Die Ankündigung erfolgte mit jener ruhigen Zuversicht, die Israels Rüstungsindustrie in ihren selbstbewusstesten Momenten auszeichnet. Am 26. Mai gab Elbit Systems bekannt, dass sein Auftragsbestand zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte die Marke von 30 Milliarden Dollar überschritten habe – eine Zahl, die noch vor fünf Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre.
In derselben Bekanntmachung versteckt war ein einzelner Vertrag im Wert von 1,4 Milliarden Dollar, der mit einem nicht namentlich genannten europäischen Staat unterzeichnet wurde und die Modernisierung militärischer Fähigkeiten in mehreren Bereichen – Land-, Luft- und elektronische Kriegsführung – umfasste. Keine Pressekonferenz. Keine Feier. Nur ein weiterer Posten in einer rekordverdächtigen Bilanz.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Denn diese Nachricht fällt in eine Phase, in der Europa politisch seit Längerem und oft lautstark versucht, israelische Rüstungsunternehmen einzuschränken, moralisch an den Pranger zu stellen oder sie in einigen Fällen formal aus dem europäischen Beschaffungsökosystem auszuschließen.
Spanien hat seine Waffenexporte ausgesetzt. Mehrere Regierungen von NATO-Mitgliedstaaten haben Teilembargos ins Spiel gebracht. Elbit selbst wurde nach Protesten und politischem Druck von der „Euronaval“, Frankreichs führender Messe für maritime Verteidigung, ausgeschlossen. Die Botschaft aus den europäischen Hauptstädten – zumindest die öffentlich nach außen getragene Version – war geprägt von Distanzierung und moralischer Verurteilung.
Die Botschaft der europäischen Verteidigungsministerien war genau das Gegenteil.
Europäische Streitkräfte auf Modernisierungskurs
Dieser Widerspruch ist kein Zufall. Er verweist auf eine strukturelle Realität, die sich durch parlamentarische Rhetorik nicht auflösen lässt: Europas Streitkräfte befinden sich inmitten eines Modernisierungsschubs, wie es ihn seit einer Generation nicht gegeben hat. Ausgelöst wurde er durch den Krieg in der Ukraine und den abrupten Zusammenbruch der sicherheitspolitischen Gewissheiten der Nachkriegszeit nach dem Kalten Krieg. Und israelische Verteidigungstechnologie steht im Zentrum dessen, was Europa am dringendsten benötigt.
Die Kluft zwischen dem, was europäische Politiker sagen, und dem, was europäische Beschaffungsbeamte unterzeichnen, zeigt, wie sehr die Sicherheitsarchitektur des Kontinents mittlerweile von israelischen Innovationen abhängig geworden ist.
Die Technologie, die im Zentrum dieser Abhängigkeit steht, ist nicht glamourös wie Kampfflugzeuge oder Zerstörer. Es geht vielmehr um die vielschichtige Infrastruktur moderner Vernetzung auf dem Gefechtsfeld.
Softwaredefinierte Funkgeräte, die es Streitkräften ermöglichen, sicher über unterschiedliche Systeme hinweg zu kommunizieren und Frequenzbänder in Echtzeit neu zu konfigurieren, sind für jedes NATO-Mitglied, das ältere Plattformen in Kommandonetzwerke der nächsten Generation integrieren möchte, zu einer Priorität geworden.
Operative Erfahrung
Die BNET-Systeme von Elbit haben sich praktisch zur Standardlösung für europäische Streitkräfte entwickelt, die Interoperabilität auf dem Schlachtfeld benötigen, ohne ein Jahrzehnt lang auf eine im eigenen Land entwickelte Alternative warten zu müssen, bis diese bürokratische und industrielle Hürden überwunden hat.
Dieselbe Logik gilt für Systeme der elektronischen Kampfführung. Israelische Unternehmen haben hier aktive, anpassungsfähige Fähigkeiten entwickelt, geprägt durch operative Erfahrung, die kein europäisches Labor allein am Reißbrett nachbilden kann.
Genau dieser Begriff – „operative Erfahrung“ – ist die zentrale Variable, die kein europäischer Rüstungskonzern auf Bestellung herstellen kann. Israels Verteidigungsindustrie produziert keine Systeme für theoretische Bedrohungsszenarien. Sondern es werden Systeme hergestellt, die unter realen Kampfbedingungen in verschiedenen Einsatzbereichen und gegen unterschiedliche Gegner eingesetzt, auf Herz und Nieren geprüft, überarbeitet und erneut eingesetzt wurden. Wenn ein europäisches Verteidigungsministerium ein israelisches Paket für die elektronische Kriegsführung prüft, bewertet es keinen Prototyp und keinen Technologiedemonstrator. Es bewertet etwas, das in Umgebungen erprobt wurde, die härter sind als alles, was die Ostflanke der NATO bisher hervorgebracht hat.
