Der 9. Mai ist in Russland mehr als ein Feiertag – er ist ein politisches Ritual, das eines offenbart: Moskaus Scheitern am eigenen historischen Erbe.
Kaum ein Gedenktag in Russland bündelt so viele Widersprüche wie der 9. Mai. Eine pompöse Schau militärischer Macht soll den Frieden feiern; die sowjetische Besatzung Osteuropas wird zur Befreiung verklärt; und die Millionen im Krieg geopferten Soldaten erscheinen rückblickend vor allem als Helden. Dass Stalin den Sieg über Nazi-Deutschland weder politisch noch historisch teilen wollte, ist dabei längst in Vergessenheit geraten.
So wird der 9. Mai zum Sinnbild einer Geschichtsbewältigung, die dem deutschen Modell nicht nur widerspricht – sondern es gezielt ins Gegenteil verkehrt. Kritische Reflexion weicht Pathos und Glaube. Das Ergebnis ist ein staatlich gepflegter Mythos, der sich bereitwillig politisch instrumentalisieren lässt – und dabei teilweise vom historischen Kontext abgelöst ist. Es geht längst nicht mehr darum, den Frieden zu feiern, sondern den Krieg der Regierung zu legitimieren.
Einmal mehr zeigt sich: Geschichte ist kein statisches Erbe, sondern ein fortwährender Deutungsraum, in dem Macht, Erinnerung und Identität verhandelt werden. In Putins Russland wird dieser Raum nicht offen diskutiert, sondern autoritär besetzt – mit Symbolen, Ritualen und einer Erzählung, die die Vergangenheit auf die Bedürfnisse der Gegenwart zuschneidet.
Eine Methode, die auch außerhalb Russlands Nachahmer findet – etwa in den USA, wo Donald Trump das Ende beider Weltkriege jüngst zu nationalen Feiertagen erhob. Doch diese Tendenz ist nicht ohne Risiko. Geschichte sollte vor allem ein Lehrer für die Gestaltung der Gegenwart sein – nicht ein politisches Werkzeug zur Mobilisierung von Loyalität. Wird sie zur Bühne nationaler Selbstverklärung, verliert sie ihren aufklärerischen Charakter – und droht, zum Instrument der Spaltung zu werden.
Dass der 9. Mai in seiner heutigen Form zur gesellschaftlichen Konsolidierung beiträgt, mag paradox erscheinen. Doch dieser Effekt gründet auf einer weit verbreiteten Geschichtsvergessenheit. Viele Russen glauben den Erzählungen der Staatsmedien: dass Stalin Europa befreit habe, um den Völkern die Freiheit zu schenken; dass die Rotarmisten einem Staat dienten, der ihren Einsatz mit Respekt und Anerkennung vergalt; und dass sie die Welt vor dem Untergang gerettet hätten.
Stalin kämpfte nicht für die Freiheit Europas
Nichts davon entspricht der historischen Realität. Stalin kämpfte nicht für die Freiheit Europas, sondern zur Verteidigung und anschließenden Ausweitung seines Imperiums – bis tief nach Mitteleuropa. Das Leid anderer, auch das der eigenen Soldaten, war ihm gleichgültig. Es ging ihm allein um Macht, Kontrolle. Die Freiheit der Völker spielte in seinem Denken keine Rolle.
Der in Moskau lehrende ukrainische Historiker Oleg Chlewnjuk zeichnet in seiner Stalin-Biografie das Bild eines machtbesessenen, misstrauischen und zutiefst manipulativ agierenden Diktators – emotional verschlossen, autoritär im Privaten und getrieben von einem tiefen Bedürfnis nach Kontrolle. „Am Ende seines Lebens stand Stalin auf dem Höhepunkt seiner Macht. Seine Autorität war unanfechtbar und von keiner Seite ernsthaft bedroht. Doch so empfand er es nicht. Wie andere Diktatoren führte er unablässig einen Kampf um die Macht“, schreibt Chlewnjuk.
