Mit Frankreichs Wirtschaft geht es seit Jahren bergab, mit den Schulden bergauf – und das ohne Aussicht auf eine funktionierende Regierung. Europa und Deutschland sind auch kein Stabilitätsanker – eher im Gegenteil. Wird der Euro zur Schrott-Währung?
Wir erinnern uns, es waren Deutschland unter Angela Merkel und Frankreich unter Nicolas Sarkozy, die 2010 „Griechenland retteten“. Das war zwar nur eine Inszenierung, und letztlich war es Mario Draghi mit seinen „whatever it takes“ Anleihenkäufen, der die Krise erst mal durch Beruhigungsmittel hinausschob. Aber zumindest konnte man damals noch glauben, dass die zwei Schwergewichte Europas stark genug sind, das kleine Griechenland vom Boden aufzuheben.
Deutschland ist bekanntlich nun längst nicht mehr so gut in Form wie damals, die wirtschaftliche Substanz wird immer schneller aufgezehrt. Schlimmer steht es allerdings um Frankreich. Und wenn schon der mögliche Austritt des wirtschaftlich eher unwichtigen Griechenlands aus der Eurozone diese in eine veritable Krise stürzte, dann kann man sich denken, was ein wirtschaftlich strauchelndes Frankreich für die Eurozone und direkt auch für Deutschland bedeutet. Durch das System der Gemeinschaftshaftung in der EU sind Frankreichs Probleme die Probleme aller EU-Länder, aber vor allem des mit Frankreich eng verbundenen Deutschlands. Der Euro läuft Gefahr, massiv an Wert zu verlieren.
In vielem folgt Deutschland Frankreichs schlechtem Vorbild und hat sich schon mehrmals übertölpeln lassen. Die Schuldenunion kam auf Drängen Frankreichs zustande. Auch dem Vorbild der Multi-Kulti-Nation folgte Deutschland nach, hinsichtlich der Migrantengewalt leider ebenfalls. Frankreich ist leider wohl in vielem das wahrscheinliche Zukunftsbild von Deutschland.
Gerade wurde der fiskal konservative und erfahrene Politiker Michel Barnier als Premierminister durch ein Misstrauensvotum sowohl von Linksaußen als auch von Rechtsaußen gestürzt. Barniers Ziel war es, das Haushaltsdefizit auf fünf Prozent zu reduzieren, von derzeit knapp über sechs Prozent. Die EU-Stabilitätsregeln lassen eigentlich nur drei Prozent zu, aber zumindest bewegte sich Barnier in die richtige Richtung.
Frankreich wirtschaftet schon seit Jahrzehnten mit Defizit, gibt also jedes Jahr mehr aus, als es einnimmt. Das riesige Haushaltsloch ist auch Folge der umfänglichen Corona-Hilfen, im Jahr 2020 wuchs es auf 8,5 Prozent an. Barnier wollte im Haushalt für 2025 40 Milliarden Euro kürzen und die Steuereinnahmen um 20 Milliarden erhöhen und damit Frankreichs horrende Schuld von über 110 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zumindest nicht noch weiter steigen lassen.
Barnier wollte den Haushalt für 2025 per Dekret durchstzen, was man ihm im Parlament verübelte. Nun ist der Haushalt für 2025 hinfällig. Das bedeutet, das der Haushalt von 2024 auch für das nächste Jahr gilt, mit einem steigenden Defizit. Der Kurs geht also weiter auf die Klippen zu.
Frankreichs Probleme stehen Deutschland noch bevor
Das, was für Deutschland gilt, gilt in verschärfter Weise für Frankreich: Die Produktionskosten sind zu hoch, vor allem gegenüber dem Hauptkonkurrenten China. Dazu steigen sie rasant an, mit 25 Prozent seit 2019. Der Sozialstaat ist in Frankreich ähnlich ausufernd wie in Deutschland, die Steuern und Abgaben sogar noch etwas höher. Die Wertschöpfung pro Arbeitnehmer ist geringer und fällt weiter. Auch die Arbeitslosigkeit ist mit 7,4 Prozent höher als in Deutschland und die Staatsquote auch mit 57 Prozent noch höher als in Deutschland mit knapp unter 50 Prozent. Auch das Renteneintrittsalter von 64 ist sehr großzügig, aber selbst dagegen gibt es Widerstand, und man möchte zurück zur Rente mit 62 oder besser noch mit 60.
Während deutsche Produkte auf dem Weltmarkt momentan vielerorts noch von ihrer guten Qualität und ihrem guten Ruf zehren, hat Frankreich diesen Vorteil schon lange verloren. Nicht nur hat Frankreich eine negative Handelsbilanz – führt also mehr ein als aus –, diese steigt auch noch stetig. Das liegt einerseits an dem geringen Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung von nur 18,8 Prozent (der Löwenanteil gehört den Dienstleistungen). Andererseits ist Frankreich nur mit wenigen Industriegütern noch wettbewerbsfähig. Eigentlich haben nur bestimmte Luxusprodukte noch Weltruhm, aber die sind für ein kleines Markt-Segment, und damit kann man kein Industrieland am Laufen halten. Die Tatsache, dass Deutschlands Wirtschaft in den letzten Dekaden viel robuster war als die von vergleichbaren Ländern wie Frankreich oder Großbritannien, hat viel mit Deutschlands industrieller Basis zu tun. Dieser Vorteil wird bekanntlich gerade zerstört.
