Marie Dufond, Gastautorin / 28.03.2022 / 14:00 / Foto: U.S.N.A.R.A / 53 / Seite ausdrucken

Frankreich: „Ungeimpfte“ zur Armut gezwungen

Macron hat seiner Ankündigung, den Verweigerern der Spritze das Leben schwerzumachen, Taten folgen lassen.

Am 14. März wurde der Pass Vaccinal in Frankreich aufgehoben, ich berichtete. Das Gesetz zum Pass Vaccinal hingegen, das im Januar 2022 so hysterisch durchgepeitscht wurde, bleibt aber noch bis 31. Juli 2022 in Kraft. Mit vergleichbar hysterischen Debatten wurde im Juli 2021 die Impfpflicht für alle Beschäftigten der Gendarmerie, der Feuerwehr und für das gesamte medizinische Personal in ein Gesetz gegossen. Sagte Emmanuel Macron im November 2020 noch, dass er die „Impfung“ keinesfalls zur Pflicht machen würde, gab er in seiner Fernsehansprache am 12. Juli 2021 die Impfpflicht für die genannten Berufsgruppen bekannt.

Nun ist der Pass Vaccinal also aufgehoben. Im Krankenhaus gilt noch 3G – sowohl für Patienten als auch für Besucher. Aber als „ungeimpfte“ Pflegekraft oder Arzt kommt man weiterhin nicht ins Krankenhaus. Zur Arbeit. Auch nicht mit einem negativen Test. „Geimpftes“ Krankenhauspersonal darf und soll weiterhin zur Arbeit kommen, auch wenn sie sich nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Solange sie nicht husten, sollen sie arbeiten kommen. Aber „ungeimpftes“ gesundes Personal bleibt draußen.

Die Medien auf Kriegsfuß mit den Fakten

Da seitens der Medien, der Regierung und der Gesundheitsämter weiterhin penetrant behauptet wird, dass die Impfung andere schütze, soll die Impfpflicht fürs Gesundheitspersonal auch bleiben. Die Krankenhäuser und Altenheime ächzen unter dem Personalmangel, der schon vor 2020 bestand, sich im Jahr 2020 durch die Kündigung von über 12.000 entkräfteten Pflegekräften verschärft und der 2021 mit der Impfpflicht noch weiter zugespitzt wurde.

Seit 5. August 2021 gilt also die Impfpflicht für die genannten Berufsgruppen. Kamen sie ihrer Pflicht, binnen der gegebenen Frist die „Impfung“ noch geschwinde nachzuholen, nicht nach, wurden sie am 15. September 2021 von der Arbeit suspendiert. Noch im August sprangen sie mehrfach für krankgemeldete Kollegen ein, die nach der „Impfung“ mit deren Nebenwirkungen zu kämpfen hatten. Ab 15. September 2021 wurden sie personae non gratae. Sie haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Sie haben keinen Anspruch auf Sozialhilfe. Da sie suspendiert und nicht gekündigt sind, können sie aus arbeitsrechtlichen Gründen auch keine andere Arbeit aufnehmen. Emmanuel Macron hat so ein neues Prekariat geschaffen.

„Ungeimpfte“ Gendarmen werden in den Innendienst in Hinterstuben gesetzt. Ungeimpfte Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Ärzte, Krankenpfleger, Altenpfleger, Pflegehelfer, Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten leben seit sechs Monaten ohne Einkünfte. Diejenigen, die keinen Immobilienbesitz oder familiäre finanzielle Auffangbecken haben, überleben durch Geldspenden, Lebensmittelkörbe, illegale Beschäftigungsverhältnisse in Fabriken oder in der Landwirtschaft, Aktionen in der Fußgängerzone wie Kuchenverkauf.

Die Anzahl der Betroffenen ist sehr schwer zu beziffern. Covidhub nennt 15.000 Personen im medizinischen Sektor und 6.000 bei der Feuerwehr. Wie viele ehrenamtliche Feuerwehrleute ihr Ehrenamt nicht länger ausüben können, weil sie sich nicht haben „impfen“ lassen, hat niemand gezählt. Laut Regierungsangaben haben sich 95 % der zur „Impfung“ Verpflichteten „impfen“ lassen. Allen statistischen Angaben der Regierung muss jedoch mit großer Skepsis begegnet werden: In der Altersgruppe 70–75 Jahre gibt die Regierung eine 100-prozentige Impfquote an, aber allein ich kenne vier Personen dieser Altersgruppe, die „ungeimpft“ sind, und die kennen wiederum weitere.

