Während des Unterganges der TITANIC rief Kapitän Edward John Smith seinen Offizieren und Mannschaftsangehörigen auf dem Bootsdeck „Be British!“ zu, seid britisch! Damals wußte jeder der Männer, was damit gemeint war.
Sechzig Jahre zuvor, in einer Februarnacht des Jahres 1852, hatte der britische Raddampfer HMS BIRKENHEAD das Fischerdorf Gansbaai passiert. Gansbaai liegt ziemlich genau in der Mitte des Küstenstreifens zwischen dem Kap der Guten Hoffnung und dem Kap Agulhas, der wirklichen Südspitze Afrikas. An Bord waren 643 Menschen, unterwegs zum südafrikanischen Hafen East London: Infanterieoffiziere und Mannschaften, die im Grenzkrieg gegen das Volk der Xhosa eingesetzt werden sollten, überdies Marineoffiziere und ihre Untergebenen, Zivilangestellte, Frauen und Kinder. Im Verlauf der hinter ihnen liegenden Überfahrt von 47 Tagen waren vier Frauen gestorben und drei Säuglinge geboren worden.
Am Danger Rock, einer in jener Zeit noch nicht in den Seekarten verzeichneten Untiefe, geriet das Schiff auf einen vom Wasser verborgenen Felsen. (Noch im August 1881 lief der britische Passagierdampfer RMS TEUTON nahebei auf ein Riff. Es starben 236 Passagiere und Besatzungsmitglieder.) Gerade hatte der Mann am Lot noch eine Wassertiefe von 12 Faden ausgesungen, da grub sich in den frühen Morgenstunden des 26. Februar plötzlich ein Felsen mit entsetzlichem Geräusch in den Schiffskörper. Sofort strömte Wasser in das untere Truppendeck, und Dutzende der dort in ihren Hängematten schlafenden Soldaten ertranken sofort. Die Überlebenden sammelten sich an Deck: meist nur spärlich bekleidet, verängstigt, zum Teil bei der Flucht aus dem überfluteten Quartier verletzt. Sie glichen also nicht gänzlich den berühmten, später von Thomas M. M. Hemy gemalten Darstellungen, auf denen die Soldaten teils barfuß, aber in den vorschriftsmäßig geschlossenen blutroten Uniformjacken der Royal Highland Fusiliers angetreten sind. Es waren übrigens sehr junge Männer, die erst kurz zuvor ihre Ausbildung beendet und nur geringe Erfahrungen mit militärischer Disziplin gewonnen hatten. Sie bewahrten dennoch Ordnung und Zusammenhalt.
Von den acht Rettungs- und Beibooten konnten nur drei ausgesetzt werden und blieben Frauen und Kindern vorbehalten, die allesamt gerettet wurden. Um sie nicht zu gefährden, unterließen es die Männer, vom Deck her in ausgesetzte Boote zu springen. „Frauen und Kinder zuerst!“ – dieses Kommando soll in jener Nacht erstmals vom führenden Offizier Lieutenant Colonel Alexander Seton gebraucht worden sein. Der Wortlaut mag legendär sein – er bleibt für immer mit dem Gedenken an die tapfere Besatzung der BIRKENHEAD verbunden. Freilich erscheint das Wort „tapfer“ kümmerlich im Hinblick auf Menschen, die nicht nur Lebensgefahr spürten, sondern jetzt auch noch schaudernd zusehen mussten, wie Haie die ins Wasser getriebenen Kavalleriepferde zerfleischten – ein Ende, das auch viele von ihnen erwartete. Schließlich überlebten nur 193 Männer diese Nacht des Grauens: manche, weil sie von einem der Boote aufgenommen wurden, manche, weil sie schwimmend oder an Wrackteile geklammert das Ufer erreichten und einige, weil sie in der Takelage ausharrten, bis die abgefeuerten Signalraketen Hilfe herbeigerufen hatten.
Das Geschehen auf der BIRKENHEAD war eher eine Ausnahme
Der britische Journalist, Schriftsteller und Dichter Rudyard Kipling – am bekanntesten ist wohl sein „Dschungelbuch“, und viele kennen Mowgli und Baloo – widmete den Soldaten und Seeleuten der BIRKENHEAD später ein Gedicht. Darin erscheint der Begriff Birkenhead-Drill: „But to stand an' be still to the Birken'ead drill is a damn tough bullet to chew“, also sinngemäß: „Doch still zu stehen und auszuharren nach der Birkenhead-Disziplin – das ist ein verdammt harter Bissen.“ Dies nun war die Haltung, an die der Kapitän der TITANIC mit seinem Zuruf „Be British!“ erinnern wollte. Von seinen Offizieren wurde das verschieden ausgelegt: An Backbord durften nur Frauen und Kinder in die Boote – eine tragische Entscheidung, die zu nicht vollständig besetzten Booten führte. An Steuerbord hingegen hatten Frauen und Kinder lediglich Vorrang – waren keine mehr in der Nähe, so durften auch Männer einsteigen. Es gab sogar vereinzelt Männer, die auf ihren Platz verzichteten. Dergleichen ändert freilich nichts an der Tatsache, dass insgesamt – wie auch auf der BIRKENHEAD – zu wenige Boote vorhanden waren.
