Von Peter Hahne.
Ich schwöre es: ich wollte diesmal nur Positives schreiben. Wirklich! Und zwar, dass es wichtig ist, dass Christen in den säkularen Internet-Foren erkennbar präsent sind, wie zum Beispiel hier bei Achgut.com. Auch Leserbriefe in der Presse sind eine einzigartige Chance, wo Kirchen fast nur noch mit Politik, Skandalen oder Schiffen präsent sind. Doch dann kam das, was den letzten Satz leider mehr als bestätigt. Ich war gleich auf 180. Ein Kollege mailte mir zwei Meldungen von Mittwoch mit dem bezeichnenden Zwei-Wörter-Zusatz: „Dein Verein!“ Ich weiß auch nicht, womit ich das verdient habe, dauernd mit der Institution (!) Kirche identifiziert zu werden. Nun gut.
Die eine stammt aus dem Münchner Merkur: „Wirbel um Münchner Erzbistum wegen Gender-Stern in Bistums-Tweet: Nutzer drohen mit Kirchenaustritt.“ Nein, unter katholisch stelle auch ich mir etwas anderes vor, aber nicht das Wort „Kirchenmusiker*innen“. Was soll denn dieser irrationale Irrsinn einer ideologischen Verhunzung unserer Sprache?! Es hatte mir schon gereicht, dass die sogenannte „Katholische Studierende (!) Jugend“ das Gender-Wort „Gott*“ einführen will. Früher hatten wir Sternsinger (einen sogar schwarz geschminkt), heute den Gender-Stern. Na prima. Das Schlimmste ist jedoch die klerikale Klärung des Sterns von München: „Unsere Frage lautet: Wollen wir als Kirche Menschen ausgrenzen? Die Antwort ist: Nein, denn wir sind für alle Menschen da ... Unsere Sprache soll wertschätzend sein.“
Das heißt zu Deutsch: Der Originaltext der Bibel, der Liebesbrief Gottes an seine Kinder, ist also nicht wertschätzend. Da finde ich außer dem Stern von Bethlehem höchstens noch die wertschätzende Verheißung Gottes an den Patriarchen (!) Abraham und an König David, ihre Nachkommenschaft so zahlreich zu machen „wie die Sterne am Himmel.“ Gender-Stern? Fehlanzeige! Was, bitteschön, ist an diesem Deppenapostroph in kreisförmiger Anordnung wertschätzend? Ich wüßte andere Wege, um Frauen wertzuschätzen. Und was ist mit den andern 798 Geschlechtern? Nein, hier wollen sich Zeitgeistliche anbiedern. Sprache muss lesbar und vor allem sprechbar bleiben. Und frei von Ideologie oder Sexualisierung. Mit solchem Allotria macht man sich lächerlich und spaltet. Das Allerletzte, was die Kirchen in Zeiten der Massenaustritte brauchen. Nutzt lieber die Fastenzeit zu Gebet und Stille, zu Kontemplation und Meditation.
Vorsorglich schon mal den Notarzt verständigt
Und da wären wir bei Meldung Nummer zwei: Für vier (Erz-)Bistümer und gleich elf evangelische Landeskirchen heißt die Fasten-Aktion dieses Jahr: Klimafasten. Jede Woche ein Klerikal-Impuls der Zeitgeistlichen: Vegetarische Ernährung, Nutzung digitaler Medien, Energie sparen oder der „Wasserfußabdruck.“ Für sie ist der Kern der Passionszeit die Botschaft: „Weniger ist mehr.“ Früher fasteten wir für Gott, heute für Greta. Mitten in Corona-Zeiten, wo das heilsame Evangelium bitter nötig wäre. Ich bin diese Hobbypolitiker auf den Kanzeln leid! Kirche verkommt zu einer belanglosen NGO. Als wäre sie die Barmer Ersatzkasse oder Greenpeace, sucht sie das Heil, wo es nicht zu finden ist. Blinde Blindenleiter in einer dunklen Welt voller Angst und Verzweiflung. Kyrie eleison! Ach, und während ich das schreibe, teilt die Evangelische Kirche Berlins mit, dass in der Fastenzeit „die täglichen Bibeltexte (Losungen) in geschlechtergerechter Sprache“ erscheinen. Mein armer Blutdruck!
Doch nach der folgenden aktuellsten Nachricht aus der Firma „Marsch mit dem Mainstream“ habe ich vorsorglich schon mal den Notarzt verständigt. Man denkt ja, es ginge nicht mehr schlimmer, doch die EKD krönt den Irrsinn als rot-rot-grüne NGO mit dieser Meldung: „Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer („Fridays for Future“) ist prominenter Gast der diesjährigen Fastenpredigtreihe des Berliner Doms.“ Dieser Dom ist die „Zentralkirche“ der bundesweiten EKD. Dort wurde den „Aktivisten“ im Kampf gegen Abtreibung und der Eliminierung Down-Syndrom-verdächtiger Embryos mit ihrem „Marsch für das Leben“ ein Gottesdienst verweigert. Dort werden AfD-Anhänger von allen Ämtern und Funktionen ausgesperrt. Man nimmt skrupellos deren Kirchensteuern, aber „Querdenker“ haben keinen Raum im Hause Gottes, keinen!
