Ein Experten-Ausschuss soll die Wirksamkeit von Corona-Maßnahmen belegen, ohne dass sich in den großen Krankheitsstatistiken eine schwerwiegende Pandemie zeigen würde. Die Corona-Jünger wird aber auch das nicht zum Umdenken bewegen, so wie das in einer Glaubensgemeinschaft halt ist.
Christina Berndt, Wissenschaftsjournalistin des Jahres 2021, veröffentlichte in der Süddeutschen Zeitung kürzlich einen Artikel, in dem sie die Corona-Maßnahmen präventiv gegen ihre Evaluierung durch den Sachverständigenausschuss verteidigte. Die nämlich drohe negativer auszufallen, als ihr lieb ist: Es stehe „zu befürchten, dass die wichtige Evaluation am Ende nicht die Erwartungen erfüllen wird, die Politikerinnen und Bürger sich erhoffen. Denn ein Entwurf, den die Süddeutsche Zeitung einsehen konnte, wird in Fachkreisen bereits verrissen (…). Folgt man den Schlussfolgerungen der Autoren des Kapitels, dann gibt es letztlich kaum Belege für den Nutzen der verschiedensten Maßnahmen zwischen Kontaktbeschränkungen und 3G-Regeln – mit Ausnahme des Maskentragens in Innenräumen.“
Zu beneiden ist der Evaluationsausschuss nicht. Er müsste die Infektionszahlen mit den Maßnahmen korrelieren, um so zu zeigen, dass diese auf jene einen positiven Einfluss ausüben. Das Hauptproblem dürfte aber darin bestehen, dass sich in Deutschland ein außergewöhnliches Viren-, Krankheits- und Sterbegeschehen außerhalb der PCR-Test-Daten, also in den klassischen Meldesystemen, zu keinem Zeitpunkt offenbarte.
Weder konnte das RKI eine signifikante Zunahme von Krankenhausaufenthalten wegen schwerer Atemwegsinfektionen feststellen (siehe hier Seite 6) noch lassen sich anhand der Grafiken der Initiative Qualitätsmedizin auffällige Schwankungen bezüglich der beatmungspflichtigen Intensivfälle ausmachen (siehe hier Abb. 4). Warum auch? Schließlich handelt es sich um einen Erreger, der in der Regel unbemerkt weitergegeben wird, meistens milde Verläufe erzeugt und nur selten Lungenentzündungen hervorruft. Daher entsprach das durchschnittliche Sterbealter an oder mit Covid-19 von Anfang an der allgemeinen Lebenserwartung, auch dem RKI zufolge (S. 6). Achgut-Autor Thomas Maul hat noch sehr viel mehr Corona-Tatsachen zusammengetragen, die den Wald vor lauter Bäumen erkennen lassen. Auch offiziell wird inzwischen angegeben, dass das Gesundheitssystem zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd an seine Grenzen kam.
Glauben müssen statt beweisen können
Um der Regierung rückblickend ein positives Zeugnis auszustellen, muss der Expertenausschuss also innerhalb eines Krankheitsgeschehens, das sich von denen der Vorjahre nicht nennenswert unterscheidet, etwas scheinbar Außergewöhnliches identifizieren, um damit zu behaupten, dass es ohne staatliche Eingriffe noch außergewöhnlicher geworden wäre. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder gab es keine bedrohlichen Auffälligkeiten in den die Bevölkerung betreffenden Monitorings, weil der Erreger sich in seiner Gefährlichkeit nicht großartig von gewohnten unterschied. Dann wären die getroffenen Maßnahmen samt und sonders maßlos übertrieben gewesen.
Oder aber es gab eine überaus gefährliche Krankheit, und die Maßnahmen haben die Statistiken exakt so austariert, dass sie auf den jahresüblichen Niveaus liegen. Daran kann man glauben – und dieser Glaube ist in Deutschland inoffizielle Staatsreligion –, doch positivistisch beweisen lässt sich das naturgemäß nicht.
Christina Berndt scheint etwas davon zu ahnen, wenn sie in ihrem Artikel vorsorglich konstatiert: „Nur weil es keine Evidenz gibt, heißt es nicht, dass Maßnahmen nicht wirken, mitunter fehlen eben nur die Daten, die die Wirkung belegen.“ In den sozialen Medien wurde sich darüber lustig gemacht, indem der Teil ab „mitunter“ weggelassen wurde, womit das Zitat allerdings verfälscht wird. Statt den Sinn ihrer Aussage zu entstellen, sollte man ihr entgegenhalten, dass nach zwei Jahren täglich dokumentierter „Jahrhundertpandemie“ (Spahn) eindeutig belegende Daten doch zweifellos vorhanden wären, gäbe es eine solche Wirkung. In früheren Märchen hätte Berndt vielleicht gesagt: Nur weil ein Kaiser nackt scheint, heißt das nicht, dass er keine Kleidung trägt, mitunter fehlt nur das günstige Licht, das sie sichtbar macht.
