Peter Heller, Gastautor / 26.05.2020 / 06:11 / Foto: Pixabay / 46 / Seite ausdrucken

Freiheit hilft immer – auch gegen Coronaviren 

Angst taugt nicht als Ratgeber, wie sich in der Coronakrise einmal mehr erweist. So sind nicht nur die mit erheblichen Kollateralzerstörungen verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens allein von Furcht getrieben. Sondern auch der sich verbreitende Impuls, diesen mit abseitigen, aus absurden Verschwörungstheorien und kruden Weltanschauungen gespeisten Argumenten entgegenzutreten. Angesichts eines hypothetischen Risikos in blinden Aktionismus zu verfallen, ist aber ebenso töricht wie tumbe Ignoranz. Vermögen doch beide Ansätze erst in jene Katastrophen zu führen, die man eigentlich zu vermeiden trachtet. Die Vernunft gebietet dagegen, das Virus ernst zu nehmen, ohne ihm mit panischen Überreaktionen zu begegnen. 

Während diese Zeilen entstehen, meldet das Robert-Koch-Institut weniger als zehntausend aktive Corona-Infektionen in ganz Deutschland. Wer angesichts dieser geringen Zahl die sofortige Aufhebung aller aufgrund der Pandemie verhängten Vorschriften und Einschränkungen ablehnt oder die Rückkehr zum Normalzustand auch nur künstlich in die Länge zieht, hat als einzige Begründung den Glauben an eine große Menge bislang in der offiziellen Statistik nicht erfasster Fälle. Ein Vorgehen aber, das eine solche Dunkelziffer überhaupt ermöglicht, kann nur als untauglich angesehen werden. Wenn von den lediglich 178.000 bislang registrierten Erkrankten zudem mehr als 8.200, also etwa fünf Prozent, an Covid-19 verstorben sind, verbreitet sich das Virus offensichtlich überproportional hoch in genau der falschen Zielgruppe.

Mit dieser Fallsterblichkeit liegt Deutschland auch im internationalen Vergleich gerade mal im Mittelfeld, nahe am weltweiten Durchschnitt und nur unwesentlich besser als Staaten wie die USA oder Brasilien. Werte zwischen zehn und fünfzehn Prozent haben unter anderem Italien, Spanien, Großbritannien und Schweden zu beklagen. Nationen, die völlig unterschiedlich mit dem Virus umgehen. In Frankreich mit seinen rigiden Ausgangssperren stirbt gar jeder fünfte Infizierte. Zwar sagt die Entwicklung der Fallsterblichkeit während einer laufenden Pandemie nichts über die Letalität des Erregers und nichts über das individuelle Mortalitätsrisiko, aber sie ist ein hilfreicher Parameter zur Bewertung der jeweils verfolgten Politikansätze. Mit denen sich die Differenzen zwischen den einzelnen Ländern offensichtlich nicht erklären lassen. Soziologische und strukturelle Aspekte erweisen sich als bedeutender.     

Die träge Duldsamkeit der Bevölkerung in höchsten Tönen loben

Geradezu zynisch mutet es da an, wenn Vertreter der Exekutivorgane hierzulande ihr Handeln nicht nur als alternativlos, sondern auch noch als überaus erfolgreich bezeichnen und gar die träge Duldsamkeit der Bevölkerung in höchsten Tönen loben. Tatsächlich aber haben zwei Monate der gesellschaftlichen Lähmung nichts weiter erbracht, als genügend Munition für das Schüren der Angst vor einer zweiten Welle zu liefern. Und das zum Preis erheblicher, kaum mehr zu behebender ökonomischer und sozialer Schäden.

Schon das dem verordneten Stillstand zugrunde liegende Postulat, es gälte, das „Gesundheitswesen“ vor einer denkbaren Überlastung zu schützen, ist menschenverachtend. Wenn denn Politik überhaupt auf ein neu auftretendes Gesundheitsrisiko reagieren möchte, dann doch unmittelbar zum Schutz der potenziell Betroffenen und nicht zur Tarnung der Mängel eines abstrakten Systems.

Stattdessen räumt man einerseits implizit sein Unvermögen ein, insbesondere Krankenhäuser nicht schnell genug in ausreichendem Umfang auf die Herausforderung einstellen zu können. Und unterwirft sich auch noch widerstandslos der Prämisse, eine steigende Zahl an Infektionen bedinge zwingend mehr schwere Verläufe und Todesfälle. Dabei bieten doch gerade die spezifischen Eigenschaften von SARS-CoV-2 die Option, diesen Zusammenhang zu brechen. 

