Eine Verpuffung ist eine Verbrennungsreaktion, bei der es zwar zu einer Volumenerweiterung, aber nicht zu einem Druckaufbau kommt – eben keine Explosion, sondern eher „sanfte“ Energieumwandlung. Trotzdem können Verpuffungen erhebliche Schäden verursachen.
In Deutschland sind gerade 342 Milliarden Euro verpufft. Sie wurden in die „Energieeffizienz“ von Gebäuden investiert, und der Energieverbrauch ist nicht im geringsten zurückgegangen. Privatleute, Vermieter und Wohnungs-Unternehmen haben mit viel staatlichem Subventionsgeld neue Heizungen und neue Fenster eingebaut und die Fassaden auf Teufel komm raus gedämmt – jedoch außer Spesen nichts gewesen. Seit 2010 flossen mehr als 342 Milliarden Euro in energetische Modernisierungsmaßnahmen von Wohngebäuden in Deutschland.
Und das Resultat?
2010 verbrauchten die Haushalte im Schnitt 130 Kilowattstunden pro Jahr und pro Quadratmeter für den Raumwärmeverbrauch. Acht Jahre später waren es immer noch 130 Kilowattstunden für denselben Zeitrahmen.
Trotz globaler Erwärmung verbrauchen deutsche Haushalte mehr Energie zum Heizen denn je. „Der seit 2015 steigende Bedarf ist ein alarmierendes Signal – vor allem für den Klimaschutz“ sagt der DIW Berlin und bietet auch gleich eine Lösung an: mehr vom Selben. „Anstrengungen bei der energetischen Gebäudesanierung müssen politisch stärker gefördert werden“.
Die Klimaziele der Bundesregierung sind angesichts dieser erschreckenden Verpuffung fast eines ganzen Bundeshaushalts nicht mehr erreichbar. Bis 2030 sollte der CO2-Ausstoß von Gebäuden um 40 Prozent sinken, bis 2050 sollte der gesamte Gebäudebestand klimaneutral sein. Pustekuchen stellt GDW-Präsident Axel Gedaschko ernüchtert fest: „Es werden Milliarden investiert und es tut sich überhaupt nichts“.
Anpappen leicht brennbarer Dämmplatten
Schuld an der Misere sind die widerspenstigen Bürger, die einfach die Heizung höher drehen. „Statt 20 Grad im Wohnzimmer herrschen nun 22 Grad“. Am schlimmsten heizen dabei die Wessis ein. Der Energiebedarf pro Quadratmeter im Westen liegt um 7 Prozent höher als in den neuen Bundesländern. Das Saarland hält den Heizrekord. Nur in Meckpomm friert man weiter brav fürs Klima vor sich hin.
Wer das aber unreflektiert behauptet, tut den vermeintlich verpimpelten Vielheizern herzlich unrecht. Manche neue Heizung bringt nämlich nicht die versprochene Einsparung. Das Anpappen leicht brennbarer Dämmplatten auf die Fassaden ist manchmal kontraproduktiv, weil sie auf der Südseite das Aufwärmen des Mauerwerks durch Sonneneinstrahlung verhindern. Von Schimmelbildung gar nicht zu reden.
Die vielen Modernisierungsmilliarden wurden sprichwörtlich durch den Schornstein gejagt. Jeder deutsche Steuerzahler hat zusätzlich zu den vielen Energiewendeeiskugeln nochmal 6.000 Euro dafür abgedrückt, dass am Ende gar nichts dabei herauskommt. Jetzt bleibt wohl nur zu hoffen, dass die Erderwärmung das Problem der energetischen Gebäudesanierung löst und die Bürger weniger heizen.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte freudig erregt anlässlich des Gesetzes zur Einführung einer steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierung zum Thema: „Das ist ein guter Tag für den Klimaschutz im Gebäudesektor. Ich habe mich seit langem für die steuerliche Förderung der Gebäudesanierung stark gemacht und freue mich, dass wir dieses wichtige Vorhaben heute gemeinsam auf den Weg bringen konnten. Steuerliche Anreize sind im Gebäudebestand ein zentrales Instrument und gut sowohl für den Klimaschutz wie auch für das Handwerk und Arbeitsplätze vor Ort."
Tja Peterchen, und jetzt sind die 342 Milliarden eben irgendwie verpufft, ohne dem Klimaschutz geholfen zu haben. Da hilft wohl nur, noch mehr Geld in den selben Strudel zu schippen. Und wie passt eigentlich die Mietpreisdeckelung zur energetischen Gebäudesanierung? Solche Konzepte kenne ich als ehemaliger DDR-Bürger noch. Früher hieß das: „Ruinen schaffen, ohne Waffen“.
