevölkerung zum Wiederbezug freigegeben. Insgesamt kehrten etwa 50.000 Einwohner (2,6% der Bevölkerung der Präfektur) nicht in ihre angestammte Heimat zurück. Selbst in die Dörfer nahe des Kraftwerkes Fukushima kehrt das Leben langsam zurück. Es wird aber noch Jahre dauern, bis die Narben des Unglücks verheilt sind. Zum Beispiel sind in Odaka Town, etwa 15 km vom Kraftwerk entfernt, erst ein Drittel (2.832 von einst 8.313) der Einwohner zurückgekehrt. Oder in Nami-Town – das erst 2017 freigegeben wurde – sind von den einst 20.000 Einwohnern erst 500 zurück. 

Viele der hastig Evakuierten haben in den letzten sieben Jahren eine neue Heimat gefunden und wollen gar nicht zurückkehren. Einige haben auch Angst vor Strahlung und bleiben lieber woanders. Es kommen aber auch Menschen von anderswo nach Fukushima, um sich mit den Unterstützungsprogrammen der Regierung hier eine Existenz aufzubauen. Die „Todeszone“ ist längst wieder zum Leben erwacht.

Das Soma Nomaoi Samurai-Festival zog jedenfalls im Jahr 2018 über 40.000 Besucher nach Fukushima. Und landwirtschaftliche Produkte wie die berühmten Fukushima Pfirsiche sind wieder gefragt. Doch das ist hierzulande keine Nachrichten wert, da schüttelt sich der deutsche Haltungsjournalist vor Abscheu. 

Wie sieht es heute auf dem Kraftwerksgelände aus?

Eines vorab: Das Kraftwerk Fukushima ist heute eine Touristen-Attraktion. Tausende Nuklearexperten besuchen jährlich das Gelände. Welcher Nuklearexperte möchte sich nicht adeln, indem er sagt: „Ich war in Fukushima“. Es bestehen lange Wartelisten für den Fukushima-Entgruselungsbesuch. Aber es gibt auch genügend normale „23.000 Yen-Sensationstouristen“, die das Kraftwerksgelände wenigstens von weitem sehen wollen. Ich kann mir schönere Orte für meinen Japanbesuch vorstellen. 

Die Aufräumarbeiten haben – von den hiesigen Medien völlig ignoriert – gute Fortschritte gemacht. TEPCO veröffentlicht in regelmäßigen Abständen ein Vorher-Nachher-Video mit der gegenwärtigen Situation auf dem Gelände des havarierten Kraftwerkes – sehenswerte acht Minuten. 

Mehr als 6.000 Menschen arbeiten an dem Rückbau des havarierten Kraftwerks und vollbringen Leistungen, die den hiesigen Medien höchstens negative Erwähnung wert sind. Was die linken Journalisten am meisten ärgern dürfte und nicht ins Weltbild passt: Auf dem riesigen Gelände des havarierten Kraftwerks verkehrt ein fahrerloses vollelektrisches Bussystem. Gäbe es das woanders, wären die Jubelmeldungen endlos. Aber – das Kraftwerksgelände ist dekontaminiert und neue Sozialgebäude sowie eine komplett neue Infrastruktur für den Rückbau wurden errichtet. 

Im Block 1 wird das zerstörte Gebäude repariert und der Kernbrennstoff aus den Abklingbecken entfernt. Auch das Gebäude des Blockes 2 wurde abgedichtet und die Entfernung des Brennstoffes aus den Becken wird vorbereitet. Am Block 3 wurde ein neues Dach installiert und der Abtransport des Brennstoffes aus den Becken wird vorbereitet. Block 4 ist vollkommen brennstofffrei. In den Reaktoren eins bis drei untersuchen Roboter den Zustand der teilweise geschmolzenen Reaktorkerne, um auch hier den Brennstoff zu entfernen. Dies wird aber noch ein paar Jahre dauern. 