Das Virus selektiert sehr trennscharf und bewirkt gleichzeitig eine rasche, lang anhaltende Resistenz. Jüngere Menschen unter vierzig Jahren sind nahezu ausschließlich potenzielle Überträger, bei denen die Krankheit entweder gar nicht ausbricht oder äußerst mild verläuft. In der Gruppe bis zu einem Lebensalter von etwa 65 Jahren entspricht das Sterberisiko höchstens dem einer herkömmlichen Grippe. Ältere und Vorerkrankte dagegen sind sehr gefährdet. Wer sich infiziert und überlebt, ist nach wenigen Tagen nicht nur selbst immun, sondern auch nicht mehr ansteckend für andere.

Das Drängen der Politik auf naturwissenschaftliche Absolution

Nichts verhindert derzeit die Etablierung einer diese Charakteristika vorteilhaft nutzenden Strategie so sehr wie das Drängen der Politik auf naturwissenschaftliche Absolution. Man bettelt nach virologischer Expertise, obwohl doch die molekularbiologischen Ursachen oben beschriebener Erfahrungstatsachen völlig unerheblich für die Entscheidungsfindung sind. Man richtet sich an Hochrechnungen und Szenarien der Epidemiologen aus, obwohl deren Prognosekraft aufgrund zahlreicher notwendiger Spekulationen hinsichtlich der Eingangsparameter doch verschwindend gering ist.

Das Beispiel der sogenannten "Herdenimmunität" verdeutlicht besonders, wie die Orientierung an virtuellen Modellwelten der Forschung den Blick auf die Realität vernebelt. Gemeinhin wird kolportiert, jener Zustand, in dem neue Infektionen nicht mehr den Samen für ein zumindest kurzzeitiges exponentielles Wachstum legen können, sei erst bei einer Immunisierung von sechzig bis siebzig Prozent der Bevölkerung erreicht. In der Berechnung dieses Wertes steckt jedoch die Annahme, die hinsichtlich einer Übertragung kritischen Sozialkontakte seien gleichmäßig über die Menschen verteilt. Was natürlich nicht der Fall ist. In einer fragmentierten und individualisierten Gesellschaft bieten manche Menschen dem Virus eine Brücke zu sehr vielen anderen und manche sind in dieser Hinsicht eher Sackgassen.

Dies berücksichtigend, stellt sich eine Herdenimmunität bereits dann ein, wenn die besonders aktiven Überträger immunisiert sind. Man sollte also diese "Superspreader" einfach in Ruhe lassen, zumal nur wenige Partygänger und in Sport-, Gesangs- oder sonstigen geselligen Vereinen besonders aktive Zeitgenossen den Risikogruppen angehören. Letztere parallel zu schützen, gelingt vor allem durch eine Brandmauer vor den Orten, an denen sie sich vorwiegend aufhalten und selbst Kontakt zu vielen fremden Menschen haben. 

Und dieser Schutzschild muss nicht aus Besuchsverboten, aus angeordneter Isolierung und Ausgangssperren bestehen. Es gilt lediglich, Besucher und Personal von medizinischen und Betreuungseinrichtungen aller Art einem strengen Testregime zu unterwerfen. Selbst unvollkommene Nachweise, die mitunter zu im Einzelfall ärgerlichen falsch-positiven Ergebnissen führen, genügen schon dem Anspruch, vorzeitige Todesfälle durch SARS-CoV-2 massiv zu reduzieren. 

Das Problem wird nur zeitlich unbegrenzt verlängert

So wäre Deutschland schnell und ohne größere Verluste durch die Pandemie gekommen. So könnte es immer noch gelingen, mit einer weit geringeren absoluten wie relativen Fallsterblichkeit trotz vieler Millionen Infektionen. Dem gegenwärtigen Vorgehen aber wohnt intrinsisch der Mangel inne, nur dann die Risiken für Leid und Tod sicher zu senken, wenn man es bis zur breiten Verfügbarkeit eines verlässlichen Impfstoffes fortsetzt. Nach ein bis zwei Jahren der Paralyse wird jedoch in diesem Land nicht mehr viel von dem übrig sein, das es zum Wiederaufbau des bis dahin Vernichteten braucht.