Rechtsstreit ist für viele Betroffene zu teuer

Die Anwältin Maud Marian allein vertritt 500 Suspendierte. Nicht alle können Klage führen, wahrscheinlich sind es sogar die wenigsten – wie soll man in einer solchen wirtschaftlichen Situation auch einen Rechtsbeistand bezahlen?

Immerhin findet die Lage der impfverpflichteten Suspendierten inzwischen Einzug in die Medien. Hier kann man sich einen Auszug aus der bekannten Diskussionssendung „Touche pas a mon poste“ ansehen. Zu Beginn zeigen sie dort einen Ausschnitt, in dem eine Pflegehilfskraft in Tränen aufgelöst zu Emmanuel Macron spricht: „Warum haben sie diese Impfung zur Pflicht erklärt? Sie wissen sehr gut, dass sie nicht funktioniert. Bitte lassen Sie uns zurück zur Arbeit gehen! Meine Kollegen leiden!“ „Aber Madame, Sie können sich doch impfen lassen, wie 95 Prozent ihrer Kollegen es bereits getan haben.“

Über die Gründe, sich nicht „impfen“ zu lassen, kann ich aus zahlreichen persönlichen Begegnungen mit Krankenhauspersonal berichten:

- Relative Ungefährlichkeit der SARS-CoV-2-Infektion:
Einige haben auf Covid-Stationen gearbeitet und berichten, dass die Erkrankten ohne Ausnahme bereits vor ihrer Einlieferung schwer krank waren und nicht an dem Virus, sondern an ihren Grunderkrankungen gestorben sind bzw. jede andere Virusinfektion genauso zu ihrem Tod geführt hätte. Eine Krankenschwester mit 37 Berufsjahren sagte mir ganz direkt: „Wir haben im Frühjahr 2020 so viele COVID-Patienten durch die Behandlung selbst getötet. An der absurden Medikation und an der Beatmung sind sie gestorben, nicht an der Virusinfektion.“

- Nebenwirkungen:
Vor allem Hausärzte, aber auch Beschäftigte in Notaufnahmen haben einfach zu viele Impfnebenwirkungen gesehen. Auch bei ihren Kollegen.

Erfolg im Indischen Ozean

Die Anwältin Maud Marian berichtet in einem Interview von Sud Radio, dass die Suspendierungen fortgesetzt werden: Sie vertritt eine Krankenhausärztin, die als Genesene vier Monate lang wieder arbeiten gehen durfte. Nun ist sie nach Ablauf der vier Monate wieder suspendiert worden, genesen ist man in Frankreich nämlich nur vier Monate lang.

Die Impfpflicht verletzt die französische Verfassung, zum Beispiel das Recht auf Ausübung seines bzw. immerhin eines Berufs. Aber alle juristischen Vorstöße werden wegen „fehlender Zuständigkeit“ oder Formfehlern abgewiesen oder anderweitig verschleppt. Einzig jene Suspendierten, die ihre Suspendierung während einer Krankschreibung erhielten, gewinnen Prozesse wie auch jüngst wieder am 25. März 2022: Da gewannen 17 Feuerwehrleute auf der Insel La Réunion bei Madagaskar, die ein französisches Übersee-Département ist, ihren Prozess. Nach sechs Monaten, während denen sie allmonatlich ihre Gehaltsabrechnung mit 0,00 € erhielten. Nach Ansicht von Maud Marian hat Frankreich den Status „Rechtsstaat“ verloren.

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Leserpost

netiquette:

Hans-Peter Dollhopf / 28.03.2022

Stalins Wahnsinn.

