Stefan Frank / 14.04.2022 / 16:00 / Foto: Achgut.com / 6 / Seite ausdrucken

Fatah-Terrorpropaganda auf Facebook

Während Machmud Abbas, der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, die letzten beiden Terroranschläge auf Israelis öffentlich verurteilt hat (was für ihn ungewöhnlich ist), wiegelt seine Fatah weiter zu Mordanschlägen auf – unter anderem auf Facebook.

Wie das israelische Institut Palestinian Media Watch (PMW), das Medienberichte und Regierungsverlautbarungen in den Palästinensischen Autonomiegebieten auswertet und ins Englische übersetzt, berichtet, veröffentlichte die Fatah letzten Monat auf einer ihrer Facebook-Seiten einen Film, in dem sie den Jahrestag der Ermordung von drei israelischen Zivilisten im März 1988 feierte.

So, wie Religionsgemeinschaften ihre Feiertage begehen, feiert die Fatah ihre Terroranschläge. Jeden 1. Januar begeht sie zum Beispiel den Jahrestag des ersten großen von ihr verübten Terrorangriffs vom 1. Januar 1965. Damals drangen Fatah-Terroristen nach Israel ein und installierten eine Bombe am National Water Carrier, einem Kanal, der den See Genezareth mit der Negev-Wüste verbindet und die Bevölkerung im Süden Israels mit Trinkwasser versorgt. Die Bombe explodierte glücklicherweise nicht.

Das sogenannte Küstenstraßenmassaker vom 11. März 1978 mit der Drahtzieherin Dalal Mughrabi feiert die Fatah an seinem entsprechenden Jahrestag – oder auch am 8. März, dem Weltfrauentag. Am 5. September (aber auch zwischendurch) verherrlicht die Fatah die „Helden“, die das Massaker von München im Jahr 1972 verübten, bei dem elf israelische Athleten ermordet wurden.

„Anschlag auf den Bus der Mütter“

Auf Facebook glorifiziert die Fatah nun den Anschlag, der in Israel „Anschlag auf den Bus der Mütter“ genannt wird. Am 7. März 1988, während der ersten Intifada, drangen drei schwer bewaffnete PLO-Terroristen von der ägyptischen Halbinsel Sinai nach Israel ein. Sie stoppten ein Auto, zwangen die vier Insassen zum Aussteigen und fuhren mit dem Fahrzeug zur Negev-Wüste ins Landesinnere weiter. 

In der Nähe der Beduinensiedlung Ar’ara BaNegev hielten sie durch Beschuss einen Bus an. Zwar öffnete der Busfahrer noch die Türen, sodass einige Fahrgäste fliehen konnten, doch die übrigen Insassen wurden von den Terroristen als Geiseln genommen: elf Frauen und ein Mann, alle Angestellte des Kernforschungszentrums Dimona, die auf dem Weg zur Arbeit waren.

Die Insassen des zuvor entführten Wagens hatten unterdessen die Polizei alarmiert, die Straßensperren errichtete. Es gelang der auf Anti-Terror-Einsätze spezialisierten Eliteeinheit Yamam der israelischen Polizei, den Bus zu stoppen und zu umzingeln. Die Entführer verlangten die Freilassung aller in israelischen Gefängnissen inhaftierten PLO-Terroristen und setzten ein Ultimatum von einer halben Stunde, danach würden sie die Geiseln ermorden.

Tatsächlich töteten sie nach Ablauf der Frist Victor Ram, einen 39-jährigen Vater von drei Kindern, und eine der Frauen, Miriam Ben-Yair, 46, Mutter von vier Kindern. Daraufhin stürmten die Yamam-Kämpfer den Bus und töteten alle drei Entführer. Es gelang den Terroristen jedoch noch, eine weitere Geisel zu töten: Rina Shiratky, 31, Mutter von zwei Kindern. Acht weitere Geiseln wurden leicht verletzt.

Virale Terrorverherrlichung

Letzten Monat feierte die Fatah den Anschlag und postete einen Propagandafilm auf Facebook, der von der Fatah-Kommission für Information und Kultur produziert wurde. Darin verherrlichen sie die Täter als „Helden“, die „Heldentum und Wagemut der spektakulärsten Art“ bewiesen hätten. Das Video ist 69 Sekunden lang und besteht aus in schneller Folge zusammengeschnittenen Fotos und animierter Grafik.

Die Fotos zeigen abwechselnd die Terroristen und das Kernforschungszentrum – und zwar so, als hätte der Angriff diesem gegolten und nicht den Fahrgästen eines Busses. Einmal wird die Anlage sogar mitten in einem Fadenkreuz gezeigt. Untermalt ist der Film mit dramatischer Musik. Der Text wird als Untertitel eingeblendet: „Den aufopferungsvollen Kämpfern gelang es, drei Soldaten und eine Frau zu töten, bevor sie als Märtyrer starben.“ Tatsächlich ermordeten die Männer drei Zivilisten.