Europäische Rüstungsbeschaffung ist zu langsam
Europas eigene Verteidigungsprogramme sind durchaus ambitioniert. Seit Jahren wird auf dem Kontinent über die Notwendigkeit strategischer Autonomie im Verteidigungsbereich diskutiert und große Kooperationsprojekte in den Bereichen Panzer, Luftfahrt und Artillerie sind in kleinen Schritten vorangekommen.
Doch das Wort, das in Bewertungen der europäischen Rüstungsbeschaffung immer wieder auftaucht, lautet „langsam“. Die industrielle Koordination zwischen den Mitgliedstaaten, auf Friedenszeiten ausgerichtete Beschaffungsbürokratien und politische Einmischung in Vergabebeschlüsse haben zu Programmen geführt, die oft 15 Jahre benötigen, um das zu liefern, was das Bedrohungsumfeld in drei Jahren erfordert. Vor diesem Hintergrund ist ein bewährtes israelisches System, das zu beschleunigten Lieferbedingungen verfügbar ist, keine zweite Wahl. Es ist die rationale Wahl.
Dass Israel diese Liefererwartungen erfüllen kann, ist wiederum Ergebnis eines industriellen Wandels, der sich weitgehend außerhalb der europäischen Öffentlichkeit vollzogen hat. Elbit und andere israelische Unternehmen haben massiv in automatisierte Fertigungslinien, Robotik und KI-gestützte Qualitätskontrolle in ihren heimischen Produktionsstätten investiert.
Europa kauft Liefergewissheit
Das Ergebnis ist ein Produktionsmodell, das deutlich weniger anfällig ist für Arbeitskräftemangel und Lieferkettenprobleme, unter denen europäische Rüstungshersteller in den vergangenen zwei Jahren gelitten haben.
Wenn ein europäisches Land einen Modernisierungsvertrag in Milliardenhöhe mit einem israelischen Unternehmen unterzeichnet, kauft es also nicht einfach Technologie. Es kauft Liefergewissheit in einem Umfeld, in dem genau diese Gewissheit immer seltener geworden ist.
Der Auftragsbestand von 30 Milliarden Dollar steht daher nicht bloß für kommerziellen Erfolg. Er ist ein Urteil der Beschaffungsbehörden einiger der modernsten Streitkräfte der Welt darüber, welche Verteidigungsindustrie derzeit die operativ relevantesten, lieferbaren und kosteneffizientesten Fähigkeiten am Markt hervorbringt.
Europäische Politiker behalten die Macht, Pressekonferenzen abzuhalten und über symbolische Resolutionen abzustimmen. Europäische Generäle, so zeigt sich, behalten die Macht, Verträge zu unterzeichnen. Vorerst gewinnen die Generäle die Debatte.
Der Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in The Jerusalem Post vom 4. Juni 2026 und im Middle East Forum vom 7. Juni 2026.
Amine Ayoub ist ein in Marokko ansässiger politischer Analyst und Autor. Seine Medienbeiträge erschienen in The Jerusalem Post, Yedioth Ahronoth, Arutz Sheva, The Times of Israel und vielen anderen. Er schreibt vor allem über Islamismus, Dschihad, Israel und die Politik der Nahostregion. Er twittert unter @amineayoubx.
