Henryk M. Broder / 24.01.2014 / 00:44 / 18 / Seite ausdrucken

Für die Wiedereinführung der Aktuellen Kamera als Grundlage für Volksaufklärung und Propaganda!

Die Seite “openPetition” ist eine “freie und gemein­nützige Plattform, auf der Bürger ein gemeinsames Anliegen öffentlich machen, sich organisieren und den Dialog mit Politik und Mitbürgern führen” können. Sie will “notwendige Verän­derungsprozesse in Gang” bringen, vor allem “dort wo die repräsentative Demokratie zu langsam ist”. Die Initiatoren wollen also der Schnecke Demokratie lange Beine machen. Das geschäftliche Modell, eine gemeinnützige GmbH, hat sich bewährt, die Berliner Treberhilfe war auch eine GmbH.

Derzeit ist bei “openPetition” die wilde Wutz los. Eine Petition, in der es um Markus Lanz und Sahra Wagenknecht geht, eröffnet vollkommen neue Perspektiven für die Programmgestaltung bei den Öffentlich-Rechtlichen. Iritierend an der Petition ist allerdings nur, dass nicht ein Auftrittsverbot für Sahra Wagenknecht, sondern die Entlassung von Markus Land gefordert wird, weil er die Altstalinistin, die sich mal als Rosa Luxemburg und mal als Frida Kahlo inszeniert, nicht ausreichend zu Wort kommen ließ. Ja, das ist gelebte Demokratie, wie Frau Wagenknecht sie verwirklichen würde, wenn man sie nur ließe. Nicht zufällig zählen Fidel Castro und Hugo Chavez s.A. zu ihren Vorbildern.

Und was “openPetition” angeht, die freie und gemeinnützige Plattform, so ist diese nicht so frei, wie sie tut. achgut-Leser Thomas W. Richter hat ebenfalls eine Online-Petition verfasst, die aber wegen “Missachtung der Nutzungsbedingungen” nicht angenommen und statt dessen in den “Trollturm” verbannt wurde. Denn welche Petition zugelassen wird und welche nicht, entscheiden die drei Demokratiebeschleuniger, die notwendige Veränderungsprozesse in Gang bringen wollen.

Diese Petition verdient es jedenfalls, bekannt gemacht zu werden. Wir erklären und mit dem Ziel solidarisch und bitten unsere Leser, es ebenfalls zu tun!

Für die Wiedereinführung der Aktuellen Kamera als Grundlage für Volksaufklärung und Propaganda!
Nach dem unmöglichen Auftritt, in dem Herr Lanz tatsächlich einer aufrechten Kommunistin keine Unterstützung gegen die Reaktion gewährt hat, fordern wir die Wiedereinführung der Aktuellen Kamera! Der öffentliche-rechtliche Rundfunk, das hat die Talkshow “Markus Lanz” klar bewiesen, ist ganz offensichtlich von Demokraten unterwandert! Die Wiedereinführung der Aktuellen Kamera als Grundlage für Volksaufklärung und Propaganda, wird das Lügengespinst der Demokratie mit flammenden Schwert, Hammer und Zirkel bekämpfen! Die Petition soll der Volksgemeinschaft und den Machthabenden klar zeigen, dass das wahre Proletariat im Grunde genommen den realen Sozialismus herbeisehnt. Es wird Zeit, endlich Deutschland als das zu entlarven, was es in Wahrheit ist: demokratisch! Dieser Skandal muss öffentlich gemacht werden!

Bingo! Und wer wäre als Moderatorin für das Remake der aktuellen kamera besser geeignet als Genossin Wagenknecht, für die die DDR kein “Unrechtsstaat”, dafür aber die Mauer ein “notwendiges Übel” war. Freundschaft!

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Leserpost

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Caroline Neufert / 25.01.2014

Warum openPetition – Bashing ? Drei Jungs haben eine Plattform und entscheiden, was veröffentlicht wird – wie AchGut. Nur mit dem Unterschied, die Jungs machen ihre Entscheidung transparent und zeigen, was sie nicht veröffentlichen wollten -  wer ist hier der Troll ;-) ? Btw, wo würde die AK gesendet - öffentlich/rechtlich oder privat ;-) ?