Die Insolvenzen nehmen auch in Frankreich zu. In diesem Jahr dürften rund 65.000 Unternehmen Insolvenz anmelden, im Vorjahr waren es 56.000.
Keine Rettung in Sicht
Ein Ausweg aus der politischen Sackgasse und damit eine Wirtschaftswende ist nicht in Sicht. Der Präsident, Emmanuel Macron, darf nach der Verfassung frühestens in sechs Monaten die Nationalversammlung auflösen und Neuwahlen ausrufen. Selbst zurückzutreten lehnt Macron ab. Das bedeutet, dass er weiter probieren muss, einen Premierminister zu finden, der für eine Mehrheit der Abgeordneten akzeptabel ist. Das kann Monate dauern, da die Machtverhältnisse im Parlament verworren sind.
Das bedeutet weiter Stillstand in der Politik und bis auf Weiteres keine handlungsfähige Regierung, geschweige denn eine, die wirkliche Reformen durchführen kann. Das heißt, dass niemand die Kehrtwende in der Wirtschaft macht, die nötig wäre. Barnier hätte zumindest einen Anfang gemacht, hätte dem Land eine Atempause gegeben bis zu Neuwahlen, die dann möglicherweise zu einem klaren Schnitt wie in den USA geführt hätten. Allerdings sind in Frankreich die Linken mehr noch als in Deutschland strukturell sehr stark und die Abneigung gegenüber liberal-konservativen Reformern à la Trump oder Milei noch größer. Auch vom Rassemblement National ist in wirtschaftlicher Hinsicht kein Kurswechsel zu erwarten, die Staatsgläubigkeit und -abhängigkeit scheint Teil der französischen DNA zu sein.
Die Reformunwilligkeit Frankreichs und vieler EU-Länder hängt auch damit zusammen, dass im Zweifelsfalle immer das vermeintlich reiche Deutschland mit allen möglichen Hilfsfonds und Rettungsschirmen bereitsteht. Diese kommen zwar von der EU, sind aber zum größten Teil von Deutschland finanziert. Was bei Griechenland noch ging, geht bei Frankreich nicht mehr, schon gar nicht in Zeiten, in denen sich Deutschland selbst im wirtschaftlichen Überlebenskampf befindet.
Sebastian Biehl, Jahrgang 1974, arbeitet als Nachrichtenredakteur für die Achse des Guten und lebt, nach vielen Jahren im Ausland, seit 2019 mit seiner Familie in Berlin.Vor Kurzem erschien von ihm „Ein Volk sucht seinen Platz. Die Geschichte von Orania und dem Freiheitsstreben der Afrikaaner.“ Dieses kann hier oder hier bestellt werden.
Beitragsbild: Montage achgut.com/ Onkel Tuca! - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Solange der volksverdummende Hauptstadtjournalismus (Talk-Palaver, Click-Bait-Artikelempörungen, Reportage-simulation auf Doku-Soap-Ebene, hofberichterstattende Statement-Transporteure statt eigener Recherchen und daraufhin wiederholt substantiiertes Nachhaken, usw.) weiter hilft die Bürger in falscher Sicherheit zu wiegen, wird der volkswirtschaftliche, sicherheitsrelevante und demokratiezerstörende Niedergang der Bundesrepublik fortgesetzt.
Wer auch immer im Februar 2025 die Regierung stellen wird; die Herausforderungen und Probleme werden die gleichen sein wie beim aktuellen Ampel-Knall!
Ob allerdings die gleichen Schaumschläger (Baerbock, Dobrindt, Faeser, Habeck, Klöckner, Scholz, Spahn, Stark-Watzinger, etc.) wie heute, nach der Wahl gravierend vorliegende Schieflagen (bzw. Reformen) nachhaltig aufarbeiten bzw. ausgabepriorisiert „verändern“ werden, muss bezweifelt werden! Bisher wurde von diese Politkomikern nicht mehr „wegzudiskutierende“ Problemchen überwiegend mit Subventionen, Beihilfen und Zuschüssen „abgeholfen“. Ob 650 Mio. für Northvolt, 2,6 Mrd für die Papenburg-Werft, 500 Mio für die BayWa, etc.; demnächst auch wieder für Autokäufe bei Herstellern dessen Vorstände bis zu 10 Mio. p.a. beziehen?
Ohne strukturelle Kettensäge wird auch eine Relativierung der Schuldenbremse den Niedergang höchstens verlängern. Erst recht bei noch mehr Auftragsrückgängen oder gar Insolvenzen (wegfallende Steuereinahmen) und vermehrten Sozialausgaben (Arbeitslosigkeit und staatliche erhöhte Rentenzuschüsse – Baby-Boomer.!