Die strategische Partnerschaft auf militärischer Ebene zwischen Deutschland bzw. Westeuropa und Israel ist von enormer Bedeutung. Das ist in weiten Teilen der Bevölkerung und so manchen Politikzirkeln vielleicht noch nicht erkannt worden und wird deswegen kritisch beäugt. Was wohl erklärt, warum das medial nicht breitgetreten wird. Die Hauptsache ist jedoch, dass das funktioniert. Wenn man weiß und wirklich verstanden hat, was hier insbesondere in Westeuropa im Untergrund schwelt, wird früher oder später so oder so der Moment kommen, wo man sich offiziell mit Israel deswegen kurzschließen wird. Strategisch sind die Israelis für uns mittlerweile sehr viel wichtiger als die USA oder etwa Russland, denn der Kalte Krieg ist lange vorbei und insbesondere für uns Europäer längst durch neue Herausforderungen ersetzt worden, die bei uns nicht mehr nur an die Tür klopfen, sondern längst im Haus sind. Und da kann uns Israel tausend mal mehr helfen als die Amerikaner oder die Russen, denn die beiden letztgenannten haben diese Entwicklung trotz ihres gesamten Kernwaffenpotentials und ihrer massiven Militärapparate nicht im Ansatz verhindert. Kein Wunder: Asymmetrische Kriegsführung bekämpft man nicht mit den stehenden Heeren und atomarer Abschreckung. Das geht ganz anders…
Den mündlichen Teil meiner Sprachkundigenprüfung in Französisch musste ich vor einem Dreier-Gremium verteidigen. Einer davon war Marokkaner, der im Rahmen eines Austauschprogrammes da war. Ich sollte meinen Lebenslauf erzählen. Als ich mitgeteilt hatte, wo ich geboren worden bin, zuckte der Marokkaner zusammen und versuchte dann die ganze Prüfung lang, mir gegen das Schienbein zu treten. Seitdem sehe ich Marokko mit anderen Augen. Die verstellen sich, sind aber genauso mit muslimischem Machtanspruch angefüllt, wie Andere. Allerdings war es eine Verwechslung. Der Ort ist in Europa, klingt aber (in Französisch) so ähnlich, wie einer östlich des Mittelmeeres. Danach erst habe ich mich mit den Sahauriern und der Westsahara beschäftigt. Das war in den 70-ern, da sendeten die noch aus dem Süden Algeriens. Dass Israel den Anspruch Marokkos auf die Westsahara anerkennt, ist für mich ein No-Go. Aber ich kann verstehen, dass es eigentlich jedem überlassen sein muss, was er anerkennt. Ich erwarte aber von den Marokkanern, dass sie auch UNS nicht vorschreiben, was wir akzeptieren und wie weit wir im Guten mitgehen. Sonst wird es böse. Ende der Durchsage.
@Wilfried Düring : >>(dem antisemitischen spanischen Bolschewisten-Häuptling Sanchez ist das zuzutrauen!)<<
## Das hätte es unter dem Caudillio nicht gegeben!!
@Sigrid Miller :
>>Irgendwie vergessen die alle, dass Russland die größte Atommacht der Welt ist…
Und „VON DEUTSCHEM BODEN SOLL NIE WIEDER KRIEG AUSGEHEN“…
Wo sind die Eltern und Großeltern?<<
## Verbrannt. Alle. Die meisten nach dem Tod. Warum fragen Sie?
>>Europa verurteilt Israel, aber will seine Waffen<<
Ich kann nicht erkennen, warum sich das ausschließen soll. Was sind „Europas eigene Verteidigungsprogramme“. Gibt es eigentlich eine für alle verbindliche Realität? Wer oder was ist Europa? Es ist eine Denkweise oder Redeweise, wer weiß das schon, mit der ich nicht zurecht komme. Irgendwie muslimisch und vollständig ideologisiert. Dass es auch Isreal braucht, um SDR Funkgeräte herzustellen, ist der Lacher. Irgendwie sind das Rufe aus dem Paralleluniversum. In dem Sinne, dass nichts absolut ist und jeder nur so klug daherreden kann, wie er ist, macht das alles einen Sinn. Außer wenn man sich seine Reden von der KI schreiben lässt.
Da ist der größte Markt der Welt, der islamisch-indische, einem ganz kleinen Markt, dem israelischen feindlich gesinnt. Will man mit beiden Geschäfte machen, muss man lavieren. Die Israeli wissen das natürlich und lassen sie machen. Was sie wohl bekommen für ihr wohlwollendes Stillhalten? Das muss man schließlich nicht in die Öffentlichkeit hinausposaunen, Hauptsache die Moslemseelchen sind besänftigt. Vllt. legt sich ja der Furor mal, dann, „wenn sie ihre Kinder mehr lieben als dass sie uns hassen“, so einstens Golda Meir aus Kiew.
Israel führt stellvertretend den Krieg, der uns allen blüht…oder still und heimlich bereits da ist. Der, einer freiheitlichen Grundordnung gegen die Unterwerfung unter eine obskure, mittelalterliche Theokratie. Ich wünsche den Israelis, dass sie gewinnen und ich wünsche uns – dem „Westen“ – dass wir endlich aufwachen. Natürlich gibt es im Kampf gegen die Hisbollah auch zivile Opfer, grässliche Szenen an Unschuldigen…das liegt jedoch im Wesen aller Kriege. Schön und heroisch werden sie allenfalls aus weiter Entfernung…nach hunderten von Jahren. Auch bei uns gibt es tagtäglich Opfer dieses Krieges: Vergewaltigungen, Zwangsverheiratungen, Messerangriffe…wir nennen das ganze nur anders: Bei uns sind es terroristische Angriffe von verwirrten Einzeltätern – ihre Kasernen nennen wir Moscheen und Koranschulen.