Überdies noch eines: Das Geschehen auf der BIRKENHEAD war eher eine Ausnahme. Eine in solchem Zusammenhang gern zitierte Studie der Universität Uppsala zeigt, dass Überlebende von Schiffsuntergängen zumeist Männer – wegen ihrer Kräfte – und sogar Besatzungsangehörige sind, weil letztere sich besser auskennen. Unbeachtet blieben dabei allerdings entscheidende Faktoren wie die Anzahl der Rettungsmittel und die Dauer des Unterganges – Panik beeinflusst das Verhalten entscheidend.
Gerade fiel hier der Name des Literatur-Nobelpreisträgers Rudyard Kipling, dessen Rolle als „kritischer Barde des Britischen Weltreiches“ manchem schon als ausreichend erschien, um seine Sicht auf den BIRKENHEAD-Drill abzulehnen. Der Untergang der BIRKENHEAD wurde jedoch nicht allein im britischen Empire zum Mythos männlicher Tapferkeit: Zum Beispiel erließ damals der preußische König Friedrich Wilhelm IV. eine Kabinettsordre, dass der Bericht über das Verhalten der Soldaten und Seeleute auf der BIRKENHEAD „an der Spitze jedes Regiments Meiner Armee zu verlesen“ sei. Noch jahrzehntelang wurde das Ereignis in militärischen Schriften und in der Offiziersausbildung erwähnt.
Irgend etwas ist uns unterwegs verlorengegangen
Auch in meiner Jugend bewunderten viele von uns den viktorianischen Ehrenkodex: Pflicht über das eigene Leben zu stellen, sich gegenüber Frauen und Kindern ritterlich zu verhalten und Disziplin selbst im Angesicht des Todes zu wahren. Die Abenteuerbücher, die ich las, die Menschen, die ich verehrte, schienen jenem Mythos männlicher Tapferkeit zu entsprechen. Aber mein Vater schwieg, als er endlich aus Sibirien heimkehrte, und die Gespräche von Männern, einige davon kamen mit knarrenden Prothesen oder mit leeren Jackenärmeln, verstummten, wenn ich das Zimmer betrat. Offenbar war es in Kriegszeiten kaum möglich, der Gesinnung meiner Abenteuerbücher gerecht zu werden.
Die gesellschaftlichen Werte wandelten sich. Eine disziplinierte, kollektiv akzeptierte Opferbereitschaft wie 1852 erscheint in unserer individualisierten Gesellschaft unwahrscheinlich. Historiker würden angesichts des BIRKENHEAD-Drills die Frage stellen, was davon spontan und was konstruiert war, und die Genderforschung hinterfragt – so heißt das nun einmal – das Ideal männlicher Selbstaufopferung gründlich. Die Annahme, Frauen seien künftige Mütter und müssten schon deshalb während einer Katastrophe bevorzugt werden, gilt wie die Reduktion von Männern auf „Schutzpflichtige“ als Produkt vergangener Jahrhunderte, als „kulturelles Narrativ“. Ein Zurückweisen von Männern wie an der Backbordseite der TITANIC zum Beispiel wäre heute rechtlich angreifbar.
Inzwischen erscheint alles einfach und klar, jedenfalls jenen, die politisch korrekt denken: Es gibt in der Seefahrt keine Vorschrift, die „Frauen und Kinder zuerst“ verlangt. Ein Kommando, das moderner Ethik entspricht, müsste zudem auch ältere Männer, sogenannte nicht-binäre Personen, Menschen mit Behinderungen und andere erfassen. Das eigentliche Vermächtnis der BIRKENHEAD-Besatzung liegt nunmehr nicht in einem heroischen Untergang, sondern – gerade von mir ist kein Wort dagegen zu erwarten – in internationalen Sicherheitsstandards. Und dennoch lese ich bewegt die alten Geschichten – irgend etwas ist uns unterwegs verlorengegangen.

Für den guten Hirten ist das männliche Prinzip nur zu einem gut: Zu Zuchtzwecken. Dafür braucht er aber nur wenige Exemplare, die er allerdings sorgfältig auswählt. Ansonsten ist bald Ostern, da gibt es Osterlämmchen – allesamt männliche Tiere. Agnus Dei. Keine Agnes. Denn die XY geben keine Milch, legen keine Eier, werfen keine Jungen, fressen zu viel, nerven bloß und stinken. Dein Pech, lieber Bruderhahn. Beim Militär hat man die Infanterie, zur Entsorgung von Männerüberschüssen, zum Minenräumen nach Schukow, mit den Stiefeln eines Bataillons. reddit:/r/QuotesPorn/comments/56gpte/if_we_come_to_a_minefield_georgy_zhukov_850x400/?tl=de. Georgy hatte vier Töchter, dem war das egal. Der Moslem lehrt uns: Ein Mann genügt vollauf, um vier Frauen (plus X) ständig schwanger zu halten. Die Überschüsse schickt er zu uns zur gefälligen Alimentierung. Symbol: Der Rabiagruß mit Erdogan, tagesspiegel:/politik/was-erdogans-islamistischer-rabia-gruss-bedeutet- .. . Rabia ist arabisch und heißt vier. Noch Fragen?
