Mathias Döpfner (54), Vorstandsvorsitzender von Axel-Springer, warnt vor einem Machtzuwachs für Facebook. Die Social-Media-Plattform solle sich aus der Bewertung von Inhalten heraushalten, auch von Fake News und anderem Unsinn.
Blick: Herr Döpfner, Facebook ist weltweit in der Kritik: Über das soziale Netzwerk würden Fake News verbreitet, also als Nachrichten getarnte Falschmeldungen, und Facebook unternehme nichts dagegen. Teilen Sie diese Kritik?
Mathias Döpfner: Ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn Menschen beunruhigt sind angesichts der zunehmenden Verbreitung von Lügen und Gerüchten, die auf den ersten Blick von ernsthaft recherchierten Fakten nicht unterscheidbar sind. Und ich verstehe das Unbehagen gegenüber einem Unternehmen, das weltweit 1,8 Milliarden Menschen mit Informationen versorgt. Aber man sollte vorsichtig sein, jetzt nicht die falschen Konsequenzen daraus zu ziehen.
Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg hat sich vor ein paar Tagen zum Vorwurf geäussert: Facebook möchte auch in Zukunft nicht selbst entscheiden müssen, bei welchen Inhalten es sich um wirkliche Nachrichten handelt und bei welchen um Fake News. Diese Aufgabe sollten stattdessen externe Experten übernehmen. Ist dies der richtige Ansatz?
Ich finde es falsch, Facebook diese Aufgabe aufzudrängen. Denn: Was gut klingt, muss nicht unbedingt etwas Gutes bewirken. Facebook sollte sich aus der Bewertung von Inhalten so weit wie möglich heraushalten.
Diese Macht finde ich wirklich unheimlich
Warum?
Facebook ist kein Verlag, sondern ein Vertriebskanal. Um Inhalte verantwortungsbewusst auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen, braucht man Redaktionen, und die hat Facebook nicht. Überlegen Sie mal: Wenn Facebook auswählt, was angeblich richtig oder falsch – oder schlimmer: gut oder böse – ist, dann wird Facebook von einer Technologie-Plattform zum Medienunternehmen. Eine Art globaler Superverlag, der bestimmt, was die Menschen lesen oder sehen dürfen und was nicht. Diese Macht finde ich wirklich unheimlich.
Macht es sich Facebook mit seiner Haltung nicht zu einfach? Es muss doch wenigstens möglich sein, falsche Nachrichten auszufiltern.
Und wie soll das in der Praxis gehen? Was ist richtig, was falsch? Und wer kann das wirklich beurteilen? Bei der Frage, ob eins und eins zwei oder drei ist, mag das einfach sein. Aber wie halten wir es mit Weihnachten? Die Behauptung, dass an diesem Tag der Sohn Gottes geboren wurde, ist für Christen eine grundlegende Wahrheit. Für Juden und Moslems ist das Fake News. Muss Facebook dann die Weihnachtsgeschichte löschen? Hier geht es zum ganzen Interview
Alle Religionen sind entstanden, als die Menschen noch nichts über die Entstehung der Erde, die Größe und das Alter des Universums und die Evolution wussten. Sie haben sich in der Kindheit der Menschheit gebildet als ein Versuch, sich die Welt zu erklären und eventuell darin Sinn zu finden. Für uns heute also eigentlich Fake News. Schon längst von der Wissenschaft entzaubert: Homöopathie, Astrologie. Also Fake News. Die möchte ich dann auch "gelöscht" oder als Falschmeldung gebrandmarkt sehen! Fake News also wohin man sieht und manche auch noch als heilig geachtet!
Dass der Chef eines großen Medienkonzerns die geplante Zensur bei Facebook, dessen drohende große Meinungsmacht und den Vorstoß der Öffentl.- Rechtlichen kritisiert - - - und dass er mehr Vielfalt und gründlichen Journalismus anregt und Fehler der Medien wegen einseitiger Berichterstattung bei Brexit und Trump einräumt, ist beachtlich und verdient Anerkennung.
Diese ganzen Diskussionen sind überflüssig wie ein Kropf. Denn wer anfängt sogenannte Fake News zu bekämpfen, muß vor allem auch die Aussagen von vielen Politikern (Flüchtlinge sind wertvoller als Gold, Schulz, Dresden wurde von den Nazis bombardiert, K.G.-E. , von Merkel ganz zu schweigen etc.pp.) ganz genau unter die Lupe nehmen. Und die Medien erst, oh Gott oh Gott. " SPD mit Schulz im Aufwind", wurde eine Wahl durchgeführt, wo alle Wahlberechtigten gefragt wurden ? Ich jedenfalls möchte Schulz nicht als Kanzler haben. Und daß es mit der SPD aufwärts gehen soll, glaube ich nach dieser Postenschieberei gleich gar nicht. Sogar Katrin Göring-Eckart hat die Wahl von Schulz zum Kanzlerkandidaten kritisiert. Und Gabriel, ein ehemaliger Lehrer wird jetzt Außenminister. Na toll !! Hat er sich den neuen Posten selber zugeschustert? Welche Qualifikationen braucht es eigentlich, um Politiker zu werden? Das ist alles nicht mehr zu fassen.