Viele Betriebe scheitern bei der Ausbildung von zukünftigen Fachkräften schon an den fehlenden Grundlagen der Bewerber. Dazu zählen neben Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft auch Rechen- und Deutschkenntnisse.
Eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zur Ausbildungslage in Deutschland ergab, dass drei von vier Betrieben Besetzungsschwierigkeiten haben. Die häufigsten Gründe waren, dass die Betriebe keine geeigneten Kandidaten (73 Prozent) oder gar keine Kandidaten (32 Prozent) finden konnten, trotz relativer Arbeitsplatzsicherheit und vergleichsweise guten Löhnen in Industrie und Handwerk. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen erhielten häufig gar keine Bewerbungen. Allerdings wollen ein Viertel der Betriebe die Zahl ihrer Ausbildungsplätze wegen der wirtschaftlichen Lage jetzt reduzieren.
Neben fehlenden Bewerbungen sind vor allem Defizite in der grundlegenden Leistungsfähigkeit sowie im Arbeits- und Sozialverhalten der jungen Menschen der Grund für die Besetzungsschwierigkeiten. Der Hauptgeschäftsführer der DIHK, Achim Dercks, sagte: „Es mangelt an Basiskenntnissen und Kompetenzen, die praktisch für jeden Ausbildungsberuf nötig sind: Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft, Einsatzwille und Lesen, Schreiben, Rechnen. Wer das nicht mitbringt, wird es im Berufsleben insgesamt schwer haben – umso mehr zu Beginn. Wir brauchen in den Schulen wieder einen Fokus auf die grundlegenden Fähigkeiten."