Der Versuch, die Ausbreitung des Virus in der Gesamtbevölkerung zu stoppen, hat also das Land in eine tiefe Rezession mit unabsehbaren gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen gestürzt, ohne zu einem dauerhaften Infektionsschutz viel beizutragen. Eine Debatte, die vorwiegend um Fragen der Rechtsgüterabwägung kreist und um Verhältnismäßigkeiten von Einschränkungen, wird diesem Umstand nicht gerecht. Stattdessen belegt die Coronakrise die grundsätzliche Unzulänglichkeit jeder auf vorsorgende Risikominimierung fokussierten Politik. 

Wer nämlich dem Schutz der Gesundheit oberste Priorität einräumt, muss im Falle einer durch einen von Mensch zu Mensch übertragbaren Virus ausgelösten Pandemie zwingend individuelles Verhalten nach der von diesem ausgehenden Ansteckungsgefahr bewerten und regulieren. Aus dieser Perspektive sind Grundrechtsaufhebungen nicht nur legitim, sondern sogar in großem Umfang notwendig. Was einerseits einer liberalen Demokratie zumindest vorübergehend die Anmutung einer autoritären Diktatur verleiht. Und andererseits, wie oben bereits angesprochen, das Problem nicht aus der Welt schafft. Sondern nur zeitlich unbegrenzt verlängert, auf Kosten einer im Vergleich zur tatsächlichen Tödlichkeit des Erregers deutlich erhöhten Fallsterblichkeit und der Potenzierung der Notlage durch deren Ausweitung auf weitere Domänen.

Helfen, mit dem Erreger zu leben 

Man kann nun mal ein Virus nicht ohne einen Impfstoff ausrotten. Schon diese Tatsache, deren Vermittlung die medial dauerpräsenten, unablässig „Aufklärung“ mit „Mahnung“ verwechselnden Biologen, Chemiker und Mediziner konsequent unterlassen, genügt, um die aktuell verfolgten Strategien als untauglich zu verwerfen. Schon diese Tatsache beschränkt das Spektrum der sinnvollen Optionen auf jene, die dabei helfen, mit dem Erreger zu leben. Optimale Anpassung aber bedarf der Öffnung von Räumen für spezifische Lösungen auf der individuellen Ebene. Ob der Dienstleister, der seine Kunden versorgen will, ob das Hochzeitspaar, das seine Gästeliste gestaltet, ob die betagte Oma im Heim, die ihre Kinder und Enkel sehen möchte: Diese und alle anderen von der Pandemie betroffenen Menschen müssen über sich und das persönliche Risiko, das sie eingehen möchten, situativ flexibel und selbstbestimmt entscheiden können.

Ein Ansatz, der nicht länger die Menge der Infizierten, sondern allein die Anzahl der schweren Verläufe und Sterbefälle zum Maßstab des Handelns erhebt, hätte sich entlang dieser Leitplanke selbstorganisiert etabliert. Und dabei die zu tragenden ökonomischen und psychischen Belastungen deutlich reduziert. Abstand halten, Kontakte beschränken oder Gesichtsmasken tragen, mag für einzelne Menschen in bestimmten Zusammenhängen sinnvoll sein, aber niemals immer und für alle. 

Hier zeigt sich die Weisheit der Verfasser des Grundgesetzes, die den Gewalten dieses Landes die Achtung und den Schutz der Menschenwürde als oberste Maxime aufgetragen haben. Denn genau die mit dieser untrennbar verbundenen Freiheitsrechte verleihen einem Gemeinwesen erst Krisenfestigkeit. Geradezu einfältig agieren dagegen die gegenwärtig amtierenden Exekutivorgane in ihrer Ignoranz gegenüber dieser ursprünglich als uneingeschränkt bindend gedachten Vorgabe. Suchen sie doch Konformität zu erzwingen, obwohl in individueller Souveränität wurzelnde Vielfalt Resilienz erst schafft. 

Angst ist eben immer der schlechteste aller Ratgeber. Vor allem, wenn es sich im Grunde um die Angst vor der Freiheit der Anderen handelt. Denn es gibt keine Notlage, die sich nicht durch Fesseln und Repressionen noch verschlimmert. Die Coronakrise verpflichtet mündige Bürger daher einmal mehr dazu, ihren Regierungen die willkürliche Aufweichung von Grundrechten niemals zu gestatten.

Foto: Pixabay

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Mike Loewe / 26.05.2020

Ein wirklich guter Gedanke, dass man nur die Superspreader möglichst schnell immun werden lassen muss. Gleichzeitig sind die Risikogruppen zu schützen. Die diesen beiden Maßnahmen zugrundeliegenden Eigenschaften des Virus waren allerdings nicht von Anfang an bekannt. Seit sie jedoch bekannt sind, hätte man umsteuern müssen. Aber Mutti fährt nun nochmal bis mindestens Ende Juni weiter gegen die Wand und schafft es wieder mal, alle hinter sich zu bringen. Muttis Maßnahmen sind für einen Großteil der Bevölkerung einfacher zu verstehen, auch wenn sie falsch sind. Dieses Prinzip hat einen Namen: Populismus.

