Erstaunlich ist, wie sehr sich die Symptome der Krise in den so unterschiedlichen Ländern gleichen. Beide Länder sehen sich mit einem katastrophischen Strudel, einem Sog in den Kollaps konfrontiert. In beiden Ländern droht der gesellschaftliche Zusammenhalt auseinanderzubrechen, wenn es keine grundlegenden Veränderungen in der Ökonomie und Bildung gibt. Dabei versagt angesichts der existenziellen Natur der Probleme sowohl in Israel als auch in Deutschland das politische Links-Rechts-Schema. Dieser Gegensatz wird von jenen hervorgehoben, die weiterhin mit Illusion und Ideologie die realen Probleme ignorieren wollen.
In Israel geht es vor allem um die Frage, ob eine immer größer werdende Untergruppe der religiösen Juden (die Haredim) staatliche Zuwendungen bekommt, ohne sich selbst durch Arbeit und in der Armee am Erhalt des Gesamtgebildes Israel zu beteiligen. Die Abgeordneten der Partei der Haredim wurden sowohl von rechten als auch linken Regierungen zur Mehrheitsbeschaffung in Koalitionen einbezogen. Für ihre Zustimmung zur Regierungspolitik bekamen sie Geld, ein eigenständiges Bildungswesen und wurden vom Dienst in der Armee freigestellt. Vielen Israelis ist klar, dass dieses Arrangement der letzten 40 Jahre nicht länger tragbar ist. Eine politische und friedliche Lösung ist aber noch nicht in Sicht.
In Deutschland geht es ebenso wenig um rechts oder links, sondern darum, ob der permanente Staatsstreich der Brandmauerpolitik in einem erneuten Ausnahmezustand oder in der Vollendung der angehaltenen, demokratischen Revolution von 1989 endet. Die Herbstwahlen werden in beiden Ländern richtungsweisend sein: Weiter wie bisher in die Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen oder Ende der Illusion und Aufbruch in einen neuen Realismus und Pragmatismus.
Symptome der Krise sind ähnlich
In Israel und Deutschland trägt eine immer geringer werdende Schicht die zunehmende Last und steigenden Opfer, zahlt ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung keine Steuern beziehungsweise bezieht ein Leben lang staatliche Unterstützung. Die Bildungsinstitutionen sind über die letzten Jahrzehnte dramatisch zerfallen. Die Grundkenntnisse in Mathematik und angewandten Wissenschaften, in Englisch und in der Landessprache sind massiv zurückgegangen. Der für eine liberale Gesellschaft alles entscheidende Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur der Mehrheit wird in beiden Ländern kaum noch vermittelt und nur noch von einem kleinen Teil der Bürger gelebt. Diese Symptome des gesellschaftlichen Zerfalls werden von einer zunehmenden Zahl der fähigen und leistungsbereiten Bürger zum Anlass genommen, ihr Glück in anderen Ländern zu suchen – das gilt selbst für Israel trotz der Ungewissheit durch massive anti-israelische Stimmung im Westen. In beiden Ländern wandern Fachkräfte ab; die anderen bleiben aufgrund der Alternativlosigkeit (Israel) oder der sozialen Sicherungssysteme (Deutschland).
Wenn sich diese Trends nicht sehr bald – durch die Signalwirkung der nächsten Wahlen – umkehren lassen, wird eine Rückkehr zu Wohlstand und liberaler Demokratie nahezu unmöglich. Der „point of no return“ ist dann erreicht, wenn Israel zu einem Zweite-Welt-Land wird. Über kurz oder lang könnte Israel sich dann nicht mehr ausreichend verteidigen. Das ist die besondere Situation Israels, das Feinde hat, die an seiner bloßen Vernichtung Freude hätten.