Jürgen Kunz / 25.01.2014

Ich denke, Herr Broder hat teilweise Recht. Aber eben nur teilweise. Die Wagenknecht ist dem Lanz intellektuell haushoch überlegen. Das hätte dem ZDF vorher bekannt sein müssen. Man stellt nicht eine solche Null, der besser zum rosaroten RTL passt, jemand entgegen, der zur Speerspitze der Linken zählt! Es sei denn, man will ihn (Lanz) verheizen. Mitleid aber, da gebe ich Broder Recht, hat die Wagenknecht nicht verdient. Denn wenn Wagenknecht mit ihren Neokommunisten das Sagen in den Sendern hätte (jeder Intedant mit dem entsprechenden Parteibuch), würde genauso mit dem “Gegner” verfahren. D.h. Leute wie Henryk M. Broder (ich habe gerade sein Buch: “die letzten Tage Europas” gelesen) kämen ohnehin in den Genuss von Auftrittsverboten. Wir hätten aber weit intellektuellere Sprecher für die Sache der Marktwirtschaft, oder des “alten Kapitalismus”. Man müsste diese nur aus der Versenkung holen, in die diese, weil kritisch eingestellt, von der “herrschenden Klasse” abgeschoben worden sind.

Günther Heilmann / 25.01.2014

Aber ist denn die Stiftung Warentest nicht schon so ne Art Aktuelle Kamera? Sie müssen gar nicht in den vergilbten Osten gucken, denn auch im Westen gibt es viel Furchterregendes.

Andreas Rochow / 25.01.2014

Irgendwie bin ich in den Verteiler der Petitions-Firma geraten, erhalte also recht oft Emails mit der Aufforderung, mich der Empörungsgemeinschaft anzuschließen. Es ist kostenlos und - großer Vorteil - es muss nicht diskutiert werden. Das Häppchen ist mundgerecht zubereitet. Für Bauchdenker, die gern klicken, genau die Form des politischem Engagememts, die erforderlich ist, um Demokratie und Menschenrechten in dieser verlotternden Republik auf die Sprünge zu helfen. Überhaupt brauchen wir diese unentwegten Aktivisten, damit linken Themen nicht auf der Strecke bleiben. Nun, ich habe bisher keine Petition “gezeichnet”. Einer Schriftstellerin, die die Kanzlerin aufgefordert hat, mit den Geheimdiensten Schluss zu machen, und einer Ärztin, die sich im alkoholisierten Zustand mit Polizisten gekabbelt hat und vor mehreren Gerichtsinstanzen erfolglos gegen die Polzei geklagt hatte, habe ich via change.com geschrieben. Das war dumm, denn die Diskussion war zuende, der demokratische Kamagnen-Urknall war gezündet, alles lief unaufhaltsam. Das Lanz-Jörges-Wagenknecht-Spektakel hatte ich zufällig live gesehen. Ein Moderator darf hinterfragen, aber nicht so einseitig sein. Herr Jörges hat immer Recht und spricht dann zu laut. Beide Herren glaubten, es der Salonkommumistin gegeben zu haben. Besonders ärgerlich: Die Genossin ließ sich nicht aus der Ruhe bringen! Ein Girlfan der Vorzeige-Linken wird nin viele Bauchdenker versammeln, damit der Staatsmoderator in die Arbeitslosigkeit geschickt wird. Der Erfolg dieser Kampagne überrascht: Immerhin beteiligen sich die Nachrichtenredaktionen von Deutschlandradio und Deutschlandfunk an dieser Kampagne, indem sie sie zur Nachricht machen. Worum ging es eigentlich?

Ronnie Herbolzheimer / 24.01.2014

Sorry, daneben. Lanz hat nicht kritisch nachgefragt oder auch gegen Wagenknecht argumentiert, er hat einfach nur von oben herab dazwischen geblökt, nicht ausreden lassen etc - was beim ZDF irgendwie Usus zu werden scheint. Moderatoren sollen ein Gespräch leiten, Gäste präsentieren und nicht als Draperie für ihr geschwollenes Ego verwenden, wobei die Schwellung auf die maßlose (Selbst-)Überschätzung Medientätiger zurückzuführen ist.