Um das Grundwasser am Eindringen und Ausfließen zu hindern, wurde um das gesamte Kraftwerk eine 1.500 Meter lange und 30 Meter tiefe Eis-Mauer in den Boden gefroren. Sie funktioniert wie ein Kühlschrank. Durch tausende von in die Erde getriebene Rohre fließt Kühlflüssigkeit, die das Erdreich wie eine Mauer gefrieren lässt – eine technische Meisterleistung, von der Sie, lieber Leser wohl kaum je etwas gehört haben. Der verlinkte Artikel ist in Englisch, da ich keinen deutschsprachigen Beitrag finden konnte. Daher gilt hier ironisch der erste Haferburgsche Medien-Lehrsatz: „Die deutschen Medien informieren mich umfassend und wahrheitsgemäß – außer auf dem Gebiet, von dem ich etwas verstehe“.

Nach dem Unfall mussten die Aufräumarbeiter anfangs unter Vollschutzkleidung und Atemmasken arbeiten. Heute, dank Dekontamination, können sich die Arbeiter auf 96% des gesamten Geländes in normaler Kleidung ohne Masken bewegen. Mehrere neue Wasseraufbereitungsfabriken dekontaminieren das in den Tanklagern aufgefangene radioaktive Wasser. Diese Wässer werden noch in großen neuen Tanklagern zwischengelagert, in denen die provisorischen Tanks durch neue, geschweißte Tanks ersetzt wurden. Die Küstenmauer des Kraftwerkes wurde komplett neu wasserdicht erbaut. Große Lager für niedrigradioaktiven Bauschutt wurden eingerichtet. 

Japan wird Vorreiter

Wer sehen will, was am 11. März 2011 wirklich in den Reaktoren von Fukushima passierte, sehe sich dieses Video an. Roboter dringen in das Innerste der kaputten Reaktoren ein und zeigen die teilweise geschmolzenen Reaktor-Bauteile. So schlimm der GAU auch war – Japan erarbeitet sich gerade eine echte Vorreiterrolle im Bauen von Robotern, die schier Unmögliches vollbringen. Und man sieht den Ingenieuren den Stolz auf ihre Geräte an, auch wenn man kein Japanisch kann. 

Bis 2011 erzeugte Japan ein Drittel seines Stroms aus Kernenergie. Da Japan kaum über eigene Energieressourcen verfügt, belastet der Import von Energieträgern die Japanische Industrie sehr hoch und gefährdet ihre Wettbewerbsfähigkeit. Anders als in Deutschland neigen die Japaner nicht zur Klima- und Atomhysterie. Deshalb wurde ein Atomausstieg nach Fukushima nicht in Betracht gezogen. Im Gegenteil, die Japaner lernen aus ihren Fehlern. Japan rüstet seine 37 Reaktoren sicherheitstechnisch nach und nimmt sie sukzessive wieder in Betrieb. Die ersten zwei Einheiten wurden bereits 2015 wieder angefahren. Sieben weitere Reaktoren laufen heute wieder. 17 weitere Reaktoren befinden sich gegenwärtig im Prozess der Wiedererteilung der Betriebsgenehmigung.

Ich habe mir die neuen Sicherheitsmaßnahmen vor Ort in Kashiwazaki Kariwa persönlich angesehen, sie sind durchaus beeindruckend. Gigantische Flutwälle, zusätzliche flutsichere Notstromaggregate, unabhängige Notkühlaggregate, erdbebensichere Notfallgebäude, Vorräte für autarke Langzeitversorgung der Mannschaft, strukturunabhängige Notfallkommunikationsmittel… Getan wird, was menschenmöglich ist, um ein zweites Fukushima zu verhindern. Getan wird alles, damit die Kernkraftwerke wieder angefahren werden können. Weil sie, so seltsam das klingt, von der Regierung für eine sichere Energieversorgung als notwendig erachtet und von der Bevölkerung akzeptiert werden. 

Die deutsche Energiewende scheitert am Atomausstieg

Trotz der gigantischen Geldausgaben von über 500 Milliarden Euro wird Deutschland seine selbstgesteckten Ziele der CO2-Einsparung für das Jahr 2020 völlig verfehlen. Die Energiewende ist gescheitert. Die Hauptursache für dieses Totalversagen ist der überstürzte Atomausstieg. Kernkraftwerke sind nun mal die einzige CO2-freie wetterunabhängige Grundlastquelle. Gerichtet werden soll es jetzt mit einem genauso überstürzten Kohleausstieg. „Aussteigen ohne Einzusteigen“ ist das Motto, oder „Mehr vom Selben“. Wahnsinn ist, wenn man versucht, mit mehr von denselben Mitteln, die vorher schon nichts brachten, ein besseres Ergebnis zu erzielen. 