Dieser Kampf hatte in der Sowjetunion bereits Millionen Todesopfer gefordert, lange bevor die deutsche Wehrmacht am 22. Juni 1941 angriff. In nur 17 Jahren hatte Stalin das Land in einen brutalen Polizeistaat verwandelt, der seine eigenen Bürger systematisch mit Zwangsumsiedlungen, Arbeitslagern, Verhaftungen und Massenmorden terrorisierte. So entstand ein Klima der Angst, des Misstrauens und Rechtlosigkeit, das sich mit Worten kaum angemessen beschreiben lässt.
Die meisten Opfer forderte die staatlich verursachte Hungersnot der Jahre 1932/33 in der Ukraine und anderen Teilen der Sowjetunion – der sogenannte Holodomor –, der drei bis fünf Millionen Menschen das Leben kostete. Hinzu kamen rund 700.000 Erschießungen während des Großen Terrors, mindestens 1,5 Millionen Tote im Gulag-System, zahllose weitere infolge von Zwangsumsiedlungen sowie Hunderttausende, die während der Kollektivierung oder durch Repressionen im Krieg starben. Das Ausmaß des stalinistischen Terrors war erschütternd – und in seiner systematischen Brutalität historisch einzigartig. Oder wie Jörg Baberowski es formuliert: „Stalins Macht ruhte im Terror.“
Verdrängung traumatischer Erfahrungen
Dass diese Zusammenhänge im heutigen Russland kaum noch eine Rolle spielen, ist Ausdruck eines menschlich nachvollziehbaren Wunsches: der Verdrängung traumatischer Erfahrungen. Es ist leichter, an die bequeme Unwahrheit zu glauben, die Generation der Großeltern seien Helden gewesen – und nicht Opfer eines Systems, das sie verschlang.
Dass der 9. Mai überhaupt erst seit 1965 staatlich als Feiertag begangen wird, verdrängen heute viele. Statt seiner Bevölkerung nach dem Sieg über Hitler Freiheit und Wohlstand zu bringen, überzog Stalin sie umgehend mit neuen Wellen des Terrors. Heimkehrende Soldaten und Kriegsgefangene galten als potenziell illoyal – viele landeten in Filtrationslagern, wurden verhört oder direkt in den Gulag geschickt.
Ab 1948 kehrte der Stalinismus zur paranoiden Feindbildlogik zurück, vor allem jüdische Wissenschaftler, Ärzte und Künstler gerieten ins Visier. Zwischen 1951 und 1953 erreichte der spätstalinistische Terror seinen Höhepunkt: mit politischen Säuberungen, der sogenannten „Ärzteverschwörung“ und einer antisemitischen Kampagne, die in einem großen Schauprozess zu enden drohte. Viele Historiker vermuten, dass Stalin neue Massenvertreibungen oder sogar Deportationen vorbereitete – ähnlich wie die „großen Prozesse“ der 1930er. Dass es nicht mehr dazu kam, lag am Tod des Diktators im März 1953.
Zwölf Jahre später suchte Leonid Breschnew nach einem Weg, den Abgrund zwischen einem außer Kontrolle geratenen Polizeistaat und einer von Terror und Gewaltherrschaft zerschundenen Gesellschaft zu überbrücken – und entdeckte im mythisierten Sieg über Nazi-Deutschland ein verbindendes Narrativ. Aus Opfern wurden Helden. Aus Opfern wurden Helden, aus Schuld ein Grund zum Stolz – und aus Tätern vermeintliche Befreier.
Daran wird deutlich, dass es den Menschen in Russland weniger um historische Fakten geht als um eine Quelle kollektiver Selbstbestätigung – eine Erzählung, die sie trotz aller Missstände und Rückschläge als Teil der Siegergeschichte erscheinen lässt. Es ist dieser Moment, in dem das Ego eines Volkes, das in den vergangenen zweihundert Jahren herausragende Leistungen in Wissenschaft, Kunst und Literatur erbracht hat, als das erscheint, was es ist: ein fragiles Schutzkonstrukt gegen die Zumutungen der eigenen Geschichte.