Das derzeitige Palaver im Angesicht der bevorstehenden Wahl (inhaltlich zwischen was eigentlich?) lässt aufgrund überwiegend nur wolkiger (und von den Medien nicht wirklich hinterfragten) Andeutungen (faktisch fortgesetzten Beschwichtigungen) befürchten, das wie bei 16-Jahren (!) unter Merkel und knapp 3 Jahren Ampel (bis zur bürgerlichen Implosion) ein verantwortungsloses „Weiter-so“ droht.
Wer tritt den Möchtegern-Staatmännern endlich vors Schienebein
@Emil.Meins / 05.12.2024
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>>(…) Habe ich Unrecht? Haben Sie eine Vorstellung, wie es aussähe, wenn plötzlich weite Teile der Bevölkerung „ausfielen“? Es würden sofort bürgerkriegsartige Zustände ausbrechen, und innerhalb kurzer Zeit wären wir wieder im Mittelalter, weil absolut NICHTS mehr funktionieren würde, mangels Personal.<< ## Man muss sich das mal vorstellen, in Zeiten, wo gut ausgebildete, zielstrebige Menschen im Überfluss vorhanden waren, konnte man sich leisten, Millionen von denen arbeitslos zu lassen. Und jetzt, wo der Wettbewerb wegfällt, wo es sich jeder leisten kann, der dumm geboren wurde, auch dumm zu bleiben, fürchten Sie plötzlich Bürgerkrieg. Damals, als man das Arbeitsvermögen verschwendet und verschleudert hat, ist doch auch kein Bürgerkrieg ausgebrochen. Und ausserdem funktioniert doch heute bereits NICHTS mehr, ohne dass irgendwer mit Bürgerkrieg droht. Die, die zu faul zum Arbeiten sind, sind auch zu faul zum Bürgerkrieg, wenn sie dafür kein Geld bekommen. Wir müssen aber sehr aufpassen, dass niemand denen GELD FÜR DEN BÜRGERKRIEG geben kann. Die Bestrebungen sind absolut real. Das Geld kommt von dort, wohin deutsche Firmen Strafzahlungen, Reparationen und Sanktionsumgehungsstrafen leisten müssen. Also erarbeitet wurde das von den Deutschen. Selbstverständlich nicht von denen, wo gar nichts mehr geht. Aber die VERFÜGUNGSGEWALT über dieses Geld ist jetzt in den Händen von nicht-deutschen Bürgerkriegs-Experten. Man sagt, das Geld ist nicht weg, es haben jetzt nur Andere. Wenn es Bürgerkrieg gibt, dann nicht, weil die Unfähigen zu viel arbeiten müssen.
Frankreich und Griechenland waren ja schon beim Vorläufer des Euros beteiligt, der Lateinischen Münzunion.
Jetzt versenken sie halt die nächste grandiose Gemeinschaftswährung.
Das Prinzip „L’Allemagne payera“ (Deutschland bezahlt) konnte Frankreich nach 1918 durchsetzen. Heute ist in Berlin Dank der grünen Ideologen nichts mehr zu holen als Oberlehrer und Deindustrialisierung.
Es riecht immer mehr nach Plünderern und Wegelagerern. Wie kann man eine so klug angelegte europäische Vereinigung von Montanunion über EWG, EG in ein Bürokratiemonster EU verwandeln? Immer neue Titel, neue Buchstaben aneinandergereiht. Menschenansammlungen in korrupten Parlamenten und Kommissionen. Jetzt scheint alles auseinander zu krachen. Lügen haben eben kurze Beine. Frau vdL bastelt schon wieder an was ganz Grossem (Mercosur). Alle von Macht besoffen mit Faulheit im Denken, aber formidabel in vergifteten Umgangsformen mit Handkuss oder teuren kulinarischen Gelagen. Dass die Franzosen pleite sind und sich nicht schämen andere anzupumpen bzw. gern wollen, dass andere ihre Schulden bezahlen lässt tief blicken. Korrupt-feudal, feudal-korrupt. Egal.
Kohl (Bimbes-Kanzler) über Merkel: „Die macht mir mein Europa kaputt“. Naja, sein Europa hat er sicher nicht gemeint, und das mit dem Euro, geschenkt. Merkel hat er auf jeden Fall nicht tief genug eingeschätzt. Merz und Schröder auch nicht. Dennoch: Er war der letzte deutsche Kanzler.
„Wer in einer Währungsunion, wo alle anderen Schulden machen spart, ist einfach selten dämlich“ – Daniel Stelter.
„Der Euro läuft Gefahr, massiv an Wert zu verlieren.“ Das hat er längst. Und es wird so weitergehen. Klügere Völker haben daher ihre starke nationale Währung behalten. Man denke z.B. an Schweden, welches – vorgeblich, weil es die Euro-Stabilitätskriterien nicht erfüllen könne! – bewusst die Euro-Einführung vermied. Der tumbe Michel ist hingegen in die Falle getappt und hat die weitaus stärkste europäische Währung kampflos aufgegeben.