Claude Cueni, Gastautor / 30.04.2022 / 16:00 / Foto: Imago / 25 / Seite ausdrucken

Freie Rede und „reiche Wichser“

„Wieso gehört am Ende alles reichen Wichsern, die machen können, was sie wollen?“, kommentierte ZDF-Moderator Jan Böhmermann den Verkauf von Twitter an Elon Musk.

Solche Sätze wird er auch in Zukunft twittern dürfen, denn das Ziel von Elon Musk ist „free speech“. Freie Rede bedeutet das Recht, Dinge zu sagen, die niemand hören will.

Ist Böhmermann, der mit den Regelungen der US-Aufsichtsbehörde SEC offenbar nicht vertraut ist, auch ein „reicher Wichser“, nur weil er gemäß Vermögensseiten geschätzte fünf Millionen besitzt? Es ist komplizierter. Das schnoddrige Etikett hängt nicht wirklich vom Vermögen ab.

Klima-Aktivistin Carla Reemtsma (24) erbte im Schlaf ein millionenschweres Aktienpaket. Zusammen mit ihrer Cousine Luisa Neubauer ist sie die Meinungsführerin der deutschen Klimabewegung. Sie haben in ihrer Kindheit alles genossen, was die Verbrennung fossiler Stoffe möglich machte, sind privilegiert um die Welt gereist, haben den Altersrassismus salonfähig gemacht und monetarisieren auf Twitter sehr erfolgreich den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang. Werden sie dafür kritisiert? Entbindet die „richtige Gesinnung“ von jedem Verdacht? Gab es einen Shitstorm, als Multimilliardär Jeff Bezos die „Washington Post“ kaufte?

Elon Musk hofft, das seine schlimmsten Kritiker bleiben

Elon Musik verdiente sein Vermögen nicht mit Reden, sondern mit Taten. Mit Tesla und Solarcity tut er mehr für das Klima als der gesamte Akademikernachwuchs, der sich mit Märtyrermiene auf Kreuzungen klebt und die Leute davon abhält, rechtzeitig zur Arbeit zu erscheinen. Schmälert sein finanzieller Erfolg mit SpaceX seine Verdienste?

Celebrities drohen wie üblich mit dem Verlassen von Twitter (und werden trotzdem bleiben). Was fürchten sie denn? Hass und Hetze? Die Grenzen der Meinungsfreiheit zieht der Gesetzgeber und nicht die aktuelle Woke-Redaktion des Kurznachrichtendienstes. Gemäß einer Twitter-Umfrage sagen 70 Prozent der Teilnehmer, dass es auf Twitter keine Meinungsfreiheit mehr gibt.

Musk setzt um, was der französische Philosoph Voltaire am Vorabend der Aufklärung forderte und hofft, dass auch „seine schlimmsten Kritiker auf Twitter verbleiben werden“. Denn das sei genau das, was mit „free speech“ gemeint sei.

 

Claude Cueni (66) ist Schriftsteller und lebt in Basel. Er schreibt jeden zweiten Freitag im BLICK, wo dieser Beitrag zuerst erschien. Zuletzt erschienen bei Nagel & Kimche die Romane „Genesis – Pandemie aus dem Eis“ und „Hotel California“.

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Sabine Heinrich / 30.04.2022

So ist es, @A.Ostrovski! Und wieder einmal macht es mich wütend, dass ich solchen asozialen Rüpeln wie Böhmermann unfreiwillig einen luxuriösen Lebensstil finanzieren muss - von den anderen Genannten ganz zu schweigen! Was ist eigentlich aus der kriminellen Schlepperin geworden? Sitzt sie da, wo sie hingeghört - nämlich im Knast? Pardon - natürlich ziehe ich diese unsinnige Frage zurück!

Robert Steinhäuser / 30.04.2022

Und schon wieder lese ich etwas vom “Gesetzgeber” in Zusammenhang mit Redefreiheit, von jemandem, der nicht kapiert hat, dass es der Gesetzgeber ist, der erst zu der Situation geführt hat, die jetzt beklagt wird. So um 2010 rum gab es so gut wie keine Zensur, weil es keine Zensur-Infrastruktur gab, und ich hab mir vorm Einschlafen auf youtube Videos davon angesehen, wie in Großaufnahme, teilweise Zeitlupe, ein IS-Patriarch einer Reihe Kriegsgefangener die Kehle durchgeschnitten hat, und hab mir stundenlange Videos angesehen, in denen detailliert erklärt wird, was alles dagegen spricht, dass es sowas wie den Holocaust gegeben hat, und in denen argumentativ dargelegt wurde, weshalb die Achsenmächte im zweiten Weltkrieg die Guten waren. Sowas musste jedoch gelöscht werden, weil Staaten es nicht haben konnten, wenn ihr Stimmvieh sowas zu Gesicht bekommt. Also übten diese Staaten Druck auf Internetunternehmen aus, dass diese eine Zensurinfrastruktur aufzubauen sollen, die dann eingesetzt wurde, um jeden mundtot zu sein, der Leuten mit Macht und Einfluss auf den Sack gingen. Und die Lektion, die man daraus ziehen kann, ist, dass Plattformen wertlos werden, sobald sie tun, was der Gesetzgeber von ihnen verlangt. Alles andere ist ein weichgewaschener Boomertake, der nur den Geisteszustand der erbärmlichsten Generation der Menschheitsgeschichte nach außen trägt, die alles ruiniert hat, was sie je angefasst hat.

Petra Horn / 30.04.2022

Böhmermann ist so widerwärtig, wie es selbst bei ARD und ZDF kaum einen gibt. - - -  Der Wichser Böhmermann wird nur vom Neid zerfressen, daß er arm und bedeutungslos ist.

Ludwig Luhmann / 30.04.2022

“Mit Tesla und Solarcity tut er mehr für das Klima als der gesamte Akademikernachwuchs, der sich mit Märtyrermiene auf Kreuzungen klebt und die Leute davon abhält, rechtzeitig zur Arbeit zu erscheinen.”—- Das Klima ist ein mindestens 30 Jahre alter Datensatz auf Festplatten. Das, was Sie sehen, wenn Sie in den Himmel schauen, ist immer das Wetter, niemals das Klima. Musk nutzt die Klimalüge aus und klaut unsere Steuergelder mit seinen CO2-Zertifikaten.

A. Ostrovsky / 30.04.2022

„Wieso gehört am Ende alles reichen Wichsern, die machen können, was sie wollen?“ Wieso am Ende? Es gehört doch schon immer alles reichen Wichsern, wie Böhmermann, Rackete, Soros und Konsorten. Das sind die Möchtegern-Linken, die durch ihren ergaunerten Reichtum nicht daran gehindert werden, die Bildungsfernen und Assozialen zu vertreten, wenigstens mit lautem Geschrei.

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