Siegesparade zur Bühne eines machtpolitischen Schauspiels
Aus diesem Grund brauchen die Russen Wladimir Putin. Er steht nicht nur für Autorität und Stärke, indem er russische Interessen energisch nach außen vertritt – er erzählt den Russen auch ihre Geschichte und bewahrt sie zugleich davor, sich kritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Doch genau darin läge die Voraussetzung für jede echte politische und gesellschaftliche Erneuerung.
Ihr Ausbleiben, ist kein Zufall. Solange der imperiale Glanz von heute die Schatten von gestern überstrahlt, kann das kollektive Selbstbild intakt bleiben – frei von den Zumutungen historischer Verantwortung. Putin gibt diesem Bedürfnis eine politische Form: Er ersetzt Erinnerung durch Mythos, Schuld durch Stolz – und Geschichte durch ein Narrativ nationaler Größe. Geschichte wird in diesem System nicht aufgearbeitet, sondern verwaltet – kontrolliert, selektiert und instrumentalisiert. Das gilt besonders für den Überfall auf die Ukraine, der bereits jetzt als Akt der Selbstverteidigung in das nationale Geschichtsbild eingeschrieben wird.
Die skizzierten Zusammenhänge mögen historisch weit zurückliegen – und doch sind sie zentral für das Verständnis der heutigen Bedeutung des 9. Mai. Sie zur Sprache zu bringen ist kein Ausdruck von Provokation oder Ressentiment, sondern ein Akt historischer Wertschätzung: gegenüber den Fakten, gegenüber den Opfern – und gegenüber einer faszinierenden Geschichte Russlands, die mehr verdient als ihren Missbrauch durch Macht.
Vor diesem Hintergrund wurde die diesjährige Siegesparade zur Bühne eines machtpolitischen Schauspiels: Wladimir Putin inszenierte Russland als Anführer einer neuen, nichtwestlichen Weltordnung. 11.500 Soldaten marschierten über das Kopfsteinpflaster des Roten Platzes, begleitet von mehr als 180 Militärfahrzeugen.
An Putins Seite standen Chinas Präsident Xi Jinping, Brasiliens Luiz Inácio Lula da Silva, Serbiens Aleksandar Vučić und der slowakische Premier Robert Fico – letzterer als einziger Vertreter eines EU-Landes. Auch nordkoreanische Generäle in Paradeuniform nahmen auf der Ehrentribüne Platz. Kim Jong-un blieb zwar fern, doch Putin dankte den nordkoreanischen Offizieren demonstrativ persönlich.
"Unerschütterliche Barriere gegen Nazismus, Russophobie und Antisemitismus“
Vertreter westlicher Staaten blieben der Veranstaltung demonstrativ fern. Der Kreml stilisierte die Anwesenheit autoritärer und blockfreier Staaten zum Beweis einer neuen multipolaren Ordnung. Der Schulterschluss mit China stützt nicht nur Russlands Außenpolitik, sondern auch seine wirtschaftliche Stabilität. Laut russischen Medien sollen sogar nordkoreanische Truppen ukrainische Einheiten aus zurückeroberten Gebieten verdrängt haben.
Putins Rede folgte dem bekannten propagandistischen Muster: historische Anspielungen, pathetische Formeln, die rhetorische Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart. „Wir erinnern uns an die Lehren des Zweiten Weltkriegs [...] Unsere Pflicht ist es, die Ehre der Kämpfer und Kommandeure der Roten Armee zu verteidigen“, erklärte er.
