Die britische gemeinnützige Treuhand „Wellcome Trust“ untersucht jedes Jahr, wie Menschen in aller Welt zur Wissenschaft und zu Gesundheitsthemen stehen. Der aktuelle Bericht offenbart vor allem, in welch gravierendem Ausmaß europäische Gesellschaften ihr Vertrauen in die Sicherheit und Effektivität von Impfungen verloren haben.
Laut dem Wellcome Trust glaubten weltweit 77 Prozent der Befragten, dass Impfungen sicher sind. Die Zahlen für die verschiedenen Weltregionen gehen jedoch weit auseinander. In Südasien waren etwa 95 Prozent der Menschen überzeugt, dass Impfungen sicher sind, in Ostafrika 92 Prozent. In West- und Osteuropa waren jedoch nur 59 Prozent beziehungsweise 50 Prozent der Befragten von der Sicherheit von Impfungen überzeugt. Nordamerika lag mit 72 Prozent zwischen den sehr impfkritischen Europäern und den impfbegeisterten Weltregionen. Das impfskeptischste Land der Welt ist nach Angaben des Wellcome Trust Frankreich. Dort hätten nur 33 Prozent der Befragten geantwortet, dass Impfungen sicher sind.
Eine ähnliche Aufteilung zeigt sich bei der Frage, ob Impfungen effektiv sind. Weltweit bejahten 84 Prozent diese Frage. Am höchsten schnitten wiederum Südasien und Ostafrika mit 94 und 90 Prozent Zustimmung ab. In Westeuropa waren jedoch nur 77 Prozent der Befragten überzeugt, dass Impfungen effektiv sind, in Osteuropa sogar nur 65 Prozent. Nordamerika lag mit 83 Prozent wieder in der Mitte.
Die insgesamt positivste Einstellung zu Impfungen zeigten Bangladesch und Ruanda. In Bangladesch hielten 97 Prozent der Befragten Impfungen für sicher und effektiv. In Ruanda glaubten 99 Prozent der Befragten, dass Impfungen effektiv sind. 94 Prozent waren der Meinung, dass Impfungen sicher sind. Trotz der starken Impfskepsis in vielen europäischen Staaten konnten die Studienautoren ein sehr positives Ergebnis dokumentieren. Weltweit gaben 92 Prozent der Befragten an, dass ihr Kind schon einmal eine Impfung erhalten hatte.