Eckhart Diestel, Facharzt / 26.05.2020

Wenn berichtet wird, dass in Frankreich jeder 5. verstirbt, in Land X aber nur jeder 20., dann kann das nur darin begründet sein, dass die Länder unterschiedliche statistische Methoden anwenden. Denn die Frage muss ja sein: jeder 5. -  aus welcher Gruppe denn ? Das Alter allein hat keinen derartig einschneidenden Anteil. Das deckt sich nicht mit den Zahlen aus Zürich, Hamburg, Braunschweig, Niedersachsen. Wenn man eine Gruppe näher bezeichnet, z.B. intubierte multimorbide Hochbetagte auf der Intensivstation, dann liegen die Zahlen natürlich hoch. +++  Ein Virus verhält sich nicht amerikanisch, deutsch, französisch oder italienisch etc.. Das anzunehmen wäre absurd.  +++ Bei der Klassifizierung ‘Coronatoter’ wird ‘flächendeckend’ und unter extra erweiterten Seuchenpräventionsrichtlinien der WHO, nicht nach strengen klinischen oder pathologischen Richtlinien, vorgegangen. Das heisst im Klartext:  “im Seniorenheim verstorben = vermutlich Corona, den zählen wir”. Jeder, der schon einmal einen Totenschein ausgestellt hat, weiss, wie es dabei zugeht. Das finde ich bedauerlich, da sich die derart erhobenen Daten nicht für eine Beurteilung der klinischen Gefährdung eignen. +++ Die besten Daten kommen von Prof. Püschel aus der Gerichtsmedizin der Stadt Hamburg. An Obduktionsergebnissen gibt es keinen Zweifel. +++ Auch die Krankheitsverläufe auf der Crown Princess und dem Flugzeugträger der US Marine sind aufschlussreich. +++ Wer daran Interesse hat, kann sich diese Ergebnisse ansehen. +++ Eine Quarantäne für Hochbetagte halte ich generell vom Gesundheitsrisiko her für sehr problematisch.

Gabriele Kelin / 26.05.2020

Man könnte auch hier von Israel einiges lernen, das die Entkeimung durch unschädliche UV Gerätschaften forciert um den log down langsam zu beenden. Von solchen Dingen liest man in unserem SED Reich leider nichts. Die Herangehensweise der Israelis, USA und England ist mir um klassen sympathischer als das hysterische Gelaber hierzulande.  Der Diskurs scheint mir dort menschlicher und an der Lösung orientiert .  Die Bediensteten in deutschen Läden bei denen nun der ohnmächtiger deutsche Untertan seine Muskeln spielen lässt und “maskenlose” Demos vollzieht tun mir nur noch leid. Mehr Rücksichtslosigkeit geht nicht. Aber dafür ist Deutschland ja schon lange bekannt . Herr Murray hat recht wenn er was Deutschland angeht meint ” sehr unsymphatisch”.... Demos, die der Regierungserlaubnis vorher bedurften halte ich für ein Instrument der Regierung , die auch sowas geschickt nutzen kann, und von daher sind sie für mich so unglaubwürdig.  wie die Regierung die sie genehmigt.

Karla Kuhn / 26.05.2020

Die meisten Leserbriefe bringen es GENAU auf den Punkt, Danke !

Gabriele Klein / 26.05.2020

@Jürgen Kunze. Danke für diesen hoch informativen Leserbeitrag!  Als Laie würde ich noch fragen, inwieweit der Vitamin D Haushalt bei alten Menschen und Log down ohne Ende denn ausgeglichen wird. Eine Strategie seitens der Regierung kann ich leider nicht erkennen. Sie scheint nur eines zu verstehen, die Gunst der Stunde zu nutzen um alte SED Schrauben wieder ins Brot zu bringen bzw. die Quetschgelder für die Seifen Opern der Regierung zu erhöhen, mehr aber auch nicht.  Der Tritt in den Hintern dieser Ausgeburt an Niedertracht hätte schon längst erfolgen sollen, spätestens 2012 wo man die Verfassung der Alliierten und das Recht der FREIEN Wahl seiner Informationen abschaffte und den Seifen Opern der Regierung einen EXTRA Fresstopf jenseits der Steuereinnahmen gleich mit verschaffte. Ein Fressnapf, den es vor Krankenhaus, Ambulanz, Caritas und Feuerwehr zu füllen galt., denn des Menschen höchstes Gut ist die Seifenoper aus dem Hause der SED.