Russland sei stets eine „unerschütterliche Barriere gegen Nazismus, Russophobie und Antisemitismus“ gewesen – und werde es bleiben. „Wahrheit und Gerechtigkeit sind auf unserer Seite.“ Die Nation stehe hinter der „speziellen Militäroperation“; deren Teilnehmer verdienten Stolz für „Mut, Entschlossenheit und innere Stärke“ – Tugenden, die Russland „immer zum Sieg geführt“ hätten.
In einem historischen Exkurs würdigte Putin die Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg, lobte die späte Eröffnung der Westfront, huldigte dem „mutigen Volk Chinas“ – und schloss mit dem Ruf: „Ehre dem siegreichen Volk!“
Laut Verteidigungsministerium stammten 1.500 der marschierenden Soldaten direkt aus dem Kriegsgebiet. Putin sprach unter einem eigens zum Schutz vor Drohnenangriffen errichteten Dach: „Unsere Väter haben uns aufgetragen, unsere nationalen Interessen, unsere jahrtausendealte Geschichte, Kultur und traditionellen Werte entschlossen zu verteidigen.“
Sicherheitsvorkehrungen in Moskau waren massiv
Drei Jahre nach Kriegsbeginn bleibt Russlands militärische Bilanz jedoch ernüchternd: kein strategischer Durchbruch, stagnierende Fronten, wirtschaftlicher Druck durch Inflation, hohe Zinsen und sinkende Rohstoffpreise.
Auch die Parade spiegelte den Bruch mit der Realität. Moderne Systeme wie der T-14 „Armata“ oder die Artillerieeinheit „Koalition“ fehlten. Stattdessen rollten Drohnen der Typen „Shahed“, „Harpyien“, „Orlan“ und „Lancet“ über den Platz. Neue Modelle wie die 2S44 „Hyazinth K“ und der Flammenwerfer TOS-2 „Tosotschka“ ersetzten frühere Parade-Technik.
Im Vergleich zu 2024, als lediglich ein Altpanzer präsentiert wurde, fiel die Schau diesmal umfangreicher aus. Die Luftstaffel blieb reduziert: Eine Formation aus Su-30-, MiG-29- und acht Su-25-Kampfflugzeugen mit farbigem Rauch bildete den Abschluss. Die Sicherheitsvorkehrungen in Moskau waren massiv: Metrostationen wurden gesperrt, Straßen umgeleitet, der Internetzugang eingeschränkt. Kurz zuvor hatten ukrainische Drohnen die Flughäfen der Hauptstadt lahmgelegt.
Zwar erklärte das Verteidigungsministerium die Parade zur größten seit Kriegsbeginn – doch propagandistischer Glanz und militärische Wirklichkeit klaffen sichtbar auseinander. Die Erinnerung an 1945 wird zur Folie für den Krieg gegen die Ukraine – unter dem Narrativ eines Kampfes gegen den „Nazismus“. Doch der historische Vergleich wirkt zunehmend hohl – und politisch isolierend.
Der 9. Mai, einst ein verbindendes Gedenken über die Grenzen der ehemaligen Sowjetunion hinweg, ist heute Projektionsfläche einer geschichtspolitischen Revisionsagenda. Putins Versuch, den Sieg von 1945 zur Legitimation des Angriffskriegs von 2022 zu nutzen, hat den Charakter des Feiertags grundlegend verändert. Aus einem kollektiven Erinnerungsritual ist ein staatlich gelenktes Kampfinstrument geworden.
Autoritären Reflexe der Vergangenheit als Orientierung
Dass diese Verzerrung von einem Präsidenten betrieben wird, der sich als Liebhaber der russischen Geschichte inszeniert, wirkt paradox – ist jedoch Ausdruck derselben Logik, die schon Josef Stalin leitete: Der Zweck heiligt die Mittel, solange er der Macht dient.
Jörg Baberowski revidierte einst seine Einschätzung Stalins und räumte ein, dessen Wesen grundlegend verkannt zu haben: Stalin sei nicht bloß ein kalter Technokrat der Macht gewesen, sondern ein Mann, der in der Gewalt nicht nur ein Mittel, sondern einen eigenen Wert sah – und sie systematisch kultivierte.