Immer mehr entscheiden nun, ob sie es noch verantworten können, das Gewissen der Kirchen unnötig zu belasten, indem sie ihnen belastetes, ja geradezu kontaminiertes Steuergeld überweisen. In den Ämtern stapeln sich die Austrittserklärungen zur Gewissenserleichterung. Auch eine Form des Fastens. Sozusagen Gewissens-Fasten.
Und wer meint: „Alles übertrieben“, der sei getröstet mit den Fakten: Freitag schaltete das Kölner Amtsgericht eine Hotline für Kirchenaustritte frei. Binnen Minuten brach sie zusammen. „Wir hatten fast zeitgleich etwa 5.000 Zugriffsversuche,“ erklärte ein Sprecher. Und da geht es keineswegs „nur“ um den katholischen Mißbrauchsskandal. Nein, was gerne verschwiegen wird: beide großen Konfessionen sind gleichermaßen betroffen. Vom Exodus ist der Exitus nicht weit entfernt
Dieser Beitrag erschien zuerst in der Tagespost.
Beitragsbild: Superbass CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Jeder der hier erschienende Beitrag sagt mir, das ich vor 10 Jahren mit meinem Austritt aus der ev. Kirche alles richtig gemacht habe.
Letztens las ich, 40% der aus der Kirche Ausgetretenen gaben finanzielle Motive für ihren Entschluß an, weitere 40% Unzufriedenheit mit der Institution, der Rest konvertierte oder hatte sich von Gott abgewand. Beim Amtsgericht erklärt man profan seinen Austritt, Gründe werden nicht nachgefragt, wie also wurden die Zahlen ermittelt? Falls ich mal kündigen sollte, der Tag wird wohl kommen, würde ich Häresie des Bodenpersonals als Grund angeben.
„Ich war gleich auf 180. “ Das geht mir auch oft so, Herr Hahne. Mir passiert leicht das, was nicht passieren sollte: Halte eine Rede, wenn du wütend bist, und du hälst die beste Rede, die du jemals bereuen wirst. Aber Sie haben sich scheint’s besser im Griff. – Kirche muß barock sein. Nur so kann sie dem Verlangen nach der Welt widerstehen, statt sich im Zeitgeist zu verstricken. Nur im Barock schwebt der Geist Gottes. Nur so lassen sich die Schäfchen zählen. Alles ist eitel, ermahnt uns die Bibel 1000 mal. Darin erkennen wir uns selber und den anderen. Das ist das, was die Kirchenfürsten nicht bedenken. Und wenn wir die schon erkennen, was erkennt der Himmel dann alles?
Da wundert es mich nicht, dass der Islam hier ein immer leichteres Spiel hat. Die christlichen Kirchen verlieren durch solche absurden Aktionen täglich mehr an Bedeutung. Wie Sie, lieber Herr Hahne richtig ausführen, verkommen christliche Kirchen in Deutschland inzwischen zu belanglosen NGOs – heute predigt die Anführerin der Freitags-Sackhüpfer, morgen wird Greta gehuldigt, alles natürlich gendergerecht. Infantile Politiker liegen Gretakind ohnehin zu Füßen. Und bei soviel geballtem Irrsinn sollte man schon den Blutdruck im Auge haben. Deutschland mutiert immer mehr zu Doofland.
Gestern Nachmittag Spaziergang in Niederzier (im Rheinland, etwa mittig zwischen Aachen und Köln, da kommt der Lauterbach von der SPD her) um die Burg und um die Kirche. An der Kirche dann so 7 bis 8 Jugendliche mit Migrationshintergrund fleißig beim Steine werfen auf Kirchenfenster. Nach Ansprache von mir kamen dann laut derbe Beschimpfungen. Dann flogen auch paar Kieselsteine in meine Richtung. Anruf bei der Polizei habe ich mir geschenkt. Warum ist wohl klar. Meine ortsansässige Begleiterin hat dann aber den Küster verständigt. Vielleicht predigt die Luisa ja auch mal dort….
Um es immer wieder zu sagen: wir alle bezahlen das. Die Kirchensteuer sind Almosen gegenüber dem, das JEDEM im Land für das kirchliche Unwesen abgepresst wird. Ob Satanist, Feueranbeter oder schlichter Agnostiker, die seidenen Socken Woelkis und die Fettlebe Marx‚ bezahlen alle in Deutschland mit. Und niemand rührt daran. Lujah, sog I!
Nichts verbreitet sich schneller als Wahnsinn – einmal in Gang gesetzt…