Um das eigene Komplettversagen in der Energiepolitik zu vernebeln, verweist die Politik jetzt auf Zeiträume weit außerhalb ihrer Legislaturperioden-Kompetenz. So werden halt andere Politiker für das Nichterreichen der nächsten Ziele und die damit verbundene Geldverschwendung verantwortlich sein. Beim Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 rangiert Deutschland derzeit mit ca. 9 Tonnen pro Jahr auf Platz 24. Die Sieger der „Dekarbonisierung“ auf Platz 1 bis 5 heißen Kongo, Niger, Äthiopien, Südsudan und Eritrea mit je weniger als 0,5 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr. 

Liebe deutsche Landsleute, sollten Gretas Forderungen und die der Grünen nach „der Änderung von Allem“ umgesetzt werden, dann wisst Ihr jetzt, wo es hingeht. Und vielleicht meinte ja Angela Merkel genau das, als sie davon sprach, dass die deutsche Politik „Fluchtursachen beseitigen“ muss. Nämlich dann, wenn Deutschland es schaffen würde, einen CO2-Ausstoß von kleiner als einer Tonne pro Kopf zu erreichen. Dann bestünden absolut keine Fluchtursachen nach Deutschland mehr. Die Politik ist auf einem guten Weg dazu. 

 

Manfred Haferburg ist Autor des Romans „Wohn-Haft“. Der Roman beschreibt auf spannende Weise den aussichtslosen Kampf eines Einzelnen gegen ein übermächtiges System. Ein Kampf, der in den Schreckensgefängnissen des sozialistischen Lagers endet. Ein Kampf, in dem am Ende die Liebe siegt. Wolf Biermann schrieb dazu ein ergreifendes Vorwort. Der 524 Seiten Roman ist als Hardcover zum Verschenken für 32 €, als E-Book für 23,99 € und als Taschenbuch für 20 Euro erhältlich. (Amazon 36 Kundenbewertung 4,5 von 5 Sternen)

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Eleonore Weider / 11.03.2019

@Sabine Schönfelder -  Zitat: der CO2-Anstieg findet, wie uns ein neuer Bestseller über die erquickliche Verbindung zwischen Kinderkriegen und CO2-Anstieg glauben machen soll, nur noch über die Fortpflanzung statt.  Zitatende. Habe ich auch heute gelesen und mir setzte der Atem aus, zumal das KEINKINDERKRIEGEN sich nur auf die deutsche Frau bezog.  Die zentrale These in Brunschweigers Werk lautet: „Kinder sind das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann.” Na, dann schaffen wir uns endlich ab !!!

Andreas Rochow / 11.03.2019

Danke, verehrter Manfred Haferburg, für diese detaillierten wissenschaftlich-technischen Informationen über die wahren Vorgänge in Fukushima vor 8 Jahren. Ihrem Beitrag ist auch zu entnehmen, welchen Respekt Sie einer lebenswichtigen Technologie entgegenbringen, die von linksgründrehenden Fortschrittsfeinden zu Teufelswerk erklärt wurde. Die ö.-r. Rundfunkanstalten haben es heute wieder versäumt, für die geballte Ladung Lug und Trug über “Strahlentote” in Fukushima um Entschuldigung zu bitten und die Dinge wenigstens halbwegs richtigzustellen. Die MINT-Fächer stehen allen regierungsamtlichen Abschaffungs- und Verbotskampagnen noch im Wege; das erklärt ihren Niedergang in D. Jetzt werden wir auf “e-Lufttaxis”, “digital” und “künstliche Intelligenz” ausgerichtet. Für eine Medienwelt, die a regierungsnah, quasi regierungsamtlich agitiert, Empörungswellen gegen Oppositionelle erzeugt, Diskurse mit Moral und Verachtung bis Ächtung steuert und wichtige Informationen unterschlägt, eeicht das Wort “Lügenpresse” nicht zu! Es ist viel schlimmer: Totale Desinformation können sich die Journalistendarsteller des sog. Mainstreams nur leisten, weil sie sich auf der “sicheren” Seite des allumfassenden Merkelfilzes befinden. Nach zwei deutschen Diktaturen sollte das Volk sich nicht erneut durch Dulden und Schweigen mitschuldig machen! Die Erkenntnisse der MINT-Fächer sind durch ARD-Framing kaum zu widerlegen.