Auch Wladimir Putin wurde lange unterschätzt. Inzwischen beherrscht er das Spiel mit der Geschichte ebenso virtuos wie mit der Macht. Er deutet Vergangenheit nicht nur um – er instrumentalisiert sie mit Kalkül, formt sie zu einem Herrschaftswerkzeug und macht sie zur ideologischen Munition seiner Gegenwartspolitik.
Damit knüpft er an Stalin an und beweist zugleich, dass Russland am Erbe des sowjetischen Diktators gescheitert ist. Es sucht in den autoritären Reflexen der Vergangenheit nach Orientierung für eine Zukunft, der es an einer Vision fehlt.
Dr. Christian Osthold ist Historiker mit dem Schwerpunkt auf der Geschichte Russlands. Seine Monographie über den russisch-tschetschenischen Konflikt ist in der Cambridge University Press rezensiert worden. Seit 2015 ist Osthold vielfach in den Medien aufgetreten.
Der Versuch die Geschichte einseitig heroisch zu framen ist unmoralisch & unintelligent, da sie eine Lehre aus der Geschichte verunmöglicht. ✦ Denselben dummen Fehler begeht auch Viktor Orbán. Er bemüht sich zwielichtige historische Figuren zu heiligen, um die Ehre der ungarischen Nation zu erhöhen, bewirkt aber das Gegenteil. Die zwielichtigen Figuren werfen einen Schatten auf die zahlreichen wirklichen Helden der ungarischen Geschichte. Den großen Gf. Széchenyi István (1791-1860) im gleichen Atemzug mit mittelmäßig begabten ungarischen Faschisten zu nennen ist eine Zumutung. Orbán ist zwar immer noch besser als die woke Opposition, aber seine Geschichtspolitik ist teils geschmacklos & niveaulos. Schön, dass er Heimat, Geschichte, Tradition ehrt, aber eine einseitige Ehrung beraubt uns den Lehren aus den Fehlern der Geschichte. Wir haben nicht immer alles richtig gemacht, die Geschichte ist kein Disney-Heldenepos. ✦ Putins Geschichtsunterricht degradiert die Russen zu ignoranten Chauvinisten, zu dummen, dünkelhaften Deppen. ✦ Ähnlich dumm & schädlich ist die westliche Selbstverleugnung, die Reduktion der Geschichte auf ihre Sündenfälle. Das was wir den vergangenen Generation schulden ist die Wahrheit. Strahlen die wahren Helden der Geschichte nicht umso heller vor dem Hintergrund all der Schurken, Verbrechen, Fehler?
@Dr. Gunter Zimmermann: „Hervorragende Analyse. Wann begreift “der Westen„, nicht nur Donald Trump und J.D. Vance, sondern auch führende Politiker in Europa, dass Putin den Krieg braucht und niemals Frieden schließen wird?“ – Ja, Putin, braucht diesen Krieg. Er hat jahrelang davor gewarnt, dass er dazu bereit wäre! Und er hat auch gesagt, warum! Aber wir haben auf seine Warnungen geschissen und gelästert: „Die haben doch gerade mal die wirtschaftliche Kraft eines maroden Italien! Und jetzt steht das Zeitfenster offen, Russland endlich zu filetieren und das Fell des Bären unter uns zu verteilen.“ – Ich vermute, dass wir, dass unser Regime in Deutschland, diesen Krieg noch viel nötiger braucht, um von dem unsäglichen Schaden und der Vergiftung die eine Merkel und ein Scholz über unser Land gebracht haben, abzulenken. Dabei sind unsere großkotzigen Sanktionsdrohungen und das Kriegsgeheul für Russland sowas von lächerlich, wie es die Mahnungen einer feministischen Außenministerin zu einer 360°-Wende Putins seinerzeit nur sein konnten, über die sich die ganze Welt totlachte. Man kann Merzel nur ausdrücklich warnen, den Bandera-Nazis in Kiew auch noch Taurusse zu liefern und durch Bundeswehrsoldaten programmieren zu lassen! Die Folgen würden für deutsche Städte desaströs ausfallen, die ohne jeglichen Schutz gerade in der schönsten Maienblüte daliegen! Aber Merzel erscheint wie ein Schlafwandler, der unser Land machtbesoffen und ohne Außenwahrnehmung in das nächste große Desaster führt.