Wolfgang Baving / 24.01.2014

Man mag sich ja wünschen, es möge jemand Frau Wagenknecht den Spiegel vorhalten, die Maske herunterreißen, sie entlarven etc. Alles ok! Und ebenso ok ist es, mal genauer hinzuschauen, wer sich hinter openPetition verbirgt und wie “frei” der Laden eigentlich ist. Dennoch erschließt sich mir nicht der Sinn der nun von Ihnen, Herr Broder, unterstützten Petition. Jedenfalls frage ich mich, wieso die Aktuelle Kamera wieder eingeführt werden soll, wo es sie doch schon längst wieder gibt, sogar in 2 Versionen, dem heute-journal und der Tagesschau. Jedenfalls fand ich Ihre entsprechende Einschätzung diesbezüglich vollkommen zutreffend: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/attack_und_aktuelle_kamera/) Und liest man nun die Erklärung des ZDF im Forum zur Sendung von Herrn Lanz, stellt man sogar fest: der Sender erinnert zwar nicht direkt an das DDR-Staatsfernsehen, aber ähnlich bekloppt scheinen seine Protagonisten dann doch schon zu sein. Jedenfalls kommt mir dieser Verdacht, wenn ich etwa lese: “Gerade die Diskussionen zwischen Sahra Wagenknecht und Markus Lanz sind immer wieder von einer besonders intensiven Auseinandersetzung geprägt, bei der es zuweilen auch bei einem Dissens der am Gespräch Beteiligten bleibt. In der aktuellen Sendung ist die Debatte sicherlich auch an einigen Stellen schärfer geworden als dies geplant und in der Nachbetrachtung für die sachliche Erörterung notwendig war.” (Quelle: ZDF-Forum zur Sendung “Markus Lanz”, Anmerkung der ZDF-Redaktion vom 17.01.2014) Wer die Sendung mit Lanz und Wagenknecht gesehen hat, kann sich bei solchen Erklärungen nur noch kaputtlachen. In diesem Licht erscheint allerdings auch die Petition gegen Markus Lanz vollkommen sinnfrei. Denn wieso sollte das ZDF einen Moderator vor die Tür setzen, der doch so gut zu ihm paßt? Die schöne Ironie der Geschichte liegt für mich darin, daß Sarah Wagenknecht genau da, wo sie mit ihren Analysen, etwa zur Schuldenkrise in Europa, Recht hat, von einem ZDF angegangen wird, das seinerseits zumindest gewisser Ähnlichkeiten mit dem DDR-Staatsfernsehen leider nicht entbehrt, wenn auch fern der Prinzipien des Arbeiter- und Bauernstaates, dafür aber auf dem Boden der “Freiheitlich-demokratischen Grundordnung”. Tja, das Leben ist eben ungerecht!

Thomas Schlosser / 24.01.2014

Man muss kein Freund von Herrn Lanz sein, um sein Verhalten Frau Wagenknecht gegenüber als längst überfällig zu bezeichnen. Schon viel zu lange darf diese als ‘Politikerin’ getarnte Sirene des Stalinismus ihren ach so ‘revolutionären’ Unsinn im ( per ‘Demokratieabgabe’ finanzierten ) Staatsfernsehen verbreiten, ohne dafür echten Widerspruch zu ernten. Jetzt macht das mal jemand und sofort empören sich zigtausende von gehirngewaschenen TV-Konsumenten darüber, was von unseren stramm links gebürsteten ‘Qualitätsmedien’ wiederum mit ideologisch bedingter Solidarität und Sympathie begleitet wird. Unnötig zu erwähnen, dass sich Herr Lanz mittlerweile für seinen Fehltritt entschuldigt und Frau Wagenknecht dies generös angenommen hat. Ich glaube, es war Max Liebermann, der einmal gesagt hat: “Man kann gar nicht soviel essen, wie man kotzen möchte..”. Dem ist nichts hinzuzufügen…...

Peter Meyer / 24.01.2014

Daneben, Herr Broder!!!! Es geht es um ein Mindestmaß an Höflichkeit und Gesprächskultur. Wäre Lanz intelligent, hätte er SW ausreden lassen und ihre teilweise doch sehr kruden Thesen anschließend mit guten Fragen auseinandergenommen. Aber, wie immer wieder betont wird: der Ton macht die Musik! Zudem ist Lanz ein Systemling, der auch noch systemstabilisierend wirken soll: so können auf keinen Fall die Rezepte (mehr vom dem, was schon in der Vergangenheit schon nicht geholfen hat, nämlich Schulden) kritisiert werden, die unter anderem Namen (Etikettenschwindel) so auch von Merkel, Gabriel & Co. fabriziert werden, das wäre schon sehr kontraproduktiv. Und mit der Kritik an dem Moloch EU hat SW nichts als recht, aber das darf das vor der Glotze verblödende Systemschaf auf keinen Fall erkennen, am Ende macht es sich noch die Argumente zu eigen und ist auch gegen die EU, das darf auf keinen Fall passieren, also auf keinen Fall ausreden lassen, zu gefährlich. Also ein Tribunal im Stile von Kerner <-> Hermann, Plasberg <-> Lucke und Jauch <-> Sarrazin, um dem Systemschaf klarzumachen, was es zu denken hat: Schuldenmachen für die EU gut, Kritik an der EU schlecht. In der Vergangenheit hat kaum einer was gemerkt, jetzt ist es mal schiefgegangen, weil die eloquente Sahra dem Moderator und seinen Claqueuren nicht nur argumentativ gewachsen war, sondern auch noch mit hübschem Gesicht sympathisch rüberkam und man dem Lanz es deshalb besonders übelnahm, wie er sie behandelt hat. Die ganze Debatte zeigt aber auch, wohin es mit dem Wert von Sachargumenten geht: steil abwärts. Es ist wichtiger, wer was sagt, als das, was was gesagt wird. Und das ist die wirkliche Tragik, die hier zu beklagen ist.

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