“Ich erlebe durchaus, dass sozialistische Ideen überall dort an Attraktivität gewinnen, wo sie so verstanden werden, dass Menschen ihr Leben in die eigenen Hände nehmen“, hat “Linkspartei.PDS”-Chef Lothar Bisky auf dem Parteitag in Dortmund gesagt. Ich stimme ihm zu – und kratze mich am Kopf. Kann mir irgend jemand sagen, seit wann und von wem ausgerechnet sozialistische Ideale so verstanden werden, “dass Menschen ihr Leben in die eigenen Hände nehmen”? Und was um alles in der Welt diese Vorstellung mit der Programmatik der real existierenden “neuen Linken” zu tun hat, der Bisky demnächst vorstehen will?
Denn Biskys Sozialismus-Definition scheint doch ein handfester Widerspruch dazu zu sein, dass die Leitlinien der neuen Partei davon ausgehen, die Bedingung für eine bessere Welt sei eine “umfassende Demokratisierung aller Lebensbereiche” – und demnach das glatte Gegenteil von einer Weltsicht, die es gut heißt, dass Menschen sich erfrechen, unkonktrolliert vom Staat irgend etwas in die eigene Hand zu nehmen, schon gar nicht ihr Leben. Droht Lothar Bisky nun ein Parteiausschlussverfahren? Will er in die FDP eintreten oder gar eine neue Partei namens “Die Linke.liberal” oder so gründen? Für sachdienliche Hinweise bin ich wie immer dankbar.