Dass des Kriegsendes verschieden gedacht wird, ist verständlich, da die Kriegsziele verschieden waren. Die Erbfeindschaft mit Frankreich war ja immer so etwas wie ein Streit unter Geschwistern, und die Engländer waren sowieso von der selben edlen Rasse, denen man nur vorwarf, dass sie die Weltherrschaft nicht mit den Deutschen teilen wollten. Die USA waren von Deutschland nie ernsthaft bedroht, sie hätten nach einer Schamfrist auch mit einem siegreichen Nazireich Handel getrieben. Ganz anders die Sowjetunion. Sie war durch den großen Terror, die Zwangskollektivierungen und die daraus folgenden Hungerkrisen (dass der „Holodomor“ ein gezielter Ethnizid an den Ukrainern war, ist ein Märchen) und die Säuberungen in der Armee geschwächt und ein scheinbar leichtes Opfer. Was die deutschen Übermenschen mit den slawischen Untermenschen vorhatten, lag offen zu Tage. Der Überfall Deutschlands rettete Stalin, indem er eine Welle des Patriotismus entfachte, die nicht nur die Kommunisten, sondern alle, einschließlich der orthodoxen Kirche und der Emigranten (von Denikin bis Rachmaninoff) erfasste. Daran knüpft Putin an, und das sollte angesichts der Millionen Opfer (kaum eine Familie in Russland ist verschont geblieben) auch für einen deutschen Historiker nachvollziehbar sein. Dass in Deutschland der 8. Mai jetzt ausschließlich ein Tag der Befreiung sein soll, ist eher eine Geschichtsklitterung, mit der man sich gern den Befreiern zugesellen will. Mein Vater – kein Nazi- sprach zutreffend immer vom „Zusammenbruch“.
„…Das Ausmaß des stalinistischen Terrors war erschütternd – und in seiner systematischen Brutalität historisch einzigartig…“ Mangels einer „Linken Vergangenheitsbewältigung“ ist das linke Gedankengut im 21 Jahrhundert noch genauso massenmörderisch wie im 20 Jahrhundert. Gulags (linke KZs) sind auch heute möglich.
„Verdrängung traumatischer Erfahrungen“: Für eine solche These bedarf es einer psychologischen Ausbildung.
Zur Bewertung von Putin gebe ich zu bedenken, dass er im Vergleich zu den Zaren, Lenin, Stalin und deren Nachfolgern wohl klüger, besonnener und realistischer ist. Auch im Quervergleich mit Medwedew, Selenski und vielen anderen Staatschefs schneidet er eher gut ab.
Ich fände mal eine tiefenpsychologische Analyse interessant, warum die Engländer 2022 den Friedensschluss verhindert haben.