Beitragsbild: Complete fanatic via Wikimedia Commons

Das Beste am Dämmwahn ist die Umweltschonung. Bei der Produktion des Dämmaterials jede Menge Schadstoffe. Bei einem Fassadenbrand jede Menge Schadstoffe. Auch im Haus giftigste Beaufschlagungen mit riesigem Sanierungsaufwand. Beim Entsorgen der Brandreste jede Menge Schadstoffe. Aber dämmen ist gut für die Umwelt und das Klima. Es lebe die Ideologie und der Irrsinn.
eigenartiger Artikel - der Author nimmt einen kummulierten Quadratmeterwert her und erklärt jegliche energetische Sanierung für unsinnig - damit steht er auf dem Niveau der Weltenretter aus der grünen Szene, die die Verkehrslösung durch verpflichtendes Öffi-Fahren propagieren! Das Problem bei energetischen Sanierungen ist die idiotische Förderungspolitik. Es reicht nicht, einfach Fenster tauschen und Isoliermaterial auf die Wand - das ist jedoch das einzige, was gefördert wird. Es braucht eine kluge Heizungssteuerung ebenso, wie eine Zwangsbelüftung und intelligente Radiatoren (bzw. Fußbodenheizungen). Dann kriegt man seine Heizkosten runter (wir haben das bei unserem Haus a.d. 50ern gemacht und haben aktuell nur noch die Hälfte der Kosten vor der Sanierung). In Österreich frieren wir sicher nicht freiwillig!
Ergänzung zu meinem soeben abgeschickten Kommentar, dass die Kritik von Herrn Haferburg umso schwerer wiegt, da man das alles seit vielen Jahren weiß. Ich habe noch einen welt-Artikel gefunden, der dies belegt: "Wärmedämmung kann Heizkosten in Höhe treiben" vom 8.10.2012.
Es handelt sich nur um Umschichtung von Vermögen. Alle werden erleichtert, der Unternehmer erhält seinen Teil, der Staat einen Teil zurück und der Vermieter ein Zertifikat. Letztlich bezahlt der Mieter eine höhere Miete und das Niveau wird höher, bis der Mietpreisdeckel zuschlägt. Merke: Wertschöpfung gegen null = Ökosozialismus. Moral und Gewissen haben aber auf jeden Fall gesiegt.
Lieber Herr Hafenburg, gerne habe ich bisher ihre Artikel über Kernkraft gelesen und fand diese schlüssig, ich bin starker Kernkarftbefürworter! Da der Zugang zu Kernkraftwerken aus verständlichen Gründen nicht jedem offensteht, kann ich da jedoch Vieles nicht nachprüfen. Jetzt schreiben Sie aber einen Artikel den ich nachprüfen kann und von dem ich als Physiker, als Vermieter, als Sanierer mit sehr viel persönlichem Handanlegen und als Beirats-Vorsitzender einer WEG ziemlich viel weiss. Da bin ich nun über ihre Meinungen erstaunt, auch wenn ich ganz sicher nicht alle "Sanierungslösungen" und Förderungen die da so im Umlauf sind für gelungen halte. Bewerten Sie auf dem Gebiet der Kernkraft auch so "schnell" ?
Wichtiger und guter Artikel, Herr Haferburg! Was fehlt ist der Hinweis, dass man das alles schon seit vielen Jahren gewusst hat. Schon vor ca. 30 Jahren war in der Zeitschrift "Gesünder Wohnen & Bauen" zu lesen, dass bei (nachträglich) voll isolierten Häusern aus den 1920er-Jahren keine Heizeinsparungen zu verzeichnen waren. Außerdem wurde vehement vor dem "Wohnen in der Thermosflasche" gewarnt, vom Wohnklima her und von der Bauphysik. Wenn die Außendämmung direkt auf der Wand aufliegt, durchfeuchtet sie, da die Luft des Wohnraumes mit der enthaltenen Feuchtigkeit durch das Temperaturgefälle (gemäß des Fick'schen Gesetzes) von (in der Regel) innen nach außen durch die Außenwand gedrückt wird (und eventuelle Dampfsperren innen sowieso nie funktionieren). Und eine durchfeuchtete Außendämmung ist schlimmer als "für die Katz". Also setzt man die Dämmung mit Abstand zur Außenwand, nennt sich Hinterlüftung. Wenn man perfekt hinterlüftet, also den Abstand groß macht zwischen Außenwand und Dämmung, kann man sie auch gleich weglassen. Am besten ist es (so die Ansicht in o.g. Zeitschrift), wenn man einen Stein vermauert, der einen guten Kompromiss von Wärmedämmung und Wärmespeicherung aufweist - und keinerlei Dämmung verwendet. (Ich habe mich damals bei meinem Haus für den Liapor-Vollblock entschieden, und dies nie bereut.) ... Aber zurück zum "seit vielen Jahren gewusst hat": 2013 ließ die KfW (!) eine Studie erstellen mit dem niederschmetternden Ergebnis, dass sich die Dämm-Investitionen nicht aus den eingesparten Kosten finanzieren lassen (welt-Artikel vom 29.3.2013 "Die große Lüge von der Wärmedämmung"). ... Ein Jahr später errechnete ein Architekt aus dem hessischen Herborn für zwei Altbauten in Dillenburg, dass die Dämmkosten deutlich über den zu erwartenden Heiz-Einsparungen liegen. Seine Berechnungen waren so hieb- und stichfest, dass die Bauaufsicht auf die Dämm-Verpflichtung verzichtete (welt-Artikel vom 3.6.2014 "Komplette Wärmedämmung, total unwirtschaftlich").
Ich kann mich noch an einen Beitrag im ÖR-TV erinnern. Darin es um drei ziemlich identische Wohnblocks (ca 15 bis 20 Etagen), zwei davon wurden energetisch saniert. Nach der Sanierung waren in diesen Blocks die Heizkosten nicht niedriger, weder im Vergleich zu vorher noch im Vergleich zum unsanierten Block.