Die Anhänger der Maßnahmen wollen schon aus Gründen des Stolzes nicht wahrhaben, dass sie sich getäuscht haben und alles vergebens war. Sie bestreiten zwanghaft, dass die angerichteten Kollateralschäden und verübten Menschenrechtsverletzungen dem rechtsstaatlichen Verhältnismäßigkeitsprinzip spotteten. So zieht die Süddeutsche gegen jede Evidenz Möglichkeiten in Betracht, die ihre Fantasien und Selbstgewissheiten aufrechterhalten. Christina Berndt verlangt in einem früheren Artikel für die SZ von der Politik künftig weitere von ihr selbst als „Drangsalierungen“ bezeichnete Maßnahmen, „auch ohne dass deren Wirksamkeit nach höchsten Standards bewiesen ist“. Wissenschaftlichkeit ist hier in einen bloßen Glauben umgeschlagen.

Die SZ-Autorin scheint mir ein Beispiel dafür zu sein, wie Wissenschaftler durch Beschäftigung und Karriere in Medien- und Polit-Zirkeln völlig die fachliche und logiche Orientierung verlieren.
Laut ihrer CV hat sie einmal eine durchaus ordentliche Dissertation geschrieben und ist danach völlig von der Rolle gekommen. Ich habe das selbst im beruflichen Umfeld erlebt, wie der Wunsch nach medialer Anerkennung und TV-Rampenlicht nach und nach so dominierend werden kann, dass die fachliche Seite völlig egal wird. Wer dabei als Wissenschaftler nicht mit dem Mainstream schwimmt, wird für Interviews und Vorträge nicht eingeladen. (Und wer dann für Wiss. Mitarbeiter Verantwortung trägt, muss Projekte aquirieren, damit die Nchwuchswissenschaftler weiterbeschäftigt werden können usw usw.)
Das Problem ist jetzt so akut wie noch nie: Der polit-mediale Komplex mag keine Meinungsvielfalt, die Machthaber können nicht mit Unsicherheit umgehen. Politiker wollen nicht verantwortlich entscheiden, sondern sich von Beratern (Wissenschaftlern, sog. Experten) alternativlose Maßnahmen vorschlagen lassen. Da jedoch seröse Wissenschaft in einer Situation wie Corona nicht sicher weiss, wie die Risiken sind und wie bestimmte Maßnahmen wirken, werden diejenigen Personen hochgeschwemmt, die den Politikern die weitgehendsten Maßnahmen als richtig bestätigen.
Damit entgehen Politiker dem möglichen Vorwurf, zu wenig Einschränkungen angeordnet zu haben. Dass sie, wie mit den Lockdowns etc. ein vielfaches an Schäden anrichteten, wird vertuscht. Die SZ-Autorin gehört zu den Scharfmacher_*Innen, und sie hat sich damit einen Bekanntheitsgrad erarbeitet, mit TV-Präsenz etc., den sie vorher nicht hatte.
Wie Drosten Lauterbach etc. läuft sie Gefahr, Bedeutung einzubüssen UND später für ihre Übertreibungen verspottet zu werden. Tragisch, irgendwie.
„Maskentragen in Innenräumen soll etwas bringen“?
Seltsam, mein zufälliger Selbstversuch hat etwas anderes ergeben. Meine Frau erkrankte mit Covid-19, und isolierte sich sofort in ein anderes Zimmer mit Maske, um mich wegen meiner Vorerkrankungen zu schützen. Vier Tage später erkrankte ich mit den gleichen Symptomen. Nach 4-5 Tagen mit etwas Halsschmerzen, leichten Fieber und Husten, war alles wieder vorbei, wie bei einem grippalen Infekt eben. Übrigens hatte ich ihr davon abgeraten, da ich der Meinung war, dass diese Maßnahmen eh nichts bringen…..
@karsten Dörre, für die Militärtransporte in Bergamo gibts eine völlig verschwörungfreie Erklärung. Da im katholischen Italien Feuerbestattungen die Ausnahme sind, Bestattungen ausgesetzt und Bestatter Ausgangssperre hatten, bleibt wohl nur das Militär um Tote zu einem der wenigen Krematorien zu bringen. Tote, welche sich allesamt in einem überfüllten Krankenhaus angesammelt und zum grossen Teil auch dort infiziert hatten und auf Grund der Unkenntnis über das neue Virus, dann zu Haufe zu Tode beatmet wurden.
p.s.: Habe mich mit den Inhabern des hiesigen „Test-Zentrums“ angefroindet. Nette Türken, Palästineser, oder Syrer, oder was auch immer… nett halt. Doitsche.
Mein Goot. Wenn die Zigoiner mit erfundenen Test- und Impf-Zentren Geld verdienen, dann muss ich die Wäsche nich reinholen…
Corona ist politisch gewollt, und daran wird auch das 9-Euro-Ticket mit vollen Bahnhöfen und vollen Zügen nichts ändern. Im Herbst geht es wieder rund mit 2 G, Maskenzwang, Impfpflicht, und neuen Lockdowns. Die Politiker sind nach Corona süchtig wie nach einer Droge.
Die Goldtaschen der Profiteure quillen über. Es reicht dann mal mit der unersättlichen Gier.