Gerade wir Deutschen sollten doch gelernt haben, dass der Sieger die Bedingungen des neuen Friedens diktiert – und nicht der Verlierer! Und dass damit Einbußen von Ländereien einhergehen, das sollten gerade wir doch auch nur allzu genau wissen. Oder wollen Sie Schlesien und Ostpreußen wieder zurückfordern, Herr Osthold? Die Russen sind stolz auf ihre zwei historischen Großen Siege für das Vaterland: sie haben dem kleinen dreckigen Franzosen gelehrt, wo der Hammer hängt, und sie haben die großkotzigen Herrenmenschen aus Deutschland plattgemacht – allerdings unter gigantischen Opfern von fast 30 Mio Russen! Und heute stehen sie vor der Aufgabe des Dritten Großen Krieges für das Vaterland gegen die NATO. Natürlich haben sie die Herausforderung angenommen und in bester russischer Tradition haben sie sich auch dieser existentiellen Bedrohung gestellt – und wieder gehen sie daraus als Sieger hervor. Man kann den Russen dafür nur gratulieren und mit ihnen um die Toten trauern. Dass sich die Ukrainer als Vasallen der USA in diesem Krieg haben verdingen lassen, ist zutiefst tragisch und bedauerlich für das geschundene Land. Aber gerade wir Deutschen kennen auch das nur zu gut: Menschen werden ohne eigene Schuld zum Opfer von skrupellosen Regimes, die ihre Machtinteressen rücksichtslos durchsetzen. Dass Josef Stalin ein Verbrecher und Massenmörder war, ist bekannt. Dennoch war er derjenige, der die Mordmaschine Hitlers zum Halten gebracht hat. Ohne ihn hätte es niemals eine Landung von Alliierten im Westen gegeben.
Umso bedauerlicher ist die Rolle Deutschlands in diesem Krieg. Man kann Putin nur warnen, mit Lügnern und Betrügern wie uns und dem Westen zu verhandeln, ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu bedingen. Uns ist nicht zu trauen! Das muss die Russen ganz besonders schmerzen, weil sie es waren, die aus der besetzten DDR ohne Bedingungen abgezogen sind, ohne noch irgendwelches Tafelsilber mitgehen zu lassen. Sie waren es allein, die uns die Einheit schenkten!
@Katharina F.: Weil die Deutschen Schweine waren dürfen die Russen jetzt auch mal? Wobei die ihr Mütchen eigentlich schon 1945 gekühlt haben sollten. Übrigens auch die Ukrainer, damals, da dreh ich die Hand nicht rum. „Am nördlichen Oder-Abschnitt zwischen der Ostseeküste über Schwedt bis Oderberg stand die 2. Weißrussische Front unter Marschall Konstantin Rokossowski. Sie stand an einem schwer überbrückbaren Flussabschnitt und sollte erst später, nach dem erfolgten Durchbruch der südlicheren Heeresgruppen über die Oder angreifen. Im westlichen Oderbrückenkopf von Küstrin bis nach Guben war die 1. Weißrussische Front unter Georgi Schukow konzentriert, sie sollte den direkten Vormarsch auf Berlin erzwingen. Im südlichen Abschnitt entlang der Neiße bereitete die 1. Ukrainische Front unter Konew ihren Durchbruch zwischen Forst und Muskau in Richtung auf Cottbus und Spremberg vor“. Gucksdu wiki unter „Schlacht um Berlin“.
Russland hat sich bis heute seines grandiosen Sieges über die Deutschen – errungen mit äußerst tatkräftiger Unterstützung des Westens, also der USA (u.a. von Alaska aus!) und GB – als unwürdig erwiesen. Wann wird dieses riesige Land endlich ein anständiger Staat? Und damit ein idealer Partner für den Rest Europas? Nicht als Herrscher, dazu hängt ihnen nun wirklich alles zu tief. Die Ukrainer und die restliche Slawerey samt Baltikum sagen: Lieber die Amis als der Russ‚ – verstanden? Mal sehen, was Belarus und Kazakhstan machen werden, sobald die Großrussen nichts mehr ausrichten können. Und in der Taiga den Elch knutschen. Der Süß-Saure? Ist zum Glück weit weg, soll seine „Neue Seidenstraße“ bauen, mit atomgetriebenen Loks, endend im Duisburger Binnenhafen. Benimmt er sich, dann gibt es auch keine Zölle. Wir können das Paradies auf Erden haben, wenn wir die Idioten in die Schranken weisen. Am besten mit Drohnen des Himmels. Halleluja.