Clemens Wergin
Ich schreibe seit etwa zehn Jahren für eine Demokratisierung der arabischen Welt und gegen die scheuklappenartige Verengung der europäischen Nahostpolitik auf den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Betrachtet man diese Fixierung unter dem Gesichtspunkt der momentanen Entwicklungen in der arabischen Welt dann wundert man sich eigentlich noch mehr als ich mich in all den Jahren gewundert habe, wie solch eine intellektuell dünnbrüstige Behauptung, wonach der Nahostkonflikt der Schlüssel zur Lösung der Probleme der Region sei, so lange herrschende Meinung unter Europas Politikern und Publizisten sein konnte. Wohlgemerkt: Natürlich ist der Nahostkonflikt ein Problem, das besser früher als später gelöst werden sollte. Aber um der Israelis und der Palästinenser wegen, und nicht, weil das irgendwelche magischen Auswirkungen auf den ganzen unterentwickelten Rest der Region hätte. http://flatworld.welt.de/2011/04/01/der-israelknacks-europas/#more-113