S. Koch / 28.03.2022

Ja, der Bericht von Frau Dufond ist korrekt. Viele Leser fragen, warum das ungeimpfte medizinische Personal nicht einfach seinen Job kündigt und z. B. im Supermarkt arbeitet. Dazu habe ich aus Frankreich von einer betroffenen Familie die Information erhalten, dass freiberuflich oder bei Zeitarbeitsunternehmen tätiges medizinisches Personal seinen Job beenden und die Branche wechseln kann. Personal, das mit Gesundheitseinrichtungen wie z. B. Krankenhäusern oder Altenheimen direkt einen Arbeitsvertrag abgeschlossen hat, kann das nicht. Die Gesundheitseinrichtungen können sich auf der Grundlage der gesetzlichen Regelungen zur Impfpflicht weigern die Kündigung anzunehmen. Dann ist der nicht geimpfte Arbeitnehmer ohne Lohnzahlung freigestellt, bekommt keine Sozialleistungen, darf aufgrund des (zwangsweise) fortbestehenden Beschäftigungsverhältnisses keine andere Arbeit annehmen und ist in der von Frau Dufond beschriebenen Situation. Mir fiel dazu nur der Begriff Sklaverei ein. Auf Nachfrage, wie die französischen Gerichte damit umgehen, erhielt ich die Antwort: “Das läuft hier in Frankreich genauso wie bei Euch in Deutschland.”

s. bollinger / 28.03.2022

ach kommt, wenn das Ergenbiss nicht stimmt wird eben nachgeholfen. Nötigung, brutale Polizeigewalt, psychologische Kriegsführung, geherzinfarkte afrikanische Präsidenten die nicht mitspielen wollten,  und es gibt immer noch Leute die glauben vor Wahlfälschung würden die Putschisten zurückschrecken? Früher hiess das Wahlbetrug,, heute nannnt man es Briefwahl. PS: in der Ukraine füllt man Styroporkügelchen in die Cocktails, dann bleibt der Brandsatz besser am Ziel haften.

Thomas Sandkrog / 28.03.2022

Das medizinische Personal in Griechenland ist in der selben Situation! Nachzulesen auf tkp.at.

Marie Dufond / 28.03.2022

An Herrn Kotchoubey und andere ähnliche Fragesteller: Ja, sie sind vernetzt und vernetzen sich weiter. Keiner jammert, die Solidarität und Kampfeslust dieser Suspendierten sucht ihresgleichen. Sie sind froh, dass ich berichte, bitten mich aber gleichzeitig darum, manches (nichts Kriminelles!) unter Verschluss zu halten und das tue ich. Warum sie nicht kündigen: einen Beruf, den man passioniert ausübt, einfach fahren zu lassen, um irgendwo Geld zu verdienen, kommt für die meisten nicht in Frage, weil es für sie das selbe Einknicken wäre wie sich “impfen” zu lassen. Krankenschwester, Altenpfleger in Frankreich zu sein war schon vor “der Pandemie” mit viel Idealismus verbunden, die Gehälter liegen noch tiefer als in Deutschland. Und unbefristete Verträge sind in Frankreich sehr rar, einige wenige haben einen solchen. Ihn kündigen für einen Ein-Jahres-Vertrag als Regalauffüller im Supermarkt?

Sigrid Leonhard / 28.03.2022

“Nach Ansicht von Maud Marian hat Frankreich den Status „Rechtsstaat“ verloren.” Wieso nach Ansicht (!) ??

Alexandra Klabuter / 28.03.2022

So ist es von den Treibern der “Great Reset” geplant und dokumentiert. So soll es sein, und so planen sie es überall. Das sollte so langsam der Letzte begriffen haben. Die EU plant für Ende diesen Jahres eine EU-weite Impfpflicht mit digitaler ID, die dem Impfpass entspricht. Die Pläne in DE sagen Ähnliches: Impfpflicht, mit Bussgeldern bis 25.000 Euro und im Zweifelsfall sogar Gefängnis oder Zwangsmaßnahmen. Es wird höchste Zeit, dass der Michel und die Bürger in der EU aufwachen. Diese Schwerkriminellen Politiker und Akteure des WEF und der Leute dahinter müssen gestoppt werden.

W. Renner / 28.03.2022

In manchen schlechten Träumen, erscheint mir das Bild eines 6 Meter langen Tisches, der in den die Luft fliegt.

paul brusselmans / 28.03.2022

Zemmour! McRon gehört weg.

D.Graue / 28.03.2022

Unsere Nachbarn haben es ja demnächst in der Hand, dieses Verhalten zu bewerten und entsprechend zu würdigen. Ich bin äusserst gespannt auf diese Wahl, wird sich doch zeigen, ob tatsächlich nur der Michel schmerzarm, vergesslich und untertänig ist.

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