Es sei bei Weitem nicht das erste Mal, dass die Fatah auf ihrer Facebook-Seite Attentate verherrliche, sagt Itamar Marcus, Direktor von Palestinian Media Watch, gegenüber Mena-Watch. Ebenfalls im letzten Monat habe sie auf Facebook ein Video veröffentlicht, in dem wieder einmal Dalal Mughrabi und das Küstenstraßenmassaker glorifiziert worden sind.

Als ein besonders abstoßendes Beispiel für den Antisemitismus, den die Fatah zudem auf Facebook verbreitet, nennt Marcus einen von der Bildungsabteilung der Fatah produzierten Dokumentarfilm, in dem es heißt, „reiche Juden“ hätten mit den Nazis Geschäfte gemacht „und das Blut ihres eigenen Volkes verkauft“.

Mena-Watch wandte sich an die Presseabteilung von Facebook und konfrontierte sie mit dem Film, in dem der Anschlag von Dimona und die Ermordung von drei Zivilisten gefeiert werden, sowie mit dem Urteil von Palestinian Media Watch: „Facebook erweist sich weiterhin als williges Werkzeug von Abbas’ Fatah-Bewegung, um Morde an Israelis zu verherrlichen und zu feiern.“ Mena-Watch wollte wissen: Billigt Facebook Terrorismus? 

Eine Antwort gab es nicht, und das Propagandavideo über die Morde von Dimona wurde auch nicht zurückgezogen. Es kann weiterhin von rund drei Milliarden Nutzern in aller Welt gesehen werden.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Mena-Watch.

Foto: Achgut.com

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Yehudit de Toledo Gruber / 14.04.2022

Wie gut und leicht ich mich einerseits fühle, diesen gesamten “Facebook-Zeit-und Nervenrauber” nicht zu lesen. Mit all´ dem sozialen, aggressiven oder wichtigtuerischen Müll. Offenbar ist er ein wichtiges Sprachrohr eines überwiegenden Teils der weltweiten, kaputten Gesellschaft. Doch wirklich empörend sind für mich die Israel-Informationen seitens der Öffentlich-Rechtlichen Medien, speziell des Nachrichtensenders BR24. Ganz übel, mit welchem verdreherischen, heuchlerischen Zungenschlag sie gerade jetzt wieder über die Unruhen und den Terror im Jüdischen Kernland berichten. Vorrangig auf der Seite der armen, unterdrückten “Palästinenser” durch den “Besatzerstaat” Israel. Offenbar genießt der verantwortliche Chefredakteur und Nachrichtenchef, Christian Nitsche, starken Rückenhalt. Bezüglich der aktuellen, aufgeladenen Situation kurz vor Pessach mache ich mir große Sorgen. Und wünsche anläßlich des morgigen Beginns unseres geschichtsträchtigen Pessach-Festes allen jüdischen Achgut-Autoren und Lesern Pessach Chag Sameach und den anderen gesunde, fröhliche Osterfeiertage!

Jörg Klöckner / 14.04.2022

So ist es, Herr Cremer. Der Unterschied von Aktivismus und Hate Speech ist der von “passt uns” und “passt uns nicht”. Und das lässt sich sehr einfach auseinanderhalten!

Wilfried Cremer / 14.04.2022

Lieber Herr Frank, die Verherrlichung von Terrorismus fällt nicht unter Hatespeach, sondern geht als stinknormaler Aktivismus durch. Facebook achtet auf die Unterschiede.

Harald Unger / 14.04.2022

Jeder eigenen Daseinsvorsorge enthoben - dafür kommt der europäische und (jetzt wieder) amerikanischen Steuerzahler auf - haben die Araber, die sich seit 1963 Palästinenser nennen, alle Zeit der Welt. Das Geschäftsmodell der PA Mobster und ihrer handlangenden Terrorgruppen wird mit nie endenden, jährlichen Multi-Milliarden Zahlungen am Laufen gehalten. Der Terror gegen die jüdische Bevölkerung mit einer standardisierten, nach Erfolg gestuften Vermögensplanung fürstlich vergütet, wofür die PA ca. 8 Prozent ihres Budgets bereitstellt. Auf die Schnelle habe ich nur die Zahl von 2016 gefunden, damals wurden € 301.120.000 für den Judenmord ausbezahlt. - - - Das nur erwähnt, weil man hier im Gebiet, zum Thema Israel, an jedem neuen Tag immer wieder bei Null anfangen muss.

Stefan Riedel / 14.04.2022

Entschuldigung! Aber nach all den Meldungen und den Propagandalügen! Ich bin hier und heute auf dem Kriegsfuß. Sorry.

Stefan Riedel / 14.04.2022

Sollten sich umbenennen. Facepropaganda! com. Dr. Zuckergoebbels! Oder Sweetpropa…?

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