Nicht Robert Habeck ist der "gefährlichste Mann Deutschlands", wie es vielerorts heißt. Das ist Friedrich Merz, denn nur mit Hilfe von Merz können Habeck und seine Grünen ihre Politik fortsetzen.
Ich habe wiederholt darauf hingewiesen, dass die von der Mehrheit der Wähler ersehnte Politikwende mit der CDU nicht kommen wird. Zwar wird in der Wahlwerbung für Merz angekündigt, dass es eine solche geben soll, wenn man seine Stimme bei der CDU abgibt, allerdings widerspricht sich Merz in seinen öffentlichen Äußerungen selbst immer wieder. Er will ganz klar als Bundeskanzler mit den Grünen weitermachen, das heißt, deren Politik, die auf eine Deindustrialisierung unseres Landes zugunsten einer „Dekarbonisierung“ der Wirtschaft hinausläuft, fortsetzen. Er wird weder die unkontrollierte Masseneinwanderung noch das bereits gescheiterte Erneuerbare-Energien-Gesetz stoppen, weil die Grünen das nicht wollen.
Weil es immer mehr Widerspruch in der Bevölkerung gegen die absurde grüne Politik gibt, sind die Grünen dabei, an vorderster Front die Meinungsfreiheit zu bekämpfen. Dem schließt sich Merz nicht nur an, er will aktiv mittun. Auf der CSU-Klausurtagung im bayerischen Seeon verkündete er auf einer Pressekonferenz, dass er die Dynamik in sozialen Netzwerken mit „zunehmender Besorgnis“ betrachte.
Er wiederholt die woken Falschbehauptungen, dass auf den sozialen Plattformen vor allem „Falschinformationen für einseitige Kampagnen, für Halbwahrheiten, für Hetze, für Hass und diese Auswüchse“ zu finden seien. Deshalb befürworte er, „dass sich die Europäische Union mit diesem Thema beschäftigt und dass sie das auch reguliert“. Das ist der öffentliche Ruf nach noch mehr Zensur. Bekanntlich hat die EU mit dem Digital Service Act die Meinungsfreiheit in Europa bereits erheblich eingeschränkt, in dem mit Hilfe solch schwammiger Begriffe wie „Hass und Hetze“ vor allem Kritiker der Regierungs- und EU-Politik verfolgt werden.
Wutgeschrei und Bestrafungsphantasien
Wie die meinungsmachende woke Blase hat auch Merz tief erschreckt, dass Mark Zuckerberg auf Meta und Instagram zur Meinungsfreiheit zurückkehren will. Als Begründung gibt er an, allzu oft hätten sich die „Faktenchecker“ Fehlurteile gefällt. Deshalb hat Zuckerberg sie für die USA abgeschafft. Mehr noch, gemeinsam mit Elon Musk und Donald Trump will er sich auch dafür einsetzen, dass in Europa die Meinungsfreiheit revitalisiert wird. Dass die woke Blase das nicht gut findet, dokumentiert sie mit ihren Wutgeschrei und Bestrafungsphantasien, die in dem Wunsch münden, die EU möge dank des Digital Service Acts Zuckerberg mit Millionen Bußgeldern überziehen, falls er es wagen sollte, auch die europäischen Faktenchecker auf seiner Plattform arbeitslos zu machen.
Statt sich für Meinungsfreiheit stark zu machen, ruft auch Friedrich Merz nach noch mehr Zensur. Nicht Robert Habeck ist der gefährlichste Mann Deutschlands. Das ist Friedrich Merz, denn nur mit Hilfe von Merz können Habeck seine Grünen ihre Politik fortsetzen. Das Muster ist schon bei Merkel angelegt, die die grüne Forderung nach offenen Grenzen, nach Atomausstieg und die euphemistisch „ökologischer Umbau“ genannte Deindustrialisierung Deutschlands zur Regierungspolitik gemacht hat. Worauf Merz hinsteuert, ist so offensichtlich, dass hinterher niemand sagen kann, er hätte davon nichts gewusst.
Vera Lengsfeld, geboren 1952 in Thüringen ist eine Politikerin und Publizistin. Sie war Bürgerrechtlerin und Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. Von 1990 bis 2005 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages zunächst bis 1996 für Bündnis 90/Die Grünen, ab 1996 für die CDU. Seitdem betätigt sie sich als freischaffende Autorin. 2008 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.
Soeben ist von Vera Lengsfeld das Buch erschienen: Ist mir egal. – Wie Angela Merkel die CDU und Deutschland ruiniert hat. Hier einfach zu bestellen: Achgut Edition, 200 Seiten, 25 Euro

Sehr geehrte Frau Langsfeld: Herzlichen Dank für diese glasklaren Worte! Super!
Liebe Frau Lengsfeld, wenn Sie schreiben, dass Merz gefährlicher als Habeck ist, dann sieht das ja so aus, als gäbe es irgend einen Unterschied zwischen Merz und Habeck. Nein, Merz, Habeck, Scholz, Wanderwitz, Haldenwang, Faeser, Baerbock und was sonst noch so rumläuft von der ewig gestrigen Fortschrittskoalition ist alles von der selben Sorte. Für all diese sozialistischen Kleingeister gilt: Wer im Februar Flaschen wählt, wird im Rentenalter Flaschen sammeln müssen.
Warum sollte CDU/CSU gewählt werden, in der Brandmaurer, Merkelianer und dunkelgrüne Ministerpräsidenten den Kurs bestimmen?
Wer jetzt immer noch nicht AfD wählt der verdient es,nicht anders, als vom grünen Blockparteienkartell in den Ruin regiert zu werden.
In sechs Wochen wissen wir mehr. Ich fürchte nur, die heutige Schwarzmalerei wird noch ins dunkle Abseits gestellt, weil es viel schlimmer kommt. Das deutsche Volk marschiert unbeirrt ins selbstbestimmte Aus. Das ist nunmal das Wesen der Deutschen Eigenart, etwas trotzig, schulmeisterhaft wird entgegen jeder Logik, so als persönlicher Protest des Einzelnen, letztlich zwanzig Millionen mal das alte System weitergewählt. Man ist stolz auf die Deutsche Demokratie. Fortschritt! Bildung! Deutschland! Gute! Nacht!
Das Wahlergebnis am 23. Februar wird hoffentlich weder für Schwarz-Grün noch für Schwarz-Rot-Grün reichen.
Fritze der Kleine ist in zwei Dingen wirklich groß: Schwanz einklappen und zurückrudern.