„ … in unserer individualisierten Gesellschaft.“ Die deutsche linksgrüne, gleichgeschaltete
Volksgemeinschaft ist individualisiert ?
@Helmut Hammer ‚… Es war nicht alles besser frueher, aber einige Dinge waren einfach „richtig“. ‘ Lassen Sie mich das bitte paraphrasieren! Es war nicht alles besser, aber das meiste. Darunter das Wesentliche.
Was ist denn, wenn der Käptn eine Frau ist?
Ein sehr schöner Artikel! Die Kunst des Arschkriechens formulierte nicht Machiavelli, sondern Castigliones Buch „Der Hofmann“, eines der am intensivsten rezepierten Bücher der Renaissance. Es prägte die Galanterie, den Edelmann, während „Der Fürst“, eine Anleitung ist, mit den Putins dieser Welt zu verhandeln. Der Film Titanic ist durchzogen von der Revolution des Minnesangs, als die Liebe auf den ersten Blick aufkam und das Schmachten nach dem Ewigweiblichen. In Asterix bei den Briten tauchen die Beatles auf, die Troubardix ähneln. Hollywood hat dem Schmachtfetzen die geschichtliche Lüge angeheftet, daß die Upperclass den Ehrenkodex nicht kenne und sich mit Gewalt behauptete. Der Kohlenbaron Benjamin Guggenheim, der zusammen mit der Titanic unterging, wird gerne zitiert: We’ve dressed up in our best, prepared to go down like gentlemen. Die Vorstellung, das Reichtum auch mit guten Manieren einhergeht, ist in durchschnittlicher Aufführungspraxis hierzulande unvorstellbar. „Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist“ Mephisto, Faust II
@Clemens Jäkel : >>Die ungeschriebene Regel, nachdem der Kapitän das Schiff als letzter verlässt, gilt doch auch nicht mehr. Kapitän Scettino verließ die Costa Concordia, obwohl noch Passagiere an Bord waren.<<
## Da haben Sie gerade eine Kleinigkeit vergessen. Der Kapitän hatte das Steuerruder einer vermutlich blonden Passagierin überlassen.
Da haben wir genau diese Szene: Ein „wichtiger“ Mann, ein KAPITÄN, der seine Ritterlichkeit missversteht und einer blonden Frau, jeden groben Unfug erlaubt, weil er sich bei ihr „wichtig tun“ will. Und auf der anderen Seite, die Prinzessin, die im WAHN, sie könnte ALLES, alle Sicherungen durchknallen lässt. Jeder Normaldenker hätte ohne jeden Zweifel erkannt, dass das schief gehen MUSS, weil die Frau überhaupt nicht die Voraussetzung hatte, ein Schiff zu steuern. Vor allem nicht so eins. Und der Kapitän war im Banne des Mind Control, nicht fähig, etwas zu denken. Und alle seine Untergebenen waren durch die Zivilisation, dass der ja ihr Häuptling ist, blockiert. Jeder, der Zeuge dieser Situation war, hätte das verhindern müssen. Es war aber die Folge einer falschen Prägung, dass es keiner konnte. Und diese Sache hätte überall die nötige Verbreitung finden müssen. Aber dafür standen dann in den GEKAUFTEN MEDIEN schnell die Helfer bereit, die diesen Fehler verborgen haben, und stattdessen davon gejammert haben, dass der ja gar nicht mit seinem Kahn untergegangen ist. Man hat wieder die „Etikette“ bemüht, um die wirkliche Ursache des Unfalls zu verbergen, weil das den Blick in das Räderwerk und Getriebe der „Gesellschaft“ offenbart hätte. Das wird mit allen Mitteln verhindert.
Die KI weiß heute: >>Bekannt ist allerdings, dass seine Geliebte, die Moldauerin Domnica Cemortan, ohne Ticket an Bord war und sich zum Unglückszeitpunkt mit ihm auf der Brücke aufhielt; ihr wird in der Berichterstattung eine mögliche Ablenkungsrolle zugeschrieben, aber nicht, dass sie selbst gesteuert hätte.<<
Selbst die Justiz musste der Legende dienen.
@Clemens Jäkel / „22.03.2026
Die ungeschriebene Regel, nachdem der Kapitän das Schiff als letzter verlässt, gilt doch auch nicht mehr. Kapitän Scettino verließ die Costa Concordia, obwohl noch Passagiere an Bord waren.“ --- Scettino hat die Ukrainerin so lange gerettet, bis beide wirklich gerettet waren.