Gabriele Klein / 26.05.2020

Apropos Impfstoff:  Angenommen man hätte Welle 1 der Spanischen Grippe verlängert um die Kurve abzuflachen bis man einen Impfstoff für Welle 1 hat, fällt es mir schwer zu glauben dass dieser Impfstoff gegen Welle 2 geholfen hätte die in den europäischen Ländern die fatalste Welle war und NULL mit dem zu tun hatte, was wir hierzulande unter Grippe verstehen, obwohl man diese 1-4 Wellen damals bis auf den heutigen Tag alle so nennt. Zu unterschiedlich scheinen mir die Symptome zwischen Welle 1 und 2 damals. So unterschiedlich dass man sie auch damals teils als 2 verschiedene Krankheiten begriff.  Für Welle 1 von Covid würde ich mal sagen brauchen wir keinen Impfstoff mehr. Wie man das Mutationsverhalten von Viren vorhersagen und einen Impfstoff für noch nicht vorhandene Viren erzeugen will scheint mir eine interessante Frage.  Er ist bei der herkömmlichen Grippe bis Dato noch nicht gelöst und man irrte viel zu häufig, hat sich viel zu oft verschätzt,  Vor diesem Hintergrund scheint mir schon sehr vermessen, auf gut Glück einen Impfstoff zB. auf Grund von Welle 1 einer Spanischen Grippe für deren “Welle 2” zu entwickeln…........... Man sollte sich hier vielleicht eher hilfesuchend an die Ingenieure wenden denn an impfende Ärzte.  Zumal es Viren ohne Ende und eine Vielfalt biologischer Kampfstoffe gibt. Die Antwort liegt in der Entkeimung an den Schnittstellen.  Aber hierzu erfährt man von Regierungsseite kein Wort.  Auch nichts zu den Klimaanlagen der DB gegen die mir kein “Kraut” und auch keine Maske gewachsen scheint. Tauglich scheint mir die DB nur für den Leichentransport am Ende des Spektakels (irgendwie so wie in Rio damals mit der Straßenbahn ,, weil man mit dem Leichentransport nicht mehr nach kam….)

Wolfgang Kaufmann / 26.05.2020

@Nils Knospe — Die Zahlen in Südamerika steigen langsam, aber unaufhaltsam; Südamerika ist inzwischen der Hotspot der Seuche. – Die Zahlen in Afrika sind weitgehend unbekannt, weil es kaum Testkapazitäten gibt. Ferner dürften auch andere Todesursachen vorherrschen, gegen die Covid kaum ins Gewicht fällt.

Wolfgang Kaufmann / 26.05.2020

Deutschland ist das Mutterland der Hysterie. China bekämpfte die Krankheit, indem in zehn Tagen ein Krankenhaus gebaut wurde (neben unschönen Lösungen wie Türenzuschweißen und Bleiinjektionen). Singapur und Österreich messen an Hotspots wie Bahnhöfen und Bankfilialen das Fieber. – Die Deutschen hingegen, „tatenarm und gedankenvoll“, fantasieren von einer eierlegenden Wollmilch-App, allwissend und datenschutzkonform, und vom Covidarier-Ausweis fast bis zum Nachweis einer infektionsfreien Urgroßmutter. Doch das einzige was wir hinbekommen, sind Diskussionen und Demonstrationen. Deutschland hat kein Problem mit PE (politischer Effizienz), sondern es kommt regelmäßig zu spät.

Wolfgang Kaufmann / 26.05.2020

Entscheidend ist nicht die Zahl der Infizierten, denn man erfährt nur, was man misst. Länder, die wenig messen oder Messungen behördlich untersagen, haben eine tolle Statistik, jedoch ist sie geschönt. – Auch die Zahl der Krankenhauspatienten ist wenig aussagekräftig, solange man bestimmten Bevölkerungsgruppen den Zugang zum Hospital verweigert, wie Yngve Gustafson in Dagens Nyheter schreibt, und stattdessen tegnellverträgliches Frühableben anordnet. – Entscheidend ist es, die Infektionszahlen so einzupendeln, dass die Intensivmedizin weder leersteht noch überlastet ist (Pueyo: „the Dance“). Und hier scheint mir Deutschland inzwischen viel zu zögerlich. Die Verdoppelungszeit liegt bei uns mittlerweile bei 300 Tagen, ähnlich wie in Italien, Frankreich und Spanien. Das ist kein Notstand mehr. Es macht keinen Sinn, das Leben zu unterdrücken, bloß weil es lebensgefährlich ist.