J. Schad / 11.03.2019

Sehr geehrter Herr Haferburg, in den Leserbriefen sind einige Fachfragen gestellt. Könnten Sie vielleicht in einem separaten (Folge-) Artikel auf diese eingehen? MfG

Gerhard Bleckmann / 11.03.2019

Radioaktive Strahlung ist nicht per se gesundheitsgefährlich. In einem Wohnkomplex für 10000 Menschen auf Taiwan, wurde mit radioaktivem Cobalt kontaminierter Stahl verarbeitet. Nach 10 Jahren wurde man erst darauf aufmerksam und- evakuierte nicht die Bewohner, sondern untersuchte sie und stellte fest, dass der Anteil an Krebserkrankungen deutlich niedriger als im Durchschnitt der Bevölkerung war. In dem gesamten Kollektiv hätte es unter den Erwachsenen 186 Krebstodesfälle geben müssen. Nach dem im Strahlenschutz angewandten LNT-Modell hätte es durch Strahlung weitere 56 Krebstodesfälle geben müssen. Bisher wurden tatsächlich aber nur 5 Krebstodesfälle beobachtet. Auch bei der Radioaktivität gilt das Gesetz: Nur die Dosis macht das Gift! Das gilt auch hier.

Rolf Lindner / 11.03.2019

Bei den Strahlenbelastungswerten in mikroSievert handelt es sich um Stundenwerte (Ortsdosisleistung), während die effektive terrestrische Strahlendosis die ohne medizinische Untersuchungen und kosmische Strahlung vorhandene Strahlendosis pro Jahr in milliSievert angibt. 0,14 mikroSievert/Stunde Ortsdosisleistung ist nahe an der natürlichen Strahlendosisleistung, wobei es selbst in Deutschland Orte gibt, in denen die natürliche Strahlendosisleistung diesen Wert erreicht.

Anders Dairie / 11.03.2019

Herr HAFERBURG ist ein Fachmann. Er hat im DDR-AKW Greifswald an nicht ganz unmaßgeblicher Stelle mitgearbeitet.  Er dürfte wissen, wie die Maßeinheiten,  die die “Härte” der rad. Strahlung bestimmen, zu verwenden sind. Dies als freundlicher Hinweis an mgl.  Zweifler.  Für Herrn TRITTIN oder Frau ROTH möchte ich dies ausschließen.  Für Frau BAERBOCK und ihren Kollegen völlig ausschließen.  Die GRÜNEN haben auf Empfehlung ihrer Werbeberater die Konterfei der Füh-rung quasi “aufgefrischt”.  FUKUSHIMA wurde nachweislich nicht HIROSHIMA.  Das passt nicht in deren Konzept der Angstverbreitung,  als Basis der Politik. Wie auch der frisch-grüne,  deutsche, germanische, sich ausbreitende Wald,  nicht ins polit.  Konzept der “Zerstörung aller Lebensgrundlagen im Kapitalismus”  passt.

Reiner Lorber / 11.03.2019

Auch wenn der Eindruck entsteht das die Japaner alles im Griff hätten, sollte man doch die Entsorgung der strahlenden Materialien in Frage stellen. Der Hauptgrund für das Beenden der Kernkraft hierzulande sehe ich vielmehr darin , das die Betreiber der AKW, diese nicht immer auf dem neuesten Stand halten und nach wie vor auch die Endlagerung ein Riesenproblem ist. Ich bin zwar kein Techniker, aber ich habe auch Bedenken bei den Behältnissen, da niemand die Langzeitfolgen von Strahlung auf Materialien über Jahrtausende untersuchen kann. Durch virtuelle Simulation kann man keine realen Situationen nachstellen, denke ich. Für mich bleibt diese Energieerzeugungsart noch immer gefährlich und im Katastrophenfall unbeherrschbar.