Wie es einem kollabierenden Deutschland gehen würde, steht noch in den Sternen. Im Moment sieht es eher nach fortgesetzter Selbstzerstörung aus. Bisher scheint noch kein anderes Land darauf zu warten, uns – an der Klippe stehend – in den Abgrund zu stürzen. Die meisten unserer Nachbarn würden dann mit den Zerfallsprodukten unserer Wirtschaft sowie den zerstörten Illusionen der Mainstream-Gläubigen und den enttäuschten Erwartungen der Zugewanderten umgehen müssen. Kaum vorstellbar, dass sich das noch mit Nachbarschaftshilfe oder EU-Schuldenbergen übertünchen ließe.
Wer hat die besseren Chancen?
Interessant ist nun die Frage, welches der beiden Länder bessere Chancen hat, sich dem Sog der Selbstzerstörung zu entziehen. Historisch ist das recht klar zu beantworten. Die Israelis wurden zur Selbstbehauptung und revolutionären Staatsgründung gezwungen. Den Deutschen wurde die Ordnung geschenkt, und das lethargische Bürgertum hat dem wenig hinzugefügt. Mir fällt spontan kein Vorzeigebeispiel in Deutschland ein, das eine kollektive Schubumkehr durch Einsicht in ihre Notwendigkeit belegen würde.
Im Gegenteil, die Katastrophenfaszination ist hierzulande besonders entwickelt, und die Selbstzerstörung könnte wieder einmal bis zum bitteren Ende durchgezogen werden. Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun, egal was es kostet und wer dann mit der Sache untergeht. Israel dagegen hat schon mehrmals bewiesen, dass es – wenn ausweglos an der Wand stehend – neue und auch ungewöhnliche Wege gehen kann. In existenziellen Krisen gab es wiederholt Regierungen, die von beiden großen Parteien (Arbeiterpartei, Likud) getragen wurden. So wurde 1985 durch die Beschlüsse einer Einheitsregierung (unity-government) die Plage der jahrelangen Hyperinflation (bis zu 700 Prozent) auf ein erträgliches Maß (20 Prozent) gesenkt. Ob die historischen Erfahrungen etwas über die Handlungsmöglichkeiten der politischen Akteure aussagt, wird sich spätestens im Herbst zeigen.

@Kleinophorst: die meisten Zitate sind aus dem Kontext gerissen. Worin besteht da der Wissensgewinn?
Der Islam gehört nicht zu Deutschland.
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Der Autor vergleicht hier Äpfel mit Birnen. Ein Land wie Israel, wo die Bevölkerung gelernt hat, mit allen Widrigkeiten umzugehen, sich erfolgreich gegen eine Uebermacht von Nachbarlaender zu stellen, die alle Israelis am liebsten vernichten würden. Wo deswegen immer wieder Politiker an die Macht kommen, die sich für ihr Land und die Bevölkerung einsetzen. Das ganze Land weiss: Nur einmal Schwäche zeigen, und wir werden vernichtet. Und diese Bevölkerung wollen Sie ernsthaft mit der deutschen vergleichen? Ohne Gegenwehr wird dieses Land absichtlich mit archaischen, inkompatiblen und meist Islamgläubigen geflutet, ein 70jaehriges Sozialsystem wird quasi in die Luft gesprengt. Wie Sie schon schreiben, die Steuerbelastung für die Leistungsträger ist abartig, und die Lust in diesem Land zu leben, zu arbeiten oder eine Familie zu gründen, ist auf dem Tiefpunkt. Die meisten Politiker sind rueckgratlose Opportunisten, die Listen- Abgeordneten bezeichne ich als Parteisklaven. Und als Kirsche auf der Torte ein verhaltensgestörter Lügner und Wählerbetrüger als Bundeskanzler. Natürlich wird in Deutschland dieser ganze Irrsinn wie „wokeness“ und alles drumherum nur solange funktionieren, wie Kohle vorhanden ist. Aber bei 70Prozent für die Kartellparteien muss man davon ausgehen, dass dieses Volk diesen Weg bis zum bitteren Ende weitergeht. Ins Tierreich übertragen: Sie vergleichen hier einen Leoparden mit einem Esel.