Wolfgang Richter / 26.05.2020

In der “Kölner Rundschau” war es heute eine Meldung wert, daß der Rheinisch Bergische Kreis einen weiteren “Corona-Verstorbenen” zu verzeichnen habe, einen 90jährigen aus einem Seniorenheim. So bedauerlich jeder Tote für das persönliche Umfeld der Person ist, so ist meiner Meinung nach der besagte Zusammenhang völliger Unsinn. Mit der selben Begründung erwarte ich dann auch zukünftig tägliche “Wasserstandsmeldungen” zu Verstorbenen i.Z.m. medizinischer Behandlung, im Krankenhaus, im Bett, im Straßenverkehr, als häuslichen Unfall, auf Maloche, Suizid und vor allem als Bewohner von Seniorenheimen. Die Aussagekraft wäre nicht weniger banal, könnte aber dazu führen, daß entsprechende Tätigkeiten und Aufenthaltsorte gemieden werden auf dem Weg des erhofften Ewigen Lebens auf Erden. Im übrigen sollen ja angeblich in Italien auch Opfer im Straßenverkehr in die “Corona-Statistik” aufgenommen werden, wenn eine entsprechende Infizierung bekannt wurde. Alles Zahlenspiele im Sinne derer, die darauf staatliche Regulierung oder staatliches Abkassieren begründen wollen.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Peter Heller, Gastautor / 18.04.2020 / 06:00 / 108

Rendezvous mit der Despotie

Jeder Form despotischer Herrschaft wohnt die Motivation inne, Liebende voneinander zu trennen. Denn wer die Autonomie des Individuums hinsichtlich der Gestaltung seines engsten sozialen Netzes…/ mehr

Peter Heller, Gastautor / 15.02.2020 / 06:07 / 54

Wahlen: Der Aufstieg der Neinsager

Die mit der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen verknüpften Vorgänge belegen eine tiefgreifende Veränderung des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. Doch scheinen weder die Ursachen, noch die…/ mehr

Peter Heller, Gastautor / 23.10.2019 / 06:25 / 97

Ein Nachmittag mit Klimaschützern

Die Dürre in Kambodscha trieb der jungen Dame Tränen in die Augen. Doch war es nicht das Leid der Bauern, das sie so erregte. Sondern…/ mehr

Peter Heller, Gastautor / 06.05.2019 / 06:25 / 77

Klimapolitik: Die große Simulation

Der gegenwärtigen Klimaschutzpolitik fehlt jede naturwissenschaftliche Legitimation. Auch die oft als Beleg des Gegenteils herangezogenen Sachstandsberichte des IPCC bieten keine solche. Tauchen in diesen doch…/ mehr

Peter Heller, Gastautor / 22.03.2019 / 06:25 / 70

Klimaschutz ist das erfolgloseste Konzept der Gegenwart

Seit drei Jahrzehnten steht der Klimaschutz ganz oben auf der politischen Agenda. Fünf umfangreiche Sachstandsberichte und viele weitere kleinere Studien hat der eng mit der…/ mehr

Peter Heller, Gastautor / 04.02.2019 / 06:29 / 62

Plädoyer für einen modernen Wehrdienst

Militärische Stärke bleibt unverzichtbar. Zwar weisen Szenarien, in denen invasionsbereite Nachbarstaaten unsere territoriale Integrität bedrohen, gegenwärtig keine hohen Eintrittswahrscheinlichkeiten auf. Aber als exportorientierte Industrienation hat…/ mehr

Peter Heller, Gastautor / 18.06.2018 / 06:25 / 31

Das fromme Wunschdenken

Wer seinen Anspruch auf sittliche Hegemonie mit der Prägung durch eine als überlegen empfundene spirituelle Offenbarung begründet, deklariert sich selbst zu Unrecht als aufgeklärt. Leider…/ mehr

Peter Heller, Gastautor / 23.05.2018 / 06:20 / 25

Wenn Steinzeitmenschen wandern

Der Wunsch nach rationalen Entscheidungen im Interesse Deutschlands bleibt unerfüllt, solange die Bundesregierung sich beharrlich weigert, ihr Menschenbild der Realität anzupassen. Statt Politik für Entrückte…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com