Emanuel Franziskus Penzkofer / 11.03.2019

Sehr geehrter Herr Haferburg, vielen Dank für den äußerst informativen Artikel. Als mit dem Thema nur unzureichend Vertrauter hätte ich nun eine Frage an Sie, deren Beantwortung eventuell auch Gegenstand eines weiteren ausführlicheren Artikels von Ihnen zu diesem Thema sein könnte: Meiner Erinnerung nach war es ja in im letzten Viertel des letzten Jahrhunderts ausgerechnet die Atomindustrie, der das Argument mit der CO²-Freiheit sehr gelegen kam. Haben die sich damals mit dem Aufspringen auf eine wissenschaftlich nur unzulänglich verifizierte These eventuell selbs ein bißchen das Bein gelegt ? Falls Sie hierzu näheres wüßten, bitte ich um Aufklärung. Es gibt ja auch die noch weitreichendere Vermutung, daß es hauptsächlich die Atomindustrie war, der an der Implementierung des CO²-Buhmannes maßgeblich gelegen war. MfG E.F. Penzkofer

Georg Maatz / 11.03.2019

Vielen Dank für diese tolle Aufklärung und diesen tollen Bericht. Ich hatte mich bis jetzt für einen schwer manipulierbaren Menschen gehalten.  Ich hab bis jetzt immer gedacht, dass es sich bei einem Grossteil der Opfer von Fukushima um Strahlentote handelte und die ganze Gegend um Fukushima eine unbewohnbare verseuchte Einöde ist, die brach liegt. Ich habe jetzt gelernt dass also auch eine gezielte “Nicht Berichterstattung” zur Manipulation führen kann. Man sollte auch Verständnis dafür aufbringen, da bei einer Dauerberieselung durch die Berichterstattung über das dritte Reich bis hin zu hitlers Pudelputzer tagtäglich, die ständige Jagd auf nazis und den klimakampf, kein Platz mehr für Realitäten bleibt. Wobei natürlich die wirklichen Gefahren völlig unter den Teppich gekehrt werden. Ich bin zwar kein Physiker aber ich hab mir schon immer gedacht dass Klimaveränderungen auch etwas mit der Drehung der Erdachse sowie den Einflüssen von Sonne, Mond und Kosmos zu tun haben. Sie haben mich in dieser Vermutung bestärkt.

Th. Radl / 11.03.2019

Lieber Herr Haferburg, mir ist in diesem Artikel ein bisschen zu viel Begeisterung für Atomkraft, die ihre Gefährlichkeit ja nun unübersehbar bewiesen hat. Die meisten Probleme dieser Art der Stromerzeugung kann man sicher durch kompetenten Einsatz von Technik, guter Organisation und gut geschultem Personal meistern. Aber wenn es kracht, dann eben richtig. Die Präfektur Fukushima leidet auch heute nach 8 Jahren, wie Sie ja selber schreiben, unter den Folgen der Katastrophe. Die “speziellen Lagerstätten” für das abgetragene, kontaminierte Erdreich sind meines Wissens abgesperrte ebenerdige Areale, wo das Zeug abgelegt wurde, die wahrscheinlich auf etliche Jahrhunderte nicht gefahrlos begehbar sind. Dass die Leute, die evakuiert wurden und (eher überwiegend) nicht zurückgekehrt sind, in Notunterkünften leben wie hier die sog. “Flüchtlinge”, wird nicht erwähnt. Für Menschen, die vorher im eigenen Haus mit Grund und Boden lebten, sicher kein leichtes Schicksal, das eben nur zum Teil dem Tsunami geschuldet ist. Auch die atomstromaffinen Japaner haben jedoch das gleiche Problem, das hier und sonst weltweit gilt und nicht wirklich gelöst ist (trotz jahrzehntelangem Einsatz dieser Technologie): Das Problem der Endlagerung. Und dass die kontaminierten Depots nicht irgendwann mal ein Desaster wie hierzulande in der Asse verursachen, ist noch lange nicht raus. Vielleicht braucht es dazu nur ein weiteres Erdbeben. Die sollen in Japan ja auch schon mal vorkommen. Die Energiepolitik unserer Kanzlerin ist trotzdem nur unzureichend mit “schwachsinnig” zu beschreiben. Der Ausstieg, wie er durchgeführt wurde, ist nicht nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass immer betont wird, sie sei Physikerin und hat einen Doktortitel. Den bereits beschlossenen Ausstieg rückgängig gemacht zu haben, die Laufzeiten zu verlängern UND DANN (wegen eines “freundlichen Gesichts”) AUSZUSTEIGEN, DAS ist der Skandal, der es so teuer für uns macht! Ich bin bei Atomstrom eher ambivalent, bei Merkel gar nicht!

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