Dass alle Kausalität stets an den Anfang verlegt ist, war schon immer der bereits alttestamentarische (Hiob 38,4) Ausdruck der christlich-jüdischen Tradition des Abendlandes. Sowohl in Deutschland als auch in Israel sollte die öffentliche Hand deshalb endlich darin innehalten, die Unzahl einer dadurch schieren „Pseudoaktivität“ (Lüth, in: Schweppehäuser (Hg.), 1971: 123) zu finanzieren, die sich ohnehin bloß die Wirklichkeit umfälschend in der Behauptung erschöpft, die kleine Veränderung sei angeblich eine Etappe auf dem langen Weg zu der des Ganzen. Horrende Summen von bisher daran gebundener Steuergelder kämen noch im selben Moment frei für zukunftsträchtige Investitionen (D’Alessio et al., 2000: 12). Der Vorteil zum Wohle aller könnte dabei unschätzbarer nicht sein.
Israel hat Feinde, die sie vernichten wollen. Deutschland/Europa nicht? Und jetzt ratet mal, wer der Feind Europas ist? In ihren eigene Worten: „Der Messias wird erst erscheinen, wenn Europa und das Christentum zerstört ist. Also frage ich euch, ist es eine gute Nachricht das der Islam in Europa einmarschiert? Das sind sehr gute Neuigkeiten. Es heißt das der Messias bald kommt. Der Islam ist der Besen Israels.“ Rabbi David Toutou.
„Europa wird nicht mehr die monolithische Gesellschaft des letzten Jahrhunderts sein. Juden werden im Mittelpunkt von dem stehen. Es ist einen große Transformation, die Europa zu bewältigen hat. Den Juden wird es übel genommen, das sie dabei eine führende Rolle übernehmen.“ Barbara Lerner Spectre
„Wer einen palästinensischen Staat verhindern will, muss die Hamas unterstützen und Geld an sie überweisen. Das ist unsere Strategie.“ Netanyahu
„Hamas und Hisbollah sind Teil der weltweiten Linken. Das ist wichtig, das zu verstehen.“ Judith Butler.
Theodore Kaufmann, „Deutschland muss verschwinden“ (1941)
Noel Ignatiev (Kommunist, Harvard was sonst), nahm 1968 gleich die ganze weiße Rasse ins Visier. (Jede Menge Textquellen,Videos u. a. H. Danisch)
Dieses „ Vorzeigebeispiel“ in Schland gibt es nicht und wir können es auch zukünftig ausschliessen. Es sind ,bezogen auf Gesamtschland , keine Anzeichen für eine erfolgreiche Wende ersichtlich. Abgesehen davon, dass es mehrheitlich sogar im Osten nicht reichen wird, zumal man ja auch manipulativ eingreifen kann, ist die Messe im zahlenmässig entscheidenden Westen gelesen. Finis G. . Wer die Hinnahme bis Begeisterung des merkel‚ schen Treibens über viele Jahre verfolgen durfte, müsste eigentlich den Zustand dieser Gesellschaft realistisch beurteilen können. Und der ( suizidale) Hinnahmeprozess geht unvermindert weiter. Erstaunlich, oder auch nicht, dass sich kaum ein Psychologe oder Neurowissenschaftler den von aussen durchaus interessanten Prozessen und ihren tieferen Ursachen analytisch widmet. Über die offensichtlichen Mechanismen hinaus. Immerhin bietet Schland die Gelegenheit, auf wissenschaftlicher Basis das von klugen Menschen zutreffend vorhergesagte Ende einer durchaus fortgeschrittenen Zivilisation zu begleiten, während man bislang eher posthum unterwegs war. Selbst eine laienhafte Exploration auf der Basis der laufenden Prozesse führt zum Finale, wobei lediglich Zeitpunkt, der Prozess beschleunigt sich natürlich, und das konkrete Ende, hier gibt es noch ein paar ( Zerstörungs) Varianten, offen sind.
Zwei mal das Gleiche. Politischer Kuhhandel erschafft Klientelstaat, wo vormals ein Sozialvertrag war.